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Religoinsfeindlichkeit in diesem Forum

LaChatte

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20. Juli 2008
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288
AW: Religoinsfeindlichkeit in diesem Forum

Hallo Anonym

Ähnlich kann man aber auch bei Fanatismen religiösen Inhaltes argumentieren. Wenn ein gewisser Busch von jenseits des Atlantik den Krieg gegen muslimische Länder ausruft, so sind da handfeste politische und wirtschaftliche Interessen dahinter, und wer als Soldat in der Armee ist, ist auch bereit, sich töten zu lassen, nur nicht ganz so direkt wie jene, die sich eine Bombe umschnallen. Wobei die japanischen Kamikaze-Selbstmordattentäter auch nicht religiös motiviert waren, sondern nationalistisch, wohl auch noch vom Samurai-Gedankengut beeinflusst.

Was die Kommunisten betrifft - die wollten durchaus alle Länder der Welt zum Kommunismus bekehren. Die kommunistisch-kapitalistische Kampfrhetorik trägt auch entsprechend ähnliche Züge wie religiöse Rhetoriken ähnlicher Art.

Übrigens, grausliches, seltsames Detail, heute gelesen: die kommunistische Partei will Stalin von der orthodoxen Kirche heiligsprechen lassen... *grusel* das wär ja so, als ob Angela Merkel beim Papst vorspricht und ihn darum bitten würde, Hitler heilig zu sprechen.

Dass "Atheismus nie ein Grund für Gewalt ist", lässt sich definitiv nicht bestätigen. Nur hatten die Atheisten, historisch gesehen, bisher noch nicht so viel Zeit wie die Religiösen - atheistische Regierungen gibts erst seit kurzem. Doch in dieser kurzen Zeit haben sie sich mächtig angestrengt, genauso blutig und grausam zu sein wie ihre religiösen Kollegen.

grüsse, barbara
 
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anonym1991

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10. Juli 2008
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23
AW: Religoinsfeindlichkeit in diesem Forum

Hallo Barbara!
Ich versuche dir nochmals darzustellen, was ich meine:
Es gibt gute und böse Theisten, es gibt gute und böse Atheisten.
Es gibt Theisten, die töten und als Motiv ihre Meinung über Gott benützen.
Es gibt jedoch keine Atheisten, die töten und als Motiv ihre Meinung über Gott benützen, was ja auch überhaupt keinen Sinn hätte.
Natürlich gibt es nicht nur religiösen, sondern auch politischen, nationalistischen,... Fanatismus, aber atheistischen Fanatismus?
Ich habe jedenfalls noch nie gehört, dass ein atheist jemanden getötet hätte(oder was noch fanatistischer wäre, sich selbst dabei in die Luft gejagt hätte),
nur weil dieser nicht seiner Meinung in der Frage nach der Existenz Gottes gewesen wäre.(was Moslems und Christen ja über Jahrhunderte praktiziert haben und immer noch tun)
Es hätte ja keinen Sinn, einen heiligen Krieg für einen Gott zu führen, an den man nicht glaubt.
Wenn du mir ein Gegenbeispiel präsentierst, nehme ich natürlich alles zurück.
Aber du hast recht, wenn du sagst, dass religiöse Fanatisten mit politischen Ähnlichkeiten haben, denn hinter beiden Richtungen steckt Eigennutz.
Der politische Fanatist will seine Gegner vernichten, der religiöse glaubt z.B., dass er im nächsten Leben einen Harem von 72 Jungfrauen haben wird.
Und dass man mit Stalin einen atheistischen Mörder heilig sprechen will, finde ich auch schrecklich, es enthält aber zweifelsohne eine gewisse Ironie^^, trotz der Dummheit, die dahintersteckt
l.g.
 

LaChatte

New Member
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20. Juli 2008
Beiträge
288
AW: Religoinsfeindlichkeit in diesem Forum

Hallo anonym

Natürlich gibt es nicht nur religiösen, sondern auch politischen, nationalistischen,... Fanatismus, aber atheistischen Fanatismus?

geh mal auf ein Forum atheistischer Einrichtung - zu der GWUP, zu den Brights - und stelle probehalber mal ein paar Sätze in den Raum, so wie "Gott hat Himmel und Erde geschaffen" oder "es ist wichtig, jeden Tag zu beten", oder auch "Homöopathie funktioniert". Und dann halt dich gut fest. Am Anfang wird eine solch verirrte Seele noch ganz nett ermahnt, doch einzusehen, dass sie unrecht hat - wenn du dich aber darauf versteifen solltest, mit guten und logischen Argumenten oder gar *oh schreck* wissenschaftlichen, soliden Daten anzukommen, so wirds mit grosser Sicherheit bald zur Hexenjagd ausarten, in bester inquisitorischer Tradition.

