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Nachgedanken zu den großen Fragen des Daseins

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Es muss keine Sache des Glaubens bleiben, wenn eine neuartige Erkenntnistheorie eingeführt wird. Es braucht klare Definitionen für wahr und falsch, das sagst du ja auch immer, aber der neue Ansatz ist eben derjenige, dass diese Definitionen nicht nur auf äußerlichen Experimenten etc. beruhen können, sondern auch, für eine neue Wissenschaft, klare Regeln des geistigen Erkennens aufgestellt werden. Eine solche neue Erkenntnistheorie, also erst einmal neu zu klären, wie wir die Suche nach Wahrheit angehen können, das ist der erste Schritt einer neuen Wissenschaft. Und dabei wird durchaus die Logik beachtet, sie wird nur eben auf ein neues Gebiet erweitert.

Vielleicht sollte man einmal festhalten: Erst die Reformation und der Buchdruck haben den Informationsfluss für alle ermöglicht und die Aufklärung die Freiheit, sich auch mit beliebigen Themen beschäftigen zu dürfen (und auch mit beliebigen Mystikern, denn selbst das war nicht immer so). Und ganze Erdregionen sind u.a. auch deshalb rückständig geblieben, weil in ihren Kulturen genau das nicht stattfand oder sie es für Jahrhunderte blockiert haben (die islamische Welt).

Spätestens seit dem Zeitalter der Aufklärung hat das, was Du geistige Wissenschaft nennst, mit dem Erkenntnisgewinn der Wissenschaften nicht Schritt halten können, in unseren Zeiten schon gar nicht. Sie haben keine Antworten auf die merkwürdigen philosophischen, ethischen und moralischen Konflikte, die Wissenschaften und die Technologie aufwerfen - sei es nun z.B. die Physik, die Biologie, die Genetik oder auch nur die Digitalisierung, um nur wenige zu nennen. Die daraus sich ergebenden Fragen entstehen schneller als das Instrumentarium, sich mit ihnen zu beschäftigen, sie auch nur im Ansatz zu bewältigen.
Selbst die alt-ehrwürdige Philosophie hat, bis auf wenige Ausnahmen, vor diesem unaufhaltsamen Wissensschub den Rückzug angetreten, schon lange. Seitdem sitzen sie in ihrem Elfenbeinturm, schauen sich als beleidigte Leberwurst den eigenen Bauchnabel an und doktoren stattdessen an den Details und Randnotizen ihrer in die Jahre gekommenen Geisteswissenschaft herum.

Es sind also keine Antworten auf - an sich dringende - Fragen von ihnen zu erwarten, und erst Recht nicht in dem Tempo, wie diese Fragen entstehen. Und andere werden solche Menschheitsfragen generieren und verändern, und dies in einem Maße, dass uns die nächsten 20 Jahre im Vergleich zu den letzten 20 Jahren so vorkommen werden, wie ein Sylvesterknaller im Vergleich zu einer Wasserstoffbombe. Ob uns das nun gefällt, oder nicht. Das mag nur Dir nicht gefallen, sondern auch vielen anderen nicht, es aber zu ignorieren und stattdessen veraltete Schinken hoch zu halten: Das sind dann nicht nur Scheuklappen, sondern ist gleichmehr ein Blinde-Kuh-Spiel.

Größenwahnsinnige Visionäre und selbsterklärte Weltverbesserer wie Larry Page von Google (und andere ...) tun dies nicht nur einfach, im Vergleich zu ihnen sind selbst die größten Visionäre, Erfinder und Entwickler der Geschichte geradezu alberne Waisenknaben. Denn sie bewegen nicht nur ihre eigenen Ideen, sondern riesige Kolosse von Ideenmaschinen, mit Abertausenden von Mitarbeitern, gepaart mit absurden Kapitalmengen - in Dimensionen, die selbst allen anderen Kolossen die Richtung aufzwingen können, ob die nun Siemens, Microsoft, Volkswagen oder sonstwie heissen.
Spätestens zu dem Zeitpunkt, wo es solchen Milliardenprojekten gelingen wird - und ich zweifle nicht daran, dass dies in den nächsten 20 Jahren passieren wird - ein menschliches Bewusstsein in eine Maschine downzuloaden oder auch nur eine KI entsteht, die tatsächlich über eine ernst zu nehmende Intelligenz verfügt ... sind im Vergleich dazu die Spekulationen eines Rudolf Steiners und der meisten anderen, wenn nicht allen, über geistige Wissenschaft und Erkenntnis geradezu lächerliche Kinderkacke.
Denn deren Erkenntnisprozess hat nicht einmal das Instrumentarium, um überhaupt nur das Wesen solcher Neuentwicklungen erkennen zu können, geschweige denn die Lösung der elementaren Fragen und Probleme, die sich aus ihnen ergeben.

Ob man dies für richtig oder wünschenswert halten soll oder nicht, das möchte ich dahingestellt sein lassen, fraglos wird es aber passieren, denn sie arbeiten bereits daran. Sicher kann man darüber streiten, ob dies mit Steiners "Wissenschaft" nicht genauso wäre, hätte man dasselbe Geld und Mitarbeiter hineingesteckt hätte, ich bezweifle es aber. Das ist am Ende auch unerheblich, denn es ist nicht so, und ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Nervensägen-Email an Larry Page daran etwas ändern könnte.
Es ist dann am Ende so, als ob sich ein Schneider mit fünf Schneidergesellen im Handnähbetrieb über die Textilfabrik nebenan aufregt, mit dem Argument, er mache schließlich genau dasselbe.
 
