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Der Tod

K

kathi

Guest
Ot

Reinhard schrieb:
Schnell wird aus einer offenen Kommunikation ein unterschwelliger Krieg um die geistige Führung... - Der Rote Baron

Da hast Du leider recht. Aber es geht auch anders.
stimmt reinhard,
es geht auch anders.....und jeder einzelne hier kann immer wieder dazu beitragen, dass es ANDERS ist.

so wie es hier auch bereits geschieht. :)

es ist nur schön, wenn das auch wahrgenommen werden kann.
und dafür muss es auch einmal ausgedrückt worden sein.
dafür ist die sprache und die schrift gut. und der mut, beides anzuwenden.

...deshalb schreib ich´s hier her.

liebe grüße an alle hier
kathi
 
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thorshammer

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100
AW: Der Tod

lieber homer

das zitat von Sokrates muß richtig heißen;:

Sokrates: Indes ist das Leben auch, wie du es haben willst, mißlich. Denn es sollte mich nicht wundern, wenn Euripides recht hat, wenn er sagt:



Wer weiß, ob nicht das Leben nur ein Sterben ist,

Das Sterben aber Leben?



Und vielleicht sind wir in Wirklichkeit tot. Das habe ich auch schon von einem weisen Manne gehört, daß wir jetzt tot seien und daß der Leib unser Grab sei; der Teil unserer Seele aber, in welchem sich die Begierden befinden, sei so, daß er sich leicht bereden lasse und von der einen nach der anderen Seite umschlage. Das hat denn auch ein geistreicher Mann, vielleicht ein Sizilier oder Italer, in der Namensableitung in mythischer Bekleidung dargestellt, wenn er ihn wegen seiner leicht zu überredenden Art und Faßbarkeit ein Faß genannt hat und die Uneinsichtigen Uneingeweihte. Der Teil der Seele aber in den Uneingeweihten, dem die Begierden angehören, der so zügellos ist und bodenlos, sei einem durchlöcherten Fasse vergleichbar, indem er von der Unausfüllbarkeit das Bild hernahm. Dieser also beweist gerade das Gegenteil von deiner Meinung, lieber Kallikles, daß nämlich unter den Bewohnern der Unterwelt – dabei meinte er natürlich das Unsichtbare – diese Uneingeweihten am unglücklichsten seien, welche in das durchlöcherte Faß Wasser trügen mit einem ebenfalls durchlöcherten Siebe. Unter dem Siebe verstand er, wie mein Gewährsmann sagte, die Seele. Die Seele der Unverständigen aber verglich er mit einem gleichsam durchlöcherten Siebe, weil sie nichts festfassen kann aus Unfaßlichkeit und Vergeßlichkeit. Das klingt nun allerdings ziemlich sonderbar; doch veranschaulicht es die Ansicht, die ich dir darstelle, zu der ich dich, wenn es möglich wäre, überzutreten überreden wollte, statt des unbefriedigenden und zügellosen Lebens das sittsame und mit dem jedesmal vorhandenen Gute sich begnügende und zufriedene Leben zu wählen. Doch überrede ich dich wohl und trittst du zu der Meinung über, daß die Sittsamen glücklicher seien als die Zügellosen, oder nicht, oder wirst du dich keineswegs bekehren, wenn ich auch noch so viel Mythen vortrage?

Damit bekommt die Aussage einen ganz anderen Sinn.

du begründest deine Aussage also auf einem löchrigen Siebe :)


gruss
thorshammer
 

spatz

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AW: Der Tod

ich hab absolut kein bedürfnis auf ewiges leben. im gegenteil - die vorstellung ist schrecklich.
ich hab auch absolut kein bedürfnis auf ein leben nach dem tod - weil ich mir nicht vorstellen kann, wie sich leben anders als aktuell anfühlen könnt... ewiger frieden geht ja nur, wenn alle gleich denken... und dies wiederum heisst kein aber, kein trotzdem, kein nein... wo bleibt da bewegung, wo bleibt da energie? lernen?

wenn ich in mich hineinhorche, dann spür ich, dass ich keine angst habe vor dem tod. aber - vor dem akt des sterbens - diesem augenblick, in dem man ganz alleine ist, in dem ich spüre, ich verschwinde und dies nicht teilen kann, vor diesem moment hab ich respekt.
ich glaube, sterben ist der einzige moment, in dem jeder mensch alleine ist. er geht diesen schritt ohne begleitung. (oder?)
 