Ich habe jedenfalls noch nie gehört, dass ein atheist jemanden getötet hätte(oder was noch fanatistischer wäre, sich selbst dabei in die Luft gejagt hätte),

in der ehemaligen Sowjetunion wars auf alle Fälle lebensgefährlich, offen religiös zu sein. Religion ist das Opium des Volkes, und das Volk wurde auf einen staatlich verordneten Drogenentzug geschickt, und der wurde mit allen Mitteln durchgesetzt. Es scheint, dass die Kreativität russischer Geheimpolizisten und des KGB in Bezug auf Foltermethoden und Gehirnwäsche jeden Inquisitor vor Neid hätten erblassen lassen...

Es hätte ja keinen Sinn, einen heiligen Krieg für einen Gott zu führen, an den man nicht glaubt.

Da gibts ja diesen gewissen Herrn Dawkins, mit seinem Buch mit dem bezeichnenden Titel "Gotteswahn", der scheint überhaupt kein Problem damit zu haben, für seinen nicht existierenden Gott genauso fanatisch zu missionieren wie jede x-beliebige Sekte für ihr Gedankengut missioniert. Und wir können wohl froh sein, dass Dawkins nur gerade Autor ist, und nicht Diktator eines Staates.

Dass Atheisten historisch gesehen noch relativ gut dastehen, dürfte vor allem daran liegen, dass sie bisher noch nie viel politische Macht hatten - mit Ausnahme eben der Sowjetunion und des kommunistischen Chinas.

grüsse, barbara
 

fusselhirn

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16. Februar 2005
Beiträge
1.705
AW: Religoinsfeindlichkeit in diesem Forum

hi Kartikeya,

Kartikeya schrieb:
Das soll keine Provokation sein ..bitte verstehe mich nicht falsch..Ich versuche hier nur einige Widersprüche zu beleuchten,und es währe schön wenn du mir deine Meinung dazu geben könntest.

freundlichen Gruß

Kartikeya
Hi Kartikeya,

hmm, ich denke, Gott hat immer etwas mit der eigenen Persönlichkeit(Charakter, Ideale, Werte) zu tun. Deshalb ist man sehr schnell versucht Gott menschliche (selbst erlebte) Attribute zuzuschreiben. Daher hat Gott alle Attribute, die auch wir haben. Ich persönlich Glaube nicht an einen personifizierten Gott, aber der Gott Abrahams war nun mal eine starke Persönlichkeit.;)
Man kann sich also aufgrund der Texte über Gott ein ungenaues Bild von dem Autor machen, aber nicht über Gott.

Manche Widersprüche ergeben sich aus der Tatsache heraus, dass einfach die Autoren ein unterschiedliches Gottesbild hatten.
Andere Widersprüche ergeben sich evtl. aus einer falschen Übersetzung.
Es gibt Widersprüche die ergeben sich aus unserer heutigen Unwissenheit alte kulturelle Evidenzen nachzuvollziehen.
Manche Widersprüche ergeben sich aus einer falschen persönlichen Interpretation heraus.
Manche Widersprüche sind echte Widersprüche und wirklich so gemeint. Nur weil sich etwas widerspricht, heisst es nicht das eins von beiden falsch sein muss.

In deinem Angeführten Beispiel:
Wissen sie den nicht, das für den, der Gott und seinem Gesandten(Muhammad)
zuwiederhandelt, das Feuer der Hölle bestimmt ist? Darin wird er auf Ewig bleiben; Das ist die große Demütigung."

( Quran 9:63)
sehe ich nur einen Widerspruch, wenn ich mein Gottesbild dort einsetze.

Nach meiner Vorstellung des islamistischen Gottes sehe ich keinen Widerspruch. Schau dir die arabischen Völker an: sehr gastfreundlich & hilfsbereit und zugleich auch kriegerisch und gnadenlos.

lg,
fussel

P.S. Kartikeya => Gott oder Musikgruppe?
 
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Kartikeya

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17. Juli 2008
Beiträge
247
AW: Religoinsfeindlichkeit in diesem Forum

hi Kartikeya,

hallo!

einen schönen gruß
Von fussel::
_____- Daher hat Gott alle Attribute, die auch wir haben. Ich persönlich Glaube
nicht an einen personifizierten Gott, aber der Gott Abrahams war nun mal eine starke Persönlichkeit.

