• Willkommen im denk-Forum für Politik, Philosophie und Kunst!
    Hier findest Du alles zum aktuellen Politikgeschehen, Diskussionen über philosophische Fragen und Kunst
    Registriere Dich kostenlos, dann kannst du eigene Themen verfassen und siehst wesentlich weniger Werbung

Parmenides - Das Problem des Seins

AW: Parmenides - Das Problem des Seins

eben nicht die Sprache

die Sprache ist viel zu schwach

warum sind die ganzen ontologischen Texte so schwierig zu lesen und zu verstehen?
weil die indogermanische Sprache hinkt​

und warum finden die Sophisten ihre Dummen?
weil sie sprachbezogen, aber denkfaul* argumentieren

*denken = fühlen, denken, handeln (in dieser Reihenfolge)​

ein Richter spricht Recht - die Gesetze sind letztendlich nichtig

1) 'Gesetze' des SEINS wären dynamisch festgeschrieben

wer etwas tut, muss dafür einen Ausgleich schaffen

zumal jeder Mensch allein dadurch, daß er existiert, in seine Umwelt (SEIN) eingreift​

2) Rechtsprechung hat mit der Rekonstruktion des Tatherganges (GENESE)
zu tun

3) viele Gesetze haben eine Präambel oder eine Einleitung,
in welcher der SINN des Gesetzes erklärt wird

die Paragraphenreiterei ist eine Unsitte der Rechtsverdreher, die im Widerspruch zu diesen Texten steht

4) der Sinn ergibt sich aus der Genese des Gesetzes
(das Gesetz steht für eine bestimmte Phase im Zuge der Evolution des Rechts)
 
Zuletzt bearbeitet:
Werbung:
AW: Parmenides - Das Problem des Seins

eben nicht die Sprache

die Sprache ist viel zu schwach

warum sind die ganzen ontologischen Texte so schwierig zu lesen und zu verstehen?
weil die indogermanische Sprache hinkt​

und warum finden die Sophisten ihre Dummen?
weil sie sprachbezogen, aber denkfaul* argumentieren

*denken = fühlen, denken, handeln (in dieser Reihenfolge)​



1) 'Gesetze' des SEINS wären dynamisch festgeschrieben

wer etwas tut, muss dafür einen Ausgleich schaffen

zumal jeder Mensch allein dadurch, daß er existiert, in seine Umwelt (SEIN) eingreift​

2) Rechtsprechung hat mit der Rekonstruktion des Tatherganges (GENESE)
zu tun

3) viele Gesetze haben eine Präambel oder eine Einleitung,
in welcher der SINN des Gesetzes erklärt wird

die Paragraphenreiterei ist eine Unsitte der Rechtsverdreher, die im Widerspruch zu diesen Texten steht

4) der Sinn ergibt sich aus der Genese des Gesetzes
(das Gesetz steht für eine bestimmte Phase im Zuge der Evolution des Rechts)

Scilla, Deine Naivität ist entweder gespielt oder „aufgesetzt“;

Gesetze sind menschliche Unzulänglichkeiten, genau so wie deren notwendig werdende Taten um die selben Gesetze einzusetzen zu können um Macht auszuüben.

(z. B.: künstlich erzeugte Armut um die Bevölkerung zu kriminalisieren)

Alles eine Frage der Macht in einer menschlichen Gemeinschaft, so wie ein Mörder und sein Henker nur aus der jeweiligen Position in der Gesellschaft heraus sich determinieren und unterscheiden, sind Macht und Recht Prämissen einer ausschließlich durch Waffengewalt und Terror untermauerten Ordnung, nicht mehr und nicht weniger.

Gericht und Polizei begehen ihre (Un-) Taten eben „legal“, weil die menschliche Gemeinschaft deren ausübenden Terror fürchtet und Nachahmer (Du nennst sie Verbrecher) letztendlich nur deshalb belangbar werden, weil wiederum deren soziale Netzwerke und technischen Einrichtungen nicht die Qualität ihrer Vorbilder, der Polizei und Justiz haben.

Nur eine Frage der Regie, der Beleuchtung, der Mediengewalt, wer dann als „gut“ oder „schlecht“ dasteht, das hat Gorgias (zumindest für mich) damit bewiesen.