Sie vermeinten, direkten Kontakt zur geistigen Welt zu haben. Wieder analog zu Kindern, die vermeinten, die Geschenke hätte das Christkind gebracht. Spätere Aufklärung machte diese Mystik ein Ende. Der "Kontakt mit dem Christkind" war also, nüchtern betrachtet, ein Irrtum.

Es wird irgendwann eine zweite Aufklärung kommen und die wird den Materialismus von seinem Thron stoßen, den er ungerechtfertigterweise eingenommen hat. Die erste Aufklärung hat rein gar nichts widerlegt, sie hat nur die Theokratie beendet, was sein musste. Die geistige Welt ist davon unbeeindruckt, sie sagt jetzt sowas wie: Ihr wolltet eine seelenlose, gottlose Welt? Hier habt ihr sie.

Ich bin wirklich gespannt, wie ihr alle mit diesen Themen umgehen werdet, wenn es auf euer persönliches Ende zugeht. Ironischerweise bin ich einer der jüngeren regelmäßig schreibenden Mitglieder hier, jedenfalls habe ich das Gefühl, dass die meisten hier nahe am oder im Rentenalter sind. Bei dir weiß ich es nicht. Obowhl ich aber noch weit von einem natürlichen Tod entfernt bin, befasse ich mich täglich mit den existentiellen Themen des Daseins. Ich weiß, dass viele erst auf dem Sterbebett damit anfangen. Diese Vorstellung ist für mich furchtbar.

In diversen Stadtvierteln kannst du heute noch Menschen sehen, die mit diversen Wesenheiten Streitgespräche führen. Es reicht also, dort hin zu reisen, man muss nicht den beschwerlichen Weg in die Vergangenheit nehmen.

Ja, den Wahnsinn hat es auch schon immer gegeben und gibt es heute noch. Das ist aber etwas anderes.
 
Spätestens zu dem Zeitpunkt, wo es solchen Milliardenprojekten gelingen wird - und ich zweifle nicht daran, dass dies in den nächsten 20 Jahren passieren wird - ein menschliches Bewusstsein in eine Maschine downzuloaden oder auch nur eine KI entsteht, die tatsächlich über eine ernst zu nehmende Intelligenz verfügt ...

... Wenn ich solche Ideen höre, und ich habe mich schon viel damit befasst, sehe ich immer irgendeine namenlose Katastrophe am Horizont heraufziehen. Aber:

Sicher kann man darüber streiten, ob dies mit Steiners "Wissenschaft" nicht genauso wäre, hätte man dasselbe Geld und Mitarbeiter hineingesteckt hätte, ich bezweifle es aber.

Vielleicht müssen wir erst irgendeine technologische Katastrophe herbeiführen, bevor die Milliarden und die Manpower in eine metaphysische Wissenschaft gesteckt werden, anstatt in solche creepy Experimente.
 
Vielleicht müssen wir erst irgendeine technologische Katastrophe herbeiführen, bevor die Milliarden und die Manpower in eine metaphysische Wissenschaft gesteckt werden, anstatt in solche creepy Experimente.

Gewalt ist keine Option für eine friedliche selbstbewusste Welt, die erstmals in der Weltgeschichte möglich scheint. Und Du bist für mich mit dieser "Vielleicht-Option" ab sofort kein Gesprächspartner mehr.

Das "wir" bezog sich auf die Gesamtgesellschaft. Vielleicht müssen "wir" den Karren erst an die Wand fahren, bevor "wir" zur Einsicht kommen. Ich meinte damit nicht Gewaltaktionen gegen wen oder was auch immer.
 
Warum soll auf einmal die Metaphysik dominieren und die Wissenschaft mit den Naturgesetzen zurückstecken? Die Wissenschaft ist zunächst Grundlage für alle Projekte, wer diese nicht verstanden hat, hat auf dieser Erde keine Chance.
Ich halte viel von Fantasie, Imagination und Spinnen zusätzlich zur Wissenschaft als Erweiterung aber nicht als Alternative. Die Grundlage des Lebens mit Atomen und Zellen lässt sich nicht leugnen und auch nicht neu erfinden,
nun ist die Frage wie geht man damit um. Der Kapitalismus mit der Marktwirtschaft hat da klare Vorstellungen und die werden auch umgesetzt. Es geht dabei weniger um Humanität, aber das System ist fast weltumspannend präsent,
viele die es noch nicht haben streben danach. Nur China ist eine bedeutende Antwort auf das westliche System, Russland nicht mehr, also was soll man diskutieren, wenn die Fakten für diese Realität stehen, man kann nur noch schauen
wie man damit umgeht, das Ob steht nicht zur Debatte.
 
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Warum soll auf einmal die Metaphysik dominieren und die Wissenschaft mit den Naturgesetzen zurückstecken? Die Wissenschaft ist zunächst Grundlage für alle Projekte, wer diese nicht verstanden hat, hat auf dieser Erde keine Chance.

Aber die derzeitige Wissenschaft ist doch viel zu einseitig. Selbst noch das, was wir als Raumfahrt betreiben, ist letztendlich lächerlich. Wir schicken alle paar Monate jemanden zum Schichtwechsel in eine Konservendose, die im Orbit kreist. Das ist doch keine Raumfahrt. Kein Wunder, dass die Aliens sich weigern, uns zu kontaktieren.

Ich halte viel von Fantasie, Imagination und Spinnen zusätzlich zur Wissenschaft als Erweiterung aber nicht als Alternative. Die Grundlage des Lebens mit Atomen und Zellen lässt sich nicht leugnen und auch nicht neu erfinden...

Die Grundlage des Lebens ist Bewusstsein. Da muss eine neue Wissenschaft ansetzen. Atome und Zellen sind sekundäre Attribute des Bewusstseins. Um das zu erkennen braucht es gar nicht so viel Fantasie und Imagination, nur Reflektion.
 
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