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Friedrich Nietzsche - Der Wille zur Macht

Dieses Thema im Forum "Philosophische Literatur" wurde erstellt von Batavia, 5. September 2021.

  1. FreniIshtar

    FreniIshtar Well-Known Member

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    Darum in Anführungszeichen!
    -terrorisierten diesen Denker: Jahre!
    In "schwesterlicher Treue" gewann sie im Krieg mit -i h r e m-
    "Nietzsche und der Krieg"ein Vermögen für -i h r e n- "deutschen Sieg".
    Ihr "übermenschlicher" Heros war Benito Mussolini samt ihrem Hitler:
    "unserem angebeteten Führer"
    Sie wurde als Fälscherin entlarvt:
    https://www.diepresse.com/5596622/jedem-sein-nietzsche-die-macht-des-willens
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. September 2021 um 16:51 Uhr
  2. Borchert

    Borchert New Member

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    Terrorisiert hat ihn die Mutter nicht, auch nicht die Schwester. Letztere war nur etwas ungehalten über seine unterwürfige Zuneigung zur dominanten Lou Salome Anfang der 80er Jahre, über die sich die Geschwister entzweiten. Das, was du ansprichst, passierte ja erst nach dem Tode Friedrich Nietzsches. Sie war die Erbin und hat am Verkauf der Bücher gut verdient, was auch in Ordnung ist. Wem sie hierbei ideologisch nahestand, spielt keine Rolle, denn das ist ihre Privatsache. Fälscherin am Werkbestand, vor allem am "Willen zur Macht", ist sie nicht. In die überlieferten Briefe mag sie korrigierend eingegriffen haben (wen erfreut es schon, nachteilig erwähnt zu werden). Man berücksichtige aber auch, daß sie die meisten Briefe von den Adressaten zurückkaufte, so daß wir heute von Friedrich Nietzsche eine der größten Briefsammlungen überhaupt besitzen. Das wäre ohne das Handeln der Schwester undenkbar. Der "Wille zur Macht" ist von ihr jedenfalls nicht gefälscht worden, was die Forschung aber behauptet. Ich habe selber alle Aphorismen des WzM mit dem Nachlaß abgeglichen. Der Textbestand des WzM findet sich vollständig in Nietzsches Nachlaß.
     
  3. FreniIshtar

    FreniIshtar Well-Known Member

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    Stimmt!
    Doch!
    War Elisabeths Eifersucht!
    -wird von -anderen- Forschern als Tatsache gesehen.
    Halt: jedem das Seine!
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. September 2021 um 19:13 Uhr
  4. Borchert

    Borchert New Member

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    Das ist nicht bloße Eifersucht. Diese Lou Salome hat ein sehr wildes und wüstes Leben geführt, war an die 20 Jahre jünger als Friedrich Nietzsche, und hat mit ihm ihr Spielchen getrieben (das berühmte Foto mit der Peitsche). Die Schwester sah, daß ihr Bruder hier ins offene Messer läuft, und hat ihn deshalb gewarnt. Das halte ich für nachvollziehbar.

    Gerade eben nicht! Denn sofern der "Wille zur Macht" keine Fälschung ist - und das ist er nicht - kann man nicht sagen: jedem wie es ihm beliebt. Das geht einfach nicht!
     
  5. FreniIshtar

    FreniIshtar Well-Known Member

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    Dass diese affektierte Person nicht jedermann bevorzugte, ist
    nachvollziehbar. Aber, wie das leben schon spielt: "Die Seele
    ist ein weites Land"
    Und freilich war Elisabeth eifersüchtig: Das Nah-Verhältnis
    der Geschwister Nietzsche -seit Kindertagen!- ist bekannt.

    Nietzsche hatte sich längst von der kriegerischen Geisteshaltung
    distanziert - Sie aber 'verfälschte' bewusst seine Ansicht mit ihrem
    "Nietzsche und der Krieg" für ihre nationalsozialistische Gesinnung:
    Für ihren finanziellen Gewinn!

    Was Du zum Vergleich der verschiedenen Ausgaben WzM schreibst,
    mag ja stimmen!
     
