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Nachgedanken zu den großen Fragen des Daseins


Hallo Chris,
danke für deine Offenheit und für deine Schilderung zum besseren Verständnis.
Wenn es Scheiße läuft, ist es manchmal die einzige Möglichkeit, zu lernen, damit umzugehen.
dir liebe Grüße * Helmfried
 
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Chris an Giacomo:

Empathiegewinnung

Giacomo kann als knallharter Materialist natürlich nur Mitleid mit körperlich Kranken haben. Für ihn ist alles Seelische Einbildung, also auch seelisches Leid. Das hat der Zeitgeist aus den Menschen gemacht, wieder mal: Schöne neue Welt.


Mit solchen Aussagen bettelt ihr das Universum förmlich an, im nächsten Leben das Leid zu bekommen, das ihr jetzt relativiert. Ich wünsche schon jetzt viel Vergnügen in der selbstgewählten Hölle. Und da wundert man sich noch, warum es so viel Leid gibt in der Welt. Die Menschen erarbeiten es sich fleißig selber.

Sorry für meine drastisch gewählten Worte...

Ach du, ich kanns verkraften, du solltest dir lieber um dich selber Sorgen machen.

aber es wird Zeit, dass Du die wahren Gründe für einen möglichen "außerirdischen" Tinnitus irdisch zu neutralisieren lernst...

... ach ja und wie?

Wenn es Scheiße läuft, ist es manchmal die einzige Möglichkeit, zu lernen, damit umzugehen...

... und deshalb sagte ich ja, was diese ganze Diskussion überhaupt eingeleitet hat, dass mein Gehirn eine Katastrophe ist und ich deshalb medikamentöse Hilfe in Anspruch nehmen will. Denn ich kann ja nicht mit Gedanken gegen meine Gehirnchemie ankommen, sondern nur mit Chemie. Vielleicht sollte man den Begriff psychische Krankheiten ganz streichen und durch Gehirnkrankheiten ersetzen, das hätte auch den Vorteil, dass Giacomo dann plötzlich verstehen würde, dass diese Probleme real sind, weil Gehirn ist ja was materielles.
 
....was diese ganze Diskussion überhaupt eingeleitet hat, dass mein Gehirn eine Katastrophe ist und ich deshalb medikamentöse Hilfe in Anspruch nehmen will.
Nur soviel dazu zum Verstehen deines Vorbeitrags: Das Gehirn ist ein Wunderwerk der Evolution, welches unser aller Respekt und Verständnis über alle seine Entwicklungsepisoden hinweg bedarf.

Ein Verständnis zur Behandlung von psychischen Krankheiten muss von einem natürlichen Willen Betroffener getragen sein, eines Tages ohne medikamentöse Täuschungen auskommen zu können. Dies scheint bei Dir nicht der Fall zu sein.
Vielleicht sollte man den Begriff psychische Krankheiten ganz streichen und durch Gehirnkrankheiten ersetzen,
Das ist Quatsch. Ein jedes Gehirn als höchstentwickeltes Organ besteht aus Körper (mit Austauschfunktionen), Seele (mit Steuerungsfunktionen) und Geist (mit Programmfunktionen).

An dieser Dreieinigkeit - welche ich als Dreikleinigkeit des Ur-Bewusstseins besonders schätze - sollte nicht im Übermaß unverhältnismäßig, unzweckmäßig und dem Bestimmtheitsgrundsatz zuwiderlaufend einem Eingriff ausgesetzt werden.

In der Regel dienen Medikamente und Spritzen zur Abwendung unmittelbarer individueller Gefahren, sind aber nicht geeignet zu mittelbar chronisch dauerhaften Gefahrenabwendungen beizutragen, die einer kollektiven Gefahrenzuwendung - zum Beispiel über Massenimpfungen zur Unzeit - auf eher tragische Weise gleichzukommen droht.

