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Religoinsfeindlichkeit in diesem Forum

Sunnyboy

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Registriert
10. März 2005
Beiträge
542
Mit großer Betrübnis habe ich festgestellt, dass hier, in diesem Forum eine gewisse Religionsfeindlichkeit herrscht, besonders heraus sticht hier der thread "Die islamistische Gefahr", der, abgesehen, dass er von Aussagen, die zeigen, dass viele derer, die in diesem Thread keine Ahnung haben, worüber sie reden (so wird beispielsweise von einigen der Begriff des "Islamismus" mit dem "Islam" gleichgesetzt und der Eindruck vermittelt, dass der Islam eine Religion ist, die die Gewalt befürwortet, dies stimmt aber nicht.)

Doch einige freuen sich auch darüber, wenn sie dem Christentum eins auf den Deckel geben können, weil sie ja soooo aufgeklärt sind.
Ich möchte hier nur darauf verweisen, dass einige Aufklärer und andere große Philosophen gläubige Christen waren (Berkley war sogar Bischof), und die Philosophie der (muslimischen) Araber war weit entwickelt, und das, obwohl der Islam ja angeblich so Intolerant und grausam gegenüber Ungläubigen ist.

Ja, es gibt religiöse Fundamentalisten, im Islam ebenso wie im Christentum, im Judentum und im Hinduismus. Und ja, viele greifen zur Gewalt. Doch meistens stehen wirtschaftliche oder politische Ziele im Vordergrund, die nichts, aber auch gar nichts, mit religiösen Fragen zu tun haben ( das beste Beispiel ist die IRA in Nordirland) Die Religion dient hier nur zur Rechtfertigung für Gewalt, nichts anderes ist es auch mit den palästinensischen Terrororganisationen.

Doch atheistische Fundamentalisten sind genauso schlimm.
Menschen, die sich überheblich über die Gläubigen von Religionen sellen und sich zu behaupten erdreisten, Religion sei nur aus Unwissenheit entstanden, und sie hätten herausgefunden , dass es keinen Gott gibt und die Menschen auch keinen bräuchten, die verhalten sich keinen Deut besser, als die, die behaupten, ihr Gott sei der einzig wahre. Bei solchen Aussagen interessiert mich: Wie, oh ihr Weisen, habt ihr das herausgefunden? Seid ihr etwa Erleuchtete?

Kein Mensch weiß, ob Gott existiert. Kein Mensch weiß, ob er nicht existiert.
Es gibt keinen Beweis, weder für das eine, noch für das andere.

Eines aber ist bewiesen: genauso, wie Religion Schuld an großen Unglücken der Menschheit hat, so hat sie auch viel Gutes bewirkt:
Menschen, wie Frère Roger, Mutter Theresia, der Dalai Lama, Dietrich Bonhoeffer, und viele Gläubige verschiedener Religionen beweisen, das starker Glaube auch sehr viel Gutes bewirken kann.
Wie viele humanitäre Hilfaktionen werden von der Kirche organisiert?
Was ist mit dem Zakkat, der von der Religion vorgeschriebene Armenspende, die die Moslems verrichten?
Oder was ist mit Gandhi, der Indien friedlich befreite? Er hat sich gleich von drei verschiedenen Glaubensschriften inspirieren lassen: den heiligen Schriften der Hindus, dem Koran und der Bibel.

Wir alle kennen die Wahrheit nicht, die Gläubigen, ebensowenig wie die Atheisten.
Darum gibt es nur eine, die Religionen als solche zu akzeptieren, und Intoleranz, die andern Menschen versucht ihren Glauben oder ihr Wissen madig zu machen, abzulehnen und zu verurteilen.

Nur wer die Augen öffnet, kann auch die Wahrheit sehen.

Mfg, Sunnyboy
 
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Claus

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Registriert
5. August 2005
Beiträge
3.673
He, sunnyboy,
ich als Urheber des threads
„islamistische gefahr“
fühle mich angesprochen.

und ich kann dir versichern, daß ich nicht religionsfeindlich bin. Wenn mir der christliche gott erscheinen sollte, werde ich mich zum Christentum bekennen, wenn Allah, dann zum Islam.

bis dahin bekämpfe ich jede Art von religiös verbrämtem Terror, und der geht ja nun mal unbestritten heute hauptsächlich von den Islamisten aus.

Sicher gab es und gibt es Terroristen, die sich nicht auf einen Gott oder eine heilige Schrift berufen sondern auf nationalistische Symbole und Ziele.

Wenn jemand die IRA oder die ETA verurteilt, ist er doch auch nicht gegen die Iren oder gegen die Basken, sondern nur gegen diejenigen, die in deren Namen Terroranschläge verüben.

