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Nachgedanken zu den großen Fragen des Daseins

Die psychischen Erkrankungen nehmen in der industrialisierten Welt zu, das ist nichts Neues.
Vielleicht weil die "Alltagsregeln" für viele nicht den gewünschten Erfolg bringen.
Wenn sich sehen, daß wegen Schulschließungen Kinder zum Doktor gebracht werden , die es nicht gibt - und darum gejammert wird - , dann frag ich nach der Kausalität
 
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Vielleicht weil die "Alltagsregeln" für viele nicht den gewünschten Erfolg bringen.
Wenn sich sehen, daß wegen Schulschließungen Kinder zum Doktor gebracht werden , die es nicht gibt - und darum gejammert wird - , dann frag ich nach der Kausalität

Es ist ein wenig so, wie in einem Batman-Film. Da ist der Joker, und der sagt dann irgendwann: Sehe ich aus wie einer, der Regeln befolgt?

Als der Art Anarchist, als den mich meine Zeitgenossen einstufen, kann ich Regeln nur dann akzeptieren, wenn es die Beteiligten selbst sind, die sie aufstellen. Es ist nicht so, dass ich Regeln grundsätzlich missachte, sondern wer sie aufstellt und wie sie wir finden.
Regeln, die eine Gruppe von Beteiligten für sich findet, damit bin ich d'accord, aber Regeln, die ein Einzelner aufstellt, in welcher Position er auch immer sein mag: Da beisst er bei mir auf Granit.
Zumal dann, wenn er keinen vernünftigen Grund hat, warum es denn eigentlich so sein sollte.
 
Die psychischen Erkrankungen nehmen in der industrialisierten Welt zu, das ist nichts Neues. Man kann es aber auch so sehen: Reichenprobleme, denn wer Tag für Tag ums blanke Überleben kämpfen muss, der hat keine Zeit dafür, über sein Seelenleben zu sinnieren und kann es sich auch gar nicht leisten, psychisch krank zu sein.

Dieses Argument wird häufig vorgebracht und es scheint stichhaltig zu sein, aber irgend etwas stimmt damit nicht. Ich weiß nicht genau, wie ich dieses Gefühl begründen soll. Zunächst stößt es mich vor den Kopf, weil es das Leiden, das mit psychischen Krankheiten verbunden ist, sehr stark relativiert. Nach dem Motto: Hör auf rum zu jammern und sei froh, dass du keine echten Probleme hast. Dazu will ich eh gleich mal folgendes sagen: Wer er es als Gejammer betrachtet, wenn ich über dieses Thema schreibe, der versteht mich falsch und sollte definitiv aufhören, weiterzulesen. Es gibt Orte, wo man explizit jammern darf, aber das sind die Bereiche des Internets, in denen die Kaputten unter sich sind. Hier, in der Welt der überwiegend Gesunden (wobei, naja... ;) ) ist nicht der Ort fürs ganz persönliche Schicksal und das damit verbundene hochspezifische Leiden.

Also im Abstrakten gesprochen: Man kann Leiden nicht gegen Leiden aufwiegen. Man kann nicht sagen, schaut doch mal nach Afrika, diese Leute haben wirkliche Probleme, wir haben hier nur First World Problems. Denn das Leiden, das in einem Individuum stattfindet, ist real, auch wenn es natürlich subjektiv erlebt wird, aber gerade das subjektive Empfinden ist doch das aller-realste, was wir haben. Glaub mir, wenn man sich mit einer depressiven Erkrankung einfach "zusammenreißen" könnte, dann hätte ich wohl nach zwanzig Jahren irgendeinen Weg gefunden, das zu schaffen. Hinter dem abstrakten Begriff Depression verstecken sich aber alleine hierzulande Millionen Einzelschicksale, dazu kommt noch, dass man in einem chronischen Fall mit der Zeit alle möglichen Zusatzsymptome entwickelt wie etwa Zwangsstörungen und ähnliches, auf das ich aber hier nicht weiter eingehen will.

