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Nachgedanken zu den großen Fragen des Daseins

Es gibt kein Widerspruch zwischen Physik allgemein und Quantenphysik, das ist klar, ist ja dieselbe Erde, aber es gibt Gesetzmäßigkeiten, die sich unterschieden, weil man erkannt hat, dass sich die winzig kleinen Quanten in ihrem Umfeld anders verhalten als große Gegenstände an der Oberfläche. Das ist das Bahnbrechende, es gibt auf der Erde eine Physik mit unterschiedlichen Gesetzen je nach Lage und Umfeld und wer weiß, vielleicht gibt es noch mehr solcher Phänomene, dann ist die Menschheit mit der bisher belegten allgemeinen Physik noch nicht am Ende, es gibt darüber hinaus eventuell auch noch etwas Anderes und das ist der Gedanke der uns eventuell weiter hilft, der Glaube an Neues mit dem Bisherigen als Fundament. Das ist meine Philosophie zur Entwicklung generell, zur technischen aber auch zur seelisch/moralischen, das Konservative ist das Fundament und darauf entwickelt sich das Neue, meist bessere. Es bedeutet aber auch, dass ich in der Sicherheit des vertrauten Konservativen nicht verharre, sondern mit Versuch und Irrtum mich dem Neuen annähere, um es mir begreifbar zu machen.
Was die technische Entwicklung der letzten 100 Jahre angeht, gibt es kein Grund zum Klagen, sie ging rasant vonstatten, aber natürlich ist nicht alles, was in Science-Fiction-Literatur beschrieben wird, umgesetzt, wer den Anspruch hat, lebt in einer anderen Welt, denn wir sehen ja welche großen Herausforderungen an Seele und Gemüt die vorhandenen Technologien stellen, oft eine Überforderung und so ist der technische Fortschritt allein kein Segen für die Menschen, die Biologie muss mitwachsen und das dauert teilweise mehrere Generationen. Ich kenne aktuell Menschen, die keinen Computer bedienen, weil sie Angst haben die vielen Informationen und Möglichkeiten könnte sie verwirren und im Alltag verunsichern. Deshalb ist Digitalisierung in vielen Bereichen vereinfachend und hilfreich, aber der Mensch mit seiner Persönlichkeit bleibt analog und so braucht es als Grundlage die natürliche Biologie und als Erweiterung und Verbesserung die Digitalisierung. Nur technischer Fortschritt ohne biologische Reife des Menschen geht in die falsche Richtung. Wir haben es alle mit Einsteins Entdeckung der Kernspaltung erlebt, eine wunderbare Technologie, setzt viel Energie frei, aber wenn man eine Waffe daraus baut kann es viele Menschen vernichten wie in Hiroshima und Nagasaki geschehen. Kurz gesagt, wenn Streit zwischen Menschen herrscht, sollte man nicht mit einer neuen Technologie kommen, die zur Vernichtung des Anderen verwendet werden kann.
Wie viele Hackerangriffe gibt es inzwischen über das Internet, von Viren ganz zu schweigen, wenn man den Nachrichten glaubt und die Hacker dringen in systemrelevante Server ein, dann ist die digitale Welt sehr labil und das kann sich auf die Realität verheerend auswirken. Technischer Fortschritt um jeden Preis ist für die Menschen keine Lösung. Ich mag das Neue und bin schnell dabei, aber ich mag auch das Ursprüngliche und beschäftige mich mit Antiquitäten.
 
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Ich sehe die Quantenphysik nach wie vor als das trojanische Pferd innerhalb der derzeitig materialistisch ausgerichteten Wissenschaft an. Sie ist komplett kontraintuitiv und widersprüchlich und macht scheinbar keinen logischen Sinn, da Wellen gleichzeitig auch Teilchen sind, Teilchen sowohl durch die eine als auch durch die andere Spalte fliegen und überhaupt alles nur noch mit Wahrscheinlichkeiten bestimmt werden kann, nichts ist mehr gewiss. Das gefällt den sturen Materialisten überhaupt nicht, aber ich feiere das. Es zeigt eben, dass unsere Logik nichts mehr bedeutet, wenn wir in die subatomaren Bereiche vordringen. Was wird dann erst im feinstofflichen Bereich los sein?
 