Bernies Sage (Bernhard Layer)
 
Das Gehirn ist ein Wunderwerk der Evolution, welches unser aller Respekt und Verständnis über alle seine Entwicklungsepisoden hinweg bedarf...

Wollen wir unsere Hirne tauschen? Dann würde ich in Zukunft zwar zu 95% Kauderwelsch von mir geben, aber dafür wäre ich vielleicht nicht mehr so tief in der Unterwelt verstrickt. Oder täuscht das von außen?

:homer:
 
Giacomo kann als knallharter Materialist natürlich nur Mitleid mit körperlich Kranken haben. Für ihn ist alles Seelische Einbildung, also auch seelisches Leid. Das hat der Zeitgeist aus den Menschen gemacht, wieder mal: Schöne neue Welt.

Sagen wir mal, es kommt ganz darauf an.
Gestern traf ich meinen Freund, über den ich hier bereits schrub. Er berichtete mir, dass sein Krebs nun nicht mehr aufzuhalten sei, und nunmehr "seine Tage angezählt" seien. Er scheint es mit einer unglaublichen Gefasstheit zu nehmen und dabei ist er kein besonders spritueller Mensch. Das bewundere ich.
Stattdessen tut er etwas, was ich total Klasse finde, für richtig halte und das habe ich ihm auch gesagt: Er löst seine private Altersvorsorge auf, will sich einen Bus kaufen und nochmal auf Reisen gehen. Solange er es noch kann.

Jammern tut er aber nicht, dabei hat er erst kürzlich wirklich schwere Zeiten durchlebt und steht einer noch schwereren bevor. Er hat sich noch eine letzte Aufgabe gegeben, für sich selbst, und das gefällt mir. Deshalb hat er auch nicht mein Mitleid, sondern mein Mitgefühl, und vor allem meine Freundschaft - und das ist etwas ganz anderes.

Auch ich selbst habe lange Zeiten der Schwermut gehabt, schwierige ökonomische Verhältnisse und Lebensumstände und sie dauern noch immer an.
Die Zeiten waren wie sie waren, ich kann sie nicht ändern. Meine Gegenwart zu ändern und meine Zukunft zu beeinflussen: Das aber ist zumindest nicht gänzlich unmöglich.
Und das ist eine der Lektionen, die ich daraus gelernt habe.
Die andere ist, das es wenig Sinn ergibt, im Bett zu bleiben und über den Sinn des Lebens nachzudenken. Denn es ändert nichts, und schlauer wird man dadurch auch nicht. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Vielleicht habe ich nicht einmal mit körperlich Kranken Mitleid. Denn Mitleid, das macht alles nur noch schlimmer, und oft genug ist es eine Position von oben herab.
Besser ist es die Hand zu reichen, aber dafür braucht es mein Mitleid nicht.
 
Jammern tut er aber nicht, dabei hat er erst kürzlich wirklich schwere Zeiten durchlebt und steht einer noch schwereren bevor. Er hat sich noch eine letzte Aufgabe gegeben, für sich selbst, und das gefällt mir.

Ja, das klingt nach einem sehr gefassten Umgang mit dem baldigen Tod.

Auch ich selbst habe lange Zeiten der Schwermut gehabt...

Über die Unterschiede zwischen Schwermut/Melancholie und Depression könnte man lange diskutieren. Ist es den Aufwand wert? Eher nicht. Aber das entscheidende ist sowieso, dass es bei dir in der Vergangenheit liegt, bei mir in der Gegenwart. Deine Aussage, dass du in der Vergangenheit lange Zeiten der Schwermut gehabt hast, ist sehr salonfähig, denn da liegt das Problem ja weit zurück und wir müssen und nicht mehr damit befassen, im Gegenteil, jetzt bist du ja aus dem Tal raus und wir können uns darauf fokussieren. Was aber gar nicht gerne gehört, ist die Stimme von jemandem, der jetzt gerade in diesem Zustand ist. Das ist dann Gejammer oder Schwarzmalerei. Aber es kann ja nicht nur diejenigen geben, die irgendwann mal depressiv waren und jetzt ihre Erweckung zelebrieren, es muss ja auch jene geben, die jetzt gerade im Tal sind und nicht auf dem Gipfel. Es tut mir leid, dass ich derzeit zu diesen Wesenheiten dazugehöre und nicht gerade viel Positives zu berichten habe.
 