Das schlimmste an diesen Erkrankungen ist meiner Erfahrung nach, dass man sie selber einfach nicht akzeptieren kann und das liegt vermutlich an Aussagen wie der deinen oben zitierten, die man immer wieder hört und irgendwann verinnerlicht und dann selber glaubt. Man bekommt selber ein Gefühl der Undankbarkeit und der Unfähigkeit, doch verdammt nochmal einfach gesund zu werden und glücklich zu sein. Diese Gedanken ziehen dich dann noch weiter runter, weil im schlimmsten Fall auch noch ein Gefühl der eigenen Schuld dazu kommt. Und das ist dann wirklich die Unterwelt.

Aber um nochmal auf die Bemerkung einzugehen, dass man in einem täglichen Überlebenskampf "gar keine Zeit für Depressionen" hätte - es kann schon sein, dass das stimmt. Und vielleicht ist das auch der Grund dafür, warum viele sich mittlerweile einen Kollaps der Zivilisation geradezu herbeisehnen. Mir sind solche Gedanken oder eher Gefühle nicht fremd, aber ich kann sie aus zwei Gründen unter dem Deckel halten: Erstens ist es sehr egoistisch, sich aufgrund des eigenen Leidens den Untergang der gesamten Gesellschaft zu wünschen und zweitens: Das totale Chaos, dass dann erst einmal folgen würde, wäre natürlich absolut fürchterlich und keinesfalls wünschenswert. Wir zivilisationsverwöhnten Neuzeitmenschen würden in ein schreckliches Szenario verfallen, wenn erst einmal das Tier in uns wieder zum Vorschein kommt.

Every civilization is three meals away from complete anarchy.
 
Dieses Argument wird häufig vorgebracht und es scheint stichhaltig zu sein, aber irgend etwas stimmt damit nicht. Ich weiß nicht genau, wie ich dieses Gefühl begründen soll. Zunächst stößt es mich vor den Kopf, weil es das Leiden, das mit psychischen Krankheiten verbunden ist, sehr stark relativiert. Nach dem Motto: Hör auf rum zu jammern und sei froh, dass du keine echten Probleme hast. Dazu will ich eh gleich mal folgendes sagen: Wer er es als Gejammer betrachtet, wenn ich über dieses Thema schreibe, der versteht mich falsch und sollte definitiv aufhören, weiterzulesen. Es gibt Orte, wo man explizit jammern darf, aber das sind die Bereiche des Internets, in denen die Kaputten unter sich sind. Hier, in der Welt der überwiegend Gesunden (wobei, naja... ;) ) ist nicht der Ort fürs ganz persönliche Schicksal und das damit verbundene hochspezifische Leiden.

Weder möchte ich psychische Leiden kleinreden, noch will ich damit sagen: Jetzt reiss Dich doch mal zusammen.
In zwei Betroffenenforen war ich auch mal, zum einen, um mehr über die Leiden meiner damaligen Freundin zu erfahren, zum anderen, um mehr über meine Leiden zu erfahren.
Gebracht hat das aber wenig bis gar nichts - außerdem wurde da meiner Meinung nach viel zu viel über Medikamente diskutiert. Und einige stellten ihre Medikation sogar in ihre Signatur, Dosis inklusive.

Man kann einwenden, dass es in unserer vom Rationalismus geprägten Welt den Leuten an der Spiritualität fehlt, aber ich denke, da macht man sich etwas vor. Mit der Beschäftigung mit der Spiritualität schafft man sich nur neue Scheinwelten, die auch nichts erklären, und stattdessen den Verstand nur zukleistern. Zu mir hat einmal ein Ex-Sanyassin bei unserer ersten Begegnung gesagt, ich "gehöre zu den Menschen, die unglücklich sein wollen", aber darum geht es überhaupt nicht. Nur ein einfältiger Mensch kann immerzu glücklich sein, und wer meint, so leben zu wollen, der macht sich selbst und anderen etwas vor. Und ich habe Menschen gesehen, die solcherart spirituelle Wege in Gemeinschaften gehen wollten und zumindest zeitweise sich selbst dabei zu schrecklich verstrahlten Menschen gemacht haben.
Auf diese Fragen muss ein jeder seine eigenen Antworten finden.