Die Vereinigung von Materialismus und Spiritualismus scheint mir nach wie vor das größte Unterfangen zu sein, das vor uns steht
Materialistisches Denken ist gut für die Notwendigkeiten, spirituelles für das Glück.
Beim Materialismus geht es um Macht, beim Spiritualismus um Verständnis.
Materialistische Anteile sind die Männlichen Spirituelle sind die femininen.
So sehe ich es.
Man kann es nur im Geist, aber nicht mit Worten verbinden.
 
Mein Hirn ist ein Chemielabor und es ist gar nicht schlecht.

Mein Gehirn ist leider eine Katastrophe, ich würde es gerne der Wissenschaft zur Verfügung stellen und es gegen ein neues eintauschen. Aber da das nicht geht, werde ich mich damit begnügen, es nun doch einmal mit chemischen Mitteln behandeln zu lassen und damit auf eine Verbesserung hinzuwirken. Ich finde den Gedanken jetzt gar nicht mehr so schlimm, denn mir ist bewusst geworden, dass das Gehirn ja sowieso von sich aus schon ein Chemielabor ist, also kann man ja auch hier und da etwas herumexperimentieren, nur mit Mitteln aus der Apotheke versteht sich und nur in der empfohlenen Dosierung. :reden: :morgen:

Man sollte Medikamente nicht per se ablehnen. Manchmal ist die simpelste Lösung vielleicht die beste. :zauberer2
 
Mein Gehirn ist leider eine Katastrophe, ich würde es gerne der Wissenschaft zur Verfügung stellen und es gegen ein neues eintauschen. Aber da das nicht geht, werde ich mich damit begnügen, es nun doch einmal mit chemischen Mitteln behandeln zu lassen und damit auf eine Verbesserung hinzuwirken. Ich finde den Gedanken jetzt gar nicht mehr so schlimm, denn mir ist bewusst geworden, dass das Gehirn ja sowieso von sich aus schon ein Chemielabor ist, also kann man ja auch hier und da etwas herumexperimentieren, nur mit Mitteln aus der Apotheke versteht sich und nur in der empfohlenen Dosierung. :reden: :morgen:

Man sollte Medikamente nicht per se ablehnen. Manchmal ist die simpelste Lösung vielleicht die beste. :zauberer2

Bei Gehirnwäschen, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass Persil die besten Ergebnisse bringt. Weil dann auch, die Antwort, auf die Frage, ˋIst Ihr Gehirn neu?ˋ, dann wie gewohnt: ˋNein, mit Persil gewaschenˋ, lauten tut. Vertrautes wird nun einmal leichter akzeptiert.
Helmfried (Waschmittelvertreter)
 
Ich kenne aktuell Menschen, die keinen Computer bedienen, weil sie Angst haben die vielen Informationen und Möglichkeiten könnte sie verwirren und im Alltag verunsichern. Deshalb ist Digitalisierung in vielen Bereichen vereinfachend und hilfreich, aber der Mensch mit seiner Persönlichkeit bleibt analog und so braucht es als Grundlage die natürliche Biologie und als Erweiterung und Verbesserung die Digitalisierung.

Solche Zeitgenossen gab es schon immer, die haben dann früher auch keine Sachbücher gelesen, sondern nur Erbauungsbücher und keine Zeitungen, sondern nur den Kloster-Almanach.

Man muss ja nicht gleich ein Nerd werden und seine ganze Zeit am Monitor verbringen, wer sich aber dieser Technologie gänzlich verweigert, an dem laufen auf Dauer bestimmte Dinge einfach vorbei. Bestimmte Aufgaben sind ohne eigene, digitale Anbindung heutzutage schlicht unmöglich geworden, wie Arbeits- und Wohnungssuche etwa oder auch, je nachdem wo man lebt, bestimmte Anschaffungen, weil es die Geschäfte in erreichbarer Nähe dafür schlicht nicht mehr gibt.
Smartphone und Computer sind inzwischen einfach ein Standard geworden, wobei es dafür keineswegs das Beste, Neueste, Teuerste braucht. Jedoch ein Standard, wie früher das Telefon, nicht zwingend lebensnotwendig, aber wenn man es nicht hat oder es nicht bedienen will, dann wird man auch nicht eingeladen.

