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Warum wird Karl Marx heute von einigen immer noch verehrt?

Dennoch ergibt es durchaus Sinn, die Geschichte anhand der jeweiligen Ökonomie der Zeit zu beurteilen.
Klar, man sollte die Betrachtung nur nicht auf der Ebene festnageln. Denn dann ist man schnell wieder bei jenem Funktionalismus, unter dem wir aktuell alle leiden. Die ökonomische Betrachtung ist allgegenwärtig, auch dort wo sie nun wirklich nicht hingehört, wie z.B. im Gesundheitssystem. Absurd, wenn es bei einer Krankheit, Fragen der Bildung oder bei der Feuerwehr darum geht, ob es sich wirtschaftlich lohnt einzugreifen.
Von den Werten der Aufklärung sehr weit entfernt.
 
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Klar, man sollte die Betrachtung nur nicht auf der Ebene festnageln. Denn dann ist man schnell wieder bei jenem Funktionalismus, unter dem wir aktuell alle leiden. Die ökonomische Betrachtung ist allgegenwärtig, auch dort wo sie nun wirklich nicht hingehört, wie z.B. im Gesundheitssystem. Absurd, wenn es bei einer Krankheit, Fragen der Bildung oder bei der Feuerwehr darum geht, ob es sich wirtschaftlich lohnt einzugreifen.
Von den Werten der Aufklärung sehr weit entfernt.

Nun, diese Beispiele sind ja vielmehr ökonomische Bewertungen und nicht eine ökonomische Analyse historischer Prozesse, wie ich sie meinte.

Selbst der Zusammenbruch der sozialistischen Systeme in den späten 1980er Jahren war ökonomisch bedingt.
Die DDR brach zusammen, weil sie pleite war, seit Jahren schon, und sich in einer Art Zustand einer gesellschaftlichen Insovenzverschleppung befand. Der UdSSR gab am Ende die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl (1986) mit ihren erheblichen volkswirtschaftlichen Kosten den Rest.
 
Nun, diese Beispiele sind ja vielmehr ökonomische Bewertungen und nicht eine ökonomische Analyse historischer Prozesse, wie ich sie meinte.

Selbst der Zusammenbruch der sozialistischen Systeme in den späten 1980er Jahren war ökonomisch bedingt.
Man erzählt so dies und das, aber ich denke auch, dass ökonomische Faktoren sicher ein Teil des Bündels an Ursachen darstellten.
Ob der Kapitalismus nun am Ende, in der Krise oder in vollster Blüte ist, keine Ahnung, deutlich wird aber, dass er das Wohlbefinden in den entwickelten Teilen der Welt tendenziell eher nicht mehr weiter vergrößert, in wirtschaftlich noch unterentwickelten Teilen aber u.U. sehr wohl.

Wir erleben Einbußen des Wohlbefindens inmitten des Wohlstandes, in anderen Teilen läuft eine Vergrößerung des Wohlstandes mit einer des Wohlbefindens weiterhin nahezu parallel, wie früher bei uns. Setzt man aber nur auf eine schnelle Vergrößerung des weltweiten Wohlstandes, fliegt uns wohl tatsächlich nicht nur das Klima um die Ohren, so dass wir verschiedene Lösungen für verschiedene Teile der Welt brauchen und m.E. innerhalb einer Region ebenfalls verschieden gestrickte Ansätze für die unterschiedlichen Entwicklungsstufen.
Das scheint überraschenderweise auch der Sichtweise einiger Marxisten zu entsprechen.
 
Man erzählt so dies und das, aber ich denke auch, dass ökonomische Faktoren sicher ein Teil des Bündels an Ursachen darstellten.
Ob der Kapitalismus nun am Ende, in der Krise oder in vollster Blüte ist, keine Ahnung, deutlich wird aber, dass er das Wohlbefinden in den entwickelten Teilen der Welt tendenziell eher nicht mehr weiter vergrößert, in wirtschaftlich noch unterentwickelten Teilen aber u.U. sehr wohl.

Persönlich muss ich keine weitere Vergrößerung des Wohlbefindens haben, mir würde eine Bestandserhaltung des Wohlbefindens reichen.
Das sehe ich aber nicht, sondern vielmehr eine kontinuierliche Verringerung des Wohlbefindens, und zwar auch und gerade am Substanziellen.
 
Das sehe ich aber nicht, sondern vielmehr eine kontinuierliche Verringerung des Wohlbefindens, und zwar auch und gerade am Substanziellen.
Ja ich auch. Und die hilflosen Versuche, diesen Verlust, der m.E. auf einer Ebene von Sinn, Werten und Beziehungen liegt, durch ein Mehr an Wohlstand und eher oberflächlicher sozialer Bedeutung zu kompensieren.
Das muss man erklären und ändern.
 
Ja ich auch. Und die hilflosen Versuche, diesen Verlust, der m.E. auf einer Ebene von Sinn, Werten und Beziehungen liegt, durch ein Mehr an Wohlstand und eher oberflächlicher sozialer Bedeutung zu kompensieren.
Das muss man erklären und ändern.

Ich meinte durchaus eine Verringerung des ökonomischen Wohlstandes.
 
Das ist angesichts der Probleme, die genau dieser mit sich bringt eher eine gute Sache - leider trifft es ausgerechnet die am schlimmsten, die die größten Probleme damit haben und kaum diejenigen, denen es nicht weh tun würde.

Wenn sich jemand trotz Arbeit die kleinstmögliche Wohnung nicht mehr leisten kann, dann läuft etwas gewaltig schief. Und die Kritik an ein paar wenigen, die sich nunmehr ihr 10. Auto und ihre 2. Yacht kaufen ist dann auch keine Neiddebatte mehr.
 
Die Latte an den Wohlstand liegt m. E. sehr hoch. Sehen wir mal von finanziellem Reichtum ab.
Die meisten haben wesentlich mehr, als sie wirklich brauchen. Angefangen beim Kleiderschrank, bis hin zu übertriebenem "Dekoscheiß".

Vieles wird als Verlust an Wohlstand empfunden, den ich völlig anders definieren würde.
Wenn das Geld knapper wird, ist es dann Verlust an Wohlstand, wenn man sich nicht alle paar Monate neue Schuhe oder eine Lok für die Modelleisenbahn kaufen kann?
Wohlstand zeichnet sich für viele m. E. durch die Möglichkeit aus, viel konsumieren zu können. Vieles davon sehe ich eher als Frustkäufe, Konsumzwang.

Wegfall von Wohlstand wäre für mich allerdings. Wenn das Geld wirklich nicht mehr für die Befriedigung der Grundbedürfnisse reicht
(Wohnung, Essen, Strom, Heizung, Mobilität....)
Verlust von Wohlstand, wenn ich mich stärker als bisher einschränken muss. Z. B. seltener Restaurant, Theater, finanzielle Rücklagen aufbrauchen, auf Bioware verzichten.....

TM, die im "Wohlstandsverlust" auch eine Chance sieht zu hinterfragen, was man wirklich braucht
 
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