AW: Sprüche, Weisheiten, Zitate
Meinte Karl May diese Zeilen jetzt ehrlich oder ironisch ? Der erste Satz "Die . . . . . verzeichnen" scheint mir ein echtes Anliegen von ihm gewesen zu sein, was aber ist mit dem Rest ?
Natürlich ernst, bester Zeili! Ironie kannte May gar nicht.
Hier noch ein ähnliches Zitat:
Ihr habt Kriegswissenschaften, theoretische und praktische. Und ihr habt Friedenswissenschaften, theoretische, aber keine praktischen. Wie man den Krieg führt, das weiß jedermann; wie man den Frieden führt, das weiß kein Mensch, Ihr habt stehende Heere für den Krieg, die jährlich viele Milliarden kosten. Wo habt Ihr Eure stehenden Heere für den Frieden, die keinen einzigen Para kosten, sondern Milliarden einbringen würden? Wo sind Eure Friedensfestungen, Eure Friedensmarschälle, Eure Friedensstrategen, Eure Friedensoffiziere? Mehr Fragen will ich jetzt nicht fragen. Denn alle, alle diese Fragen werden sich in Ardistan vor Dir erheben, und die Antworten werden Dir in Dschinnistan erscheinen, doch nur dann, wenn Du die Augen offenhältst. Dein Ritt nach diesen beiden Ländern ist ein Studien- und Übungsritt, und was Du Dir da geistig aneignest, das betrachte als meinen Dank für die Bereitwilligkeit, mit der Du meinen Auftrag übernimmst. Diese beiden Länder werden Dir ein ziemlich treues Bild der Erde bieten, der Erde, ihrer Bewohner und aller möglichen Verhältnisse, in denen die Völker zueinander stehen. Und wenn Dir da Rätsel begegnen, die Du nicht lösen kannst, so denke an das Bild, welches ich Dir jetzt entwerfe."
Allerdings muss man dazu sagen, dass die Zitate sind; und zwar aus dem Roman "Ardistan und Dschinnistan.
Beide legt KM der Marah Durimeh in dem Mund, einer göttlichen Urgroßmuttergestalt, die auf der Handlungseben eine handlungsinitiierende und -vorantreibe Figur ist; auf der Symboleben aber die "Menschheitsseele" darstellt.
Innerhalb des Romans "A & D" wird tatsächlich das Miltärwesen ganz ausgeschaltet, sogar ohne Kampf und Schlacht, sondern durch die Naturgewalt des Flusses Ssul (Friede).
May hat sich in der Zeit der Niederschrift des Romans von 1907 bis 1910 sicher gewünscht, dass sowas auch in Europa stattfindet - stand er doch in privatem Kontakt mit Bertha von Suttner -, der ersten Friedensnobelpreisträgerin, er war aber sicher nicht so naiv, dass er an die Verwirklichung seiner Friedenssehnsucht glaubte.
Sein Tod, 1912, bewahrte ihn davor, das Elend von 1914 mitzuerleben.
Du kennst ihn sicher besser als ich.
Zeili
Da hätte ich noch eine private Frage.
Es gibt einen Johannes Zeilinger, der sich einige Verdienste um KM erworben hat, indem er z.B. dessen frühkindliche Erblindung erforschte. Er sitz auch im Vorstand der Karl-May-Gesellschaft.
Hast du irgendwas mit dem zu tun?
Gruß Fritz