Deshalb wird dem „Glauben“ im Rechtsstaat dermaßen Bedeutung gegeben (Platon setzte auf Häresie die Todesstrafe), denn man muss auch gläubig (oder dumm) sein, um sich einem Richter oder einem Polizeibeamten anzuvertrauen.

Gruß
K. M.
 
AW: Parmenides - Das Problem des Seins

Hallo K. M.,

Genau das Du eben beschreibst, ist Sinn und Zweck gorgianischer Lehre; als solche gilt: keine Beweisführung ist richtig, aber auch nicht falsch. [...] Gorgias „hebt“ den sogenannten „Realzustand“ in einen sprachlichen Zustand (- und stellt ihn, den Zustand dann in Frage)
[...]
Diese Verlagerung, nennen wir es ursächlich: der „Realität“ (was immer das ist) in eine sprachliche Ausdrucksform, also transformiert in ein Medium, beinhaltet laut Gorgias immer auch einer Modifikation, darin sieht er, Gorgias, den Haken an der sogenannten „Wahrheit“ (was immer das ist).

Besten Dank für die Verdeutlichung.

Das heißt also, dass hier eine Meta-Abgrenzung stattfindet: das Verlagern der "Realität" (des "Realzustandes" in den "sprachlichen Zustand") kann nur dann erfolgen, wenn beide Zustände (real wie sprachlich) - von einer Metaebene aus behauptet - wiederum beide real sind.

Wenn Du den Text: Über das Nichtseiende“ liest, erkennst Du zwar den (von Gorgias beabsichtigten) Unsinn, aber widerlegen kannst Du ihn nicht; das „Werkzeug“ der Sprache reicht nicht aus, immer wieder kannst Du mit einem Dementi kontern.

Es ist sicherlich richtig, dass jemand, der sich hermetisch in sein Denken abkapselt, kaum zu widerlegen ist. Schließlich muss man anmerken, dass Behauptungen, die keinen phänomenalen Bezug aufweisen (wollen) und also allein mit sprachlichen Mitteln operieren, stets kontingenten Charakter haben und von daher wäre es sowieso sinnlos, hier Widerlegungsversuche zu unternehmen.

Das Übel dabei ist, dass man meist schlecht oder spät erkennt, wie ein Sprecher spricht: ob er vornehmlich bezugslos mit Worten hantiert und sich somit aus der Verantwortung zieht, oder ob er die Worte dazu nutzt, etwas aufzuzeigen. Aber: da i.d.R. beide Sprecher zumindest vorgeblich von etwas sprechen, greifen sie im Grunde auf die gleiche (behauptete) Realität zurück und das wiederum lässt nachprüfbar werden, ob hier bloße Rhetorik (Schein) oder doch eine verbindliche Redeform gegeben ist. Dazu muss die behauptete Realität nicht theoretisch erkannt werden, es reicht vermutlich aus, dass das sprachlich Beschriebene intersubjektiv (und damit als Phänomen) nachvollzogen werden kann.

Wenn man jedoch diesen Part des Beweisens von Anfang an nicht berücksichtigt, dann bleibt der Prozess der Wahrheitsfindung in der Tat unvollständig.

Somit wird „Wahrheit“ auch ein Wettstreit, wer nun der bessere Rhetoriker ist, der Sache selbst oft weit entfernt, hebt der sogenannte „reale Umstand“ wie ein Raumschiff ab, in sprachliche Gebilde. Die beste Unterhaltung liefern Fußnoten in Gesetzesbüchern, diese Geschwülste an grammatischer Wortausreizung bestätigen für mich auch Gorgias Theorie: dass Recht von Sprache und Auslegung nicht zu trennen und äußerst fragwürdig ist.