Wie viele Hackerangriffe gibt es inzwischen über das Internet, von Viren ganz zu schweigen, wenn man den Nachrichten glaubt und die Hacker dringen in systemrelevante Server ein, dann ist die digitale Welt sehr labil und das kann sich auf die Realität verheerend auswirken.

Sicher richtig: Die Digitalisierung hat auch neue Formen der Kriminalität hervor gebracht. Es gehört zum Wesen der Kriminalität, sich auf jede Situation schnell einstellen zu können - und das meist schneller als deren Abwehr. Wenn ich aber sehe, mit was für veralteten Systemen viele noch immer arbeiten, dann verhält man sich auch wie einer, der seine Wohnung noch immer mit einem Bartschloss sichert, dass man mit jedem Hakendietrich öffnen kann.
Dabei gelingt es selbst mir mit einer im Grunde in die Jahre gekommenen Uralt-Schüssel von Rechner und einer langsamen und teuren Internetverbindung auf dem jeweils neuesten Stand zu sein.
Das schützt mich vielleicht nicht vor besonders raffinierten Hackern oder der CIA, ich bezweifle aber nicht, dass die weitaus meisten dieser Angriffe über uralte Systemlücken herein kommen, die auf den veralteten Systemen dann noch immer existieren - und auch nicht mehr geändert werden, da der Hersteller dieses Betriebssystem nicht mehr unterstützt.

Technischer Fortschritt um jeden Preis ist für die Menschen keine Lösung. Ich mag das Neue und bin schnell dabei, aber ich mag auch das Ursprüngliche und beschäftige mich mit Antiquitäten.

Jedem sein Hobby ... aber selbst Antiquitäten waren ja auch einmal neu - und vor allem erfordern sie auch die Bedingungen ihrer Zeit.
Es gibt nicht wenige Antiquitäten, die sind derartig wuchtig (=Möbel), dass man sie gar nicht mehr in die Wohnungen unserer Zeit hineinstellen kann, denn wir hätten die Deckenhöhen auch gar nicht mehr dafür. Und dann ist der Raum zugestellt, dunkel und wirkt winzig.

In meinem letzten Betrieb konnte ich einmal Morgens in der Küche gerade nichts machen. Also saß ich im Gastraum und schaute auf die Biedermeier-Anrichte und entschied mich: Na, dann machst du da halt mal die Spiegel von dem Möbel sauber ... dann sah ich, was da sonst noch so an Staub drauf lag, und entscheid mich, auch das zu putzen ... um dann schließlich "beim Putzen mit der Zahnbürste" zu landen, denn dieses blöde Ding hatte derartig viele Schnörkel, in denen sich der Staub absetzen kann, dass es gar nicht anders ging.
Da sieht man dann also: Wer sich ein so hochherrschaftliches Biedermeier-Monstrum hinstellt, der braucht auch die Hausangestellten der Zeit dafür - oder macht das Putzen zu einem seiner zeitraubenden Hobbies.
Im Übrigen: Besonders praktisch in der Lagerung jener Dinge, die darin gelagert wurden, war das Möbel auch nicht ...

