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Die Verdrängung des Schattens und des Todestriebes

Dieses Thema im Forum "Psychologie" wurde erstellt von Chris M, 13. Juli 2021.

  1. Helmfried

    Helmfried Active Member

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    12. Mai 2021
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    135
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    Eisenach
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    Hallo Chris,
    Du suchst etwas hier was du hier nicht finden kannst. Du suchst unter verschiedenen Überschriften immer das Gleiche. Du suchst Antworten auf Fragen, über die du dir noch gar nicht richtig im Klaren bist. Du fülst dich getrieben, entwickelst eine zwanghafte Aktivität und hoffst eine Lösungzu finden oder wenigstens eine Textpassage, die dich erst einmal etwas beruhigt.

    Wenn ich krampfhaft auf der Suche bin und einsame Kämpfe austrage, bin ich auch in eine ganz spezifische Schwingungsebene geraten. Nun zeigen Untersuchungen, dass ein Problem nicht auf der Schwingungsebene gelöst werden kann, auf der es entstanden ist. Also muss ich raus aus dem Dunstkreis. Da ich diesen Weg hinter mir habe (und trotzdem gelegentlich rückfällig werde), weiß ich wie schwer das ist.
    Am Anfang muss dieser Schritt stehen (und daran komme ich leider nicht vorbei):
    ***Ich muss mich annehmen, so wie ich bin.***
    - Ich muss mich mit ´dem da´ im Spiegel anfreunden (weil im Grunde ist er ja gar nicht so verkehrt)
    - Ich muss mich nach und nach lieben lernen (vielleicht streichel ich mir mal über die Wange oder den Arm)
    - Ich muss mich verstehen lernen und muss mir verzeihen
    - Ich muss mich aus den Verstrickungen der Vergangenheit Schritt für Schritt lösen

    Wenn die Hindernisse und Schwierigkeiten im Leben (Ich lebe) auch groß sein mögen,
    sind die Möglichkeiten Im Sein (Ich bin oder wie du schreibst I am) ganz andere. Das Problem ist, ohne inneren Frieden ist dem Sein schlecht beizukommen. Du schreibst, das du metaphysich denkst, nur wäre das spirituelle Fühlen noch wesentlich besser, weil es dich immens entspannt.
    Jetzt wird mir gerade wieder bewusst, womit bei mir die Veränderung angefangen hat, sozusagen der Startschuss. Es war ein Buch von Peter Lauster: Lassen Sie der Seele Flügel wachsen. Das hat bei mir wirklich alles ins Rollen gebracht. Ich habe danach vieles viel, viel besser verstanden und konnte von da aus entkrampfter weitermachen. Falls es dich interessieren sollte, das Buch ist gebraucht (in gutem Zustand) für ca. 3 Euro im Netz zu erstehen.
    Ich weiß nicht, wie du zur Natur stehst. Ich bin sehr viel im Wald, dort komme ich auch oft unwillentlich in Meditationsnähe. Meine Atmung ist dort eine ganz andere und eine entspannhte Grundhaltung stellt sich immer recht bald ein. Ich habe auch ein paar Lieblingsstellen, die mir ein tiefes beglückendes Verbundenheitsgefühl schenken.

    Ich grüße dich * Helmfried
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Juli 2021 um 17:08 Uhr
  2. Helmfried

    Helmfried Active Member

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    135
    Ort:
    Eisenach
    Zitat von Chris M:
    Wozu all der Kampf, wenn man auf Erden fast nur leidet und dann ist alles vorbei. Dann gäbe es keinen Grund weiterzumachen und solche Leute, die in dieser Lage sind und keinerlei metaphysische Hoffnung haben, sollten daher meiner Meinung nach einen vereinfachten Zugang zu humanen Formen des Ablebens bekommen.

    Ich gebe mal vereinfacht wieder:
    Das Leben besteht hauptsächlich aus Kampf und Leid.
    Aus einer solchen Sicht heraus, entsteht vermutlich bald Frust und sicher auch Wut und alles andere als innere Ruhe.
    Hauptauslöser für solches Empfinden, ist das Gefühl, benachteiligt zu sein, den Eindruck zu haben, dass mir das Leben einiges vorenthält.
    Da taucht erst die Frage auf: ´Warum ichˋ und später die Überzeugung: ˋDas Leben ist nicht gerecht!ˋ
    Und soll ich dir was sagen: Das Leben ist nicht gerecht.
    Zudem bringt es auch nichts, nach Gerechttigkei zu suchen oder solche einzufordern.
    Der eine wird als bildhübsches Kind, kerngesund in einElternhaus geboren, in dem er geliebt und gefördert wird; der andere erwischt das ganze Gegenteil.
    Aber ob Glücksfall oder Arschkarte, beide müssen müssen ihr Leben meistern. Fast könnte man meinen, das Glück des einen, wäre das Unglück des anderen (sollte man aber so nicht sehen).