Antwort:Kartikeya:
Wenn Du glaubst das Gott alle Attribute,besitzt die auch wir haben, dann muß er auch eine Persönlichkeit besitzen, denn hätte er keine Persönlichkeit dann würde ihm etwas fehlen und man könnte dann nicht mehr von Vollkommenheit sprechen.
____________________________________________________________________________________
Fussel::

Man kann sich also aufgrund der Texte über Gott ein ungenaues Bild von dem Autor machen, aber nicht über Gott.
______________________________________________________
Antwort: Kartikeya

Mann kann sich kein ungenaues Bild über Gott machen?? Hmm ...
________________________________________________________
Fussel:----- Nur weil sich etwas widerspricht, heisst es nicht das eins von beiden falsch sein muss.
_________________________________________________________________________

Antwort: Kartikeya Was heißt es denn sonst?

_____________________________________________________________________

Fussel;;

Nach meiner Vorstellung des islamistischen Gottes sehe ich keinen Widerspruch. Schau dir die arabischen Völker an: sehr gastfreundlich & hilfsbereit
und zugleich auch kriegerisch und gnadenlos.
______________________________________________________
Antwort: Kartikeya, Na wenn das kein wiederspruch ist, dann weiß ich nicht was deiner Meinung nach ein Wiederspruch ist?.




Gruß
Kartikeya
 
Zuletzt bearbeitet:

fusselhirn

Well-Known Member
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16. Februar 2005
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AW: Religoinsfeindlichkeit in diesem Forum

Hi Kartikeya,
Kartikeya schrieb:
Wenn Du glaubst das Gott alle Attribute,besitzt die auch wir haben, dann muß er auch eine Persönlichkeit besitzen, denn hätte er keine Persönlichkeit dann würde ihm etwas fehlen und man könnte dann nicht mehr von Vollkommenheit sprechen.
Vollkommenheit kann auch heissen, dass er keine Attribute besitzt.;) Der Gläubige fügt Gott Attribute zu, weil er nicht anders kann. Mein Gott hat auch viele Eigenschaften. Es sind Eigenschaften, die ich ihm gebe aufgrund meiner Beziehung zu ihm und nicht Eigenschaften die Gott objektiv hat.

Kartikeya schrieb:
Mann kann sich kein ungenaues Bild über Gott machen?? Hmm ...
Wahr missverständlich. Sorry. Man kann sich kein Bild über Gott machen, nur über den Gläubigen.

Fussel:----- Nur weil sich etwas widerspricht, heisst es nicht das eins von beiden falsch sein muss.
__________________________________________________ _______________________

Antwort: Kartikeya Was heißt es denn sonst?
hmmm

Wirklich wahre Worte sind paradox (Spruch 78) von Laotse im Buch Tao-te-king

Es ging mir um die paradoxe Logik Erich Fromms.

=>
Im Gegensatz zur aristotelischen Logik steht das, was man als paradoxe Logik bezeichnen könnte. Dabei wird angenommen, daß A und Nicht-A sich als Prädikat von X nicht ausschließen.

lg,
fussel
 

anonym1991

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AW: Religoinsfeindlichkeit in diesem Forum

in der ehemaligen Sowjetunion wars auf alle Fälle lebensgefährlich, offen religiös zu sein. Religion ist das Opium des Volkes, und das Volk wurde auf einen staatlich verordneten Drogenentzug geschickt, und der wurde mit allen Mitteln durchgesetzt. Es scheint, dass die Kreativität russischer Geheimpolizisten und des KGB in Bezug auf Foltermethoden und Gehirnwäsche jeden Inquisitor vor Neid hätten erblassen lassen...



Da gibts ja diesen gewissen Herrn Dawkins, mit seinem Buch mit dem bezeichnenden Titel "Gotteswahn", der scheint überhaupt kein Problem damit zu haben, für seinen nicht existierenden Gott genauso fanatisch zu missionieren wie jede x-beliebige Sekte für ihr Gedankengut missioniert. Und wir können wohl froh sein, dass Dawkins nur gerade Autor ist, und nicht Diktator eines Staates.


grüsse, barbara

Natürlich war es in der Sowjetunion gefährlich, religiös zu sein, aber dahinter stecken wieder politische Gründe. Jemand, der an Gott glaubt, ist für ein diktatorisches System viel gefährlicher als ein Atheist, weil er aus seinem Glauben heraus viel mehr mentale Kraft für Widerstand hat, stark religiöse Menschen gehen manchmal sogar so weit, dass sie den Freitod wählen, anstatt sich unterzuordnen(siehe Jägerstätter).