Ähnlich lag der Fall mit einem 50er-Jahre-Schreibtisch (oder noch älter), den man mir in einem anderen Betrieb mal andrehen wollte. Der erwies sich für die Aufgaben der Zeit als überhaupt nicht mehr geeignet: Die Arbeitsfläche war zu hoch für eine Computertastatur und auch zu klein. Dafür hatte man unter dem Tisch keine Beinfreiheit mehr, denn in der Mitte lag unter der Arbeitsfläche diese nutzlose Schublade, die kein Mensch braucht, weil sie sowieso unpraktisch zu öffnen ist, wenn man an dem Schreibtisch arbeitet. Schön war dieser dunkle Dickhäuter auch nicht, zumal man auch kaum die ganzen Kabel hätte verschwinden lassen können, die man heutzutage nun einmal hat.
Es handelte sich eben mehr um eine Art Chef-Schreibtisch, dessen Funktion mehr darin bestand, von dortaus Fr. Müller zum Diktat kommen zu lassen, aber so arbeitet ja heute niemand mehr.

Man hat der Moderne oft vorgeworfen, ihre Schlichtheit wirke kalt und seelenlos, ich kann dem aber durchaus etwas Positives abgewinnen. Wenn es nach mir ginge, dann dürften manche Dinge um mich herum sogar gern noch schlichter und funktionell sein.
Ich habe einmal einen Kollegen bei sich Zuhaus besucht, der sammelt Dinge und hat seine Wohnung entsprechend so eingerichtet. Da stehen rundherum lauter Vasen und Figuren auf Glasregalen an den Wänden. Das ist dann sicher geschmackvoll und macht auch Spaß anzusehen ... aber ich möchte so nicht wohnen wollen.
Denn ganz sicher ist er auch ein ganz eifriger Putzteufel und Staublappen-Schwinger, damit das überhaupt so aussieht, wie es aussieht.
 
Alle Nachgedanken zu den gr0ßen Fragen des Daseins sollte man auf kleiner Flamme "köcheln". Das habe ich von Wolfgang Amadeus Mozart und seinem "Köchelverzeichnis" gelernt. :D
 
Mein Gehirn ist leider eine Katastrophe, ich würde es gerne der Wissenschaft zur Verfügung stellen und es gegen ein neues eintauschen. Aber da das nicht geht, werde ich mich damit begnügen, es nun doch einmal mit chemischen Mitteln behandeln zu lassen und damit auf eine Verbesserung hinzuwirken. Ich finde den Gedanken jetzt gar nicht mehr so schlimm, denn mir ist bewusst geworden, dass das Gehirn ja sowieso von sich aus schon ein Chemielabor ist, also kann man ja auch hier und da etwas herumexperimentieren, nur mit Mitteln aus der Apotheke versteht sich und nur in der empfohlenen Dosierung. :reden: :morgen:

Man sollte Medikamente nicht per se ablehnen. Manchmal ist die simpelste Lösung vielleicht die beste. :zauberer2


Bei Gehirnwäschen, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass Persil die besten Ergebnisse bringt. Weil dann auch, die Antwort, auf die Frage, ˋIst Ihr Gehirn neu?ˋ, dann wie gewohnt: ˋNein, mit Persil gewaschenˋ, lauten tut.

Ich wünschte, es gäbe ein Persil fürs Hirn tatsächlich, ich würde es inzwischen wohl anwenden.

Eine weitere große Frage des Daseins: Wieso ist eigentlich die Forschung bei den Antidepressiva so hinterher? In anderen Bereichen gibt es doch viel effizientere Mittel, aber bei dieser Sorte Psychopharmaka ist alles ein Glücksspiel. Deshalb war es bei mir bisher so, dass ich alle paar Jahre mal ein neues Medikament probiert habe und dann davon enttäuscht wurde und es wieder abgesetzt habe. Allerdings lag das auch daran, dass ich bisher immer wieder von dem inneren Einwand eingeholt wurde, dass man als "spiritueller" Mensch keine chemischen Mittel zu sich nehmen sollte. Aber das sehe ich inzwischen anders. Sachen wie Meditation, positives Denken und ähnliches verändern an meinem emotionalen Zustand rein gar nichts. Und auch nichts daran, dass mich das alltägliche Leben ständig ans psychische Limit bringt. Der effizienteste Fokus ist allerdings der, meine Gedankengänge im Alltag zu beobachten, nicht hier, wo ich schreibe, da bin ich ganz klar. Sondern bei dem was man unter normale menschliche Aktivitäten zusammenfasst und insbesondere die Interaktion mit Mitmenschen. Ich weiß nicht, wie etwas so kompliziertes und widersinniges wie mein Denken im Alltag entstehen kann, aber ich weiß, dass ich weder gedanklich noch meditativ dagegen ankomme, deshalb werde ich jetzt erstmals einen langfristigen Medikamentenversuch machen. Aber:

