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Zukunft?

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Ein interessanter Thread. Was mir an "DER" Zukunft Angst macht, ist die Einsicht, keinerlei mittelbaren Einfluss darauf nehmen zu können. Jene, die es können, sind so vielen Sachzwängen unterworfen, wollen jedem Wohl und keinem Weh, dass sie darüber jene vergessen die das alles ermöglichen. Denen nehmen sie regelrecht ihre Zuversicht auf eine adäquate Zukunft. In unserem Forum, so scheint es mir, tummeln sich mehrheitlich Individuen gesetzten Alters. Auch ich denke manchmal, dass ich längst das Zeitliche gesegnet habe, wenn in Deutschland möglicherweise dystopische Verhältnisse drohen.
Und bin irgendwie beruhigt, dass meine jüngere Tochter (35) mittlerweile in Norwegen lebt ...
Ist das schon Defätismus?
 
Je nachdem, wie man Dystopie definiert, macht die Zukunft mehr oder weniger Angst.
Es hat in der Geschichte mehr als genug Zeiten gegeben, die wir aus heutiger Sicht als dystopisch bewerten. Ob es den Menschen damals bewusst war, das wissen wir nicht, aber die Völkerwanderungen, die es schon immer in der Geschichte gab, beweisen, dass die Menschen schon immer aus der Vergangenheit gelernt haben, um die Zukunft zu bewerten.
Es ist also der Trend, der den Menschen Angst macht und nicht unbedingt die aktuelle persönliche Situation. Die meisten Menschen vor ein paar Hundert Jahren wussten nicht viel vom Rest der Welt. Sie konnten von den regionalen Zuständen die Situation ausgehend, die Zukunft, bewerten und versuchen angemessen darauf zu reagieren. Die letzte große Völkerwanderung war die Richtung Amerika.
Heute ist es viel anders. Noch nie war es so einfach wie heute, sich über die weltweite Situation zu informieren und umso diffuser sind die Ängste, die sich daraus ergeben, denn die Gefahren können am andern Ende der Welt entstehen und früher oder später auch die eigene Situation beeinträchtigen. Aktuelles Beispiel sind die Engpässe bei der Öl- und Gasversorgung.
Nachdem es jedoch die ganze Welt betrifft, gibt es keine Möglichkeit mehr für eine Völkerwanderung und die Menschen fangen an, ihre Ängste auf die lokale Politik zu projizieren mit dem Ergebnis, dass sie leichter zum Opfer der Populisten werden, denn die Populisten haben für alles eine einfache Lösung. Die Einfachste davon ist, die Probleme an bestimmte Bevölkerungsgruppen zu adressieren und das können Menschen sein, die beispielsweise nicht hierher gehören, weil sie nicht zur einheimischen Bevölkerung passen, aber auch Menschen, die von Sozialstaat abhängig sind, weil ihr Leben nicht besonders günstig gelaufen ist und jetzt kein Auskommen haben. Die eigenen Ängste und Probleme an andere zu adressieren, das konnte der Mensch nämlich schon immer sehr gut. Die Geschichte hat viele Beispiele vorzuweisen...

Ich persönlich habe immer versucht, die Politik aus meinem Privatleben möglichst herauszuhalten, aber ich hatte auch das Glück, in der besten aller Zeiten in Europa gelebt zu haben. Den Kalten Krieg haben wir glücklich überstanden und die Zukunft sah besser denn je aus, denn es bahnte sich eine Zeit des Friedens und der Wirtschaftlichen Entwicklung an, von der ich auch profitieren konnte. Deutschland war wiedervereinigt und die EU wurde immer größer und bedeutender und sicherte vor allem langfristig den Frieden in Europa. Was mich und meine Familie angeht, kann ich im Rückblick zufrieden sein, aber ich habe Kinder und deren Zukunft ist voraussichtlich viel länger als meine und ich gönne ihnen eine ähnliche Zukunft wie meine Vergangenheit. Die Populisten und die Ewiggestrigen im Lande stehen mir dabei im Weg und die Autokraten, die sich immer mehr in der Welt etablieren und die Welt immer unsicherer machen.
 
