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Trotz Vergewaltigung schwul?

Kain18

New Member
Registriert
4. März 2007
Beiträge
37
hallo liebes Forum

Ich wurde als 14 jähriger junge von einem Mann sexuell-Missbraucht.

5 Jahre später erkenne ich das ich schwul bin.

Findet ihr es normal das ich trotz meiner negativen Erfahrung schwul geworden bin?

Wie würdet ihr damit umgehen?

ich weiß echt nicht weiter.

Gruß kain
 
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AW: Trotz Vergewaltigung schwul?

Hallo Kain,

eigentlich schreibe ich in diesem Unterforum, bzw. bei solchen Themen die ins Persönliche gehen oder sogar ins Intime, nur selten.

Wenn ich es hier doch tue, ist es weil ich den Eindruck habe, du würdest Homosexualität oder Schwulsein als etwas negatives empfinden. Warum? Damit diskriminierst du dich ja selber.

Ich denke, dass das negative Bild welches du von der Homosexualität hast, aus welchen Gründen auch immer, dein großes Problem ist, und nicht die Tatsache, dass du es bist.
Damit schlepps du aber ein längst nicht mehr so verbreitetes Vorurteile mit dir mit - ich denke, dass du dich damit befaßen solltest - vielleicht sogar im Rahmen einer psychologischen Beratung oder Hilfestellung.
Du solltest lernen es zu akzeptieren und dies in keinem Fall als einen so genannten Mackel, sondern als eine andere Normalität - die genau so normal ist wie die Heterosexualität, nur dass sie Prozentual weniger verbreitet ist.

Liebe Grüße

Miriam

 
AW: Trotz Vergewaltigung schwul?



Wenn ich es hier doch tue, ist es weil ich den Eindruck habe, du würdest Homosexualität oder Schwulsein als etwas negatives empfinden. Warum? Damit diskriminierst du dich ja selber.

Ich denke, dass das negative Bild welches du von der Homosexualität hast, aus welchen Gründen auch immer, dein großes Problem ist, und nicht die Tatsache, dass du es bist.
Damit schlepps du aber ein längst nicht mehr so verbreitetes Vorurteile mit dir mit - ich denke, dass du dich damit befaßen solltest - vielleicht sogar im Rahmen einer psychologischen Beratung oder Hilfestellung.
Du solltest lernen es zu akzeptieren und dies in keinem Fall als einen so genannten Mackel, sondern als eine andere Normalität - die genau so normal ist wie die Heterosexualität, nur dass sie Prozentual weniger verbreitet ist.


Und schon wieder empfinde ich es als Unterstellung, wenn du da schreibst, Miriam. Kain hat mit keinem Wort Schwulsein als negativ dargestellt, und wenn du das da hineininterpretierst, solltest vielleicht eher du dich damit befassen, woher das wohl kommt, Miriam.

Ich sehe es vielmehr so, dass Kain sich darüber wundert, dass er trotz dieser Vergewaltigungserfahrung in seiner Kindheit überhaupt an den Sex mit Männern/einem Mann weiter herangewagt hat, zumal das ja nun auch nicht ganz so alltäglich ist wie Sex zwischen verschiedengeschlechtlichen Partnern.
Es ist ja auch heute noch für viele Männer, die nicht so ein schlimmes Erlebnis hatten, gar nicht so einfach, diesen ersten Schritt zu machen, und festzustellen, dass sie schwul sind.

Kains Gedanken lassen sich meiner Meinung nach in gewisser Weise auch mit denen vieler heterosexuellen Frauen vergleichen, die ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie trotz einer Vergewaltigung durch einen Mann ihren Spaß am Sex mit Männern nicht verloren haben. Ich kenne mehrere Fälle, wo das eingeweihte Umfeld (und dort besonders heterosexuelle Männer) zumindest eine anschließende Zurückhaltung der Opfer geradezu erwartet haben.



Lieber Kain,

ich finde es richtig und mutig von dir, dass du dich von diesem schlimmen Ereignis nicht hast einschüchtern lassen und deinem Körper die Freiheit geschenkt hast, selbst zu erkunden, was für ihn am schönsten ist, ohne dass das Jugendtrauma ihn daran hindern konnte. Gerade deswegen gehörst du meiner Meinung nach nicht zu denen, die in dieser Hinsicht eine psychotherapeutische Beratung brauchen, im Gegenteil, du scheinst deine schlimme Erfahrung gut verarbeitet zu haben.

Alles Gute weiterhin

Lenka
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Trotz Vergewaltigung schwul?

Findet ihr es normal das ich trotz meiner negativen Erfahrung schwul geworden bin?

