Versteh ich schon.
Menschen verbessern und so.
Durchaus verständliches Bedürfnis
angesichts mancher Ist-Situation.
Incl. garantierter Nichtbefriedigung.
Ich guck aus verschiedenen Gründen anders drauf.
Du sagst, man müsste entsprechende Empfindsamkeit ansprechen.
Und versuchst das zu tun, indem Du gegen den Aggressor angehst.
Womit Du ihm eine ganze Menge Gewicht verleihst.
Ich schau lieber unterm Aspekt der Qualität,
nicht unter dem des Vorkommens.
Soll ich etwa mein Leben damit zubringen,
mich an steinzeitlichen Befehlsgläubigen hochzuziehen?
Gibt ja mehr als genug davon für mehrmals Lebenslänglich.
Dagegen spricht:
Die erhoffte Befriedigung bleibt aus -
allein schon aufgrund des Angebotsvolumens.
Das ganze liefe auf Dienst am Leiden
und abgerungenes Jetzt-erst-Recht raus.
Die Zeit und Energie, die ich dabei verbräuchte,
stünde in keinem Verhältnis zum Wohlbefinden.
Und fehlte außerdem dort,
wo Konstruktiveres Zeit und Energie bräuchte,
um sich entfalten zu können.
Bedeutet im Klartext:
Ich verschwende wertvolle Paradiespflegezeit und -kraft
zugunsten längst schon erwiesen schädlicher, oller Kamelle.
Hinzu kommt die Sache mit der Freiheit.
Die ist nicht ohne,
hat sie doch ganz eigenwilligen Haken:
Freiheit besteht auf Alphabet -
wer A sagt, muss auch B sagen.
Ansonsten ist A wie nicht gewesen.
Gleichermaßen Freiheit postulieren
und von anderen etwas fordern -
hey, das ist völlig paradox.
Was Du Dir wünschst um Dich herum,
sind freie, selbstverantwortliche Menschen.
Menschen, die nicht mal auf die Idee kommen,
Befehle zu geben und/oder entgegenzunehmen.
Ein schöner und berechtigter Wunsch.
Ich teile ihn mit Dir.
Aber meine Freiheit vermeldet mir,
dass sie aufhört zu existieren,
wenn ich mich auf Überangebot
an Ladenhütern konzentriere.
Ist einfach nur eine andere Herangehensweise.
Die sich mehr an dem ausrichtet,
was werden möchte, als an dem,
was aufzuhalten versucht.
Kraft ist keine Frage des Gegendrucks,
sondern des Schaffens.
Eine Frage, die schon im Gilgamesh-Epos
durchaus warm beantwortet wurde:
Was suchst du nach Unsterblichkeit -
geh heim und kümmer dich um deinen Garten.
Mit Gartenpflege mein ich nicht
dieses aufgesetzt süßliche Gefühlszeug,
das mehr über's Bedürfnis des Absenders verrät,
als dass es auch nur irgendwem
Richtung Selbstentfaltung verhülfe.
Auch und besonders die virtuelle Welt
ist voll von solchem Schrott,
der nicht mehr Lebenskraft enthält,
als Fotos zu Balkongartengeräten
in 'nem Dschiebo-Prospekt es tun.
Aber das ist anderes Thema .....
GrußGruß