Ich kann von mir nicht sagen, ich hätte meine abschließenden Antworten gefunden, vielleicht geht das schlicht auch gar nicht. Allerdings befinde ich mich seit Jahren in einem Prozess, das alles nicht mehr so wichtig zu nehmen, mich selbst nicht, andere Menschen nicht und schon gar nicht bürgerliche Werte. Im Grunde vielleicht auch die Welt nicht, denn sie wird sich auch ohne mich weiter drehen, und wenn ich nicht in dieser Krise lebe, dann kommt sicher die nächste und alles ist wieder ganz anders. Da kann ich mich dann über das alberne Gebaren meiner Mitmenschen aufregen oder depressieren, aber das ändert ja auch nichts.
 
In zwei Betroffenenforen war ich auch mal, zum einen, um mehr über die Leiden meiner damaligen Freundin zu erfahren, zum anderen, um mehr über meine Leiden zu erfahren.
Gebracht hat das aber wenig bis gar nichts - außerdem wurde da meiner Meinung nach viel zu viel über Medikamente diskutiert. Und einige stellten ihre Medikation sogar in ihre Signatur, Dosis inklusive.

Dort wo ich aktiv war und gelegentlich noch bin geht es hauptsächlich um das Thema Suizid, also sowohl Suizidprävention als auch Methoden und das größte Thema war/ist dort eigentlich das (nicht existente) Recht auf den Tod, also die Erweiterung der sogenannten Sterbehilfe auf chronisch psychisch Kranke bzw. sogar das verfassungsmäßige Recht auf einen unkomplizierten Ausgang ohne Bedingungen für alle, die dies wünschen. Dies ist außerhalb der Kreise der Betroffenen eines der letzten großen Tabuthemen in unserer Gesellschaft, darüber will eigentlich niemand reden. Gerade deshalb würde mich mal deine Meinung als Rationalist dazu interessieren. Denn ich habe Einwände gegen ein solches Recht auf den Tod, aber diese sind ausnahmslos spiritueller Natur. Wenn ich die spirituelle Ebene ausklammere, dann muss ich sagen, dass die Argumente für ein solches Recht eindeutig überwiegen. Denn wenn jemand zum Beispiel seit Jahrzehnten psychisch krank ist und keine Hoffnung mehr auf Besserung hat, wieso sollte dem dann die erlösende Spritze vorenthalten werden, während ein Krebskranker ohne Hoffnung auf Besserung sie bekommt. Wieso sollte man psychisches Leid geringer schätzen als körperliches? Und darüber hinaus: Niemand hat sich sein irdisches Schicksal ausgesucht, ja nicht einmal die Geburt an sich ist freiwillig vonstatten gegangen (wie gesagt: Ich klammere hier die Meta-Ebene aus) also wieso sollte jemand überhaupt großartig begründen müssen, warum er einen friedlichen Ausweg aus einem Leben wählen will, das er sich nicht ausgesucht hat. Das Problem mit den üblichen Suizidmethoden ist nämlich, dass sie alle grausam und/oder unsicher sind und immer die Möglichkeit besteht, dass man in einem schlimmeren Zustand überlebt, als vor dem Versuch. Außerdem wird irgendjemand den Toten finden und diesem vielleicht ein lebenslanges Trauma verpassen und so weiter... Die Liste der Argumente ist endlos, dennoch wird dieses Thema so gut wie nicht diskutiert, außer unter denen, die aus persönlichen Gründen ein Interesse daran haben.
 
.................... wieso sollte dem dann die erlösende Spritze vorenthalten werden, während ein Krebskranker ohne Hoffnung auf Besserung sie bekommt. Wieso sollte man psychisches Leid geringer schätzen als körperliches?...............

