Im meinem von dir zitierten Beutrag ging es dennoch um China und Deutschland und den CO2 Ausstoß pro Kopf.
Das war dein Beitrag:
Na, da ist ja endlich einmal etwas Konkretes, auf das man auch inhaltlich antworten kann.
Jeder Chinese verursacht im von mir verlinkten Artikel 6,3 t CO2 pro Jahr und jeder Deutsche 10,4 t (Jeder Österreicher übrigens auch 10,5 t). Es kommt also auf den Einzelnen an, denn würde jeder Chinese so viel CO2 verursachen wie jeder Deutsche, dann hätten wir ein ganz anderes Problem auf dem Globus.
Hier zeigt sich eines der Missverständnisse inkl Durcheinandermischung von Begriffen und Bedeutungen.
1. der einzelne Deutsche
2. alle Deutschen zusammen
3. der Quotient aus "alle Deutschen zusammen" und Anzahl der Deutschen
Die erste Zahl sagt tatsächlich etwas über den Einzelnen aus, auch wenn es letztendlich willkürlich ist, was man ihm anrechnen will und was nicht
Die zweite sagt praktisch nichts über das Verhalten eines Einzelnen aus, weil sein Einfluss auf die Gesamtmenge marginal und keinesfalls signifikant ist
Der Dritte Wert ist ein mathematisches Abstraktum, um die zweite Zahl anschaulicher und "besser begreifbar" zu machen. Sie sagt über den einzelnen Deutschen genauso wenig aus wie die 2. Zahl und beschreibt somit etwas anderes als die 1. Zahl.
Die Durchmischung ist am besten sichtbar innerhalb weniger Worte: "Es kommt also auf den Einzelnen an, denn würde jeder Chinese....".
"Jeder Chinese" ist in dieser Betrachtung das genaue Gegenteil vom "einzelnen Chinesen" und wenn so wie du behauptest "Jeder Chinese verursacht .... 6,3 t CO2 pro Jahr" im Sinne der 3. Zahl gilt, und ein Einzelner ändert irgendetwas an seinem Verhalten, was kommt dann heraus?
Spoiler: Wieder 6,3 t CO2!
Ergo kommt es NICHT auf den Einzelnen an - und das war, was ich auch schrieb.
Deine Aussage ist von der gleichen Art wie: "Der einzelne Deutsche darf kein bestimmtes Geschlecht haben, denn wenn alle Deutschen dasselbe Geschlecht hätten, würde die Gesellschaft zusammenbrechen."
Weiters, dem Klima ist es egal, wieviel ein Einzelner emittiert oder wie der Quotient aus Gesamtemission und Bevölkerung ist, der Einfluss aufs Klima ergibt sich aus der Gesamtmenge der Emissionen. Unabhängig davon, von wievielen oder welchen sie verursacht werden!
Wenn du also ein Deutschland hast, das 80 Millionen Deutsche * 10,5 t CO2/Deutscher/Jahr = 840 Millionen Tonnen/Jahr, dann hat das genausoviel Einfluss wie ein Deutschland, das nur 40 Millionen Deutsche hat, jedoch durch einen doppelt so hohen Quotienten ebenfalls 840 Millionen Tonnen/Jahr emittiert.
Ergo, es kommt nur auf die Gesamtmenge der Emissionen an, das Klima fragt nicht, woher die Emissionen stammen.
Das war, was ich mit dem Satz
"Dem Klima interessiert nicht der CO2-Ausstoß pro Kopf, sondern der Gesamtausstoß." explizit und mMn auch unmissverständlich schrieb.
Ja, weißt du? Wir sind ein ideologisch behaftetes Völkchen, bei uns hat der Klimaschutz sogar Verfassungsrang. Was nicht bedeutet, dass wir nicht genug Verfassungsfeinde hätten, aber das kennst du ja, denn ihr habt anteilig noch mehr. Die wollen natürlich nichts vom Klimaschutz wissen.
Wie viel Spielraum hat die Politik beim Klimaschutz? Ein neues Gutachten von Prof. Dr. Christian Calliess & Prof. Dr. Gregor Kirchhof im Auftrag der KlimaUnion zeigt: Klimaschutz ist rechtlich bindend...
klimaunion.de
Richtig, aber worauf willst du nun hinaus?
Bislang wolltest du mir weismachen, dass du ganz und gar nicht ideologisch argumentieren würdest, sondern wissenschaftlich, und dass meine wissenschaftliche Widerlegung mancher deiner von dir als wissenschaftlich bezeichneten ideologischen Behauptungen selbst ideologisch sei.
Und jetzt willst du umschwenken und worauf hinaus? Dass es ja ganz klar und gut ist, wenn du ideologisch bist, weil es in Deutschland eh jeder ist? Und was hat die Verfassung damit zu tun?
Natürlich steht Ideologisches in der Verfassung drin, die Verfassung ist ja so etwas wie ein ideologisches Grundmanifest eines Gesellschaft. Was in der Verfassung bezüglich Umweltschutz steht, ist ein gesellschaftliches Bekenntnis "zum Umweltschutz". Die Verfassung ist aber keine wissenschaftliche Literatur, sondern beinhaltet eine Absicht, keine Erkenntnis.
Sollte eigentlich jedem einleuchten, dass ein "Wir wollen...." nicht wirklich eine wissenschaftliche Erkenntnis ist, auch wenn dieses "Wir wollen...." Verfassungsrang hat und auch wenn eines 100%ige Zustimmung in der Bevölkerung bestünde.
Verfassungsfeinde mag es geben, und sie mögen ihre Gründe haben, haben die eher Auswirkungen in der Politik, nicht in der Wissenschaft. Sie vermeiden Wissenschaft vielmehr, weil sie wissen, dass sie dort mit ihrer Masche des Schürens von Emotionen nichts ausrichten.
Und: Es ist ja ok, ideologisch zu sein. Nicht ok aber ist, ideologische Parolen als wissenschaftliche Erkenntnisse auszugeben und auch nicht ok ist, seine Ideologie so wenig zu durchdenken, um nicht zu wissen, welchen Schaden man mit seinem Aktionismus anrichtet und noch weniger OK ist es, mit Zwang andere zur Mitarbeit an seiner eigenen schlecht durchdachten Ideologie zu bringen.