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Hannah Arendt

AW: Hannah Arendt

Gegenfrage: warum bleibt Arendt bei den späteren Chefdenkern Adorno, Habermas und Luhmann so gänzlich unerwähnt?

Ja das sollte man sie dann wohl mal fragen. Nicht wahr? (Dazu müsste ich aber noch mehr von allen vieren lesen, denn das wäre mir sonst doch peinlich, wenn ich der Diskussion nicht standhalten könne. Aber alleine die Frage wäre es doch schon wert.)
Grüße munich...
 
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AW: Hannah Arendt

Ja das interessiert mich auch.

Ich kenne auch nur Adornos Musiktheorien und denke, dass das auch seine wirkliche Stärke ist.

Axl
 
AW: Hannah Arendt

Ich hätte das gerne oben reingestellt, aber das geht wohl nicht, Musiktheorie für Anfänger: http://www.tonalemusik.de/rezensionen/2007/adorno.htm

Zudem darf ich dazu sagen, wenn Fr. Arendt von anderen nicht sehr ernst genommen wird, kann das auch daran liegen, dass sie eine Frau war. Zitat:

Wie lange hatte das Gesetz Bestand, nach dem der Ehemann bei einer Erwerbstätigkeit seiner Ehefrau die Erlaubnis geben musste?
06.06.2008
Antwort von
Brigitte Zypries
Sehr geehrte Frau Gleim,

dieses Gesetz (§ 1356 BGB alter Fassung) galt bis 1977.

Mit freundlichen Grüßen
Brigitte Zypries

Dass Frauen auch an den Akademien nicht zuzulassen waren ist mir darüberhinaus bekannt, aber ich weiss nicht seit wann sich das geändert hat.
 
Philosophinnen

Ein kleiner Trost für die hier geäußerte Bestürzung über den Mangel an weiblichem Philosophieren: Es gab da Diotima, die Sokrates lobend erwähnt, Hippathia, die im gelehrten Alexandria philosophierte ... Und es gibt sie heute in zunehmender Zahl: Philosophierende Frauen sogar im akademischen Bereich.

manni :)
 
AW: Hannah Arendt

In diesem Zuge darf ich das Studium der Wortschöpfung "Devianz", empfehlen, - die im Gegensatz zu Integrität steht, entsprechend von der Bevölkerung bewertet wird, aber nicht immer im negativen Sinne betrachtet werden darf!:

http://de.wikipedia.org/wiki/Devianz Tolle Sache, das, mag vielleicht dem einen oder anderen Mädel helfen, sich zu äußern.
 
AW: Philosophinnen

Ein kleiner Trost für die hier geäußerte Bestürzung über den Mangel an weiblichem Philosophieren: Es gab da Diotima, die Sokrates lobend erwähnt, Hippathia, die im gelehrten Alexandria philosophierte ... Und es gibt sie heute in zunehmender Zahl: Philosophierende Frauen sogar im akademischen Bereich.

manni :)
Ich denke nicht dass die Bestürzung über den Mangel der weiblichen Philosophiererei sehr verbreitet ist.

Im Gegenteil.

Die weiblichen Mitbürger ergehen sich durchschnittlich ausserordentlich häufig und umfassend im Philosophieren.

Was aber keinesfalls bei der männlichen Bevölkerung so gut ankommt, und wohl auch bei der weiblichen nicht, as muss man sich mit dem Thema ein wenig hintergründig befassen, dann weiss man woran es liegt.

Mut gehört aber zu jeder Form der Entwicklung. Und daher ist es nichts besonderes, dass wir letztlich wieder einmal aufgerufen sind, uns für die Entwicklung unserer Mitmenschen und ihrer individuellen Fähigkeiten einzusetzen und uns selbst so ab von abwartender negativer Haltung hin zu einer positiven, und unterstützenden Haltung (aktive oder passive Toleranz z. B.) entwickeln. Wie immer längst überfällig, aber es ist immer gut genug JETZT anzufangen.

Ich habe gestern erst gelesen, dass es leider einen Prozentsatz von 30! an Rechtsanwältinnen gibt (wiki) das ist ein bischen ein Spiegel, denke ich.

Es ist sicherlich m Sinne von H. Arendt, wenn ich hier anspreche, dass es unsere Aufgabe ist, unsere Mitmenschen individuell zu unterstützen und zu fördern, je nach unseren Möglichkeiten.
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Hannah Arendt

Meine Lieblingsphilosophin, Hannah Arendt, hat den den Eichmann-Prozess verfolgt und darüber ihr Meisterwerk "Banalität des Bösen" geschrieben.

Auf n-tv läuft heute, 20.12.2008 um 21:05 in der Sendung n-tv History die Geschichte von Adolf Eichmann, der als Oberorganisator die "Endlösung" für die Juden agierte.

Für alle die ihr Wissen noch dementsprechend auffrischen müssen, sicherlich sehenswert.

Hannah - ich liebe Dich!

Axl
 
AW: Hannah Arendt

Kleine Korrektur, Eichmann war nicht der "Oberorganisator", sondern ein relativ kleines Rädchen im Getriebe - das eben meinte ja auch H. A. mit der Banalität des Bösen, es kommt beamtenhaft daher, als Pflichterfüllung und macht sich über die Folgen keine Gedanken; ich habe übrigens neben dem Werk der H. A. auch die Prozessakten gelesen (von Jochen von Lang herausgegeben) u.a.m; all das belegt Arendts These noch gründlicher...
 
