AW: Das Böse in unserer Welt
Ich möchte aus dem Jerusalemer Bibellexikon, herausgegeben von Kurt Hennig, 4. Auflage 1998, ISBN 3-7751-2367-9, Seite 772 zitieren.
Dort steht unter dem Begriff "Satan", 1. und 2. Abs., Folgendes:
SATAN Der Ausdruck "Satan" leitet sich aus dem hebr. Wort für "Gegenspieler" ab. In drei Büchern des AT erscheint S. als der Ankläger des Menschen vor Gott und Anstifter der Menschen zum Bösen. Er bleibt jedoch ein Mitglied des göttlichen Gefolges und ist als solches dem göttlichen Willen untergeordnet und keine unabhängige Macht des Bösen. Dies kommt deutlich zum Ausdruck im Prolog des Buches Hiob (Kap. 1-2), wo S. unter den "Söhnen Gottes" erscheint (Hiob 1,6), um Hiob anzuklagen.
In Sach 3, 1-2 erscheint S. ebenfalls als Verkläger des Menschen, hier des Hohenpriesters Jeschua. Der dritte Bezug auf S. im AT steht in 1. Chr 21,1. Diese Stelle steht in einem theolog. Spannungsverhältnis zu Sam 24,1, wo Gott selbst es ist, der im Zorn David dazu reizt, eine Volkszählung vorzunehmen und damit eine verbotene Handlung mit harten Konsequenzen zu vollziehen. Der Autor der Chronik bezeichnet den S., also nicht Gott, als den Anstifter und schwächt damit die Härte von Sam 24,1 dahingehend ab, dass er lehrt, es sei der S., der den Menschen zum Bösen veranlasst, was aber stets unter der Kontrolle Gottes geschehe (vgl. Jak 1,13 ff.).
Vielleicht haben wir jetzt eine Erklärung, woher das "Böse" in unserer Welt kommt.