Im Moment ist es so, dass Jugendliche und junge Erwachsene Schlange stehen um ihre psychischen Symptome behandelt zu bekommen

Sieben Wochen muss ich auf den nächstmöglichen Termin warten. Nicht nur Jugendliche und junge Erwachsene stehen Schlange, um ihre psychischen Symptome behandelt zu bekommen, wir haben eine Epidemie der psychischen Krankheiten in Deutschland, anderswo im Westen ist es vermutlich auch nicht viel besser. Wenn alle Praxen und Therapeuten zwischen zwei Monaten und einem Jahr ausgebucht sind, dann rechnet das mal in Prozent der Gesamtbevölkerung um, die mittlerweile einen Seelenklempner brauchen. Oder bildhafter: In einer Menschenmenge auf der Straße kann man sich immer ausmalen, dass jeder vierte oder fünfte wahrscheinlich gerade irgendwo in Behandlung ist wegen psychischen Problemen.

Das alles beweist eben, dass es mit unserer Gesellschaft so nicht weitergehen kann. Ich höre immer wieder, dass wir doch heute das beste System haben, das es jemals gab, aber das stimmt nur wenn man den materiellen Wohlstand als das wichtigste betrachtet. Ja, wenn man diesen Maßstab anlegt, geht es uns heute so gut wie noch nie zuvor. Und ich will das nicht klein reden. Wir haben immer genug Nahrung, ein Dach über dem Kopf und im Winter eine Heizung und das alles ist mittlerweile so selbstverständlich wie die Luft, die wir atmen. Alle, die hier lesen und schreiben wurden in diesen Wohlstand hineingeboren, wir kennen nichts anderes. Deshalb kann man manchmal die Dankbarkeit dafür vergessen. Aber was eben auf der anderen Seite der Medaille wuchert, das ist das Krebsgeschwür der psychischen Krankheiten.

Diese Krankheiten bleiben meist unsichtbar, außerdem lernt man mit der Zeit das Schauspielern, damit niemand was merkt. Aber stellt euch mal vor, alle psychischen Krankheiten würden dazu führen, dass man auf dem linken Bein hinkt. Wenn es so eindeutig sichtbar wäre, wie viele Menschen heute einen Schaden haben, dann würde mit Sicherheit viel mehr über dieses Thema diskutiert werden. Eine hinkende Gesellschaft könnte man nicht hinnehmen. Aber so bleiben die Symptome im Verborgenen und nur die Betroffenen und die Experten müssen sich damit befassen. Da ich seit ca. 20 Jahren mit diesen Dingen kämpfe und sehr viele Menschen kennen gelernt habe, denen es ähnlich geht, habe ich mittlerweile kein Problem mehr, über diese Dinge zu sprechen, sie sind mein täglich Brot, es ist für mich kein Tabu und ich weiß, dass diese Dinge sogar angesprochen werden müssen, wenn da im gesamtgesellschaftlichen Bereich irgendwelche Fortschritte gemacht werden sollen.

