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Der Tod

Homer

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14. November 2006
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163
Sokrates (Gorgias) : "Ich wenigstens wollte mich wundern wenn Euripides Recht hätte, wo er sagt : Wer weiss ob unser Leben nicht ein Tod nur ist, Gestorben sein dagegen Leben" ?


Notwendiges ereignis für alle Wesen der Tod, denn sobald ein Wesen geboren wird, ist der Tod unausweichlich. Warum eigentlich will der Mensch von jeher schon, nicht überzeugt werden das alles mit den Tod endet ?Welche Gründe hat der Mensch, wenn er auf ein Leben nach dem Tode wartet ?

Den "Schlüssel", damit dieses Rätsel gelöst wird, gibt uns Hesiod. In der "Theogonie" bringt Hesiod den Tod (Thanatos) mit der "Nacht" und dem "Schlaf" in Verbindung. Der Tod - meint Hesiod - ähnelt die Nacht die den "Schlaf" bringt (Schlaf=der "Zwillingsbruder" vom Tod). Die Nacht ist noch die, die dunklen Gedanken des unausweichlichen Schicksals bringt, sie raubt die Seelen und bringt sie in den Tod. Warum bringt Hesiod den Tod mit dem Schlaf in Verbindung ? Was will Hesiod uns damit mitteilen ?

Der "Schlüssel", aus dem diese Idee enstanden ist (Leben nach dem Tode), soll das Phänomen Schlaf gewesen sein. Im Reich des Schlafes verliert der Mensch seine Sinne (wenn er nicht träumt), oder er übergeht in eine andere "Art" Bewusstsein (Traum), bis er wieder zurückkehrt und wieder Wach wird. Diese Unterbrechung der Fortsetzung und der rückgang in der Anfangsphase (Wach sein), hat den Menschen hingeführt - den Schlaf und den Tod (die "Zwillingsbrüder", wie uns Hesiod mitteilt)- diese zwei erreignisse in Verbindung zu setzen ...

... und letzendlich zu glauben: Wenn der Schlaf eine "Art Todsein" ist, so ist auch der Tod eine Art "Schlaf". Beim beiden Fällen setzt sich die Existenz fort, aber in eine andere Form vom Bewusstsein. Die Träume hat der Urmensch nicht als etwas ersehntes oder Unwirkliches gesehen. Das Ereignis mit den Toten zu sprechen und geliebte Personen zu sehen, hat ihn überzeugt, das der Traum etwas Wahres- Wirkliches- ist. "Die Seele verlässt den Körper, und geht in das Reich der Geister, Dämonen und Götter.

Doch warum warten die Menschen auf ein Leben nach dem Tode ? Gibt es Gründe, wenn die Menschen auf ein Leben nach dem Tode warten ? Auch das sollte vielleicht enger in betracht gezogen werden und sorgfältig untersucht werden.

Das absolut gültige Naturgesetz ist der ständige Wandel, der ewige Fluss ... unzählige Planeten, Sterne, Galaxien ... sterben jede Sekunde ab und dadurch werden gleichzeitig neue geboren, "sie nehmen eine neue Gestalt an" (im Sinne, dass sich alles von alleine selbst gebildet hat und wieder von alleine selbst "auflöst"). Berge erheben sich und mit der Zeit lösen sie sich wieder auf, werden zu "Staub", bis sie sich wieder erheben ,"ta panta rhei" also (alles fliesst)!

Diese allgegenwärtige Wahrheit - Wirklichkeit - ist gleichzeitig auch unsichtbar. "Schlechte Zeugen" ... die "Augen und Ohren" des Menschen, wenn die Seele töricht ist. Die Seele ist nicht fähig, diesen Logos wahrzunehmen... die "Barbarenseelen" gewinnen kein Verständnis, "das alles nach diesem Logos geschieht" (Heraklit)...

... sie sind wie "Schlafende". Im Sinne, dass die Menschen die "Wahrheit" nicht sehen wollen.

Quelle dieses Konflikts ist die Angst ! Das "Ego". Das "Ich", dass das Leben nur als Eigentum sehen will, dass aber auf eine gewisse Art und Weise kein Eigentum ist, sondern eine "Gemeinsamkeit". Denn auch das ist ein Ausdruck des "Weltgesetzes".

