Hallo Allfred,
und hier auch ein paar lockere, meinerseitige Gedanken zu Deinen Gedanken:
Das ist doch glatt ein richtiges Wunder moebius Du nimmst ganz real in Worten eine Beziehung zu Allfred auf und stellst eine Unterscheidung zwischen mein und dein her.
Gebete verschlimmbessern das Übel/Leiden,
Ja vor allen Dingen, wenn an einen übermächtigen strafenden und zürnenden Gott geglaubt wird. Das kann sich erst beruhigen, wenn ich erkenne, dass mir schon zu Beginn meines Lebens soviel Unrecht geschehen ist, dass es auf keine Kuhhaut mehr geht.
denn nur durch
lebendige zwischenmenschliche Begegnungen auf Augen-Höhe (= gemeinsame seelische
"Wellenlänge") besteht die Chance, den


(=
Teufelskreis) aus
Schuldgefühlen und Sehnsucht nach
Erlösung/Befreiung von diesen
Schuldgefühlen zu durchbrechen,
Und ebenfalls die Angst davor zu erkennen. Denn wo zu große Angst vor weiteren tiefen und sehr schmerzlichen Gefühlen finden erst einmal die üblichen Abwehrmechanismen des Ichs statt:
[*]Leugnen
[*]Mißtrauen
[*]Schuldabwälzen
[*]Projezieren
[*]Rationalisieren
Die auch meist zu Muskelverspannungen führen, die in der Regel vor
[*]Wut
[*]Schmerz
[*]Furcht
[*]Verzweiflung
schützen soll.
Damit bleibt aber dann der innerste Kern bei dem es um die
Liebe und das Herz geht verschüttet.
m.a.W.: das Widerwärtige solcher Macht-Systeme wie z.B. intitutionalisierter Religionen (= Kirchen) besteht in deren paradoxaler, widersprüchlicher Struktur, sowohl die Schuldgefühle einerseits zu mildern (z.B. durch Ritualisierungen, Gebete o.ä.) als auch permanent zu erzeugen bzw. am Leben zu erhalten ...(Über-ICH-System des "Du sollst")....
Ich sehe es eher in dem ritualisiertem Beten und wie ein Mantra ständig wiederholtem in unsere Gedanken hinein geträufelt innerhalb der Messe:
"Vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldnern"
dann weiter
Führe uns nicht in Verwirrung und Sünde
"Denn Dein ist das Reich die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit Amen"
bis hin zu
"Herr Jesus schaue in auf unsere Sünden,
sondern auf den Glauben Deiner Kirche
und
schenke ihr nach Deinem Willen Einheit und Frieden!"
Da ich damit aufgewachsen bin, und es als ganz selbstverständlich geschluckt habe, hat es für mich bis heute gebraucht zu erkennen, in welche Verwirrung und doppelte Botschaften diese Gebete führen. Aber diese programmierte Verwirrung spiegelt sich ja hier bei Dir in den letzten Jahren deutlich wieder.
Wie kann ich jemandem eine Schuld vergeben, wenn ich nicht hinschaue. Das entspricht dem AT und dem Gott der Erkenntnis von Gut und Böse verbietet wie dem Gott, der nur auf Abel den Repräsentanten der Tradition und sein Opfer schaut und nicht auch auf Kain, der für die Entwicklung steht.
Da bedarf es dringend der Versöhnung der Gegensätze, in mir und meinem Nächsten. Das macht dann
wieder alles aus.
Lange Rede, kurzer Sinn:
Mein Kirchenaustritt im Jahr 1980 war nur der 1. Schritt auf einem langen Weg, der noch lange nicht abgeschlossen ist ... Gruß, moebius
Ja denn katholisch heißt allumfassend und auch ich habe die römische Kirche eher als allgemein ausschließend erlebt. Aber ganz offensichtlich eine ganz menschlich allzu menschliche Reaktion, wenn der Schmerz zu groß wird noch mehr zu verzeihen, was gar nicht menschlich verziehen werden kann.
Genau, deshalb ist Trost eine schlechte Form des Umgangs so lange Einfluss, Veränderung und somit die Chance auf Verbesserung möglich ist.
Wer einen Menschen nicht da anerkennt, wo er gerade steht benimmt sich wie ein Sklaventreiber.
Die Anerkenntnis, ja da hast Du es schwer ist für mich oft schon Trost genug.
Trost gibt es wenn nichts mehr geht und sich auch nichts verändern soll.
Trost sollte es bei jeder noch so kleinen Verletzung geben. Darum ist Achtsamkeit so wichtig genauso wie die Fähigkeit sich selbst verzeihen zu können.
Dieses Trösten ist gut so lange bis der Tod erlöst,
Ja es gibt auch falsche Ideen und Vorstellungen, die erst erkannt werden wollen, bis sie sterben können.
wer jedoch lebt wird opponieren und sich provozieren lassen um den eigenen inneren Widerspruch zu erleben,
Das nenne ich dann die Auferstehung von den Toten allerdings ist es mir lieben den inneren Widerspruch aufzulösen und sich mit sich selber zu versöhnen.
er erzeugt die positive und gesunde Lebensenergie.
Ja die Einsicht durch einen inneren Konflikt durchgegangen zu sein und weiter daran zu glauben, das Frieden möglich ist.

rg