Wie schon gesagt: das, was "Wahrheit" hierbei meint, ist womöglich verbindungslos zu dem, was der Begriff in phänomenaler Bezogenheit aufzeigt. Das ist zwar ein Problem, welches stets berücksichtigt werden muss, aber nun daraus herzuleiten, dass das "Recht" ebenfalls keinen Bezug zur präreflexiven Gegebenheit nimmt, das halte ich für vorschnell. Und es mag ja so sein, dass es schwer bis unmöglich ist, reale Begebenheiten und Erfordernisse qua Schrift zu fixieren, weshalb die Juristenprosa oftmals schwer lesbar erscheint. Aber all das zeigt doch nur das schon erwähnte Problem auf, nämlich dass Gesetze zwar verbindliche Leitfäden sein sollen, im Grunde jedoch von Menschen aus dem Leben auf das Leben konzipiert werden und dadurch in einem ständigen Prozess der Veränderung begriffen sind, der sich durch sprachliche Mittel oftmals nicht genügend darstellen lässt.

So gesehen ist nichts schlimm daran, dass das Recht/Gesetz immer auch fragwürdig ist. Wenn man diese Fragwürdigkeit als fundamentales Problem ansieht, dann vielleicht deshalb, weil man der Idee anhängt, dass es eine absolute und letzte Wahrheit geben müsse.

Es grüßt,

Philipp
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Parmenides - Das Problem des Seins

sind Macht und Recht Prämissen einer ausschließlich durch Waffengewalt und Terror untermauerten Ordnung

das ist eine rhetorisch aufgesetzte Argumentation,
da sie auf einen Unrechtsstaat hindeutet

durch die Weite der Erdoberfläche (Wilder Westen)
und durch die Möglichkeit, in Städten,
in einer künstlichen Umwelt fernab der Umweltrealität zu leben,
hält sich ein derart 'entfremdetes' Gesetz

glücklicherweise ist mittlerweile die Erde dicht besiedelt
und glücklicherweise sind die Umweltprobleme kurz davor
als Nebeneffekt den erwünschten Haupteffekt in den Schatten zu stellen

vergiss also Deine Argumentation
und werde aufrichtig

(z. B.: künstlich erzeugte Armut um die Bevölkerung zu kriminalisieren)

genau das [kaputte Umwelt] strebst Du an!

Du bettelst förmlich danach,
von einer Gang eingeschüchtert zu werden

zahlt Du bereits Schutzgeld?
 
AW: Parmenides - Das Problem des Seins

das ist eine rhetorisch aufgesetzte Argumentation,
da sie auf einen Unrechtsstaat hindeutet

durch die Weite der Erdoberfläche (Wilder Westen)
und durch die Möglichkeit, in Städten,
in einer künstlichen Umwelt fernab der Umweltrealität zu leben,
hält sich ein derart 'entfremdetes' Gesetz

glücklicherweise ist mittlerweile die Erde dicht besiedelt
und glücklicherweise sind die Umweltprobleme kurz davor
als Nebeneffekt den erwünschten Haupteffekt in den Schatten zu stellen

vergiss also Deine Argumentation
und werde aufrichtig



genau das [kaputte Umwelt] strebst Du an!

Du bettelst förmlich danach,
von einer Gang eingeschüchtert zu werden

zahlt Du bereits Schutzgeld?

Scilla, im Unterschied zu Dir, glaube ich weder an einen Rechts- noch an einen Un- Rechtsstaat; Es regiert, wer sich brutaler und effizienter der Zeit eben angepasst als Regierung durchsetzt, - ob die ausübende Gewalt vordergründig, oder mit subtileren Mitteln Anwendung findet, ist irrelevant.

Staat ist immer Gewalt.

Im alten Aegypten ereichten erfolgreiche Pharaonen mit dem: „fruchtbringenden Chaos“ (in erster Linie durch Migration) am Staat mehr „Wachstum“; vollkommen gleich welches Elend daraus erwuchs, denn der Staat hat dann „alle Hände“ voll zu tun, stärkt sich selbst mit strengeren Gesetzen, mehr Polizei, dadurch auch mehr Autorität und einer Heerschar von Beamten; die Bevölkerung selbst (auch Migranten), hat (haben) nichts davon, nur die Abgaben werden mehr. (Platon verwendete den Vergleich mit einem abgeschmeckten Eintopfgericht /mehrerer Zutaten – also Volksgruppen/ - wobei der Koch/ - also die Beamten, - kräftig umrühren; also eine Volksgruppe gegen die andere geschickt ausspielen und jeden einzelnen damit unterwerfen);

Und da ist: künstlich erzeugte Armut um die Bevölkerung zu kriminalisieren, um Druck auszuüben das Um- und Auf für Machterhalt der regierenden Beamten im Staat.