Durch die Angst machen die Menschen den Schritt ins Übernatürliche, ins Absurde (weil sie diese Wahrheit - Wirklichkeit- nicht sehen wollen, sie wollen "weiter träumen") und erfinden den Gott und die Wunder. Eine ausserkosmische Kraft, die über den Naturgesetzen steht, und Vorschriften fordert, die ausserhalb der Naturgesetze liegen. Blinde sehen wieder, Taube hören, Leprakranke werden geheilt usw.

Es kann so weit gehen, dass die "Schlafende" den Tod nicht akzeptieren. Sie verweigern den Tod und erfinden durch ihre Fantasie "das Leben nach dem Tode", die Auferstehung der Toden, Paradies, Hölle ... und das "auserwählt sein". Im Sinne, dass nur bestimmte Leute das ewige Leben erhalten, weil sie bestimmte Vorschriften und Regeln befolgen und weil sie an den Wahren Gott glauben.

Diese Einstellung, dieses krankhafte Verhalten, kann nichts anderes als die Verweigerung der Naturgesetze und die Respektlosigkeit gegenüber der Natur sein.

Wie wollen denn die Prediger über ein Leben nach dem Tode predigen, wenn sie nichts vom Tot sein wissen können ? Ein "Modell" das absolut aufs Selbstbelügen basiert. Die Prediger meinen: "Der Glaube lindert die Angst vor dem Tode". Ich behaupte: Ein Mensch, der an einen Leben nach dem Tode glaubt, hat mindenstens genau so viel Angst, wie ein Mensch, der nicht an einen Leben nach dem Tode glaubt, wenn nicht, dann sogar mehr ! Denn der Gläubige, muss noch mit seinen Glauben kämpfen. Als Beispiel nenne ich Jesus höchst persönlich.

(Matthäus: 26, 36-42)
"Darauf kam Jesus mit den Jüngern zu einem Grundstück, das man Getsemani nennt, und sagte zu ihnen: Setzt euch und wartet hier, während ich dort bete.
Und er nahm Petrus und die beiden Söhne des Zebedäus mit sich. Da ergriff ihn Angst und Traurigkeit,
und er sagte zu ihnen: Meine Seele ist zu Tode betrübt. Bleibt hier und wacht mit mir!
Und er ging ein Stück weiter, warf sich zu Boden und betete: Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber. Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst.
Und er ging zu den Jüngern zurück und fand sie schlafend. Da sagte er zu Petrus: Konntet ihr nicht einmal eine Stunde mit mir wachen?
Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.
Dann ging er zum zweiten Mal weg und betete: Mein Vater, wenn dieser Kelch an mir nicht vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke, geschehe dein Wille".
 
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Zeilinger

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22. Mai 2004
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16.501
AW: Der Tod

Hallo !

Die sozial reifen Menschen benehmen sich hinieden gut, wenn sie auf ein besseres Leben nach dem Tode hoffen dürfen; die nicht Sozial-Reif-Werden-Wollenden brauchen die Furcht vor einem schlechten Leben, um sich gut zu benehmen.

Die Vorstellung vom Tod ist dabei erträglich im Vergleich zu der eines ewigen Leids.

Liebe Grüße

Zeili
 
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fusselhirn

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AW: Der Tod

Hi Homer,

ich finde deinen Beitrag sehr interessant, aber ... :D

Diese Einstellung, dieses krankhafte Verhalten, kann nichts anderes als die Verweigerung der Naturgesetze und die Respektlosigkeit gegenüber der Natur sein.
Ich würde das ganze nicht so negativ sehen und den Menschen krankhaftes Verhalten, Veweigerung und Respektlosigkeit vorwerfen. Warum so aggressiv?

Wie wollen denn die Prediger über ein Leben nach dem Tode predigen, wenn sie nichts vom Tot sein wissen können ? Ein "Modell" das absolut aufs Selbstbelügen basiert. Die Prediger meinen: "Der Glaube lindert die Angst vor dem Tode". Ich behaupte: Ein Mensch, der an einen Leben nach dem Tode glaubt, hat mindenstens genau so viel Angst, wie ein Mensch, der nicht an einen Leben nach dem Tode glaubt, wenn nicht, dann sogar mehr ! Denn der Gläubige, muss noch mit seinen Glauben kämpfen. Als Beispiel nenne ich Jesus höchst persönlich.