Nein.

Begründung: du hast dir dein Schwulsein ebenso wenig ausgesucht wie andere Leute ihr Heterosein. Du bist es oder du bist es eben nicht. Das hat mit deiner Vorgeschichte herzlich wenig zu tun.

Bemerkenswert ist höchstens deine innere Stärke, dein Empfinden für Männer wahrzunehmen und beim Namen zu nennen. Dazu kann man dir nur gratulieren.


Wie würdet ihr damit umgehen?

Was meinst du? Deine Vergangenheit? Dein Schwulsein? Beides?
 
AW: Trotz Vergewaltigung schwul?

Es gibt soviele Heterofrauen mit Mißbrauchserlebnissen, die trotzdem Männer lieben und begehren. Warum sollte das bei Schwulen nicht auch so sein?

Hör auf dich schuldig zu fühlen, für das was du heute fühlst und das was geschehen ist. Du hattest keine Wahl: weder heterosexuell zu sein, noch keinen Mißbrauch erfahren zu haben.

Du hast nur die Wahl, wie du jetzt leben möchtest.

Lorenor Zorro

Schau zwei Staffeln "Queer as folks", danach möchte sogar ein Hetero wie ich am liebsten schwul werden...
 
AW: Trotz Vergewaltigung schwul?

Schau zwei Staffeln "Queer as folks", danach möchte sogar ein Hetero wie ich am liebsten schwul werden...

Werde ich schauen :) Mal sehn wie diese Serie ist....

Du solltest lernen es zu akzeptieren und dies in keinem Fall als einen so genannten Mackel, sondern als eine andere Normalität - die genau so normal ist wie die Heterosexualität, nur dass sie Prozentual weniger verbreitet ist.

Ich sehe das Schwulsein nicht als Makel und finde es normal!

@ Lenka
Du hast mich verstanden. Weshalb kann ich trotz dieser negativen Erfahrung schwulsein.
Weshalb kann ich Männer lieben, obwohl ein Mann mein Leben zerstört hat (das meine ich im Ernst). Leider muss dir sagen,dass ich in therapeutischer Behandlung bin und es ist nicht immer einfach....

@ Frau Bezelmann und Alle

Was meinst du? Deine Vergangenheit? Dein Schwulsein? Beides?


Ich weiß nicht wie ich mit meinem Schwulsein umgehen soll, mit meiner eigenen Homosexualität und mir gleichzeitig bewusst sein das ein Mann der Homosexuell ist, mich krank gemacht hat.

Soll ich die Vergewaltigung und meine eigene Sexualität von einnander trennen?

Und mir bewusst machen wie ich auf einer gesunden Art und Weise sexualität haben (Mein Vergewaltiger weiß ja nicht wie gesunder Sex funktionierte)

Kain
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Trotz Vergewaltigung schwul?

Hi Kain.

Zunächst einmal möchte ich dir sagen, dass auch ich es mutig finde, dass du dich mit deiner Vergangenheit auseinandersetzt und Wege suchst, mit ihr umzugehen.

Aber die Fragen die du hast sollten, glaube ich zumindest nicht hier in einem Umfeld von Laien geklärt werden. Ich glaube, dass ein Gespräch mit guten, auf solche Fälle vorbereitete Psychologen und anderen Geschädigten einer Vergewaltigung stattfinden sollte.

Nicht, weil ich der Ansicht bin, ein solches Thema sollte nicht öffentlich behandelt werden- im Gegenteil, ich halte es für gut und auch hilfreich, wenn in der Öffentlichkeit, auch hier im Forum, über das Thema Vergewaltigung gesprochen wird. Gerade die Veregewaltigung und sexuelle Mishandlung von Männern ist ein Thema, was bis jetzt kaum in der Öffentlichkeit besprochen wird. Obwohl es nicht selten vorkommt.

Aber die Fragen, die du hast sind sehr intim und die Probleme über die du sprichst sind, so glaube ich (ich gebe aber zu bedenken, dass ich Laie bin.) so wichtig für deine Selbstfindung, dass es, so denke ich, nicht gut wäre, wenn hier jeder seinen mehr oder weniger qualifizierten, laienhaften Ansichten kundtut. (Das soll jetzt keine Beleidung gegen die Forumsmitglieder sein, aber ich habe in anderen Foren sehr schlechte Erfahrungen gemacht, was persönliche, intime Fragen angeht.)

Ich möchte dich aber natürlich nicht entmutigen hier in diesem Forum auch über tiefere Gefühle zu schreiben, wenn du das möchtest.