Schutzgeld zahlt jeder mit seinen Abgaben (Staatsterror an der eigenen Bevölkerung kostet auch Geld)

Gruß
K. M.
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Parmenides - Das Problem des Seins

Hallo K. M.,



Besten Dank für die Verdeutlichung.

Das heißt also, dass hier eine Meta-Abgrenzung stattfindet: das Verlagern der "Realität" (des "Realzustandes" in den "sprachlichen Zustand") kann nur dann erfolgen, wenn beide Zustände (real wie sprachlich) - von einer Metaebene aus behauptet - wiederum beide real sind.



Es ist sicherlich richtig, dass jemand, der sich hermetisch in sein Denken abkapselt, kaum zu widerlegen ist. Schließlich muss man anmerken, dass Behauptungen, die keinen phänomenalen Bezug aufweisen (wollen) und also allein mit sprachlichen Mitteln operieren, stets kontingenten Charakter haben und von daher wäre es sowieso sinnlos, hier Widerlegungsversuche zu unternehmen.

Das Übel dabei ist, dass man meist schlecht oder spät erkennt, wie ein Sprecher spricht: ob er vornehmlich bezugslos mit Worten hantiert und sich somit aus der Verantwortung zieht, oder ob er die Worte dazu nutzt, etwas aufzuzeigen. Aber: da i.d.R. beide Sprecher zumindest vorgeblich von etwas sprechen, greifen sie im Grunde auf die gleiche (behauptete) Realität zurück und das wiederum lässt nachprüfbar werden, ob hier bloße Rhetorik (Schein) oder doch eine verbindliche Redeform gegeben ist. Dazu muss die behauptete Realität nicht theoretisch erkannt werden, es reicht vermutlich aus, dass das sprachlich Beschriebene intersubjektiv (und damit als Phänomen) nachvollzogen werden kann.

Wenn man jedoch diesen Part des Beweisens von Anfang an nicht berücksichtigt, dann bleibt der Prozess der Wahrheitsfindung in der Tat unvollständig.



Wie schon gesagt: das, was "Wahrheit" hierbei meint, ist womöglich verbindungslos zu dem, was der Begriff in phänomenaler Bezogenheit aufzeigt. Das ist zwar ein Problem, welches stets berücksichtigt werden muss, aber nun daraus herzuleiten, dass das "Recht" ebenfalls keinen Bezug zur präreflexiven Gegebenheit nimmt, das halte ich für vorschnell. Und es mag ja so sein, dass es schwer bis unmöglich ist, reale Begebenheiten und Erfordernisse qua Schrift zu fixieren, weshalb die Juristenprosa oftmals schwer lesbar erscheint. Aber all das zeigt doch nur das schon erwähnte Problem auf, nämlich dass Gesetze zwar verbindliche Leitfäden sein sollen, im Grunde jedoch von Menschen aus dem Leben auf das Leben konzipiert werden und dadurch in einem ständigen Prozess der Veränderung begriffen sind, der sich durch sprachliche Mittel oftmals nicht genügend darstellen lässt.

So gesehen ist nichts schlimm daran, dass das Recht/Gesetz immer auch fragwürdig ist. Wenn man diese Fragwürdigkeit als fundamentales Problem ansieht, dann vielleicht deshalb, weil man der Idee anhängt, dass es eine absolute und letzte Wahrheit geben müsse.

Es grüßt,

Philipp

Hallo Phillip!

Eigentlich teile ich Deine Ansichten, denn ich bin kein Anhänger der „absoluten Wahrheit“ als logischer Weise nicht zu erreichendes Ziel. Allerdings gestehst Du meiner Auffassung damit gegenüber auch ein, dass Autoritäts- und Rechtsanspruch im Staat immer Gewaltanwendung nicht nur nicht ausschließt, sondern als Wahrheitsanspruch, als dessen Findungsprozess die Mittel unbeschränkt legitimiert (bis dieses nicht zu erreichende Ziel erreicht wird).