(Matthäus: 26, 36-42)
"Darauf kam Jesus mit den Jüngern zu einem Grundstück, das man Getsemani nennt, und sagte zu ihnen: Setzt euch und wartet hier, während ich dort bete.
Und er nahm Petrus und die beiden Söhne des Zebedäus mit sich. Da ergriff ihn Angst und Traurigkeit,
und er sagte zu ihnen: Meine Seele ist zu Tode betrübt. Bleibt hier und wacht mit mir!
Und er ging ein Stück weiter, warf sich zu Boden und betete: Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber. Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst.
Und er ging zu den Jüngern zurück und fand sie schlafend. Da sagte er zu Petrus: Konntet ihr nicht einmal eine Stunde mit mir wachen?
Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.
Dann ging er zum zweiten Mal weg und betete: Mein Vater, wenn dieser Kelch an mir nicht vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke, geschehe dein Wille".
Ich denke jeder, der sein Leben liebt, hat mehr oder weniger Angst vor dem Tod. Also entwickelt man Strategien um mit dieser Angst umzugehen. Der eine benutze diese Krücke, der andere jene. Wenn eine Krücke funktioniert ist sie genauso gut wie jede andere auch. Die geistigen "Krücken" hängen meisten vom Weltbild und vom Charakter ab.

Nur die ihr Leben nicht lieben haben keine Angst vor dem Tod.

Wie gehst du mit dem Tod um?

lg,
fussel
 

fusselhirn

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Beiträge
1.705
AW: Der Tod

Ist es nicht so dass wir eigentlich vor dem Tod an sich, als Zustand, gar keine Angst haben, sondern nur vor der Art des Sterbens ?
Ich denke, die Angst vor dem Sterben ist bewußter. Das Sterben ist ein Teil des Lebens. Mit dem Sterben verbindet man ja meistens Schmerzen, Hilflosigkeit, Gebrechlichkeit usw. Angst vor Dingen die wir kennen. Die Angst vor dem Tod ist vielleicht eher Angst vor dem Unbekannten und einfach die Angst etwas geliebtes zu verlieren.

Eine Liebe zu einem Objekt impliziert auch die Angst diese Liebe zu verlieren.
Da aber die Liebe ein Kind der Freiheit ist, ist Liebe immer eine "unsichere" Sache. Die Menschen wollen aber Sicherheiten. Daher versuchen sie, meines Erachtens, an Sicherheit zu glauben (positiv "bedingungslose Liebe", "ewiges Leben" etc.) oder (negativ Leben/Tod => GLEICH gültigkeit)

lg,
fussel
 
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fusselhirn

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1.705
AW: Der Tod

(positiv "bedingungslose Liebe", "ewiges Leben" etc.) oder (negativ Leben/Tod => GLEICH gültigkeit)
vergiss den positiv/negativ quatsch. Ich wollte damit ausdrücken, dass man etwas hinzufügt bzw. wegnimmt. Aber man nimmt bei allen Strategien etwas weg.
a) die Bedigung
b) den Tod
c) die Liebe

Der richtige Weg ist meiner Meinung nach Gelassen mit der Angst zu leben.
Furchlosigkeit durch Liebe wäre wahrscheinlich das Optimum, aber seien wir mal ehrlich. Wir sind alle ziemlich unvollkommen, oder?

total fusseliges
fusselhirn
 

Homer

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14. November 2006
Beiträge
163
AW: Der Tod

Zeillinger schrieb:
Die sozial reifen Menschen benehmen sich hinieden gut, wenn sie auf ein besseres Leben nach dem Tode hoffen dürfen;

Sind also die Menschen, die nicht an einen Leben nach dem Tode glauben und troztdem gutes tun, sozial unreif ? Begründe bitte deine Aussage.

Was ist mit den Menschen, die Gutes tun um des guten Willen, ohne persöhnlichen Vorteil zu fordern (ein besseres Leben nach dem Tode. Hat die Kunst schön zu Leben keinen Wert mehr ?), oder z.B mit den Menschen die gute Freunde haben, man wünscht doch den Freund nur Gutes um seinetwillen, ohne einen persöhnlichen Vorteil daraus zu ziehen. Wenn wir aber Erwartungen haben (man liebt den Freund, und deshalb hat man Erwartungen), können wir auch sehr leicht enttäuscht werden, das Problem ist das "Ego". So ähnlich ist es auch mit dem Glauben an einen Leben nach dem Tode. Der Glaube an ein Leben nach dem Tode, kann den Menschen daran hindern, das Wesendliche zu finden (erkennen). Jedenfalls diese Erkenntnis habe ich gewonnen.

@ fusselhirn und Belair57, kann jetzt nicht Antworten, bin gerade in einem cafe. Werde aber heute Abend schreiben.

