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Gott und Tod

gisbert:

die vielweltentheorie ist, was sie ist...eine theorie
noch dazu so eine, die nicht bewiesen und nicht widerlegt werden kann (die verschiedenen entstehenden universen sind getrennt, es kann keine information zwischen ihnen ausgetauscht werden, also kein anderes universum beobachtet, erfahren, wahrgenommen werden...über die existenz kann nur spekuliert werden)

du schreibst wieder, dass es ereignisse gibt, die tatsächlich zufällig sind
nun, da muss ich dich fragen: wie willst du unterscheiden, ob ein ereignis tatsächlich oder nur scheinbar zufällig ist ?

lg,
Muzmuz
 
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Muzmuz, das weiß ich nicht. Aber ich glaube (mal wieder... :D), dass meine logischen Ableitungen einleuchtend sind, oder? :zauberer1

Gysi
 
gisbert:

die ableitungen gehen von einer annahme aus, die (in meinen augen) durch nichts begründet ist
für mich stellt sich die frage nach richtigkeit der folgerungen erst, wenn die grundvoraussetzung (grundannahme) begründet ist
wenn die grundannahme daneben ist, ändern sämtliche noch so korrekten folgerungen nichts daran, das das gesamte nicht zutrifft
hier sehe ich das problem ;)

lg,
Muzmuz
 
Meinst du jetzt die Vielweltentheorie
oder
den "reinen" Zufall?

Die Vielweltentheorie geht von der Annahme aus, dass im zeit- und raumlosen Zustand unendlich viele Pixel-Kombinationen entstehen (die mindestens binär anlegt sein müssten. Was dann die Welten (Universen) entstehen lässt, das ist der Strang der Logik. Diese Sprache der Logik ist universell. Daher muss durch eine Zwangsentscheidung nach dem "reinen Zufall" ein komplett neues Universum entstehen. Aus dem Bottich der EWIGKEIT geschöpft geht das locker... ;)

Zum "reinen" Zufall selber kann ich nicht mehr sagen, um dich zu überzeugen. :dontknow:

Gysi
 
ja, die vielweltentheorie mit ihren folgerungen widerspricht nicht den empirischen daten, daher ist sie auch eine gültige theorie

voraussetzung ist jedoch eine annahme, die nicht bestätigt werden kann
daher ist es eine glaubensfrage, ob man ihr anhängt oder nicht
wie du weisst, bin ich da agnostisch ;)

lg,
Muzmuz
 
Wir glauben alle. Was ist schon, nach popperschem Kriterium, bewiesen?
Nur dieser "Glaube" muss Qualität haben. Die Qualität einer überzeugenden Deduktion - oder einer "nahe liegenden Spekulation".
Was ist "überzeugend", was ist "nahe liegend"? Logische Schlüsse, die ein geschlossenes Weltbild hergeben, sind auf jeden Fall überzeugender, als irgend etwas aus den Fingern Gesaugtes, das die bekannten Naturgesetze bricht (Wunder)...

Gysi
 
Man könnte sich auf eine Semantik einigen, dass Zufälle Entscheidungen sind, die nicht beobachtbar sind/beobachtet werden (denn die Aussage, etwas sei nicht beobachtbar, könnte ja auch mal empirisch widerlegt werden).
Schwer fällt dann offensichtlich die Annahme, dass die scheinbare Logik und Folgerichtigkeit aller Ereignisse nur eine Re-Konstruktion unseres Bewusstseins ist - und keine "höhere" Logik, kein "höheres" Bewusstsein braucht.
Wenn es für uns Sinn ergibt - wie kann dann kein Sinn "hinter dem Sinn" sein?
Aber das ist mehr ein psychologisches als ein philosophisches Problem. Das Puzzlespiel der Evolution ist beeindruckend, so sehr, dass wir es nicht Selektion und Zufällen überlassen wollen. Aber vernünftig ist dieser Drang nicht.
Der große Apologet der Vernunft, Kant, hat ja gezeigt, dass Gottesbeweise (sowie Gotteswiderlegungen) sinnlos sind. Und so dann auch Spekulationen über Parallelwelten oder holistisches Bewusstsein. Vernünftig in einem historischen Sinn wäre dann eher Muzmuz' Haltung - das Spekulieren und Nichtbeweisbare beiseite zu lassen und sich mit dem auseinanderzusetzen, das beobachtbar ist. Beim einen führt so eine Haltung zur Gelassenheit, andere suchen dann wieder Ersatz in neuen Spekulationen. Wie gesagt, eher ein psychologisches Problem.
 