    * Ich ziehe den Text noch einmal hierher, weil ich oben in das Zitat hineinschrieb und es nicht zu sehen ist, wenn ich das Zitat nicht anklicke.
    Helmfried
     
  3. Chris M

    Chris M Well-Known Member

    Registriert seit:
    2. November 2014
    Beiträge:
    711
    Also, es ist definitiv so, dass ich immer einfach drauf los schreibe bei den metaphysischen Themen. Oftmals hat mich eine Frage - im Hintergrund - schon seit längerem beschäftigt und dann bricht sich das Thema plötzlich Bahn und es schießt geradezu aus mir heraus. Ich weiß meistens nur ganz grob, in welche Richtung es gehen wird und bin am Ende des Textes manchmal selber erstaunt "wo das jetzt alles herkam". Tatsächlich hat das ganze aber nur dann einen Effekt, wenn man weiß, dass jemand anderes das Resultat auch liest, es kommt nicht auf die Menge der Leser an, es reicht wenn ich eine Email oder eine PN an jemanden schicke, aber es muss das minimale Gefühl einer "Veröffentlichung" mitschwingen, sonst habe ich das Gefühl, ins Nichts zu schreiben. Es stimmt sicherlich, dass alle meine metaphysischen Fragen letztlich auf das selbe hinauslaufen. In meinen Augen ist es da hier: Was soll ich hier auf der Erde? Und das ist ausdrücklich nicht als Gejammer zu verstehen und auch nicht als eine rhetorische Frage, sondern ganz im Ernst: Wozu bin ich hier auf der Erde? Diese Frage ist meines Erachtens keineswegs offensichtlich zu beantworten.

    Ich muss sagen, dass dein Hinweis in einem vorherigen Beitrag:

    ... in den vergangenen Tagen ganz enorm an mir arbeitet. Im positivst möglichen Sinne. Da hast du mir auf jeden Fall einen wertvollen Schlüssel in die Hand gegeben, das spüre ich ganz klar. Und es erinnert mich auch an etwas, was mir ein anthroposophischer Arzt vor einigen Monaten sagte und was ich schon fast wieder verdrängt hatte im Alltag. Er sagte mir im Grunde das Gleiche, nur mit anderen Worten.

    Ich bin jeden Tag - wenn ich nicht arbeite - im Wald unterwegs und schätze die Natur sehr. Das war für mich schon immer eine Kraftquelle, ganz pragmatisch wegen der körperlichen Bewegung an der gesunden frischen Luft aber auch darüber hinaus im spirituellen Sinne.

    Ich sehe es so: Das Leben ist gerecht...

    ... aber nur, wenn man in mehreren Inkarnationen denkt. Am Ende gleichen sich alle positiven und negativen Erfahrungen aus.
     
  4. Helmfried

    Helmfried Active Member

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    135
    Ort:
    Eisenach
    Diese Sicht gefällt mir außerordentlich und ich würde sie auch sofort übernehmen, hätte sie nicht ein paar Schwachstellen.
    Es nutzt mir - in diesem Leben - nicht viel, wenn, in einem möglichen späteren Leben, die Vorzeichen und Lebensumstände vielleicht besser sein könnten.
    Die Frage, die sich mir da stellt, ist : ˋWer soll das regulieren?ˋ
    Da ich nicht an Gott oder ein anderes höheres Wesen glaube, und auch keine Jury vermute, die solche Gerechtigkeit schaffen könnte, kann ich diese Frage nicht beantworten.
    Ich bin seit längerer Zeit überzeugt, dass Gerechtigkeit (die von außen erwartet wird) für dieses oder spätere Leben eine fromme Hoffnung ist, die sich nicht erfüllen wird.
    Meine feste Annahme ist:
    Alles was dazu dienen kann, dem "danach" (wie das auch immer aussehen mag) eine gute Basis zu verschaffen, muss in diesem Leben "erarbeitet" werden.
    Ich bin überzeugt, dass der Sinn meines Lebens, auch davon abhängt, mit welchem Bewusstsein, ich diese körperliche Exitenz beende.
    Davon hängt die Qualität des SEINS ab. Ich lebe dann nicht mehr, ich bin nur noch.
    Diese nur noch meine ich keineswegs abwertend. Ich will damit sagen:
    Ich entscheide zu Lebzeiten ob dieses spätere **Ich bin** viel oder wenig, gelassen oder unruhig ist.
    Mit anderen Worten ist mein ganzes Leben auch (und nicht zuleletzt) eine Vorbereitung auf den Tod.
    Ich packe meinen Reisrerucksack jetzt (jeden Tag).
    Mit jeder Erkenntnis, mit jeder Annäherung an das Bewusstsein dieser Welt, beeinflusse ich, ob das was danach kommt, für mich Genuss, Ausgleich für vermeintlich Ungerechtes, oder auch pures Glück bedeutet.
    Mache ich meine Hausaufgaben nicht, nehme ich mich, im derzeitigen Zustand, mit hinüber.
    Wer voller (nicht überwundener) Zerrissenheit im SEIN bestehen muss, hat es vermutlich schwer.
    Ich glaube in diesem Zusammenhang, ist auch ein Selbstmord aus Verzweiflung, die denkbar schlechteste Lösung.
    Ganz anders ist eine Entscheidung für den Freitod, die mit innerem Frieden getroffen wird (weil durch schwere Krankheit und/oder Schmerzen die Lebensqualität verloren ging), zu betrachten.
    Deine Suche Chris ist eine ganz wichtige Phase, das bringt dich meilenweit (im Vergleich zur trägen Masse) nach vorn und ich bin mir sicher, dass du deinen Frieden finden wirst. Das wird noch Späne geben (ganz hört dieser Weg eh nie auf) aber du bist auf dem (deinen) Weg.
    Ich grüße dich * Helmfried
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Juli 2021 um 12:28 Uhr

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