In diesem Gedankenansatz überschneidet sich bildhaft Religion und Recht dahingehend, dass in beiden geistigen Konstrukten das von vornherein nicht erreichbare Ziel:

- zur einen im Religiösen: das Reich Gottes auf Erden komme

dem gegenüber deckungsgleich im Recht:

- dass die Erde mit allen Menschen aus einem Rechtsbegriff heraus sich als Einheit erkennt.

Ich denke, dass die Menschheit seit Jahrtausenden mit diesem Unfug sinnlos gequält wird und nur dazu dient, dem Herrschenden, oder der herrschenden Klasse moralisch wie materiell alle erdenklichen Mittel als deren Eigenwohl zu legitimieren.

Es grüßt
K. M.
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Parmenides - Das Problem des Seins

Hallo K. M.,

Hallo Phillip!

Eigentlich teile ich Deine Ansichten, denn ich bin kein Anhänger der „absoluten Wahrheit“ als logischer Weise nicht zu erreichendes Ziel. Allerdings gestehst Du meiner Auffassung damit gegenüber auch ein, dass Autoritäts- und Rechtsanspruch im Staat immer Gewaltanwendung nicht nur nicht ausschließt, sondern als Wahrheitsanspruch, als dessen Findungsprozess die Mittel unbeschränkt legitimiert (bis dieses nicht zu erreichende Ziel erreicht wird).

Inwiefern "gestehe" ich das ein? Ich sehe hier den schlüssig greifenden Zusammenhang nicht. Ich halte es für sehr problematisch, den "Rechtsanspruch im Staat" mit einem autoritativen Gewaltanspruch zu verbinden. Schließlich besagt nicht allein die sogen. 'Radbruchsche Formel', dass das positive Recht in erster Linie und noch vor allem Machtanspruch die Gerechtigkeit (und also Gleichheit) zu erstreben habe.

Dass das (die Gerechtigkeit) wiederum einen Idealzustand der völligen Interessengleichheit meinen kann, der in vielerlei Hinsicht problematisierbar ist und vor allem auch in der tatsächlichen Umsetzung große Probleme aufwirft, das ist nicht zu bestreiten. Aber es wäre gleichsam übereilt, solche Probleme als Beweis dafür herzunehmen, dass die Gewalt (die ja von den meisten Menschen nach Möglichkeit vermieden wird) ein legitimes Wahrheitsfindungsmittel darstellt. Das ist meines Erachtens eine sehr einseitige Ausrichtung.

In diesem Gedankenansatz überschneidet sich bildhaft Religion und Recht dahingehend, dass in beiden geistigen Konstrukten das von vornherein nicht erreichbare Ziel:

- zur einen im Religiösen: das Reich Gottes auf Erden komme

dem gegenüber deckungsgleich im Recht:

- dass die Erde mit allen Menschen aus einem Rechtsbegriff heraus sich als Einheit erkennt.

Diese Überschneidung zwischen Recht und Religion ist - wie Du es selbst erwähnst - vermutlich eine rein gedankliche (bildhafte) und nicht mehr. Sie basiert - ich sage das ganz offen - auf einem sehr engen Verständnis von Religion und Recht.

So behauptet diese Sichtweise, dass sich Religion wie Recht als einheitliches "geistiges Konstrukt" vorfinden lässt. Diese These ist jedoch sehr zweifelhaft, denn wenn man die Vielfalt an Rechtsformen und Phänomenen beäugt, dann gewinnt diese These gewiss nicht an Gewicht. Vielmehr ist zu vermuten, dass sich viele Konstrukte (Ideen) mit ähnlichen Zielsetzungen beschäftigen, nämlich ein ausgewogenes Miteinander aller Menschen in der Praxis zu verwirklichen.

Das heißt also: die Ideen (Konstrukte) sind sehr unterschiedlich und mitunter konträr angelegt, was wohl auch daran liegt, dass wir schlicht die Komplexität der Umwelt (des sozialen Gefüges), in der wir uns vorfinden, nicht ausreichend zu überschauen vermögen.