Ein Lied sagt mehr als tausend Worte. Danke an Svensgar für den Link.

Mein größter Feind ist mein Gehirn...


 
Deine Aussage, dass du in der Vergangenheit lange Zeiten der Schwermut gehabt hast, ist sehr salonfähig, denn da liegt das Problem ja weit zurück und wir müssen und nicht mehr damit befassen, im Gegenteil, jetzt bist du ja aus dem Tal raus und wir können uns darauf fokussieren. Was aber gar nicht gerne gehört, ist die Stimme von jemandem, der jetzt gerade in diesem Zustand ist.

Ob meine Schwermut salonfähig ist oder nicht, das ist völlig unerheblich.
Entscheidend ist vielmehr, was man aus seiner Schwermut macht, wie man sie umsetzt.
Mein krebskranker und dem Tod geweihter Freund zieht den Schluss daraus, noch einmal Gas zu geben, und wenn es wortwörtlich das Letzte ist, was er tut.

Das finde ich Klasse, er gibt auf seine letzten Monate noch einmal Vollgas. Ich bin sogar soweit, ihm auf seine letzten Monate, Wochen und Tage noch die fiesesten halluzinogenen Drogen zu geben, denn ihm können sie nicht mehr schaden.
Wie armselig ist es im Vergleich dazu, sich in seinen Neurosen zu sielen, und öffentlich zu jammern, wie schlecht es einem dabei ergeht.
 
..................Wie armselig ist es im Vergleich dazu, sich in seinen Neurosen zu sielen................

Hallo Giacomo,
ich finde deine Beiträge oft interessant und intelligent gestaltet.
Bei diesem Beitrag habe ich aber das Gefühl, du verfällst in eine sture Phase.
Du beharrst auf deiner Meinung, ohne die Bereitschaft, anzuerkennen, dass psychische Probleme gravierende und durchaus bedrohliche Auswirkungen, auf das Lebensgefühl eines Menschen, haben können.
Dabei seid ihr beide so etwas wie ein Tream-Team, ihr arbeitet euch gegenseitig (in der Regel auch konstruktiv) aneinander ab. Fast möchte ich sagen, ihr seid euch mittlerweile auch einen gewissen Respekt schuldig, der aber im Moment zu vermissen ist.
Was Krankheiten betrifft, meine ich (als Laie):
Um so konkreter die Krankheit, um so klarer die Situation, um so deutlicher die Wege, die gegangen werden können.
Dann steht nur noch die Frage: ˋGehe ich den Weg oder gehe ich ihn nicht?ˋ
Bei Chris, sehe ich die Situation alles andere als eindeutig. Da ist gar nichts konkret. Bei ihm spielen mehrere Faktoren ineinander und das zieht weitere Komplikationen nach sich. Nichts muss nmM differenzierter betrachtet werden als psychische Störungen (weil das Spektrum riesig ist und jegliche Pauschalisierung vermieden werden sollte).
Chris hat sich eine Fundament aus den unterschiedlichsten Bausteinen geschaffen und versucht auf dieser Basis zu bestehen. Ich sehe hier einen Menschen, der um ein Leben mit relativer Lebensqualität ringt und empfinde das ganze Gegenteil zu jammern und sielen.
LG * Helmfried
 
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Wie armselig ist es im Vergleich dazu, sich in seinen Neurosen zu sielen, und öffentlich zu jammern, wie schlecht es einem dabei ergeht.

Du hast dir dein Ticket in ein neurotisches nächstes Leben längst gesichert - da muss ich es dir gar nicht mehr wünschen, was ohnehin schlecht für mein Karma wäre.
 
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