Es ist also der Trend, der den Menschen Angst macht und nicht unbedingt die aktuelle persönliche Situation.
Sehr richtig, und das ist eine äußerst wichtige Erkenntnis. Eine Politik, die dafür sorgt, dass es den Menschen gut geht und dieser Zustand stabil bleibt, erntet keinen Dank.
Menschen, denen es gut geht, können viel verlieren, und -auch unberechtigte- Verlustängste können leicht geschürt werden.

Weiter unten schreibt Anideos von einem 'aktuellen Beispiel eines Engpasses bei der Öl- und Gasversorgung'. Ja, Medien berichten darüber, aber liegt tatsächlich aktuell ein Engpass vor? Konnte jemand sein Haus nicht heizen oder sein Auto nicht tanken?
Nein! Es zeichnet sich jedoch am Horizont ein MÖGLICHER Engpass in einer gewissen Zeit ab, falls....
Aber das genügt, um Verlustängste zu schüren und die Stimmung zu vermiesen, obwohl es uns saugut geht.

Ganz anders im frühen Nachkriegsdeutschland. Die aktuelle Situation war denkbar trist. Krieg verloren, Deutschland zerbombt und besetzt, viele trauerten um Angehörige und etliche Kriegsgefangene waren noch fort und deren Schicksal unbekannt.
Aber, die generelle Stimmung war positiv. Die Nazis waren weg, es konnte nur noch bergauf gehen und die Menschen hatten ein Ziel.

Es sieht aus, als ob der Kreislauf von Entwicklung, Wohlstand, Zusammenbruch/Zerstörung, Wiederaufbau, Entwicklung, .... ein 'natürlicher' ist.
 
Weiter unten schreibt Anideos von einem 'aktuellen Beispiel eines Engpasses bei der Öl- und Gasversorgung'. Ja, Medien berichten darüber, aber liegt tatsächlich aktuell ein Engpass vor? Konnte jemand sein Haus nicht heizen oder sein Auto nicht tanken?
Nein! Es zeichnet sich jedoch am Horizont ein MÖGLICHER Engpass in einer gewissen Zeit ab, falls....
Aber das genügt, um Verlustängste zu schüren und die Stimmung zu vermiesen, obwohl es uns saugut geht.
Wobei man auch da einen Unterschied machen muss zwischen den Ängsten, die von den Medien verursacht werden und denen, die sich an der Tankstelle konkretisieren oder bei der Heizölbestellung.
Vor ein paar Tagen habe ich gelesen, dass in Bayern in den letzten drei Monaten die Niederschläge so gering waren, wie seit Beginn der Aufzeichnungen nicht mehr. Ich nehme an, dass mancher Bayer gezuckt hat, beim Lesen dieser Meldung.
Der unmittelbare Nachbar der Bayern im Süden hat vermutlich nur mit de Schulter gezuckt.
Die Zukunft hat also eine zeitliche Dimension, während die Gegenwart von der räumlichen Dimension bestimmt wird. Wobei, sowohl die zeitliche als auch die räumliche Dimension am geistigen Horizont des Betrachters auf ihre Grenzen stoßen. Die Klimawandelleugner scheinen mit einem besonders ausgeprägten Grundoptimismus ausgestattet zu sein. Das ist sicherlich gesund, denn dadurch wird die Gegenwart nicht beeinträchtigt, aber mein Problem ist, das ich durch die Beobachtung der Tiere zum Schluss gekommen bin, dass es doch Sinn macht, es ihnen nicht nachzumachen, obwohl sie glücklicher in ihrer Gegenwart sind, weil sie die Zukunft nicht belastet. Am Ende sterben sie trotzdem viel seltener als die Menschen an einem natürlichen Tod.
 