redbaron

New Member
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16. Januar 2009
Beiträge
5.643
AW: Der Tod

ich hab absolut kein bedürfnis auf ewiges leben. im gegenteil - die vorstellung ist schrecklich.
ich hab auch absolut kein bedürfnis auf ein leben nach dem tod - weil ich mir nicht vorstellen kann, wie sich leben anders als aktuell anfühlen könnt... ewiger frieden geht ja nur, wenn alle gleich denken... und dies wiederum heisst kein aber, kein trotzdem, kein nein... wo bleibt da bewegung, wo bleibt da energie? lernen?

wenn ich in mich hineinhorche, dann spür ich, dass ich keine angst habe vor dem tod. aber - vor dem akt des sterbens - diesem augenblick, in dem man ganz alleine ist, in dem ich spüre, ich verschwinde und dies nicht teilen kann, vor diesem moment hab ich respekt.
ich glaube, sterben ist der einzige moment, in dem jeder mensch alleine ist. er geht diesen schritt ohne begleitung. (oder?)


ich war mal in einer Nahtodsituation und hatte eine Entscheidung dahingehend zu treffen. Ich hatte mich in diesem Fall fürs Alleinsein entschieden. Die Alternative hätte nur zusätzliches Leid erzeugt. Mir war es gelungen, völlig loszulassen. Dann befindet man sich nur noch in der Gegenwart und empfindet keine Angst mehr.

Die andere Seite (als Begleiter) kenne ich nur wenig. Aber schon ein wenig solche Erfahrung kann einem den Eindruck davon vermitteln, wie alleine ein Sterbender auch dann ist, wenn er Begleitung hat... ich glaube, diese offensichtliche Hilflosigkeit als Danebensitzender ist weitaus schlimmer...

Diese beiden Seiten der Todeserfahrung können wie sonst kein Ereignis einen tiefen Riss in einem hinterlassen. Hinterher ist man nicht mehr derselbe...

Der Rote Baron
 
K

kathi

Guest
wenn ich in mich hineinhorche, dann spür ich, dass ich keine angst habe vor dem tod. aber - vor dem akt des sterbens - diesem augenblick, in dem man ganz alleine ist, in dem ich spüre, ich verschwinde und dies nicht teilen kann, vor diesem moment hab ich respekt.
ich glaube, sterben ist der einzige moment, in dem jeder mensch alleine ist. er geht diesen schritt ohne begleitung. (oder?)

seh ich auch so, liebe spatz.
sterben ist ein moment, wo mensch vollkommen auf sich selbst gestellt ist, keiner kann ihm helfen dabei, keiner kann´s ihm abnehmen.
genau so wie bei der GEBURT. das ist der zweite moment, wo es so ist, glaube ich.

und ich seh es so: jedes mal ein übertritt zwischen dieser welt und der anderen seite...wo auch immer diese sein mag.

vor diesem übertritt hab ich auch angst.
obwohl ich ihn schon des öfteren beobachten konnte....und er erschien mir jedes mal sehr plötzlich zu sein: von einer sekunde auf die andere.
der sterbeprozess hatte allerdings länger gedauert - aber der übertritt war binnen eines sekundenbruchteiles ......symbolisch (und auch in echt) ausgedrückt: als "das auge brach".

das zur anderen seite der von redbaron aufgezeigten todeserfahrung.
ja, der dabei-seiende spürt ganz deutlich: da kann er/sie nichts tun....das entzieht sich vollkommen dem "irdischen einflussbereich".

liebe grüße
kathi
 

spatz

New Member
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18. Dezember 2008
Beiträge
93
AW: Der Tod

ich war mal in einer Nahtodsituation und hatte eine Entscheidung dahingehend zu treffen. Ich hatte mich in diesem Fall fürs Alleinsein entschieden. Die Alternative hätte nur zusätzliches Leid erzeugt. Mir war es gelungen, völlig loszulassen. Dann befindet man sich nur noch in der Gegenwart und empfindet keine Angst mehr.
...
Diese beiden Seiten der Todeserfahrung können wie sonst kein Ereignis einen tiefen Riss in einem hinterlassen. Hinterher ist man nicht mehr derselbe...
Der Rote Baron

