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Nichts Vergängliches hat Sinn!

K

kathi

Guest
ist die sinnfrage ohne dazugehörigen kontext sinnlos?

Hey Kathi! Schön, dass du wieder schreibst!

Zitat von kathi
allerdings scheint mir - unter der obigen prämisse - nun auch das vergängliche "sinn" zu haben.
denn nun kann einfach alles sinn haben. das vergängliche und auch das unvergängliche, welches jedwedes vergängliche hervorbringt.
fast so, als wär das vergängliche ein "spiel" mit masken, fassaden und silhouetten.

Ganz so einfach sehe ich das nicht.
Freilich könnten wir jetzt hergehen und sagen, alles Vergängliche hat etwas Unvergängliches inne bzw. zieht etwas Bleibendes nach sich. So nachvollziehbar es mir erscheint, offenbart es uns dennoch keinen Sinn. Wie du im Folgenden ja auch selbst sagst.
Zitat:
ich glaube, dass einfach alles sinn macht - nur dass wir menschen diesen oftmals nicht wirklich erkennen.
und deswegen glauben wir zu manchen zeiten und in manchen phasen, dass der einzige sinn im vergänglichen liegt - obwohl dies nur ein kleiner teil von allem ist.

Ich kann deinen Glauben gut nachvollziehen.
Ich aber denke, dass "Sinn" nicht unbedingt etwas ist, das dort draußen in der Welt unabhängig von uns existiert. Etwas als sinnvoll zu empfinden, ist in meinen Augen - wie meine Formulierung schon verrät - eine Empfindung, und keine Gesetzmäßigkeit oder irgendetwas in der Art. Sinn ist viel mehr etwas, das in uns beim Interagieren mit der äußeren Welt etwas hervorruft. Nämlich die Empfindung, dass etwas wertvoll ist. Das Wort "wertvoll" trifft die Sache, glaube ich, ganz gut. Denn was wir als wertvoll erachten, das erachten wir auch als sinnvoll.
lieber benjamin,
auch ich seh es so, dass möglicherweise der "Sinn" nicht unabhängig von uns existiert.
du hast einen guten begriff gefunden: du sagtest, die frage nach dem "Sinn" gleiche einer empfindung.....so wie der schmerz eine empfindung sei.
dieser vergleich gefällt mir.

vielleicht ist es so, dass der schmerz eine empfindung des "körperlichen bereichs" ist - und die frage nach dem sinn eine des "geistigen".
demgemäß wäre schmerz nur in zusammenhang mit einer körperlichkeit existent - die frage nach dem sinn jedoch stünde in zusammenhang mit geistigen inhalten.
anders ausgedrückt: schmerz kann nur erfolgen, wenn der dazugehörige "körper" beeinflusst wird.
die frage nach dem sinn aber kann nur beantwortet werden, wenn der dazugehörige "geistige" kontext hergestellt oder gefunden wird

......ohne diesen, macht die sinnfrage einfach "keinen sinn". ;)

so wie der peitschenhieb keinen schmerz verursacht, wenn er auf keinen "körper" trifft, so wird kein sinn gefunden, wenn der dazupassende kontext fehlt.

tja, das ging mir heute so durch den kopf.

was meinst du dazu?
und: auf was willst du eigentlich mit deinem thread hinaus?
sprich: lass mich mal deinen "kontext" zu diesem thema wissen.
 
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moebius

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11. März 2009
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AW: Nichts Vergängliches hat Sinn!

Na ja. Das ist in meinen Augen eine sehr eigenwillige Interpretation von Zeit. Zumal Zeit nicht abhängig von Masse ist. Dass es für masselose Dinge keine Zeit gebe, ist eine unbegründete Annahme. Für masselose Objekte wie zum Beispiel Photonen, die "Lichtteilchen", vergeht - so man es so formulieren will - keine Zeit. Das heißt nicht, dass es keine Zeit gibt, sondern dass die Zeit einfach still steht. Und das folgt auch nicht aus ihrer Masselosigkeit, sondern daraus, dass sie sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegen. Alles, was keine Masse hat, bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit. Und was sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegt, dessen Eigenzeit ist immer Null. Zumindest trifft das auf alles zu, was wir bis jetzt kennen.

Zum Zusammenhang von Masse und Lichtgeschwindigkeit vgl. die folgenden Formeln:
1. E = m* c² (SRT)
2. E = h * f (Planck'sches Wirkungsquantum
3. m * c² = h * f (Louis de BROGLIE)
Aus der de BROGLIE-Gleichung lassen sich folgende Umformulierungen durchführen:
a) m = h *f /c2
b) c² = h * f/m
c) c = Wurzel aus: h * f/m

Für Albert EINSTEIN war "Zeit das, was man an der Uhr abliest." Also t = messbare chronos-Uhr-Zeit
EINSTEIN war aber genial/intelligent genug, um zu erkennen, dass die messbare chronos-Zeit nur die "halbe Miete" war.
Ich verweise erneut auf:
www.helmut-hille.de/carnap.html