Allerdings ist eines gewiss: Ich würde mich nicht so viel mit den titelgebenden großen Fragen des Daseins befassen, wenn ich nicht so depressiv wäre. Man hat ja auch in den alten Zeiten oft von der schwarzen Galle gesprochen, die viele Denker animiert hat, über das Dasein nachzudenken. Man könnte darüber spekulieren, ob beispielsweise ein Schopenhauer mit seinem extremem Pessimismus heutzutage auch eine Depression diagnostiziert bekommen würde. Dazu kommt noch die Überlegung, dass wir uns unser Schicksal vor unserer Inkarnation selbst auswählen, also hat vermutlich auch jede Erkrankung ihren tieferen Sinn. Trotzdem, um zum Eingangsgedanken zurückzukommen, finde ich es schrecklich, dass es keine Antidepressiva gibt, die einfach wie Aspirin wirken: Schlucken und der Schmerz geht weg. Ob es wohl jemals so einfach sein wird? Ich denke, eher nicht. Ich glaube sowieso, dass Medikamente eher ein Puzzlestück von vielen sind, sie sollen am besten dafür sorgen, dass man überhaupt einigermaßen stabil wird, um dann auf anderen Ebenen Fortschritte zu machen. Und damit meine ich auch explizit die spirituelle Ebene. Denn solange man quasi in der Unterwelt unterwegs ist, dieses Gleichnis wird oft von Jordan Peterson gebracht, wenn es um Depressionen geht, kann man ja gar keine echten seelischen Fortschritte machen oder vielmehr: In der Unterwelt ist es immer dunkel, deshalb sieht man die Fortschritte nicht, die man macht. Deshalb muss man erst einmal wieder an die Oberfläche kommen, bevor man weitere Ziele erreichen kann und ich denke das wäre der Sinn eines Medikaments.
 
Allerdings ist eines gewiss: Ich würde mich nicht so viel mit den titelgebenden großen Fragen des Daseins befassen, wenn ich nicht so depressiv wäre.
Vielleicht befassen Sie sich mit allen Fragen - des Alltags - und spezialisieren sich nicht auf die so. titelgebenden Fragen: Vielleicht macht Sie das depressiv - und Sie sinds eigentlich gar nicht von Natur aus.
 
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Ich wünschte, es gäbe ein Persil fürs Hirn tatsächlich, ich würde es inzwischen wohl anwenden.

Eine weitere große Frage des Daseins: Wieso ist eigentlich die Forschung bei den Antidepressiva so hinterher? In anderen Bereichen gibt es doch viel effizientere Mittel, aber bei dieser Sorte Psychopharmaka ist alles ein Glücksspiel. Deshalb war es bei mir bisher so, dass ich alle paar Jahre mal ein neues Medikament probiert habe und dann davon enttäuscht wurde und es wieder abgesetzt habe.

1. Weil niemand wirklich weiß, wie unsere Psyche funktioniert.
2. Weil alle Psychopharmaka entweder von bereits bekannten Drogen abgeleitet sind, Varianten dieser sind, oder aufgrund von Zufallsentdeckungen stammen.
3. Weil man in dem Dilemma steht, dass Psychopharmaka einerseits psychisch wirksam sein müssen, andererseits aber keine Drogen sein sollen. Manche Drogen hätten durchaus das Potential für wirksame Psychopharmaka, sind aber weltweit verboten.
4. Es ist auch durchaus denkbar, dass es einfach nicht möglich ist. Niemand weiß genau, wie der Hirnstoffwechsel im Detail funktioniert. Nur wenige Substanzen können die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Andere werden durch die Einnahme verändert. Vielleicht gibt es die chemischen Substanzen schlicht überhaupt nicht, die die gewünschten Eigenschaften haben.

Sieben Wochen muss ich auf den nächstmöglichen Termin warten. Nicht nur Jugendliche und junge Erwachsene stehen Schlange, um ihre psychischen Symptome behandelt zu bekommen, wir haben eine Epidemie der psychischen Krankheiten in Deutschland, anderswo im Westen ist es vermutlich auch nicht viel besser. Wenn alle Praxen und Therapeuten zwischen zwei Monaten und einem Jahr ausgebucht sind, dann rechnet das mal in Prozent der Gesamtbevölkerung um, die mittlerweile einen Seelenklempner brauchen. Oder bildhafter: In einer Menschenmenge auf der Straße kann man sich immer ausmalen, dass jeder vierte oder fünfte wahrscheinlich gerade irgendwo in Behandlung ist wegen psychischen Problemen.