Hallo Chris,
ein kleiner Unterschied besteht schon. Während ein "austherapierter" Krebskranker für die "Restzeit" außer Schmerzen kaum noch etwas zu erwarten hat, ist in den Augen der Psychater oder Psychotherapeuten, der depressive Patient (in der Regel) kein - auf ewig - hoffnungsloser Fall. Ich verstehe dich schon, nur bist auch du - in meinen Augen - kein Mensch, der sich bereits aufgegeben hat.
In der Vorstellung der meisten, ist der depressive Mensch eher introvertiert und in seinem Handlungsspielraum erheblich eingeschränkt. Du scheinst das Gegenteil zu sein; du gehst mit hochgekrempelten Ärmeln und offenen Kragen drauf los und willst eine Lösung oder zumindest einen verwertbaren Anhaltspunkt. Mir gefällt das, weil es signalisiert, dass da ein Mensch ist, der für eine Leben kämpft, das auch lebeswert ist.
Ich möchte hier von dir auch keine Auskünfte erfragen, die zu erfragen, mir nicht zusteht, nur würde mich schon interessieren, ob deine Depression genetischer Vorbelastung entspringt oder durch deine Lebensumstände entstanden ist.
Natürlich musst du darauf nicht antworten.
LG * Helmfried
 
Dort wo ich aktiv war und gelegentlich noch bin geht es hauptsächlich um das Thema Suizid, also sowohl Suizidprävention als auch Methoden und das größte Thema war/ist dort eigentlich das (nicht existente) Recht auf den Tod, also die Erweiterung der sogenannten Sterbehilfe auf chronisch psychisch Kranke bzw. sogar das verfassungsmäßige Recht auf einen unkomplizierten Ausgang ohne Bedingungen für alle, die dies wünschen. Dies ist außerhalb der Kreise der Betroffenen eines der letzten großen Tabuthemen in unserer Gesellschaft, darüber will eigentlich niemand reden.

Ich habe einen Freund, der seit meiner Jugend bereits mehrfach dem Tod knapp von der Schippe gesprungen ist. Den kenne ich seit über 40 Jahren, und wir haben sehr viel Zeit miteinander verbracht. Auch mit dem Thema Krebs, mit einem Abstand von gut 20 Jahren und jetzt zuletzt hat man ihm erneut ziemlich zerlegt, er wäre fast gestorben. Ich bin ihm gut die letzen 15 Jahre nicht begegnet, kürzlich wieder, was andere Gründe hat, aber ich bewundere den Lebenswillen, den dieser Mensch hat - denn ich hätte schon längst vorher aufgegeben.
Bei meiner letzten Begegnung war ich kurz davor, ihm zu sagen: Na, dann lass es doch mal gut sein, gib auf und ergib dich deinem medizinischen und menschlichen Schicksal.
Aber wer bin ich denn, ihm das zu sagen?

Ich bewundere den Schneid und letztlich die Stärke, die dieser Mensch hat, auch wenn ein anderer vllt. sagen möchte: Es ist umsonst, der quält sich nur.
Er gibt aber nicht auf, egal, wie scheisse es ihm medizinisch auch immer gehen mag, und am Ende ... pinkelt er auf unsere Gräber.
So gesehen sind in meinen Augen psychisch Kranke eine Art Weicheier, denn dieser arme Mensch steht nicht nur medizinisch krasse Probleme durch, sondern alles zusammen, denn schwere körperliche Krankheit geht auch nicht ohne Psycho ab.
 
ein kleiner Unterschied besteht schon. Während ein "austherapierter" Krebskranker für die "Restzeit" außer Schmerzen kaum noch etwas zu erwarten hat, ist in den Augen der Psychater oder Psychotherapeuten, der depressive Patient (in der Regel) kein - auf ewig - hoffnungsloser Fall.

Es hat auch schon plötzliche Verbesserungen bei Krebspatienten gegeben, die man schon aufgegeben hatte. Dies wäre nun ein gutes Argument gegen Suizidbegleitung (Sterbehilfe) überhaupt. Ich weiß, dass dies ein heikles Thema ist, selbst wenn man die spirituelle Ebene ausklammert. Deshalb will kaum jemand sich damit befassen. Aber was ist schon 100% sicher im Leben? Nichts, außer eben, dass es irgendwann enden wird. Also wieso wird um das einzige, dessen wir uns sicher sein können, ein solches Schweigegelübde abgelegt in unserer Gesellschaft? Das ist doch paradox. Da also niemals mit 100%iger Gewissheit gesagt werden kann, ob jemand wirklich hoffnungslos verloren ist, sollte man dieses Argument vielleicht einfach vergessen und mehr individuelle Verantwortung in die Hand des Betroffenen legen. Was ist denn wenn jemand sagt: "Ich weiß, dass es eine winzige Chance gibt, dass es mir irgendwann besser gehen wird, aber ich will trotzdem sterben". Hat das dann nicht mehr Gewicht als die Expertenmeinung?

