Lobbyismus ist eine gut bezahlte Funktion für die Interessen der Wirtschaftsverbände, denn sie beeinflussen mithilfe ihrer Lobbyisten direkt die Politik in ihrem Interesse. Man braucht nur in der Politik gut vernetzt zu sein und schon verdient man gutes Geld.
Wenn eine Lobbyistin zur Energieministerin ernannt wird, dann braucht sie nicht mehr die Politik im Interesse des Energieverbands zu beeinflussen, sie setzt ihre Interessen ganz einfach selbst um.
Du setzt schon wieder deinen Kampfbegriff ein und unsere Unterhaltung ist schon wieder gefährdet.
Ganz im Gegenteil - ich sehe hier die Möglichkeit, dass 'Lobbyismus' als Kampfbegriff verwendet worden ist und bohrte deshalb nach. Bislang erhielt ich noch keine Information, die gegen meine Vermutung spräche.
Wenn in einer Dekokratie von den Interessen der Bürger die Rede ist, dann ist damit immer die Mehrheit der Bürger gemeint, denn sie sind in der Regierung und im Parlament vertreten. Wenn also eine Regierung sich auf die Fahne geschrieben hat, den Klimaschutz voranzutreiben, dann sollte diese Regierung keine Lobbyistin zur Energieministerin ernennen, denn diese Energieministerin vertritt nicht den Willen der Mehrheit, sondern den des Industrieverbands, für den sie zuvor gearbeitet hat.
Das 'Interesse der Bürger' ist vielschichtiger als hier impliziert. Es haben schon einzelne Bürger mehrere sich widersprechende Interessen. Und diese müssen nicht einmal im Einklang mit ihren geäußerten Forderungen stehen. So wollen manche beispielsweise eine freie, rechtsstaatliche Demokratie, fordern und wählen aber Kickl bzw die afd.
Und, Regierungen wie Oppositionen heften sich alles Mögliche auf die Fahnen. Keine Institution wird sich erlauben, irgendein Gebiet (Wirtschaft, Umwelt, Sicherheit, Freiheit, Verkehr, Soziales, etc...) für weniger als 'ganz wichtig' zu halten.
Ich weiß nicht, was alles jene Ministerin gemacht hat, aber bei deinem Beispiel der Kürzung der Förderung von privaten PV-Anlagen muss man kein Fossilenergielobbyist sein, um dafür zu stimmen.
Abhängigkeiten innerhalb der EU sind im Sinne des Erfinders. Abhängigkeiten beispielsweise von Russland können sich als Bumerang erweisen, wie man gesehen hat.
Der Iran-Krieg treibt die Energiepreise in die Höhe. Währenddessen denkt Wladimir Putin öffentlichkeitswirksam über einen Gasstopp für Europa nach. Hinter dem Gedankenspiel steckt Kalkül.
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Alle Abhängigkeiten können sich als Bumerang erweisen bzw enthalten Risiken. Und manche werden eben schlagend, wie man immer wieder sieht.
Ein Unternehmen ist immer von seinen Lieferanten, seinen Mitarbeitern, seinen Kunden und von äußeren Umständen abhängig. Die Summe der Abhängigkeiten kann niemand ändern. Wohl aber kann man Abhängigkeiten auf- und umverteilen, sodass kein Einzelrisiko zu große Auswirkungen hätte, falls es schlagend würde.
Aber generell 'unabhängig' ist keine.