Man könnte also annehmen, dass das Recht das (bzw. ein) Mittel ist, mit dem der Mensch versucht, das zwischenmenschliche Miteinander befriedigend zu gestalten. Hierbei steht die Idee (resp. Ideologie) nicht am Ende, sondern bildet - so sehe ich das - in der Regel den vielfältigen Prozess der Überlegungen wider, die der Mensch unternimmt, um die soziale Wirklichkeit weitgreifend genug beeinflussen zu können.

Was ich stattdessen am Ende vermute, das ist nicht mehr als ein Gerechtigkeitsgefühl, welches - das will ich nicht ausschließen - eine Grundlage in der evolutiven Entwicklung des Menschen haben mag und in den wohl meisten (wenn nicht gar allen) Gesellschaften - trotz der Vielfalt an Traditionen und Lebensformen - sich darin manifestiert, dass Kriege und Gewaltkonflikte stets - wenn auch mitunter permanente - Randerscheinungen sind.

Ich denke, dass die Menschheit seit Jahrtausenden mit diesem Unfug sinnlos gequält wird und nur dazu dient, dem Herrschenden, oder der herrschenden Klasse moralisch wie materiell alle erdenklichen Mittel als deren Eigenwohl zu legitimieren.

Dies impliziert, dass es einen obersten Quälgeist gibt, der die Menschheit seit Anbeginn unterjocht und versklavt: "den Herrschenden". Aber wer soll das sein? Das hieße doch, dass es typischerweise (generationenübergreifend) die Opfermenschen gibt und demgegenüber die Tyrannen.

Das ist meines Erachtens ein stark simplifiziertes Konstrukt, das der sozialen Wirklichkeit nicht gerecht wird. Hier wird nämlich allein ein Gesellschaftsphänomen (in dem Fall die Autokratie) herausgegriffen und einfach behauptet, dass das die Grundlage des menschlichen Miteinanders sei, die letztlich jedes (auch aktuelle) politische Bemühen bestimme. Dabei ist doch wesentlich plausibler davon auszugehen, dass das lediglich eine mögliche Form des Miteinanders ist, die - das zeigt auch der Lauf der Menschheitsgeschichte - in vielerlei Hinsicht durch andere Gesellschaftsformen abgelöst wurde.

Schon die Differenz, die sich zeigt, wenn man Diktaturen (bspw. Nordkorea) mit Demokratien (bspw. Deutschland) vergleicht, lässt meines Erachtens sehr leicht deutlich werden, dass die Autokratie als System nicht mit autoritativen Randphänomenen vermengt werden sollte. Auch in einem Rechtsstaat leben viele Menschen miteinander, die ihre jeweils eigenen Interessen verfolgen und über verschiedene (intellektuelle) Möglichkeiten verfügen. Das bedingt (begünstigt) freilich immer auch einseitige autoritäre Strukturen und Machtkonstellationen, die aber in einer Demokratie durchaus problematisiert und reguliert werden können, in einem autokratischen System ist das eher nicht der Fall.

Beste Grüße,

Philipp
 
Zuletzt bearbeitet:
Werbung:
AW: Parmenides - Das Problem des Seins

Hallo K. M.,



Inwiefern "gestehe" ich das ein? Ich sehe hier den schlüssig greifenden Zusammenhang nicht. Ich halte es für sehr problematisch, den "Rechtsanspruch im Staat" mit einem autoritativen Gewaltanspruch zu verbinden. Schließlich besagt nicht allein die sogen. 'Radbruchsche Formel', dass das positive Recht in erster Linie und noch vor allem Machtanspruch die Gerechtigkeit (und also Gleichheit) zu erstreben habe.

Dass das (die Gerechtigkeit) wiederum einen Idealzustand der völligen Interessengleichheit meinen kann, der in vielerlei Hinsicht problematisierbar ist und vor allem auch in der tatsächlichen Umsetzung große Probleme aufwirft, das ist nicht zu bestreiten. Aber es wäre gleichsam übereilt, solche Probleme als Beweis dafür herzunehmen, dass die Gewalt (die ja von den meisten Menschen nach Möglichkeit vermieden wird) ein legitimes Wahrheitsfindungsmittel darstellt. Das ist meines Erachtens eine sehr einseitige Ausrichtung.