Ich verstehe dich schon, nur bist auch du - in meinen Augen - kein Mensch, der sich bereits aufgegeben hat.

Nein, das habe ich ja auch niemals behauptet. Zudem kannte ich mal jemanden, der sich wirklich aufgegeben hatte, also weiß ich, wie das aussieht.

In der Vorstellung der meisten, ist der depressive Mensch eher introvertiert und in seinem Handlungsspielraum erheblich eingeschränkt. Du scheinst das Gegenteil zu sein; du gehst mit hochgekrempelten Ärmeln und offenen Kragen drauf los und willst eine Lösung oder zumindest einen verwertbaren Anhaltspunkt. Mir gefällt das, weil es signalisiert, dass da ein Mensch ist, der für eine Leben kämpft, das auch lebeswert ist.

Ja, aber du kennst ja nur meine Schreibe, also mein Denken. Mein Denken ist sehr straight-forward und vielleicht auch kämpferisch, aber im alltäglichen Leben bin ich sehr introvertiert. Das ist ja kein Widerspruch, im Gegenteil, das eine gleicht das andere aus. Und ich würde mein Leben als gerade noch so lebenswert bezeichnen, allerdings liegt das daran, dass ich fast alle Energie in die Erhaltung des Status Quo stecke. Also ich laufe sinnbildlich auf einem Laufband. Wenn ich stehen bleibe, falle ich um. Allerdings trifft das natürlich im kleineren Maßstab auf jeden zu, denn ich weiß: Das Leben ist hart, da braucht es keine Depression dazu.

Ich möchte hier von dir auch keine Auskünfte erfragen, die zu erfragen, mir nicht zusteht, nur würde mich schon interessieren, ob deine Depression genetischer Vorbelastung entspringt oder durch deine Lebensumstände entstanden ist.
Natürlich musst du darauf nicht antworten.

Ich gebe hier ja nun schon wesentlich mehr preis als die meisten anderen, aber auch ich habe meine Grenzen. Lass es mich so sagen: Es ist vermutlich eine Mischung aus beidem und noch mehr, es ist sehr kompliziert. Außerdem verbirgt sich hinter dem Begriff Depression viel mehr, als der Durchschnittsmensch sich vorstellen kann. Niedergeschlagenheit, Traurigkeit, Antriebslosigkeit... ja, das ist das, was im Zentrum steht. Aber es kommt ja noch viel mehr als Bonus obendrauf. Ich habe hier mal aus dem Wikipedia-Artikel zu Depression einige mögliche Zusatzsymptome herauskopiert:

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Die Zusatzsymptome sind:[15]

  1. verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
  2. vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen (Insuffizienzgefühl)
  3. Schuldgefühle und Gefühle von Minderwertigkeit
  4. negative und pessimistische Zukunftsperspektiven (hoffnungslos): Charakteristisch sind übertriebene Sorge um die Zukunft, unter Umständen übertriebene Beunruhigung durch Bagatellstörungen im Bereich des eigenen Körpers (siehe Hypochondrie), das Gefühl der Hoffnungslosigkeit, der Hilflosigkeit oder tatsächliche Hilflosigkeit
  5. Suizidgedanken oder -handlungen: Schwer Betroffene empfinden oft eine völlige Sinnlosigkeit ihres Lebens. Häufig führt dieser qualvolle Zustand zu latenter oder akuter Suizidalität.[17]
  6. Schlafstörungen
  7. verminderter Appetit
Mögliche weitere Symptome
Ferner kann zusätzlich noch ein somatisches Syndrom vorliegen:

  • mangelnde Fähigkeit, emotional auf die Umwelt zu reagieren
  • frühmorgendliches Erwachen: Der Schlaf ist gestört in Form von vorzeitigem Erwachen, mindestens zwei Stunden vor der gewohnten Zeit. Diese Schlafstörungen sind Ausdruck eines gestörten 24-Stunden-Rhythmus. Die Störung des chronobiologischen Rhythmus ist ebenfalls ein charakteristisches Symptom.
  • Morgentief: Häufig geht es dem Kranken vormittags besonders schlecht. Bei einer seltenen Krankheitsvariante verhält es sich umgekehrt: Es tritt ein sogenanntes „Abendtief“ auf, das heißt, die Symptome verstärken sich gegen Abend und das Einschlafen ist erschwert oder erst gegen Morgen möglich.
  • psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit: Die Hemmung von Bewegung und Initiative geht häufig mit innerer Unruhe einher, die körperlich als ein Leidgefühl wahrgenommen wird und sehr quälend sein kann (stumme Exzitation, lautlose Panik).[16]
  • deutliche Appetitlosigkeit,
  • Gewichtsabnahme, Gewichtszunahme,
  • auch kann sich das sexuelle Interesse vermindern oder erlöschen (Libidoverlust).
Depressive Erkrankungen gehen gelegentlich mit körperlichen Symptomen einher, sogenannten Vitalstörungen, Schmerzen in ganz unterschiedlichen Körperregionen, am typischsten mit einem quälenden Druckgefühl auf der Brust. Während einer depressiven Episode ist die Infektionsanfälligkeit erhöht. Beobachtet wird auch sozialer Rückzug, das Denken ist verlangsamt (Denkhemmung), sinnloses Gedankenkreisen (Grübelzwang), Störungen des Zeitempfindens. Häufig bestehen Reizbarkeit und Ängstlichkeit. Hinzukommen kann eine Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen.[18]

https://de.wikipedia.org/wiki/Depression
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Es trifft davon so einiges auf mich zu, aber nehmen wir nur mal das letztgenannte heraus, die Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen, die bei mir extrem ist. Alleine das für sich genommen würde ich keinem Menschen zumuten wollen. Das ist so etwas, über das man leicht hinweglesen kann, nach dem Motto: Ja was soll denn daran so schlimm sein? Ich kann es in gewisser Weise sogar verstehen, wenn jemand so reagiert. Deshalb empfehle ich zur Empathiegewinnung folgendes: Stelle dir vor, jedes Geräusch, dass du hörst, ist drei mal lauter als du es jetzt wahrnimmst. Also jedes Auto, das vorbeifährt, jeder Mensch, der laut spricht oder gar brüllt, jeder Hund, der bellt, jedes Flugzeug, das vorbeifliegt, jeder Fernseher/Radio, der läuft, jeder Rasenmäher, der läuft, jede Tür, die zuknallt, drei mal so laut wie bisher und das 24/7 und für immer. Lust darauf? Und das alles nur als eines von Dutzenden Symptomen. Das ist es eben, was sich alles hinter einem Standardbegriff wie Depression verbirgt. Natürlich hat nicht jeder alle Nebensymptome, und auch ich habe nur einige der oben genannten, zum Glück, denn jedes weitere wäre eben ein weiterer Faktor, der irgendwann dazu führen würde, dass das Leben nicht mehr lebenswert wäre. Und das führt eben wieder zur oben genannten Idee von einem Recht auf den Tod, über das sich nur Menschen Gedanken machen, die erahnen können, dass es gar nicht mehr sooo viel braucht, damit das Leben unerträglich wird.