Also, lieber Sunnyboy, ich bin nicht religionsfeindlich. Wer mit seiner religion glücklich ist, soll sie pflegen, aber sobald er mit Gewalt missionieren will, muß man ihn rechtzeitig stoppen.

meint Claus
 

Sunnyboy

New Member
Registriert
10. März 2005
Beiträge
542
Hi Claus,

ich kann mir denken, dass du nicht religionsfeindlich bist, vielleicht war der Begriff etwas zu radikal formuliert. Aber viele der im Thread getroffen Aussagen, übrigens nicht nur von dir, vermitteln das Gefühl, dass der Islam eine menschenfeindliche Religion ist, doch das ist der Islam an sich ebensowenig, wie das Christentum oder jede andere Religion.
das Problem aber ist nicht der Islam an sich, sondern die bereits erwähnten Fundamentalisten, die jede Religion, die Nächstenliebe predigt zu einer Begründung zur Gewalt machen. (So geschehen mit dem Christentum)

Es gibt im Koran eine Stelle, die sich zu anderen Religionen äußert:
Koran, 2.Sure:
Die Gläubigen, seien es Juden, Christen oder Sabäer wenn sie nur glauben an Gott, an den Jüngsten Tag und das Rechte tun, so wird einst ihnen Lohn von ihrem Herrn, und weder Furcht noch Traurigkeit wird kommen über sie.

Zunächst könnte man denken, dass diese Textstelle sogar intolerant ist, da sie nur die Anhänger der abrahamistischen Weltreligionen erwähnt.
Aber vielleicht sollte man sich fragen, wer sind die Gläubigen?
Ich bin kein Islamexperte, sondern nur ein Schüler der sich für Philosophie und Religionen interessiert. Aber ich habe eine bestimmte Interpretation über den Begriff Gläubige und Ungläubige im Islam.

Die ersten Moslems wurden, ähnlich den ersten Christen verfolgt und mussten sich wehren. Ich denke, dass der Begriff Ungläubige sich auf diese Verfolger bezieht und heute dafür missbraucht wird, den terror der IslamISTEN, zu rechtfertigen.
Ich möchte aber betonen, dass diese Interpretation nur meine eigene ist.
Auf jeden Fall widerspricht diese Koranstelle dem Aufruf zum Kampf gegen Christen und Juden, durch diese Stelle ist sie religiös nicht zu rechtfertigen.


Mfg, Sunnyboy
 

suche

New Member
Registriert
27. Dezember 2005
Beiträge
4.891
Religionsfeindlichkeit in diesem Forum

Hallo,

Mit großer Betrübnis habe ich festgestellt, dass hier, in diesem Forum eine gewisse Religionsfeindlichkeit herrscht, besonders heraus sticht hier der thread "Die islamistische Gefahr", der, abgesehen, dass er von Aussagen, die zeigen, dass viele derer, die in diesem Thread keine Ahnung haben, worüber sie reden (so wird beispielsweise von einigen der Begriff des "Islamismus" mit dem "Islam" gleichgesetzt und der Eindruck vermittelt, dass der Islam eine Religion ist, die die Gewalt befürwortet, dies stimmt aber nicht.)

Ich bin derselben Ansicht.


Doch einige freuen sich auch darüber, wenn sie dem Christentum eins auf den Deckel geben können, weil sie ja soooo aufgeklärt sind.
Ich möchte hier nur darauf verweisen, dass einige Aufklärer und andere große Philosophen gläubige Christen waren (Berkley war sogar Bischof), und die Philosophie der (muslimischen) Araber war weit entwickelt, und das, obwohl der Islam ja angeblich so Intolerant und grausam gegenüber Ungläubigen ist.

Auch das entspricht der Wahrheit.

Ja, es gibt religiöse Fundamentalisten, im Islam ebenso wie im Christentum, im Judentum und im Hinduismus. Und ja, viele greifen zur Gewalt. Doch meistens stehen wirtschaftliche oder politische Ziele im Vordergrund, die nichts, aber auch gar nichts, mit religiösen Fragen zu tun haben ( das beste Beispiel ist die IRA in Nordirland) Die Religion dient hier nur zur Rechtfertigung für Gewalt, nichts anderes ist es auch mit den palästinensischen Terrororganisationen.

Auch hier stimme ich dem meisten zu. Mit der letzten Zeile jedoch kann ich nicht ganz einverstanden sein, haben doch die Palästinenser durch die Zionisten - von langer Hand von Herzl durch illegale Einwanderungen vorbereitet - ihr Land verloren. Sanktioniert wurde dann Israel durch die Engländer. Nicht von allen Ländern ist Israel als Staat anerkannt worden.

Doch atheistische Fundamentalisten sind genauso schlimm.
Menschen, die sich überheblich über die Gläubigen von Religionen sellen und sich zu behaupten erdreisten, Religion sei nur aus Unwissenheit entstanden, und sie hätten herausgefunden , dass es keinen Gott gibt und die Menschen auch keinen bräuchten, die verhalten sich keinen Deut besser, als die, die behaupten, ihr Gott sei der einzig wahre. Bei solchen Aussagen interessiert mich: Wie, oh ihr Weisen, habt ihr das herausgefunden? Seid ihr etwa Erleuchtete?

Auch dieser Meinung kann ich mich total anschließen.