AW: Hannah Arendt

Kleine Korrektur, Eichmann war nicht der "Oberorganisator", sondern ein relativ kleines Rädchen im Getriebe - das eben meinte ja auch H. A. mit der Banalität des Bösen, es kommt beamtenhaft daher, als Pflichterfüllung und macht sich über die Folgen keine Gedanken; ich habe übrigens neben dem Werk der H. A. auch die Prozessakten gelesen (von Jochen von Lang herausgegeben) u.a.m; all das belegt Arendts These noch gründlicher...


Vielen Dank Oktoberwind für diese Korrektur,

auch der Axl irrt sich mal, aber ich hoffe nicht ver_irrt....

Danke und lieben Gruß
Axl
 
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Eichmann

Eichmann hatte keine sehr herausragende Position, aber ihn als ein "kleines Rädchen" zu bezeichnen, entspräche nicht der historischen Faktenlage. Hier einige Auszüge von einer Webseite, die ausführliches Material zu Eichmann anbietet.

1.2.2. Leiter des Amtes IV B 4 "Juden und Räumungsangelegenheiten"
Im neu errichteten Reichssicherheitshauptamt (RSHA) wurde Eichmann die Leitung des Amtes IV B 4 "Juden- und Räumungsangelegenheiten" übertragen. (Das RSHA wurde nach dem Attentat auf Reinhard Heydrich 1942 von Eichmanns altem Bekannten seiner "Linzer Zeit" Dr. Ernst Kaltenbrunner geleitet.) ...
Die Befehle wurden von Heinrich Himmler (Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei) an Ernst Kaltenbrunner (Chef der Sicherheitspolizei und des SD) über Adam Müller (Leiter des GESTAPO-Amtes IV) zu Adolf Eichmann (Leiter des Amtes IV B 4 ) weitergeleitet. Den Rang eines Obersturmführers teilte Eichmann mit 1146 SS-Offizieren. ... Seine Stellung innerhalb der Nazihierarchie war demnach keine sehr hohe: "(...) sein Posten erwies sich nur deswegen als so entscheidend wichtig, weil die letztlich rein ideologisch bestimmte Kriegsführung des Dritten Reiches der >Judenfrage< eine immer größere Bedeutung zumaß, bis sie schließlich in den Jahren der Niederlage, von 1943 an, wirklich phantastische Proportionen annahm."
Eichmanns Einflußbereich war bis zu Kriegsende 1946 enorm angewachsen.

1.2.3. Eichmann und die "Wannsee-Konferenz"
Am 20. Jänner 1942 kamen am Stadtrand von Berlin 15 der hohen und höchsten Beamten des "Dritten Reiches" zusammen. Sie vertraten die Reichsministerien, die Justiz für die besetzten Ostgebiete, die Reichskanzlei und die Parteikanzlei der NSDAP und das Auswärtige Amt. Bei dieser sogenannten "Wannsee-Konferenz" wurde die bereits beschlossene "physische Vernichtung" der Juden im nachhinein besprochen, und die damit verbundenen "organisatorischen Probleme" erörtert. Adolf Eichmann, keineswegs der kleine Befehlsempfänger für den er sich in Israel so gerne ausgab, war einer dieser 15 hohen Beamten. Er nahm als Judenreferent und Mitarbeiter von Reinhard Heydrich in der etwa zweistündigen Konferenz eine Schlüsselposition ein. Heydrich verwies im Übersendungsschreiben (mit dem er die Ausfertigung des Protokolls an die Teilnehmer der Konferenz übersandte) alle weiteren Fragen und Detailbesprechungen an seinen zuständigen Judenreferenten Adolf Eichmann.

1.2.4. Ein dringlicher Einsatz - Ungarn 1944
Der "Höhepunkt" in Eichmanns Karriere war seine Abkommandierung nach Ungarn im Frühjahr 1944. Es war sein erster persönlicher Einsatz außerhalb des "Großdeutschen Reiches" um den "vernichtenden Schlag" gegen die letzte noch existierende größere jüdische Gemeinde Zentraleuropas zu führen. In Ungarn lebten 1941 noch 700 000 Menschen jüdischer Glaubensgemeinschaft und etwa 100 000 Personen christlichen Glaubens, die nach Definition der ungarischen Gesetze von 1938, 1939 und 1941 als Juden galten. ... Die jüdische Gemeinde in Ungarn führte einen verzweifelten und sinnlosen "Kampf" ums Überleben. ...
Kurz vor Beginn der Deportationen einigten sich Eichmann (der dieses mal nur widerwillig auf Befehl Himmlers handelte) und das zionistisch orientierte jüdische Rettungskomitee auf einen Tausch eine Million Juden gegen Lieferung von 10.000 LKW's. ( Himmler benötigte diese dringend an der Ostfront). Dieser Handel "Leben gegen Ware" schlug fehl.
...Die Deportation der Juden wurde in den Monaten März bis Juli 1944 "forciert" vorangetrieben. Die Eisenbahnlinie endete direkt vor den Gaskammern von Ausschwitz, wo Eichmann darauf achtete, daß genügend "Aufnahmekapazität" vorhanden war. Hinter diesem Wort verbirgt sich die schreckliche Tatsache, daß täglich zwischen 6.000 und 12.000 Menschen ermordet wurden.
... Eichmann organisierte [während mit den Alliierten verhandelt wurde] Todesmärsche, bei welchen zwischen 250.000 bis 350.000 Menschen (etwa 30-50%) durch Erschöpfung, Hunger, Erfrierungen und Erschießung ums Leben kamen. Dies geschah zu einer Zeit, als Himmler die "Vernichtungsmaschinerie" zu stoppen versuchte. Eichmann verschanzte sich in der Berliner Wilhelminenstraße, wo sich sein Amt befand, und traf Vorkehrungen. Er wollte es den Alliierten so schwer wie möglich machen, ihn zu fassen."


manni :)
 
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