Aber natürlich weiß ich, dass deine Frage letztlich darauf hinausläuft: Inwiefern könnte ich mein Leben ändern, um meine Situation zu verbessern? Diese Frage ist sicherlich berechtigt und sie ist nicht leicht zu beantworten. Denn wie ich ja oben schon geschrieben habe, ist es bei mir so, dass fast alle Energie für die Erhaltung des Status Quo drauf geht, und noch mal: Ich weiß, dass das auch bei gesunden Menschen oft so ist, ja man könnte argumentieren, dass das eben das Leben ist. Aber: Auf einer Skala von Minus 10 bis Plus 10 liegt mein Status Quo bei Minus 7, während er beim Durchschnittsmenschen bei Null liegt. Und das ist eben der entscheidende Unterschied. Ich habe im Laufe der Jahre ein sehr ausgeklügeltes System entwickelt, bestehend aus ganz bestimmten Schlafrhythmen, Arbeitszeiten, körperlicher Betätigung an der frischen Luft, sehr genau eingehaltenen Essenszeiten und vieles, vieles mehr, dass es mir ermöglicht auf meiner Minus 7 zu bleiben und nicht weiter abzusacken. Jede Änderung dieser Abläufe kann fatale Auswirkungen haben, die in keiner Weise vorhersehbar sind. Es muss nicht sein, aber es kann sein. Natürlich gibt es immer wieder mal Störungen dieser Abläufe, ist ja ganz klar, und manchmal kann ich das wegstecken, manchmal ist es aber auch eine Katastrophe und bringt mich völlig aus dem Konzept. Dann rutsche ich in Richtung Minus 8 und erahne erst, wie schlimm es dort sein würde. Denn die Unterschiede zwischen zwei Zahlen sind auf dieser Skala gewaltig. Daher: Veränderungen sind ein zweischneidiges Schwert. Natürlich ist Leben immer auch Veränderung und auch mein Dasein kann nicht statisch sein. Aber die Veränderungen finden bei mir über sehr lange Zeiträume statt, damit ich jeden Schritt in meine lebenswichtige Routine einfügen kann, ohne dass er das Gesamtsystem ins Wanken bringt.
 
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So gesehen sind in meinen Augen psychisch Kranke eine Art Weicheier...

Tja, falls du meine Erläuterungen im vorangegangenen Beitrag gelesen hast, kannst du sicher verstehen, dass ich diese deine Aussage in keiner Weise ernst nehmen kann. Sie enttäuscht mich sogar sehr, weil du doch sonst so tiefsinnig bist in deinen Beiträgen. Böse bin ich dir deshalb aber nicht, denn ich weiß, dass solche Sprüche nur aus Unwissenheit heraus entstehen. Meine eigene Erfahrung und die Erfahrung unzähliger anderer Menschen steht im krassen Widerspruch zu deiner oberflächlichen und geschmacklosen Aussage. Ich weiß zu 100%, dass du deine Meinung ändern würdest, wenn du eine Woche lang psychisch krank wärst. Wahrscheinlich würde schon ein Tag reichen, vielleicht sogar eine Stunde.
 
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Chris an Giacomo:
...empfehle ich zur Empathiegewinnung folgendes: Stelle dir vor, jedes Geräusch, dass du hörst, ist drei mal lauter als du es jetzt wahrnimmst.
Stell Dir vor, dies erinnert mich spontan an die Fernsehserie mit dem unglaublichen HULK.

Meines Erachtens hat man Dir - zur "Vorspiegelung einer Empathiegewinnung"- - einen Bären aufgebunden.

Und Du fällst als Sensibelchen auch noch auf einen solchen Bärendienst aus dem Weltraum leichtgläubig herein: Jeder Weltenraum, das ist ganz natürlich, pfeift jeweils zeitnah "immer aus dem letzten Loch", wenn der Raum dabei ebenfalls immer kleiner wird und sich freiwillig komprimiert - oder kompromittierend selbst widerstandsbehaftet potentialverstärkend (entgegen-)wirkt.

Nicht zu fassen, wie Du Dich als Selbstverstärkerteleskop auch noch sinnlich "als Pfeife" missbrauchen lässt. :mad:

Sorry für meine drastisch gewählten Worte, aber es wird Zeit, dass Du die wahren Gründe für einen möglichen "außerirdischen" Tinnitus irdisch zu neutralisieren lernst...und die Vorspiegelung einer >> Empathiegewinnung << bitte als Fake erkennen mögest.

Bernies Sage (Bernhard Layer)
 
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