Die psychischen Erkrankungen nehmen in der industrialisierten Welt zu, das ist nichts Neues. Man kann es aber auch so sehen: Reichenprobleme, denn wer Tag für Tag ums blanke Überleben kämpfen muss, der hat keine Zeit dafür, über sein Seelenleben zu sinnieren und kann es sich auch gar nicht leisten, psychisch krank zu sein. Außerdem werden ggf. psychische Symptome auch gar nicht als solche gewertet, da sagt man dann eher: Ja, der ist halt ein Choleriker, aber der reisst was und trägt so viel Verantwortung. Und Depressionen gab es auch schon immer, nur hat man sie früher nicht so genannt, da war das eben die Melancholie.
Selbst in meiner Familie ist es so. Da gelte ich zwar als Schwarzes Schaf, weil ich unter prekären Lebensbedingungen lebe, und die anderen in viel mehr Wohlstand. Andererseits holen sie dafür ihre ungelösten und auch innerfamiliären Konflikte wieder ein. Dann leiden sie daran, und weil sie ihren Wohlstand nicht dafür verantwortlich machen können, ist das alles nur um so schmerzhafter. Denn sie kommen dann auf den Gedanken: Eigentlich müsste es mir doch prima gehen, tut es aber nicht.

Die Menschen rennen zu sehr dem Materialismus hinterher - schau mal Chris, wir können auch einmal einer Meinung sein, allerdings definiere ich den Begriff anders - und die Jugend vor allem auch irgendwelchen Vorbildern, die keine sind oder sein sollten.
Die Leute arbeiten wie die Blöden, und nehmen dabei viel Unmut in Kauf. Und weil sie das alles im Grunde nicht aushalten, kaufen sie sich dafür Dinge, die sie nicht brauchen. Damit wollen sie sich dann belohnen, und das Glückserlebnis funktioniert dann auch so. Allerdings nur vorübergehend, denn nach spätestens wenigen Wochen ist der gekaufte Gegenstand normal, selbstverständlich, und dann ist man wieder deprimiert, wenn er denn kaputt geht - was unweigerlich passieren wird. Was in der Konsequenz bedeutet, dass man sich andauernd irgendwie zu belohnen hat.
Die Jugend rennt anscheinend Marken und Influencern hinterher. Ohne Nike-Schuhe kann man nicht mehr überleben und die Mädelz werden magersüchtig, weil sie nicht aussehen wie Influencerin "Dumme Tusse 08/15". Solche Flachheiten gab es in meiner Jugend zwar auch schon, aber auch genügend andere Jugendliche, die dergleichen so überhaupt nicht interessierte. Die stattdessen mehr daran interessiert waren, selbst kreativ zu werden anstatt nur zu konsumieren, was andere einem denn vorbeten.

Die Jugendlichen hat die Coronakrise sicher hart getroffen und härter als alle anderen Altersschichten.
Rückblickend sagen viele über ihre eigene Jugend, sie sei eine schöne Zeit gewesen - aber das ist dann oft auch eine geschönte Sicht der Dinge. Wenn ich mir gegenüber ehrlich bin, dann hat es in meiner Jugend auch lange und schwierige Phasen gegeben, in denen ich alles andere als sonderlich glücklich oder auch nur unbeschwert gewesen bin. Ich interessierte mich für andere Dinge, hatte nur wenige Freunde und wurde auch nicht zu den Parties eingeladen, auf die ich nur zu gern gegangen wäre. Zeitweise hat mich das damals ziemlich frustriert, aber ich war eben nicht der oberflächliche Smartie, den deshalb alle mögen.
Irgendwann habe ich die einzig richtige Konsequenz daraus gezogen: Mich einfach nicht darum zu scheren, was andere von mir denken, und stattdessen mich für die Dinge zu interessieren und zu tun, die ich für richtig halte. Und mit der Zeit fand ich andere Außenseiter, die genauso tickten wie ich - und die waren viel interessanter, tiefer und auch vielseitiger, als die konsumorientierten Schafe, die sich auf ihren Parties nur das Maul darüber zerrissen, wer welche Turnschuh trägt und wer welche Hose.
 
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