Leider war der Philosoph R. CARNAP dem Problembewusstsein von EINSTEIN nicht gewachsen - und das Gespräch über das immer neue JETZT (= kairos) wäre mit dem Philosophen L. WITTGENSTEIN auf einem diesem Thema angemesseneren Niveau verlaufen, vermutet moebius....:dontknow:
Um das Zeit-Thema heute angemessen zu reflektieren/thematisieren, bedarf es eines meta-physiskalischen (nicht: metaphysischen !!!) Horizontes, wie er etwa durch die Reflexionen von I. KANT im 18. Jahrhundert und im 20. Jahrhundert beispielsweise durch A. EINSTEIN, L. WITTGENSTEIN, C.F. von WEIZSÄCKER u.a. erzeugt wurde...
Bibel-theologisches Gesülze unter Berufung auf den getauten Schnee von vor-vor-gestern, der allenfalls unter historischer Perspektive noch relativ interessant ist, hilft heute nur noch den bibel-gläubigen Christenmenschen - aber nicht mehr den ernsthaft fragenden/zu Recht zweifelnden und selbst denkenden Mitmenschen unserer Zeit...
Im übrigen empfehle ich zu diesem Thema des Zusammenhangs von chronos/kairos-Zeit auch gerne M. ENDE's Märchenroman MOMO..., denn Momo ist die literarische "Tochter" von A. EINSTEIN ...:clown2:
Gruß, moebius
 

moebius

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AW: Nichts Vergängliches hat Sinn!

Frag' doch die Ro(h)rkrepierer-Psy....ääääähhhh.....Rorschach-Psychologen bzw. die Test-Auswerter ....:lachen::lachen::lachen:
 

Neugier

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Wer zuletzt kommentiert, kommentiert am Besten!

Benjamin schrieb:
... Letztlich - und das will auch in aller Klarheit gesagt werden - ist es immer von Nutzen,
wenn man Wikipedia-Artikel zuerst versteht, bevor man sie kommentiert.

Benjamin,
hat hier jemand einen Wikipedia-Artikel kommentiert, ohne ihn verstanden zu haben ?

Glücklicherweise habe ich ja keinen Wikipedia-Artikel kommentiert, sondern kommentarlos eine
(mir anno dazumal wohlvertraute) Formel aus dem Artikel in meine Argumentation übernommen.

Bei mir hat der Wikipedia-Artikel über die Euler'sche Identität wieder Erinnerungen an so manche
mathematische Beziehung geweckt, die mir vor viiiielen vielen Jahren quasi jederzeit präsent
war (z.B. eben die Polarnotation für komplexe Zahlen).
Es hat dann aber ausgereicht, dass ich alle diese Dinge nahezu ein halbes Jahrhundert lang
nicht mehr gebraucht habe, um sie aus meinem aktiven Formelschatz zu verdrängen.

Eigentlich könnte ich mich ja damit brüsten, dass ich in diesem halben Jahrhundert
schon mehr vergessen habe, als Benjamin bisher gelernt hat,

aber sowas mache ich natürlich nicht, sowas entspricht ganz einfach nicht meinem Niwo.


Das musste auch einmal in aller Klarheit gesagt werden.


P.S.:
Ein Tipp unter Freunden: Lies erst einmal genau, was tatsächlich geschrieben wurde,
bevor du auf die oben gestellte Frage antwortest. ;-)

 

Benjamin

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27. Januar 2005
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AW: ist die sinnfrage ohne dazugehörigen kontext sinnlos?

vielleicht ist es so, dass der schmerz eine empfindung des "körperlichen bereichs" ist - und die frage nach dem sinn eine des "geistigen".
demgemäß wäre schmerz nur in zusammenhang mit einer körperlichkeit existent - die frage nach dem sinn jedoch stünde in zusammenhang mit geistigen inhalten.
anders ausgedrückt: schmerz kann nur erfolgen, wenn der dazugehörige "körper" beeinflusst wird.
die frage nach dem sinn aber kann nur beantwortet werden, wenn der dazugehörige "geistige" kontext hergestellt oder gefunden wird

......ohne diesen, macht die sinnfrage einfach "keinen sinn". ;)

Diese Auslegung gefällt mir sehr gut! Zumal ich schon zu derselben oder zumindest einer sehr ähnlichen kam.

Ich denke, Schmerz ist eine Empfindung, die uns signalisiert, dass wir den Körper in eine Lage gebracht haben, für die er nicht gemacht wurde. So empfinden wir Schmerz, wenn wir von 4 Meter Höhe auf den Beton springen, weil der Körper nicht dafür gemacht ist, solchen Kräften stand zu halten.
Die Suche nach der Empfindung von Sinnhaftigkeit mag in dieser Hinsicht ein geistiges Signal sein, um erkennen zu können, wozu wir gemacht sind. Dazu habe ich hier schon einmal etwas geschrieben.
 
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moebius

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11. März 2009
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AW: Nichts Vergängliches hat Sinn!

ES geht doch nichts über das Original ..., aber manche begnügen sich halt auch mit Kopien...statt mit Kapieren ...:lachen::lachen::lachen:
 
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