Diese Überschneidung zwischen Recht und Religion ist - wie Du es selbst erwähnst - vermutlich eine rein gedankliche (bildhafte) und nicht mehr. Sie basiert - ich sage das ganz offen - auf einem sehr engen Verständnis von Religion und Recht.

So behauptet diese Sichtweise, dass sich Religion wie Recht als einheitliches "geistiges Konstrukt" vorfinden lässt. Diese These ist jedoch sehr zweifelhaft, denn wenn man die Vielfalt an Rechtsformen und Phänomenen beäugt, dann gewinnt diese These gewiss nicht an Gewicht. Vielmehr ist zu vermuten, dass sich viele Konstrukte (Ideen) mit ähnlichen Zielsetzungen beschäftigen, nämlich ein ausgewogenes Miteinander aller Menschen in der Praxis zu verwirklichen.

Das heißt also: die Ideen (Konstrukte) sind sehr unterschiedlich und mitunter konträr angelegt, was wohl auch daran liegt, dass wir schlicht die Komplexität der Umwelt (des sozialen Gefüges), in der wir uns vorfinden, nicht ausreichend zu überschauen vermögen.

Man könnte also annehmen, dass das Recht das (bzw. ein) Mittel ist, mit dem der Mensch versucht, das zwischenmenschliche Miteinander befriedigend zu gestalten. Hierbei steht die Idee (resp. Ideologie) nicht am Ende, sondern bildet - so sehe ich das - in der Regel den vielfältigen Prozess der Überlegungen wider, die der Mensch unternimmt, um die soziale Wirklichkeit weitgreifend genug beeinflussen zu können.

Was ich stattdessen am Ende vermute, das ist nicht mehr als ein Gerechtigkeitsgefühl, welches - das will ich nicht ausschließen - eine Grundlage in der evolutiven Entwicklung des Menschen haben mag und in den wohl meisten (wenn nicht gar allen) Gesellschaften - trotz der Vielfalt an Traditionen und Lebensformen - sich darin manifestiert, dass Kriege und Gewaltkonflikte stets - wenn auch mitunter permanente - Randerscheinungen sind.



Dies impliziert, dass es einen obersten Quälgeist gibt, der die Menschheit seit Anbeginn unterjocht und versklavt: "den Herrschenden". Aber wer soll das sein? Das hieße doch, dass es typischerweise (generationenübergreifend) die Opfermenschen gibt und demgegenüber die Tyrannen.

Das ist meines Erachtens ein stark simplifiziertes Konstrukt, das der sozialen Wirklichkeit nicht gerecht wird. Hier wird nämlich allein ein Gesellschaftsphänomen (in dem Fall die Autokratie) herausgegriffen und einfach behauptet, dass das die Grundlage des menschlichen Miteinanders sei, die letztlich jedes (auch aktuelle) politische Bemühen bestimme. Dabei ist doch wesentlich plausibler davon auszugehen, dass das lediglich eine mögliche Form des Miteinanders ist, die - das zeigt auch der Lauf der Menschheitsgeschichte - in vielerlei Hinsicht durch andere Gesellschaftsformen abgelöst wurde.

Schon die Differenz, die sich zeigt, wenn man Diktaturen (bspw. Nordkorea) mit Demokratien (bspw. Deutschland) vergleicht, lässt meines Erachtens sehr leicht deutlich werden, dass die Autokratie als System nicht mit autoritativen Randphänomenen vermengt werden sollte. Auch in einem Rechtsstaat leben viele Menschen miteinander, die ihre jeweils eigenen Interessen verfolgen und über verschiedene (intellektuelle) Möglichkeiten verfügen. Das bedingt (begünstigt) freilich immer auch einseitige autoritäre Strukturen und Machtkonstellationen, die aber in einer Demokratie durchaus problematisiert und reguliert werden können, in einem autokratischen System ist das eher nicht der Fall.

Beste Grüße,

Philipp

Hallo Phillip!