  6. Borchert

    Borchert New Member

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    Heutzutage würde man sagen, Lou Salome war eine moderne Frau, indem sie ausschweifend gelebt hat. Zum Glück für Nietzsche, hat sie sich gegen ihn entschieden. Er war ihr dennoch verfallen. So spielt halt das Leben.
    Nie und nimmer! Je älter er wurde, desto kriegerischer war seine Geisteshaltung. Vom deutschen Nationalismus hatte er sich distanziert, nichts sonst.
    Daß die Schwester als Erbin am Verkauf der Nietzsche-Bücher gut verdient hat, ist eben so. Wer soll denn sonst dran verdienen, etwa die Heilsarmee? Ein Buch "Nietzsche und der Krieg" von ihr kenne ich nicht. Sie hat wohl Biographien und ähnliches geschrieben, das haben andere (z.B. Lou Salome) auch gemacht. Biographien sind aber immer subjektiv. Und das Urteil über solcherlei Darstellungen, ist erst recht subjektiv. Jemand, der nicht das darin findet, was er finden will, nennt sie eben einfach "Fälschung".
    Von verschiedenen Ausgaben des WzM spreche ich gar nicht, sondern nur vom Abgleich des offiziellen Nachlasses mit dem kanonischen WzM von 1906, der keine Fälschungen der Herausgeber erbrachte. Die einzige Textsequenz im WzM, die ich nicht im Nachlaß fand, sind zwei Sätze aus dem Aphorismus 212. Ich vermute jedoch, daß sie in irgendeiner Textvariante im Nachlaß vorhanden sind, ich sie nur noch nicht aufstöbern konnte. Die heutige Nietzsche-Forschung hält aber entschieden am Fälschungs-Charakter des kanonischen WzM fest, so daß er als nicht existent gelten solle. Befürworter des WzM werden harsch kritisiert.
     
  7. FreniIshtar

    FreniIshtar Well-Known Member

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    Oberflächliches Verhalten war immer schon "modern"
    und egal ob bei diversen Männern oder bei Frauen.
    Stimmt!
    Ja!
    -?

    Nietzsche:
    "Ich bringe den Krieg. *Nicht* zwischen Volk und Volk: Ich habe kein
    Wort, um meine *Verachtung* für fluchwürdige Interessen-Politik
    europäischer Dynastien auszudrücken, welche aus der Aufreizung zur
    Selbstsucht selbst(üb)erhebung der Völker gegeneinander ein Prinzip
    und beinahe eine Pflicht macht."
    oder:
    "Ihr führt Krieg?
    Ihr fürchtet euch vor einem Nachbarn? So nehmt doch die Grenzsteine
    weg - so habt ihr keine Nachbarn mehr."

    Du hast Dich sehr eingehend mit WzM beschäftigt!
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. September 2021 um 13:44 Uhr
  8. Borchert

    Borchert New Member

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    14
    Zitate solltest du immer mit der entsprechenden Quelle angeben, damit man sie auch nachvollziehen kann. Wahrscheinlich hast du sie aus "Gute Zitate". Die geben da auch keine Quellen an. Da muß man vorsichtig sein. Ich habe deine Zitate mal gesucht: Ersteres stammt aus Nietzsches Nachlaß KSA 13:25[1]. Ist also ein sehr spätes vom Dezember 1888. Da spricht er sich generell für den Krieg aus, nur nicht zwischen Volk und Volk. Das Zitat geht nämlich noch weiter. Letzteres Zitat ist aus dem Nachlaß KSA 10:4[79] oder aber 10:5[1] aus seiner mittleren Zeit 1882/83. Kann sein, daß es auch in einem Werk dieser Zeit vorkommt.
    In seiner Spät-Philosophie verherrlicht er geradezu den Krieg. Ich will mich da nicht lange dran aufhalten. Das kann man aus seinen späten Büchern entnehmen. Wir sollten nicht vergessen, daß das Thema des Threads "Friedrich Nietzsche - Der Wille zur Macht" ist. Und ja, ich habe mich mit diesem Werk beschäftigt. Aber vielleicht sind mir einige "Fälschungen" im WzM durch die Lappen gegangen, und könnte mich von jemandem diesbezüglich belehren lassen.
     
  9. FreniIshtar

    FreniIshtar Well-Known Member

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    22. September 2014
    Beiträge:
    6.644
    Die beiden
    Ca 7 und 9 Jahre vor seinem Ableben.
    Zurück vom Deutsch-Französischen Krieg, war Nietzsche doch (von
    seiner Wahl!) geläutert!

    Seine "kriegerische" Revolution habe ich als Kunst des Überwindens
    verstanden (sokratisch, also von einem selbst: durch *eigene Macht*)
     
  10. Borchert

    Borchert New Member

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    Gestorben ist Nietzsche im Jahre 1900. Im Januar 1889 ist er in den Wahnsinn verfallen. Einen Monat vorher hat er dein erstes Zitat gemacht, sechs Jahre davor das zweite. Am Deutsch-Französischen Krieg hat er als Freiwilliger teilgenommen, in der Hoffnung, daß Bismarck, wie einst Napoleon, nach ganz Europa greifen möge. Nietzsche war damals noch deutscher Nationalist. In seinem Erstlingswerk von 1872 ist das deutlich zu merken. Enttäuscht von Bismarck, daß dieser sich auf Deutschland beschränkte und nicht ganz Europa unterjochte (letzteres hätte Nietzsche sehr gut gefallen), wandte er sich von Deutschland ab und den Franzosen zu. Frankreich hatte immerhin einen Napoleon hervorgebracht. Nietzsches "gute Europäer" sind keine braven "EU-Bürger" von heute, sondern er hätte ein Europa von 1812 befürwortet, unter der Hegemonie einer starken Nation (damals eben der Franzosen). Geläutert vom Krieg war er keinesfalls.
     

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