Seine Mutter, die nach Einems Aussagen „eine ungemein tatkräftige, engagierte und dabei mit großem Charme operierende Frau war“, war seit ihrer Kindheit mit Olga und Paula Göring, den beiden Schwestern
Hermann Görings, befreundet. Andererseits traf Gerta-Luise von Einem bei einem Besuch in
London Winston Churchill und half deutschen und österreichischen
Juden bei der Auswanderung in die
Schweiz. Gerta-Luise von Einem wird als elegante Frau von Welt beschrieben. Der Chef der nationalsozialistischen deutschen Abwehr
Wilhelm Canaris soll sie 1935 als Agentin eingesetzt haben. Ab 1937 arbeitete sie mit
Otto Abetz zusammen, dem persönlichen Vertrauten
Ribbentrops in Paris, und wurde 1940 durch ein französisches Militärgericht in Abwesenheit wegen Spionage und Bestechung zum Tode verurteilt. Nach der
Besetzung Frankreichs kehrte Gerta-Luise von Einem wieder nach Paris zurück. Schließlich wurde sie in Brüssel verhaftet und vom
Volksgerichtshof wegen bis heute ungeklärter Vergehen zum Tode verurteilt, worauf sie spurlos verschwand. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fand man Gerta-Luise von Einem in Bayern. Sie wurde an Frankreich ausgeliefert und 1948 durch ein Pariser Gericht von der Spionage freigesprochen.