Wobei man auch da einen Unterschied machen muss zwischen den Ängsten, die von den Medien verursacht werden und denen, die sich an der Tankstelle konkretisieren oder bei der Heizölbestellung.
Ängste werden von Medien ggf geschürt, aber verursacht?
Und welche Ängste konkretisieren sich denn an der Tankstelle oder bei der Heizölbestellung? Sprit und Heizöl sind etwas teurer, aber keines von beidem ist 'aus' oder auch nur rationiert. Und trotzdem tun manche so oder behaupten, das wäre der Fall. 'Engpass'. Nein, wir haben keinen. Es ist nur ein möglicher am Horizont erkennbar, und die aktuell höheren Preise sind eine umittelbare Folge jener Angst.
Vor ein paar Tagen habe ich gelesen, dass in Bayern in den letzten drei Monaten die Niederschläge so gering waren, wie seit Beginn der Aufzeichnungen nicht mehr. Ich nehme an, dass mancher Bayer gezuckt hat, beim Lesen dieser Meldung.
Der unmittelbare Nachbar der Bayern im Süden hat vermutlich nur mit de Schulter gezuckt.
Ja, und viele Länder hatten immer schon noch weniger, und die Menschen dort leben dennoch. Auch hier ist es der mögliche Verlust des Gewohnten, der die Leute in Panik versetzt. Die, die das gewohnt sind, wovor die Bayern heute die Hosen voll haben, leben hingegen ganz normal damit.
Die Zukunft hat also eine zeitliche Dimension, während die Gegenwart von der räumlichen Dimension bestimmt wird. Wobei, sowohl die zeitliche als auch die räumliche Dimension am geistigen Horizont des Betrachters auf ihre Grenzen stoßen.
Richtig. Die Medien erweitern den Horizont enorm, und ab einer gewissen Größe findet sich immer eine 'ganz große Gefahr', die dafür Empfängliche in Panik versetzt. Die Folge ist ein permanenter Alarmzustand, obwohl die realen Gefahren nicht mehr geworden sind, und weil man sich vor so vielem fürchtet, ergibt man sich entweder in Resignation, Ignoranz oder alibistischem Aktivismus.
Frage dich doch einmal selbst (dass du hierauf nicht antworten willst, ist zu erwarten, aber dir selbst kannst du vielleicht eine Antwort eingestehen): Der gewaltsame Tod eines Menschens ist doch schrecklich. Und dennoch sterben jeden Tag Abertausende so einen Tod. Wie schaffst du es da noch zu schlafen? Und wem hülfe es, wenn du es nicht könntest?
Die Klimawandelleugner scheinen mit einem besonders ausgeprägten Grundoptimismus ausgestattet zu sein.
Gerade die Klimawandelleugner sind doch die, die der Angstmacherei der Populisten erlegen sind. Also nix mit Optimismus.
Das ist sicherlich gesund, denn dadurch wird die Gegenwart nicht beeinträchtigt, aber mein Problem ist, das ich durch die Beobachtung der Tiere zum Schluss gekommen bin, dass es doch Sinn macht, es ihnen nicht nachzumachen, obwohl sie glücklicher in ihrer Gegenwart sind, weil sie die Zukunft nicht belastet.
Der, der sein Leben der Angst vor dem Tod widmet, stirbt dadurch nicht weniger. Aber er lebt weniger. Ob das gesund ist?
Am Ende sterben sie trotzdem viel seltener als die Menschen an einem natürlichen Tod.
Welcher Tod ist denn 'natürlich' bzw was macht einen Tod natürlich? Stirbt ein gerissenes Beutetier denn nicht eines natürlichen Todes? Oder ein Tier, das an einem Parasiten oder an einer Infektion, Krankheit, Fehlbildung oder Verletzung?
Das friedliche Sterben an Altersschwäche im Kreise der Familie ist doch in Wahrheit das Unnatürliche, das erst durch die Zivilisation in die Welt kam.
Und welchen Tod würden sich die Menschen für sich aussuchen, wenn sie es könnten?
 
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Gängige Schlagzeilen:

A: 'Trockenes Frühjahr: Bauern befürchten Ernteausfälle!

B: 'Feuchtnasses Frühjahr: Bauern befürchten Ernteausfälle!'

C: 'Bauern befürchten Preisverfall auf Grund von Ernteüberschüssen!'

Ja, der Bauer mag den Februar nicht, denn im Februar kann er nur 28 Tage lang jammern.

Und ein Bauer, der nicht jammert, hat zwar tatsächlich Seltenheitswert, aber keinen Nachrichtenwert und schafft es daher trotzdem nicht in die Schlagzeilen. Weil er einem keinen Grund zum 'betroffenen Mitjammern' liefert.
 
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