Dass Dawkins nicht fähig ist, andere Meinungen zu tolerieren, stimmt.
So gesehen könnte man ihn als Fanatiker bezeichnen.
Aber er würde sich sicher nicht in die Luft jagen, um ein paar Gläubige zu töten. Also ist er nicht so fanatisch wie manche religiöse Fanatiker.
Immerhin setzt er sich mit Religionsvertretern in Talkshows an einen Tisch, um mit ihnen zu diskutieren. Dabei macht er auf mich von der Körpersprache her keinen extrem aggressiven Eindruck, und auch sein Ton ist sehr ruhig und sachlich. Er macht es sich ein bisschen zu einfach, aber seine Argumente sind logisch nachvollziehbar und teilweise sehr witzig und originell.
Ich glaube, dass er einfach Spaß daran hat, die aus seiner Sicht dummen Argumente der Theisten auseinanderzunehmen.
Als Regierungschef würde ich ihn mir trotzdem nicht wünschen.

l.g.
 

LaChatte

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AW: Religoinsfeindlichkeit in diesem Forum

Hallo Anonym

Natürlich war es in der Sowjetunion gefährlich, religiös zu sein, aber dahinter stecken wieder politische Gründe.

Genauso wie heute bei muslimischen Selbstmordattentätern auch immer politische Gründe reinspielen - das bestreitest du ja wohl nicht?

Aber er würde sich sicher nicht in die Luft jagen, um ein paar Gläubige zu töten. Also ist er nicht so fanatisch wie manche religiöse Fanatiker.

Er hat auch in Bezug auf die politische Gründe keinen Anlass zu Selbstmordattentaten - im Gegensatz zu den Selbstmordattentätern.

Ich glaube, dass er einfach Spaß daran hat, die aus seiner Sicht dummen Argumente der Theisten auseinanderzunehmen.

Worin er wiederum selbst dumm ist, denn er hat offenbar noch nicht gemerkt, dass es deutlich reifere, intellektuell befriedigendere Formen von Religion gibt als jenen naiven Glauben, den er (zugegebenermassen oft zu Recht) anprangert. Er könnte mal Teilhard de Chardin lesen, zum Beispiel. Aber Dawkins pauschalisiert da allzu sehr. Was einem Wissenschaftler, dessen Handwerkszeug die Logik und die Fähigkeit zu feinen Differenzierungen ist, nicht besonders gut ansteht.

grüsse, barbara
 

Kartikeya

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AW: Religoinsfeindlichkeit in diesem Forum

Hi Kartikeya,
Vollkommenheit kann auch heissen, dass er keine Attribute besitzt.;) Der Gläubige fügt Gott Attribute zu, weil er nicht anders kann. Mein Gott hat auch viele Eigenschaften. Es sind Eigenschaften, die ich ihm gebe aufgrund meiner Beziehung zu ihm und nicht Eigenschaften die Gott objektiv hat.

Wahr missverständlich. Sorry. Man kann sich kein Bild über Gott machen, nur über den Gläubigen.

hmmm

Wirklich wahre Worte sind paradox (Spruch 78) von Laotse im Buch Tao-te-king

Es ging mir um die paradoxe Logik Erich Fromms.

=>
Im Gegensatz zur aristotelischen Logik steht das, was man als paradoxe Logik bezeichnen könnte. Dabei wird angenommen, daß A und Nicht-A sich als Prädikat von X nicht ausschließen.

lg,
fussel





Hallo!

Wenn das vollkommene keine Atribute hätte , dann währe es auch nicht vollkommen, weil ihm wieder etwas fehlen würde nämlich die Atribute.
Das vollkommene muß alles beinhalten, sowohl innerhalb unseres erfahrugsbereichs..als auch alles was außerhalb unserer Erfahrungen liegt..Er muß gleichzeitig eine Person und auch keine Person sein..ansonsten kann man nicht von vollkommenheit reden.

Das würde dann auch eher zu laotse passen.


Gruß
Kartikeya
 
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fusselhirn

Well-Known Member
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AW: Religoinsfeindlichkeit in diesem Forum

Hi !

Wenn das vollkommene keine Atribute hätte , dann währe es auch nicht vollkommen, weil ihm wieder etwas fehlen würde nämlich die Atribute.
Eigentlich ist es egal, ob du sagst das Vollkommene hätte keine Attribute oder es hätte alle Attribute. Wenn du sagst es hätte alle Attribute, würden die Attribute wie z. B. Liebe (A) und Lieblosigkeit (nicht A) sich gegenseitig aufheben und somit könnten wir keine Aussage über irgendein Attribute machen.

lg,
fussel
 
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