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Ist objektive Geschichtsschreibung möglich?

AW: Ist objektive Geschichtsschreibung möglich?

Wenn Du den Zeitraum des 1. Weltkrieges (1914-1918), den 2. W. (1939-1945) ansetzt mit der Pubertät Österreichs, dann wäre dieses Land, od. Kulturregion, (als Österreich) wie auch immer, sehr jung, dem ist nun wirklich nicht so.
Österreich hatte eine lange Kindheit, ja; da wir den Blödsinn des 1. und 2. Weltkrieges aber gemeinsam machten, war dies unser beider Pubertät, zu der jeder für sich zu stehen hat.

Liebe Grüße

Zeili
 
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AW: Ist objektive Geschichtsschreibung möglich?

Zitat von Zeilinger:

Österreich hatte eine lange Kindheit, ja; da wir den Blödsinn des 1. und 2. Weltkrieges aber gemeinsam machten, war dies unser beider Pubertät, zu der jeder für sich zu stehen hat.

Weise Dir, oder einer Gemeinschaft keine Schuld zu, für die Du nichts kannst, belastet nur unnötig kostet auch viel Geld (nie enden wollende Revisionsansprüche). Ich denke, die Geschichte ist nicht schuldig oder unschuldig, die Saurier starben weder schuldig noch unschuldig aus. Die historische Entwicklungsdynamik des Lebens kennt keine Schuldfragen, grausam aber wahr. Die sehr komplexen Vorgänge, welche zu den beiden Kriegen führten, kann man auf das Schuldverhalten, -auf einen "Schuldigen", auch als Staat nicht reduzieren. Im Prinzip, will niemand etwas schlechtes, es gilt nur, mit viel Verstand, den besten gemeinsamen Nenner zu finden!

Liebe Grüße
Kultus Maximus
 
AW: Ist objektive Geschichtsschreibung möglich?

Hallo Kultus!

Schuldzuweisungen sind in einer Debatte wirklich nicht hilfreich, da sie trennend wirken.
"Schuld" oder "Ursache und Wirkung" jedoch völlig relativieren zu wollen, ist auch nicht zielführend, sondern so, als ob man Buntwäsche mit Weißwäsche zugleich kochen will.
Es kommt was Verwaschenes dabei heraus, konturlos und farbschwach.
Soll so objektive Geschichtsschreibung aussehen?
Oder habe ich dich falsch verstanden?

Mit freundlichen Grüßen
Raphael
 
AW: Ist objektive Geschichtsschreibung möglich?

Hallo Raphael!

Zitat:
Schuldzuweisungen sind in einer Debatte wirklich nicht hilfreich, da sie trennend wirken.

Das mach' ich doch wirklich nicht!

Zitat:
"Schuld" oder "Ursache und Wirkung" jedoch völlig relativieren zu wollen, ist auch nicht zielführend, sondern so, als ob man Buntwäsche mit Weißwäsche zugleich kochen will.
Es kommt was Verwaschenes dabei heraus, konturlos und farbschwach.


also was jetzt? soll ich zuweisen, oder relativieren?


Zitat: Soll so objektive Geschichtsschreibung aussehen?
Oder habe ich dich falsch verstanden?

Ich denke, für die einen so, für andere vielleicht eben etwas differenzierter, je nach dem was Menschen vertragen und zumutbar ist. Deshalb spannt sich eben ein Bogen vom Märchen, den Mythen, Religionen, Romanen, Illustrieren, Filmen u. s.w. bis hin zu historischen Material. Ich habe mich nahezu 15 Jahre mit alter Geschichte beschäftigt und den "Täter" noch nicht gefunden. Was ich sagen will, je genauer Du Dich mit einer (historischen)Sachlage auseinandersetzt, desto komplexer erkennst Du, so gehe ich auch mit Informationen um, nicht alles für jeden.

Liebe Grüße
Kultus Maximus
 
AW: Ist objektive Geschichtsschreibung möglich?

Hallo Kultus!

Nein, hast du nicht (nämlich Schuld zugewiesen).
Ich aber auch nicht dir, dass du ... und so weiter.
Lies meinen ersten Satz, der ergibt doch einen ganz anderen Sinn, als den, den du ihm zuweist.
Na also!

Wenn wir mit der bewiesenen Sorgfalt geschichtliche Quellen studierten, na Servus, Abendland!
Die Objektivität, eh nicht vorhanden ist, ginge vollends flöten.

