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Katholiken contra Protestanten Jesus?

Dieses Thema im Forum "Religion, Glaube, Spirituelles" wurde erstellt von Ellemaus, 31. Oktober 2018.

  1. Munro

    Munro Well-Known Member

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    Fixierung auf die Bibel entspricht nicht dem Christentum

    https://www.die-tagespost.de/gesell...e-Kirche-in-der-Gutenberg-Falle;art310,193005
     
  2. Giacomo_S

    Giacomo_S Well-Known Member

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    695
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    Katholisch war er jedenfalls auch nicht. Jesus war nicht einmal Christ, sondern Jude.
     
  3. Munro

    Munro Well-Known Member

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    5.279
    Goldene Worte: Fixierung auf die Bibel entspricht nicht dem Christentum
     
  4. Giacomo_S

    Giacomo_S Well-Known Member

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    München
    Die Fixierung auf ihre Schriften entspricht keiner Religion, ich sehe aber nicht, dass die Mehrheit der Protestanten so denkt oder tickt.
    Einen gewissen Anteil an Dogmatikern, Fundamentalisten und vor allem Fanatikern gibt es innerhalb einer jeden Religion, im Protestantismus genauso wie im Katholizismus, dem Islam u.a.
    Fanatismus ist weniger ein religiöses oder ideologisches Problem, als viel mehr ein soziales. Menschen werden Fanatiker, wenn es ihnen ökonomisch und sozial schlecht geht.

    Das Wesen des Protestantismus ist es, das der Gläubige die Bibel selbst liest, sich seine eigene Meinung bildet und dabei seine Erbauung und/oder Erlösung findet. Martin Luthers Bibelübersetzung - mit dem Nebeneffekt, eine hochdeutsche Sprache zu schaffen - sowie die Anfänge einer Druck- und Papierindustrie machten dies und die folgenden Entwicklungen überhaupt erst möglich.
    Denn nun musste der Gläubige erstens nicht mehr neben Lesen und Schreiben auch noch Latein lernen, um die Bibel zu lesen; zweitens kam es durch den sich entwickelnden Buchdruck und dem nicht zu unterschätzenden Papier überhaupt erst in den Bereich des Möglichen, dass sich eine Großfamilie überhaupt mal ein Buch leisten kann.
    Dadurch wird der Pastor, der Priester des Protestantismus, mehr zu einer Art gebildeten Berater. Aber weder hat er die Deutungshoheit über die Schriften, noch ist er ein Religionsexperte, der seinen Schäfchen die Heilige Schrift "übersetzt" ... oder ihnen vielmehr erzählt, was sie denn zu glauben hätten.
    NB: Im Islam hat eine unheilige Allianz aus Kopisten, Imanen und Politikern den Buchdruck mit beweglichen Lettern bis in das frühe 20. Jh. unterdrückt.

    Katholische Geistliche und die Klöster mögen die Bildung und das Wissen der Antike über das dunkle Jahrtausend der Mittelalters gerettet haben, aber sie waren auch immer elitär. Es waren vielmehr protestantische Bemühungen, die mit den Mitteln ihrer Zeit die Bildung weit größerer Bevölkerungskreise vorangetrieben haben - und das gegen starke Gegner. Aus zivilisatorischer Sicht heraus verdanken wir u.a. den Protestanten einen erheblichen Anteil an der Weiterentwicklung der Menschheit. Die Publikation und Verbreitung auch weltlichen Wissens, der Freigeist, alles und nichts in Frage zu stellen, die Entwicklung der Naturwissenschaften, Medizin, Geisteswissenschaften, ja die Kultur im Allgemeinen seit dem ausgehenden MA - all das ist ohne den Protestantismus nicht vorstellbar.

    In der negativen Waagschale mag man manchen Strömungen des Protestanismus vorwerfen, sie würden zu sehr an Buchstaben kleben. Dies ist sicherlich eine negative Randerscheinung des zum Katholizismus auf breiterer Ebene vergleichsweise intellektuelleren Ansatzes. Der Protestant hat nicht die Aufgabe, Prozessionen, "Götzen" und barocke Rituale zu bedienen - die zumindest im katholischen Volksglauben auch nicht sonderlich christlich sind - sondern die Aufgabe, die Bibel zu lesen und in ihrem Sinne zu leben.

    Und was das ist ... das ist Interpretationssache. ;)
     

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