Es gibt bei lebenden Wesen keinen Körper als solchen wie es sich selbst genügende materielle Stoffe gibt, der Körper lebt nur in Verbindung mit Seele und Geist oder anderen Energieformen die wissenschaftlich nicht nachweisbar sind.
Die Existenz einer nicht materiellen Lebensenergie, Chi oder wie immer man sie nennen mag hat man schon oft und seit dem Anbeginn der Zeiten behauptet, nur hat sie sich bis zum heutigen Tage nicht beweisen lassen.
Allerdings ist im Laufe der Geschichte der Bereich, in dem man die Lebensenergie verortet, immer kleiner geworden, denn frühere Aussagen ließen sich widerlegen. Im Mittelalter stellte man Extrakte aus dem Blut oder den Leichen Hingerichteter her. Man war der Meinung, sie seien vor ihrer Zeit gestorben und es sie daher noch Lebenskraft in ihnen übrig, die das jeweils eigene Leben verlängern könne. Bis ins frühe 19. Jh. war man der Ansicht, bestimmte chemische Substanzen könnten ausschließlich durch Lebenskraft erzeugt werden, daher die Bezeichnung der "Organischen Chemie".
Jedoch stellte Friedrich Wöhler im Jahr 1828 erstmals die organische Verbindung Harnstoff aus den anorganischen Salzen Silbercyanat und Ammoniumchlorid dar. Dadurch konnte Wöhler zu ersten Mal beweisen, dass es zur Darstellung organischer Moleküle nicht einer Lebenskraft bedarf. Den Begriff Organische Chemie gibt es noch immer, allerdings bezeichnet er heute die Chemie der Kohlenwasserstoffe.
Niemand wird heutzutage ernsthaft in Frage stellen, dass jedes Lebewesen auf der untersten Ebene chemisch funktioniert, auch der Mensch. Und mit der Pharmakologie existiert eine eigene und umfangreiche Wissenschaft, deren einziger Zweck es ist, dieses chemische System in der einen oder anderen Weise zu beeinflussen - um nur eine Wissenschaft zu nennen.
Zwar kann auch die Akupunktur den Körper beeinflussen ohne das man dafür eine hinreichende wissenschaftliche Erklärung hätte. Allerdings muss die Akupunktur mit dem Einwand leben, dass überhaupt kein einheitliches, historisches System für sie besteht, sondern mindestens drei verschiedene, vor allem aber damit, dass es völlig egal zu sein scheint, wohin man die Nadeln sticht. Denn genau das haben Untersuchungen vor einigen Jahren ergeben. Mit den postulierten Energiemeridianen scheint es also nicht besonders weit her zu sein, zumindest in der Akupunktur nicht. Der chemischen Wirkung von Zyankali jedoch kann sich niemand entziehen, ein jeder stirbt daran, und es völlig unerheblich, ob man vorher zu Lebzeiten besonders viel meditiert hat oder nicht.
Das Konzept der Seele hat schon immer viele Fragen aufgeworfen, angefangen mit der Frage, wer überhaupt eine Seele besitzt. Lange Zeit waren einflussreiche Zeitgenossen der Meinung, Frauen hätten keine Seele, zumindest aber Tiere nicht. Neure, raffinierte Experimente nach dem Ich-Bewusstsein konnten durch Test mit Spiegeln konnten zeigen: Delphine bestehen - als bislang einzige bekannte Spezies außer dem Menschen - nach einer kurzen Lernphase den Spiegeltest (sie nutzen dann ggf. den Spiegel, um sich Teile ihres Körpers anzusehen, den sie sonst nicht sehen können. Das bedeutet, dass sie das Spiegelbild als die eigene Identität interpretieren, und daher offenbar über ein Ich-Bewusstsein verfügen). So gesehen müssten wir den Delphinen daher wohl eine Seele zugestehen, über die alle anderen Tiere offenbar nicht verfügen.
Eine andere, ewige Frage ist, wann und wie der Mensch denn seine Seele erhält. Man hat die unterschiedlichsten Antworten auf sie gefunden, bei der Zeugung, während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder danach oder irgendwann im Kindesalter. Ohne Frage war der Erhalt der Seele aber bis ins 21. Jh. mit der Zeugung verbunden, denn anders konnte ja kein Mensch entstehen. Auch in dieser Frage hat man lange Zeit postuliert, die Seele käme allein vom Vater auf das Kind.
In unseren Zeiten ist dies aber zumindest in der Theorie anders.
Man hat mittlerweile eine Reihe von Säugetieren geklont, und auch wenn man erfeulicher- und richtigerweise noch keinen Menschen geklont hat, so ist dies zumindest prinzipiell möglich. Folgt man dem klassischen Standpunkt, dann müsste man annehmen, ein Klonmensch habe keine Seele, teile sich seine Seele mit seinem Zellkernspender oder es handele sich um irgendein identisches Duplikat dessen Seele - was sich mit dem Konzept der Seele alles irgendwie nicht in Einklang bringen lässt.
Darüber hinaus gibt es nicht wenige Menschen - mittlerweile im jungen Erwachsenenalter - die zwei biologische Mütter und einen biologischen Vater ihr eigen nennen können. Auch dies stellt das Konzept der Seelenentstehung im Zusammenhang mit der Zeugung komplett auf den Kopf.
Es mag an dieser Stelle eingewendet werden, bei solchen Fragen handle es sich um philosophische oder theologische Spitzfindigkeiten, und in gewisser Weise sind sie das wahrscheinlich auch.
Sie zeigen aber auch: Wie die Leichenextrakte des Mittelalters oder die Chemie des frühen 19. Jh. auch konnte man weitere Bereiche ausschließen, für deren Funktion eine wie auch immer anzunehmende "Lebenskraft" weder notwendig noch zwingend ist und die Ausschlüsse machen selbst vor dem Menschen nicht Halt.
Wenn man aber immer weitere Bereiche ausschließen kann, in denen man eine Lebenskraft zumindest angenommenerweise verorten kann, dann hat man sich schließlich der Frage zu stellen, was noch übrig bleiben soll, mit dem man klassische Konzepte von Lebenskraft, Geist und Seele vertreten kann.
Die sich daraus ergebenden intellektuellen Konflikte sind bislang ungelöst, vor allem auch ungelöst durch die überlieferten Religionen. Sie umgehen die Diskussion einfach, indem sie die gentechnischen Verfahren am Menschen als unethisch, unmoralisch und gotteslästerlich erklären - eine Sichtweise, die ich im Grunde sogar teile (allerdings aus anderen Gründen).
Das haben sie in anderen sehr menschlichen Fragen allerdings auch schon immer so gemacht, z.T. seit vielen Jahrhunderten, und dadurch eher mehr zum Leid der Menschheit beigetragen als zu deren Wohlergehen.
Eine Fragestellung, die sich nicht widerlegen, vor allem aber nicht beweisen lässt, die ist keine („Das ist nicht nur nicht richtig, es ist nicht einmal falsch!“ Wolfgang Pauli). Es ist dann eine Sache des Glaubens, man glaubt daran oder eben nicht, aber dann ist es auch sinnfrei etwas in Frage zu stellen.