Kein Mensch weiß, ob Gott existiert. Kein Mensch weiß, ob er nicht existiert.
Es gibt keinen Beweis, weder für das eine, noch für das andere.

Ich kann dem nur zustimmen.

Eines aber ist bewiesen: genauso, wie Religion Schuld an großen Unglücken der Menschheit hat, so hat sie auch viel Gutes bewirkt:
Menschen, wie Frère Roger, Mutter Theresia, der Dalai Lama, Dietrich Bonhoeffer, und viele Gläubige verschiedener Religionen beweisen, das starker Glaube auch sehr viel Gutes bewirken kann.
Wie viele humanitäre Hilfaktionen werden von der Kirche organisiert?
Was ist mit dem Zakkat, der von der Religion vorgeschriebene Armenspende, die die Moslems verrichten?
Oder was ist mit Gandhi, der Indien friedlich befreite? Er hat sich gleich von drei verschiedenen Glaubensschriften inspirieren lassen: den heiligen Schriften der Hindus, dem Koran und der Bibel.

Wir alle kennen die Wahrheit nicht, die Gläubigen, ebensowenig wie die Atheisten.
Darum gibt es nur eine, die Religionen als solche zu akzeptieren, und Intoleranz, die andern Menschen versucht ihren Glauben oder ihr Wissen madig zu machen, abzulehnen und zu verurteilen.[/QUOTE]

Eine total richtige und humane Einstellung.

Nur wer die Augen öffnet, kann auch die Wahrheit sehen.
Mfg, Sunnyboy

Und manche sehen den Span im Auge des anderen, aber den Balken im eigenen Auge sehen sie nicht.

suche

:trost:
 
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Gysi

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9. Oktober 2002
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8.420
Eine Religion, die wahrheits- und menschenfeindlich ist, hat auch nichts anderes, als "Feindlichkeit" verdient! Ich liebe die MENSCHEN! Besonders in ihrer Eigenschaft als ERKENNTNISwesen!
Wenn die "geistig Armen" nach der Bergpredigt schon durch die geistige Armut eine besondere Bevorzugung durch Gott verdienen, wenn "der Reiche" - der seinen Reichtum in der Regel durch besondere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erworben hatte, die auch Arbeitsplatzbeschaffung ist - auch noch deswegen in die Hölle gestoßen wird, wenn Gott schon in der Schöpfung das ERKENNTNISwesen Mensch nicht haben wollte - dann kann dieser Gott nicht mein Hero sein. Für dich? Aber ich habe eine frohe Botschaft: Diesen furchtbaren Gott gibt es nicht! :ola:

Gysi
 

Gysi

New Member
Registriert
9. Oktober 2002
Beiträge
8.420
Sunnyboy schrieb:
Meinst du damit den Islam?
Alle Religionen. An erster Stelle den Islam. An zweiter Stelle das Christentum.



Darf man fragen, woher du das zu wissen glaubst?
Habe ich von "wissen" geredet? Ich gehe von einer gottlosen Existenz aus. Es haben sich bisher - lass mich mal zusammenrechnen - NULL empirische Hinweise - oder logische Ableitungen - für eine Existenz Gottes ergeben. Aber es gibt ausschließlich nur welche für eine gottlose Existenz. Warum so viel Angst ohne Gott?

Gysi
 

Himmelblau

New Member
Registriert
17. Februar 2005
Beiträge
411
Hallo Sunnyboy,
um das einmal richtig zu stellen.
Ich habe nichts gegen den Glaube an sich.
Ich habe etwas gegen Wichtigmacher die mir vorschreiben wollen, wie ich zu leben habe.

MfG

Triskell
 
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Sunnyboy

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Registriert
10. März 2005
Beiträge
542
Hallo an alle,

Zitat von Gysi: Habe ich von "wissen" geredet?

Du hast nicht explizit gesagt, dass du weisst, dass es diesen menschenfeindlichen Gott nicht gibt, aber noch kurz davor erwähnst du den Begriff "wahrheitsfeindlich" im Zusammenhang mit Religionen.
Um aber etwas als "wahrheitsfeindlich" zu deklarieren, muss man die Wahrheit kennen, sonst ist man gar nicht in der Lage eine Weltanschauung als "wahrheitsfeindlich" zu erkennen.
Folglich stellst du indirekt die Behauptung auf, du wüsstest die Wahrheit.

Es haben sich bisher - lass mich mal zusammenrechnen - NULL empirische Hinweise - oder logische Ableitungen - für eine Existenz Gottes ergeben. Aber es gibt ausschließlich nur welche für eine gottlose Existenz. Warum so viel Angst ohne Gott?

Ich stimme dir darin zu, dass es keinen empirischen Beweis für die Existenz Gottes gibt. (Deshalb spricht man auch im Zusammenhang mit einer Religion von einem "Glauben an Gott", nicht von einem "Wissen um die Existenz Gottes".)

Aber welchen "Beweis" gibt es bitteschön für die Nichtexistenz Gottes?
Das scheint mir ein bisschen zu weit aus dem Fenster gelehnt, sorry.

Mfg,
Sunnyboy
 
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