http://de.wikipedia.org/wiki/Jedermann
Entstehung
Ein englisches Mysterienspiel diente Hofmannsthal als Vorlage: Everyman. A Morality Play,
gedruckt in London im zweiten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts.
Er übernahm auch Elemente aus der Comedi vom sterbend reichen Menschen
von Hans Sachs sowie Lieder des mittelalterlichen Minnesangs.
Charakteristikum des Mysterienspiels des späten Mittelalters ist es, dass nicht Individuen auftreten,
sondern Personifikationen: etwa der "Sensenmann", der Mammon (Geld), der Glaube.
Die Handlung des Mysterienspiels ist demnach eine Allegorie des christlichen Weltgefüges,
vor dem sich der Mensch – „jedermann“ – verantworten muss.
Der Jedermann-Stoff gelangte in Salzburg auf der Bühne der Benediktineruniversität bereits 1632 zur Aufführung.
Das Theaterstück mit dem Titel Anastasius fortunae pila, terrae piaculum, orci monstrum –
"Anastasius, Spielball des Glücks, Opfer der Welt, Schaubild der Hölle"
wurde vom Benediktinerpater Thomas Weiss († 1651) verfasst;
in der Titelrolle glänzte der Universitätspedell Wolfgang Braumiller (1600-1683),
ein barocker Schauspielstar.