du machst mich nachdenklich, roter baron... deutlich wird spürbar, wie tief beeindruckend diese nahtoderfahrung ist! und du machst mich glücklich, roter baron, weil ich auch spüre, wie kraftvoll und positiv du nun über deine begegnung schreiben kannst. du hattest keine angst mehr - vielleicht ist dies ein charakterzug des todes, die absolute angstfreiheit? nichts mehr halten zu können bedeutet ja auch, keine angst mehr zu haben, etwas verlieren zu müssen?...
roter baron, was hat sich in dir verändert? magst du erzählen? ich denke, deine gedanken, deine erfahrungen sind soviel näher als alle theorien...
 

Binchen

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7. Februar 2003
Beiträge
11.552
AW: Der Tod

Zitat von Binchen Beitrag anzeigen

wir verändern nur unsere form mit dem tode, aber verschwinden nicht.

lg binchen
Was meinst du damit?

hallo joan

nun jeder mensch besteht aus energie, fleisch und haut.
wir verwesen und werden wieder zu staub/erde und unsere energie tja weis nicht wohin diese geht.
aber wir können uns nicht in nichts auflösen.
das war damit gemeint, das wir unsere form verändern.

ja und dann kommt noch die frage nach der seele des menschen.
wenn wir eine haben wohin geht diese?

lg binchen
 

redbaron

New Member
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5.643
AW: Der Tod

du machst mich nachdenklich, roter baron... deutlich wird spürbar, wie tief beeindruckend diese nahtoderfahrung ist! und du machst mich glücklich, roter baron, weil ich auch spüre, wie kraftvoll und positiv du nun über deine begegnung schreiben kannst. du hattest keine angst mehr - vielleicht ist dies ein charakterzug des todes, die absolute angstfreiheit? nichts mehr halten zu können bedeutet ja auch, keine angst mehr zu haben, etwas verlieren zu müssen?...
roter baron, was hat sich in dir verändert? magst du erzählen? ich denke, deine gedanken, deine erfahrungen sind soviel näher als alle theorien...


Hallo Spatz,

vielleicht hast du da ja was durcheinandergebracht, weil... so ein Nahtoderlebnis etc. ist ja nun nix Schönes und daher "Kraftvolles". Eventuell liegt dir sowas nicht, kann man verstehen. Klar hab' ich viel mehr Erfahrung damit als so manch anderer und die wichtigste Konsequenz daraus ist eine massive Trennung zwischen den reinen Heiter-Lustig-Hoppsassa-Leuten, die eine doppelplusgute Positivideologie verfolgen und jenen echten Menschen, die aus Erfahrung wissen, daß es jeden immer wieder schlimm und zuletzt ganz schlimm erwischen wird. Wenn dir das aber Angst macht, Spatz, dann versuch doch mal so esoterische Praktiken, die einem Zauberkräfte und sowas verleihen. Ich meine: ist zwar alles Humbug, hält aber einen Teil unserer Wirtschaft am Laufen und immerhin: keiner wird dich dann jemals argumentativ überzeugen können, daß auch du sterben wirst. Und das ist doch schon was...


Liebe Grüße vom Roten Baron
 
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sibel

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16. Februar 2005
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AW: Der Tod

Hallo Spatz,

vielleicht hast du da ja was durcheinandergebracht, weil... so ein Nahtoderlebnis etc. ist ja nun nix Schönes und daher "Kraftvolles". Eventuell liegt dir sowas nicht, kann man verstehen. Klar hab' ich viel mehr Erfahrung damit als so manch anderer und die wichtigste Konsequenz daraus ist eine massive Trennung zwischen den reinen Heiter-Lustig-Hoppsassa-Leuten, die eine doppelplusgute Positivideologie verfolgen und jenen echten Menschen, die aus Erfahrung wissen, daß es jeden immer wieder schlimm und zuletzt ganz schlimm erwischen wird. Wenn dir das aber Angst macht, Spatz, dann versuch doch mal so esoterische Praktiken, die einem Zauberkräfte und sowas verleihen. Ich meine: ist zwar alles Humbug, hält aber einen Teil unserer Wirtschaft am Laufen und immerhin: keiner wird dich dann jemals argumentativ überzeugen können, daß auch du sterben wirst. Und das ist doch schon was...
Was für eine zynische Antwort...
 
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