Ich bezog meinen Vergleich auf Dein Statement:
.......... So gesehen ist nichts schlimm daran, dass das Recht/Gesetz immer auch fragwürdig ist. Wenn man diese Fragwürdigkeit als fundamentales Problem ansieht, dann vielleicht deshalb, weil man der Idee anhängt, dass es eine absolute und letzte Wahrheit geben müsse......... (Nr.: 73)

Ich leitete (vielleicht irrtümlich) eine „nicht absolut letzte Wahrheit“ als Deine Schlussfolgerung im Diskurs ab.
--------------------------------------------------------------------------------------------------


Denn diese ("die letzte Wahrheit“) halte ich meinerseits für einen vollkommenen Unsinn (und für nicht möglich, außer man ist gläubig) deshalb:

Wahrheitsansprüche (Plural) sind immer dem jeweils befindlichen Kulturkreis verschieden (man denke nur an Gesetze, wo das eine erlaubt und förderlich scheint, gilt dasselbe Verhalten in einem anderem Kulturkreis als verboten und verwerflich);

Der historische Zeitrahmen: was damals so gehandhabt wurde, gilt heute genau umgekehrt (gemessen an einer Vielzahl an Gesetzen)

Dementsprechend gibt es eine Unzahl an Wahrheiten- und Ansprüchen darauf, - weil Wahrheit nicht nur als moralische Instanz, sondern im rechtlichen Sinne der Wahrheitsbegriff unzertrennbar mit Richtigkeit auch in der Rechtsauffassung- und Handlung wird und unweigerlich damit zusammenhängt

Ein Gericht kann nicht unwahr handeln, auch kein Richter, - Wahrheit ergibt sich infolge aus der Richtigkeit- sprich dem Recht- der Rechtshandlung (nicht umsonst auch der selbe Wortstamm: richtig und recht)

Damit wird „Wahrheit“ immer auch zum sozialen Faktor, also: „wie viel Wahrheit man sich (auch finanziell) leisten kann“ – und diese Wahrheit dazu noch mit dem jeweils politischen Konsens zusammen passt (oder nicht, je nach dem: wie wahr, oder wie un- wahr entschieden wird).

Wenn sich also etwas „bewährt“, dann „bewahrheitet“ es sich gewissermaßen auch; in beiden Worten ist nicht umsonst die „Währung“ (auch Geldwährung) also ein zu bewahrendes Gut, auch im materiellen Sinne beinhaltet.

Bei Wehrung (von z. B.: Wehrburg), bei sich wandelndem Vokal; wenn etwas „bewehrt“ wird, im militärischem Sinne, schließt sich irgend wann auch sprachlich der Kreis zum Wahrheitsbegriff im kulturellen Kontext im Laufe der Geschichte dieses Begriffs;

- der immer jeweils verschiedenen Kultur, - mit dem jeweils anderen, dem halt dazu passenden „Wahrheitsanspruch“:

Als Fundament der verschiedenen Wahrheiten setzt sich damit vorraussetzend zusammen (in jeder Kultur):

1. dem Militär, der Polizei
2. der Justiz, der Gerichtsbarkeit
3. dem Geld, dem wirtschaftlichen „Wahrheitsnutzen“
4. den Medien zur jeweiligen (kulturell- verschiedenen) „Wahrheitsverkündung“ (od. Wahrheitsverkündigung) in der Öffentlichkeit

Deshalb streben „Weltreligionen“ die Welteroberung (oder moderner: Globalisierung) auch an, um die eigene: „einzige Wahrheit“ (eben auch mit militärischen Mitteln) als für alle anderen (unterworfenen) Kulturen für gültig zu erachten.

„Wahrheitsanspruch“ ist (- sprüche sind) deshalb für mich immer mit Macht und (auch Waffen-) Gewalt verbunden –aus meiner Sicht ist der Begriff ("Wahrheit") deshalb: sehr relativ.

Damit auch kurz der Versuch der Unzertrennbarkeit von Religion und Recht darzustellen.

(dies auszuhebeln, haben sinnloser Weise die Nationalsozialisten und nahezu zeitgleich die Kommunisten versucht; deshalb gibt es kein „Recht“ ohne Kirche, dadurch hat im sog. „christlichen Kulturrahmen“ der Papst, wenn auch rein formal, das letzte Wort)

Tyrannen halte ich für jene, welche mit Waffengewalt gegen jede Meschlichkeit "ihr" Recht erkämpfen

Mit besten Grüßen
K. M.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben