AW: Sprüche, Weisheiten, Zitate
Zu 1.:
Ich traue diesbezüglich eh' nur dem Dr.med. Karl JASPERS, der aus guten Gründen seinerzeit Professor der Philosophie geworden ist ...
Karl T. Jaspers ist bestimmt ein Vertrauen erweckendes Beispiel religiöser Philosophie, die auch schon gesteigerten Wert auf einen Menschen legt, der in freier, indivdueller, autonomer Wahl sich selber in der Alltagswirklichkeit bestimmt.
Doch ist sein philosophischer Gott, der gleich hinter jeder tranzendentalen Ecke des Nichtwissens (Nichtwissenkönnens) lauert

, nicht schon eine Form der Offenbarungsreligion welcher er eigentlich selber ablehnte?
Oder ist es NUR ein Zugeständnis an das zu begrenzte Menschenhirn, das für alles einen Grund herbeizitieren muss um etwas Metaphysisches zu verstehen?
Zu 3.:
Vertrauens-Gemeinschaften können aber nur sehr klein sein, vermute ich ...Aber auch hier geht Qualität vor Quantität !
Wenn Du mit
Qualität auch die Formensprachen des sprituellen Austausches meinst, bin ich bei Dir.
Genügen hierzu Liebe, Weisheit, Freiheit und Humor als allesdurchdringbare Transmitter?
Zu 5.:
Der
Dr. med.vet., zu dem die Haie
Vertrauen haben ...., falls die Haie überhaupt therapiebedürftig sind ....
Vom dekadenzfressenden Haifischbecken zurück zum Thema.
Ist die Anforderung des Menschen an (s)eine artgerechte Haltung als eine Voraussetzung der sinnerfüllten Lebensbewältigung für Viele durch Philosophie / Religion überhaupt zu kompensieren?
Vergleiche gewisser Auswirkungen von überreglementierten Stadtbewohnern mit Affen im Zoo erspare ich uns hier erst einmal.
Zu 7.:
Kannst Du bitte diesen Aspekt der
solitären Glaubensidentität noch etwas genauer ausführen ...
Die Glaubensidentität ist die unmittelbare Wirk-lichkeit der Religion, die Stätte ihrer Ein-Wirkung. Ebenso ist sie ihr Keim aus der sie hervorgeht.
Jeden Keimling wie auch immer zur Entfaltung und zur Blüte zu bringen ist eine anderes Prozedere, als eine reiche Ernte von sortenreinen Norm-Nutzpflanzen zu beabsichtigen.
Es projiziert keine Wahrheiten ungreifbar in den Himmel, sondern stellt den Menschen mit seiner persönlichen Frage des Lebens und des Todes in den Mittelpunkt.
Nur dort finden sich Wahrheiten ein wo und wie sie benötigt werden.
Auch jenseits deren Allgemeingültigkeit oder Mitteilbarbeit.
Was ja nicht bedeuten muss, dass es keine Wahrheiten sind.
Die Wirklichkeit im Einzelfall ist befreit von Kategorien und als einzigartige Gemengelage von Kausalitäten und ihren gegenseitigen Wechselwirkungen, grenzenlos eingebunden in einem Kosmos des Kaos.
Es gibt genügend Wahrheit, es reicht für alle

Jedem Geist die Medizin (Strukturierung des Kaos), die dieser zu seiner "Gesundung" benötigt.
Rechthaberei, einseitige Schuldzuweisung, Respektlosigkeit, Hackordnungshüterei etc. ständen auf der individualglaubensgemeinschaftlichen Abschussliste.
Am Beispiel meiner philosophischen Heilerfahrung wird es eventuell deutlicher.
Durch Lektüre von Ludwig Wittgensteins Texten fiel es mir wie eine Geröllhalde vom Herzen, dass es an dieser dämlichen Sprache (die er ja selber auf die Spitze trieb), mit ihren begrenzten Mitteln liegt und nicht an mir (aha! ... ehr im Gegenteil!?). Ich glaube es hat noch nie jemand so sehr über seine Texte gelacht wie ich seinerzeit.
Aus der Lektüre wurde Studium und ich versuchte es, statt mit Sprache, alternativ mit Mathematik ... was aber auch nicht so recht fruchtete, da die Geliebte von da an meine Liebesbriefe nicht mehr verstand

... aber das ist eine andere Geschichte ...
Was ich sagen wollte; bei der philosophischen Heilerfahrung ist es für den Einen Wittgenstein, für den Anderen Nietzsche, Jaspers, Camus ... usw.
Die eine Wahrheit die für alle gleich geistgesundent ist, gibt es nicht.
Daher die Perspektive der solitären Glaubensidentität bitte nicht aus den Augen verlieren oder gar an sich selber zweifeln.
Zu 8.:
Selbständig denkende, fragende Menschen haben immer zu tun...

...
Gruß,
moebius
Bestimmt vor lauter Langeweile?
lg Soliton