Belair57 nur ganz kurz:
Epikur :"So ist der Tot, das Schrecklichste der Übel, für uns ein Nichts: so lange wir da sind, ist er nicht da, und wenn er da ist, sind wir nicht mehr. Folglich betrifft er weder die Lebenden noch die Gestorbenen, denn wo jene sind, ist er nicht, und diese sind ja überhaupt nicht mehr da ".
 

Zeilinger

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16.501
AW: Der Tod

Hallo Homer !

Zitat von mir
Die sozial reifen Menschen benehmen sich hinieden gut, wenn sie auf ein besseres Leben nach dem Tode hoffen dürfen;

Zitat von Dir:
Sind also die Menschen, die nicht an einen Leben nach dem Tode glauben und troztdem gutes tun, sozial unreif ? Begründe bitte deine Aussage.
Etwas Gutes und Soziales zu tun fällt ihnen dadurch leichter, wenn sie deswegen auf ein ewiges Heil hoffen dürfen.

Was ist mit den Menschen, die Gutes tun um des guten Willen, ohne persöhnlichen Vorteil zu fordern (ein besseres Leben nach dem Tode. Hat die Kunst schön zu Leben keinen Wert mehr ?), oder z.B mit den Menschen die gute Freunde haben, man wünscht doch den Freund nur Gutes um seinetwillen, ohne einen persöhnlichen Vorteil daraus zu ziehen.
Hier sprichst Du eindeutig von Liebe; sie fordert natürlich keine Gegenleistung; die Liebe ist aber sehr selten, viel seltener als Bedarf an Hilfeleistung gibt.

Der Glaube an ein Leben nach dem Tode, kann den Menschen daran hindern, das Wesendliche zu finden (erkennen).
Finde ich nicht, kann es rationell aber nicht begründen.

Liebe Grüße

Zeili
 

Binchen

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7. Februar 2003
Beiträge
11.552
AW: Der Tod

hallo homer hier schreibst du ja die antwort schon selber hin, wie ich finde:

Das absolut gültige Naturgesetz ist der ständige Wandel, der ewige Fluss ... unzählige Planeten, Sterne, Galaxien ... sterben jede Sekunde ab und dadurch werden gleichzeitig neue geboren, "sie nehmen eine neue Gestalt an" (im Sinne, dass sich alles von alleine selbst gebildet hat und wieder von alleine selbst "auflöst"). Berge erheben sich und mit der Zeit lösen sie sich wieder auf, werden zu "Staub", bis sie sich wieder erheben ,"ta panta rhei" also (alles fliesst)!

auch der mensch "fliesst", wenn er stirbt wandelt er sich nur in eine andere form um aber er verschwindet deshalb nicht.
ich hab mal gehört das kein gedanke je verschwindet sodern wie das licht im all umherschwirrt, warum sollte also unser geist nicht auch im all oder wo auch immer herumschwirren. warum versucht du mit dem tot das verschwinden des menschen zu begründen wo du doch selber schreibst das nichts verschwindet sondern alles fliesst.

wir verändern nur unsere form mit dem tode, aber verschwinden nicht.

lg binchen
 
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thorshammer

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9. August 2008
Beiträge
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AW: Der Tod

alle deine aufgeführten Argumente zu widerlegen, wäre mir zwar möglich, aber macht mir zuviel Arbeit.

Ich stelle dir hier nur mal eine Gegenfrage.

Sollte denn nun alles so sein, wie du so schön beschreibst, dann bleibt die Frage offen, warum plant und schafft und hofft der MENSCH dann überhaupt und führt ein LEBEN als wäre er unsterblich ? Ist es nicht dieses ewige Ja im MENSCHEN das sich weigert an ein NEIN zu glauben?

Es ist nicht nur die Furcht die ihn bewegt, an ein LEBEN NACH DEM TOD ZU GLAUBEN; sondern DIESE INNERE GEWLSSHEIT das dieses allein seinem LEBEN einen höheren Sinn einflößt und der endgültlge Tod eine Absurdität ist.

Und er findet diese innere Gewissheit in den Religionen und der Esoterik bestätigt, was der erste Schritt zum wahren MENSCHSEIN ist.

Nun entsteigt der MENSCH der MATERIE, was selbst ein Vernunftsmensch wie du zugeben muss. Wir Wissenden gehen noch weiter und sagen:

UND ER ENDET IM GOTTMENSCH

thorrshammer




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