Oder ist mein Satz missverständlich gehalten?
Ich denke, nicht! Nicht: Ich denke nicht.

O Kultus!

Mit freundlichen Grüßen
Raphael,
der auch mal Gasthof mit Gustav velwechsert
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Ist objektive Geschichtsschreibung möglich?

Hallo Raphael!

Dein Vorwurf an mich, Zitat: Nein, hast du nicht (nämlich Schuld zugewiesen).

Meine Textquelle:
Weise Dir, oder einer Gemeinschaft keine Schuld zu

lies doch genau was ich verkünde!

Grüße Kultus Maximus
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Ist objektive Geschichtsschreibung möglich?

Hallo Kultus!

Nun, jetzt wird es lästig.

Du hast keine Schuld zugewiesen, ich habe das auch nie behauptet.
Ich habe in meinem Satz ja darauf hingewiesen, dass es nicht zielführend wäre, jemandem mit dem Schuldstab ständig auf die Finger zu klopfen. So ist ja nicht einmal ein Gespräch zu führen, geschweige denn die Auseinandersetzung um eine objektive Geschichtsschreibung.

Im Gegenteil, du relativiert, indem du nämlich keine Schuld zuweist, oder Schuld (=Verantwortung?!) abweist, ist die Sache für mich auch nicht in Ordnung, deshalb der Hinweis auf falsches Waschverhalten.

Lass uns doch lieber übers Nicht-Schuld-Zuweisen reden, was soll denn das bringen?!
Grau verwaschene Geschichtsbücher mit beliebig austauschbaren Inhalten?

Mit freundlichen Grüßen
Raphael
 
AW: Ist objektive Geschichtsschreibung möglich?

Hallo Raphael!

Gut, jetzt sind wir uns einig, niemand weist dem anderen Schuld zu.

Dein Zitat: Grau verwaschene Geschichtsbücher mit beliebig austauschbaren Inhalten?

Wie stellst Du Dir das vor?, Willst Du Kinder mit Scheußlichkeiten quälen, wo es einem den Magen umdreht?, -von Staatsmännern, Politikern, Armee, Polizei und Justiz, von deren alles Gräuel letztendlich kommt? (und nicht nur im 3. Reich)-und dann erklären dass man dem Staat und seinen Beamten vertauen, gehorchen und dienen soll? Das geht nicht, wurde alles versucht, verursacht Paranoia; zu kompliziert, zu komplex, deshalb Hänsel und Gretel, Film, Fernsehen und die Bibel, -wer es genau wissen will, bringt es ohnehin in Erfahrung denke ich, alles schön langsam.

Liebe Grüße
Kultus Maximus
 
AW: Ist objektive Geschichtsschreibung möglich?

Halo Kultus Maximus!

Ja, jetzt sind wir auf dem Punkt, auf dem es weh tut.

Ohne Schuld oder besser Verantwortung geht es nämlich nicht.
Nur sollte die eben nicht zugewiesen werden (da sie sonst reflexartig abgelehnt wird), sondern vielmehr freiwillig angesehen werden.

All den Grauslichkeiten der Vorfahren, denen müssen wir uns stellen.
Das ist meine Meinung.

"Das war vor meiner Zeit, geht mich nichts an...!", ist für mich keine befriedigende Haltung.

Mit freundlichen Grüßen
Raphael
 
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AW: Ist objektive Geschichtsschreibung möglich?

All den Grauslichkeiten der Vorfahren, denen müssen wir uns stellen.
Das ist meine Meinung.

"Das war vor meiner Zeit, geht mich nichts an...!", ist für mich keine befriedigende Haltung.
stimmt.....anders ist aufarbeitung schwer möglich.

doch dazu gehört letztlich auch irgendwann einmal die rehabilitierung der täter.
nach dem schuldeingeständnis der nachfahren der täter müsste dann einmal das verzeihen der nachfahren der opfer folgen.

erst dann wär der prozess einmal fertig.
erst dann tät sich in den herzen aller aktuell lebenden was ändern können.
erst dann wären die vorderen mit den lebenden vereint.

das schuldgeständnis allein (oder gar nur die schuldzuweisung) ist nur die halbe miete.
da tät sich nämlich nix wesentliches geändert haben.

weil das verzeihen fehlte.

liebe grüße
kathi
 
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