Gisbert Zalich schrieb:
Logische Schlüsse, die ein geschlossenes Weltbild hergeben, sind auf jeden Fall überzeugender, als irgend etwas aus den Fingern Gesaugtes, das die bekannten Naturgesetze bricht (Wunder)...

Gysi
Ich stime zu, dass es da allerdings Abstufungen gibt - und man nicht darauf verfallen sollte, alles sei bloße Spekulation.
 
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Hallo!

in diesem fall habt ihr beide recht
die unschärferelation sagt aus, dass man etwas nicht absolut genau messen kann
das liegt nicht am menschen, sondern an der messung selbst (naturgesetz --> deine aussage)
das messen aber ist eine voraussetzung für den menschen, um etwas zu erkennen und danach vorhersagen zu treffen (unvollkommenheit des menschen --> benjamins aussage)

Ich weiß, dass die Unschärferelation allgemein so anerkannt wird. Mich persönlich befriedigt die Darstellungsweise bzw. Interpretation der Unschärferelation jedoch nicht.
Damit fahre noch auf sehr alten Gleisen. Ich glaube Einstein war wohl einer der letzten weit bekannten Physiker, die sich mit dieser Deutung nicht abgefunden haben. Und ich tue es auch nicht.
Die Ortsunschärfe basiert ja auf den Beobachtungen der Beugung eines Elektronenstrahls. Nimmt man Elektronen als Teilchen an, so ist die Beugung ein unerklärliches Phänomen. Die Elektronen weisen also auch Wellencharakter auf.
Stellt man sich nun vor, dass sich die Elektronen beugen, wenn sie durch den Spalt laufen, dann ergibt sich das Problem, dass man nicht vorhersagen kann, wo die einzelnen Elektronen hinlaufen, nachdem sie den Spalt verlassen haben.
Man kann nur anhand vieler beobachteter Elektronen eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit des Verlaufes eines einzelnen Elektrons abgeben. Würde man jedoch das Elektron von Anbeginn als Welle sehen, würde sich dieses Problem nicht stellen. Somit wäre die Ortsunschärfe eines Teilchens kein naturgemäßes Phänomen mehr.

Würde es mir möglich sein, meine obige Theorie irgendwie zu stärken, dann wäre diese für mich unbefriedigende Darstellung der Unschärferelation aus der Welt geschafft. Leider, hab ich noch keinen Weg gefunden dies irgendwie in Aussicht zu bringen.

Jedenfalls können wir weder die jetzige anerkannte Deutung der Unschärferelation noch meine Deutung beweisen bzw. widerlegen. Mit Bestimmtheit können wir jedoch die Möglichkeit offen halten, dass die Dinge letzen Endes doch genau vorhersehbar sind - auch wenn sich viele Physiker schon mit Wahrscheinlichkeiten abgefunden haben.
Ich bleibe da der Linie Einsteins treu und unterstreiche sie mit seiner Aussage: "Gott würfelt nicht."

Zitat von Gisbert Zalich
Aber es gibt die "reinen" Zufälle: Eine Konstellation von Bedingungen machen zwei (oder mehr) Folgewirkungen möglich! Was dann? Dann entscheidet der Zufall.

Wie kommst du auf das? Das leuchtet mir nicht ein. Würden tatsächlich mehrere Optionen offen bleiben, wer entscheidet dann welche Option eintritt? Du sagst der Zufall entscheidet?
Wie sollen wir uns diesen Zufall vorstellen? Der muss ja wieder nach einem bestimmten Prinzip ablaufen, da schließlich alle anderen Dinge auch ein genaues Prinzip haben. Wenn da jedoch ein Prinzip ist, dann ist da auch kein Zufall.
Wie kann also ein bestimmtes Ereignis eintreten, wenn andere Ereignisse genauso eintreten könnten? Warum sollte genau dieses dann eintreten?
Verstehst du?
Ein Ereignis kann nicht eintreten, wenn es keinen genauen Verursacher gibt. Eine bestimmte Ursache -> eine bestimmte Wirkung.
Halten wir einen Stein in der Hand und lassen los, so fällt er. Da gibt es keine zwischen Möglichkeiten. Die eine Ursache hat genau die eine Wirkung. Fällt der Stein nicht, so muss es auch dafür eine bestimmte Ursache geben. Möglich wäre, dass sich der Stein in Schwerelosigkeit befindet. Aber zufällig schwebt er ganz sicher NICHT!
Ich bitte somit um eine genauere Erläuterung. Denn mit deiner Erklärung kann ich mich noch nicht abfinden.

herzliche Grüße
Ben
 
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