AW: Das Leiden mit buddhistischer Philosophie gesehen
Glaubst du auch nicht, dass Schmerz ein Schutzmechanismus ist?
Ok, das wollte ich schon viel früher ansprechen!
Wenn wir so ins Detail gehen wollen, so sollten wir Leid auch eindeutig definieren,
denn für mich ist Schmerz ganz klar eine andere Empfindung als Leid.
Du verstehst Leid wohl als jede Art Verminderung der Qualität auf einer abstrakten Gefühlsachse.
Leid als Nichterfüllung, nicht-gerecht werden der eigenen Wünsche, Ansprüche und Vorstellungen. Ja, das könnts sein. Nur Versagen bedeutet leiden!
Die Differenz zwischen der Vorstellung was mir zu Gute hätte kommen können, und das tatsächlich Gefühlte/Erhaltene, ist der Betrag Leid welchen wir erleiden.
Somit setzt Leid eine Erwartung vorraus. Erst bei Nichterfüllung dieser müssen wir leiden.
Du leidest also nur dann wenn du auf die heisse Herdplatte greifst, wenn du davon ausgehst das dir nichts passieren würde.
Würdest dagegen dann hingreifen, wenn dir die Konsequenzen bewusst sind, so würdest du danach nicht leiden, sondern dich Ärgern, oder eben irgendwie anders empfinden, aber nicht leiden.
Deshalb werden akute Schmerzen nicht als Leid interpretiert.
Der Körper ist darauf eingestellt sie zu fühlen ohne dabei einen "normal" Zustand zu erwarten, bzw. sind die Schmerzen für den kurzen Augenblick der Normalzustand.
Chronische Schmerzen dagegen verursachen Leid, denn irgendwann werden dem Menschen die Schmerzen zu einschränkend, und das nicht eintretten der ersehnten Gesundheit verursacht erst das Leidgefühl.
Es ist nicht der Käfig, es ist der Wunsch auf Freiheit der mich leiden lässt.
Es sind nicht die Schmerzen an die wir leiden, es ist der Wunsch nach Schmerzfreiheit.
Leid als Triebkraft? ? ?