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Plotin's Gedanken

Dieses Thema im Forum "Eigene Gedichte" wurde erstellt von plotin, 9. Dezember 2015.

  1. plotin

    plotin Well-Known Member

    Registriert seit:
    12. Juli 2009
    Beiträge:
    6.544
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    Wer weiß schon wie es sich ausnimmt…
    wenn es vorbei ist… ist es vorbei
    auch das Warten auf die Züge im Winter
    oder in Kopfbahnhöfen…
    Abschiede sind immer gleich
    nur nicht leicht wenn der mitgeschleppte Koffer
    zu vollgepackt ist… dabei ist alles was du brauchst
    zwei drei leise Gedichte und ein wenig Musik.
    Wer weiß schon wie es sich ausnimmt…
    wenn irgendwer ein oder zweimal im Jahr
    deinen Namen denkt.
    Zu oft habe ich das gefragt nur…
    niemand hat geantwortet
    also packe ich meine zwei drei leisen Gedichte…
    ein wenig Musik zum Abschied wäre trotzdem nett.

    plotin​
     
  2. plotin

    plotin Well-Known Member

    Registriert seit:
    12. Juli 2009
    Beiträge:
    6.544
    Ein heißer Wind kam auf und ließ die Hügel kahl werden…
    schmolz den Schnee der zum reißenden Fluss anschwoll.

    Brauner Schlamm… wir standen am Ufer…
    mächtig wälzte er sich an uns vorbei.

    Zwischen all dem Treibholz und leeren Flaschen…
    tote Engel die im Schnee eingeschlafen waren.

    Träumer in den Dünen am Boden einer Sanduhr…

    Mitgerissen und fortgeschwemmt im dreckigen Fluss…
    schimmerten ihre gebrochenen Flügel immer noch weiß.

    Einer verfing sich im Uferunterholz…wir gingen näher hin…
    gläsern beinahe durchsichtig schimmerte sein Leib in der Sonne.

    In seinem unversehrten Gesicht erkannten wir…
    dass er um sein Schicksal… des Vergehens wusste.

    plotin​
     
    denk-mal gefällt das.
  3. denk-mal

    denk-mal Well-Known Member

    Registriert seit:
    22. Mai 2015
    Beiträge:
    12.674
    Ort:
    Schwarzwald
    Hallo Plotin,
    deine Gedanken gefallen mir ausgesprochen gut.
    Gehe ich recht in der Annahme, dass du gedanklich die Ereignisse
    dieses Sommers, in dunklen und hellen Farben beschrieben hast?

    Leider konnte ich es mir nicht verkneifen sie zu verdichten.

    Gezeitenwende

    Ein heißer Sturm kam auf
    und ließ die Hügel kahl werden.
    Schnee von gestern schmolz
    und wurde zum reißenden Fluss.

    Am Ufer wälzte sich mächtig
    ein brauner Schlamm vorbei.
    Zwischen all dem Treibholz
    und Müll, lagen tote Engel.

    Im Gegensatz zu manch
    Dreckspatzen, schimmerten
    ihre gebrochenen Flügel
    immer noch weiß durch.

    Gläsern beinahe durchsichtig
    schimmerte ihr Leib im Licht.
    In ihren heilen Gesichtern,
    las man das Schicksal.

    Der Demiurg saß auf
    einer Sanddüne, seine
    Sanduhr stellte er
    auf fünf vor Zwölf.




    Das „weiß durchschimmern“ deutet an,
    dass die Opfer oftmals unschuldig sind
    und viele gar eine weiße Weste haben.

    Das „durchsichtig“ deutet an, dass so
    manche Katastrophen vorsehbar sind.
     
  4. plotin

    plotin Well-Known Member

    Registriert seit:
    12. Juli 2009
    Beiträge:
    6.544
    Es ist nur eine Täuschung…
    dein Tod…womöglich auch dein Leben
    Kniffe der Retusche
    zumindest hie und da… nachgeholfen.

    Wärst du nicht tot…
    vielleicht ließest du dich überzeugen
    der Winkel ist nicht stimmig
    falsche Flugbahn… du verstehst?

    Gedreht oder gewendet…
    der Einschuss im Rücken… was ist wahr?
    Pilatus wäscht sich die Hände
    es ist nur eine Täuschung.

    plotin​
     
  5. plotin

    plotin Well-Known Member

    Registriert seit:
    12. Juli 2009
    Beiträge:
    6.544
    In mich selbst hineingewunden
    bestimmt mich das Maß…
    unabgeschlossener Sätze.

    Bezahlt mit der Einsicht
    und vom Zugriff meiner Hand befreit
    lief meine Schrift mir davon.

    Am Blatt… dem Resonanzkörper
    mit zum reißen überspannten Silbensaiten
    verliert sich ihre Spur.

    Zwischen scharfgezogenen Rändern
    Lichtpunkt im drückenden Dunkel
    in das jemand einen Namen schreibt…

    ...er passt zu mir.

    plotin​
     
  6. plotin

    plotin Well-Known Member

    Registriert seit:
    12. Juli 2009
    Beiträge:
    6.544
    Du vergisst die Geschichten…
    Gesichter und Namen
    sie sind dir nur Störung…
    wie ein Kratzen Im Hals.
    Rimbaud und Verlaine
    haben es vorgemacht
    doch du…
    deine Trägheit ist wie
    das langsame abziehen
    eines Pflasters.

    plotin​
     

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