Wer aber nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe. 1. Johannes 4,8
Das Wort "lieben" (bzw. dessen bloße Substantivierung "Liebe") ergibt nur dann einen inhaltlichen Sinn, wenn gleichzeitig mindestens angegeben wird, wer genau wen oder was genau "liebt" - ansonsten sind das bloß nichssagende, inhaltsleere Worthülsen, die lediglich nebulöse, wohlige Emotionen auslösen, weshalb eben etwa auch die in der christlichen Propaganda überaus beliebteste Losung "Gott ist Liebe" zu den nichtssagendsten, unsinnigsten Plattitüden derselben zu zählen ist.
Wenn man aber das Wort "lieben" einmal präzisiert, dann wird schnell klar, um welch überaus profane Breitband-Begrifflichkeit es sich dabei handelt (ich erlaube mir mal, meine Aufzählung aus einem anderen Thread hier noch mal zu wiederholen):
- Person A liebt Person B
- Person A liebt sich selbst
- Person A liebt seine Eltern
- Person A liebt seine Kinder
- Person A liebt seine Arbeit
- Person A liebt seine Freunde
- Person A liebt sein Haustier
- Person A liebt es, modische Kleidung zu tragen
- Person A liebt "Gott"
- Person A liebt es, Sex zu haben
- Person A liebt es, Sex mit möglichst vielen Partnern zu haben
- Person A liebt sein Hobby
- Person A liebt es, ins Theater zu gehen
- Person A liebt guten Wein und gutes Essen
- Person A liebt Saufrunden mit Kneipenkumpels
- Person A liebt Fußball
- Person A liebt es, Untergebene runter zu machen
- Person A liebt es, in den Krieg zu ziehen
- Person A liebt es, andere zu töten
- Person A liebt es, anderen Menschen zu helfen
- Person A liebt es, andere Menschen als minderwertig anzusehen
- Person A liebt es, mit kleinen Kindern Sex zu haben
- Person A liebt es, alleine zu sein
- Person A liebt es, Bücher zu lesen
- Person A liebt es, viel Geld und Macht zu besitzen
- Person A liebt es, Macht über andere auszuüben
- Person A liebt Horrorfilme
- Person A liebt es, "Ungläubige" zu verfolgen und zu töten
- Person A liebt es, sich selbst reden zu hören
- Person A liebt es, sich mit Philosophie zu beschäftigen
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Aus Anlass der hiesigen Diskussion möchte ich diese kleine Aufzählung noch wie folgt ergänzen: Insbesondere evangelikale Christen
lieben die Vorstellung, dass Sie selbst als Teil einer kleinen "erwählten" Minderheit "nach dem Tode" eine Ewigkeit in unaussprechlichen Wonnen zubringen werden, während die übergroße Mehrheit aller Menschen aller Zeiten eine Ewigkeit lang in unaussprechlichen Qualen zubringen muss, welche von der personifizierten Liebe höchstselbst ("Gott ist Liebe") genau dafür bereitet wurden.
Sorry, aber das unaufhörliche "Liebes"-Geschwätz ist mit Abstand die ätzendste und abartigste Zumutung der ganzen bibel-christlichen Predigt!