Alles Gute,
Sunnyboy
 
AW: Trotz Vergewaltigung schwul?

Es ist zum Kotzen, daß so ein beschissener Freak dein Leben zerstören kann!

Ich wünschte wirklich ich könnte dir helfen. Soll ich dem Guten mal eins auf die Zwölf hauen?! Mach ich gerne.

Mann, und wenn du irgendwann mal mit der Sache klargekommen bist, wünsch ich dir: Geh raus, hab Spaß, vögele dich durch die Betten und freu dich darüber wer du bist.

Du bist ein Homosexueller - dein Vergewaltiger ist ein Gewaltverbrecher. Da liegen Welten zwischen. Das eine hat mit dem anderen soviel zu tun, wie die Tatsache, daß ihr beide (wahrscheinlich) Füße habt.

Alles Gute

LZ, Mann mit Füßen
 
AW: Trotz Vergewaltigung schwul?

Du bist ein Homosexueller - dein Vergewaltiger ist ein Gewaltverbrecher. Da liegen Welten zwischen. Das eine hat mit dem anderen soviel zu tun, wie die Tatsache, daß ihr beide (wahrscheinlich) Füße habt.


Hallo Mann mit Füßen, das hätte keiner besser ausdrücken können!

@Kain: es ist vermutlich kaum zu ertragen, daß ein Vergewaltiger - DEIN Vergewaltiger - etwas mit dir gemein hat: das Schwulsein.

Dennoch ist es so. Er ißt und trinkt - wie du. Er schläft - wie du. Er sieht fern - wie du. Er wird auch einen Computer haben, tagsüber Bekannte und Freunde treffen, abends in Bars oder ins Kino gehen - alles wie du.

Und doch liegen Welten zwischen euch. Man kann essen und trinken - oder fressen und saufen. Schlafen oder sich die Birne vollknallen bis zur Bewußtlosigkeit. Wie ein Süchtiger vorm PC sitzen, mit Kumpels einer Schweinehorde gleich die Gegend unsicher machen und abends in einer Kneipe Bier in sich reinschütten usw. - NICHT so wie du, oder?

Und man kann Männer lieben ODER Männer vergewaltigen und damit erniedrigen.

Siehst du da Gemeinsamkeiten? Der Typ HÄTTE dich und deine Sexualität zerstören können. Hat er aber nicht. Er hat dich verletzt. Aber nicht unheilbar.

Das mach dir bitte klar.
 
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AW: Trotz Vergewaltigung schwul?

Lieber Kain,

Ich kann den Beiträgen der anderen nur kräftig beipflichten, und Frau Bezelmann hat es ganz besonders gut auf den Punkt gebracht.

obwohl ein Mann mein Leben zerstört hat (das meine ich im Ernst). Leider muss dir sagen,dass ich in therapeutischer Behandlung bin und es ist nicht immer einfach....

Es ist verständlich, dass dieses traumatische Erlebnis dich krank gemacht hat. Und es ist auch gut, dass du in therapeutischer Behandlung bist, warum nicht? Psychotherapie kann doch jedem doch eigentlich nur helfen. Auch das ist kein Makel. Meiner Meinung nach muss man gar nicht unbedingt krank sein, wenn man diese Hilfe in Anspruch nimmt, sondern einfach nur nicht stark genug, die eigenen Sorgen alleine durchzustehen. Wichtig dabei ist nur, dass Du Vertrauen in den/die Therapeuten/in hast und merkst, wie du in deiner Arbeit an dir selbst voran kommst.

Es klingt für mich schon besorgniserregend, wenn du schreibst, er hätte dein Leben zerstört; da steckt wohl noch mehr dahinter, was du hier nicht ausbreiten möchtest und was wohl auch zuviel für die Öffentlichkeit wäre.

Mir schwirrte gerade die Frage im Kopf herum, ob du eventuell zwar weißt, dass du schwul bist, aber aufgrund der Vergewaltigung eine Blockade hast, es auszuleben. Das wäre sehr verständlich für mich und wenn es so wäre, wünschte ich dir sehr, dass du diese Blockade bald überwändest. Ob es Dir in dem Fall etwas hälfe, wenn du dir klar machtest, dass du mit deiner Problematik nicht allein da stehst?

Ganz besonders wünsche ich dir, dass du einen sehr lieben Freund hast oder findest und nicht in dieser Bäumchen-wechsel-dich-Schwulenszene verkehrst, denn dort wirst du sicher nicht nur auf verständnisvolle Männer treffen, im Gegenteil. (Aber hier passse ich besser auf, ehe ich mich zu weit aus dem Fenster lehne)

Alles Liebe
Lenka
 
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