1954 ist die Krim an die Ukraine angegliedert worden, weil Chruschtschow es für einfacher hielt, sie von Kiew aus zu verwalten, als von Moskau aus, denn es war ja sowieso alles sowjetisch. Das ändert nichts daran, daß die Krim russisch geblieben ist (auch nach 1954).
Was soll den das eigentlich heißen
"russisch sein"?
Bevor das Russische Reich die Krim 1774 "befreit" hatte (denn formal war diese lt. Vertrag erst mal nur vom Osmanischen Reich
unabhängig geworden, wurde dann aber peu à peu "russifiziert"...), war diese fast 350 Jahre lang ein Khanat der Krim-Tataren, später dann als Vasallenstatt der Osmanen - mithin also deutlich länger, als sie jemals "russisch" war. Wollen wir denn dann nicht erst mal nach den "Besitzrechten" der Krim-Tataren fragen?
Dann können wir ja auch wieder anfangen mit Südtirol, oder Ostpreußen oder dem Elsass usw.
Mir scheint, dass du reichlich unscharf-beliebige und vor allem oberflächliche, nationalistische Stammtisch-Dünkeleien mit dem in dieser Sache recht eindeutigen Völkerrecht verwechselst!
In der Tat, sowjetisch ist nicht gleich russisch - und umgekehrt. Und man erinnere sich, dass die
verbindlich vertraglich vereinbarte Auflösung der Sowjetunion maßgeblich vom damaligen russichen Präsidenten Jelzin betrieben wurde - mitsamt der völkerrechtlich verbindlichen Anerkennung der damaligen Grenzen der einzelnen früheren Sowjetrepubliken. Und man erinnere sich weiterhin an den Atomwaffenverzicht der Ukraine, Kasachstans und Belaus' und das in diesem Zusammenhang vereinbarte
"Budapester Memorandum" in dem
"Russland, die USA und das Vereinigte Königreich als Gegenleistung für einen Nuklearwaffenverzicht, gemeinsam in drei getrennten Erklärungen jeweils gegenüber Kasachstan, Belarus und der Ukraine erneut ihre bereits bestehenden Verpflichtungen, die Souveränität und die bestehenden Grenzen der Länder, das UN-Gewaltverbot und weitere Verpflichtungen zu achten. Dabei wird auf die Schlussakte von Helsiki, die Charta der Vereinten Nationen und den Atomwaffensperrvertrag verwiesen." (Zitat: Wikipedia)
Daher ist und bleibt die handstreichartige Besetzung der Krim durch Russland nichts anderes als der Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffs- und Eroberungskrieges Russlands gegen die souveräne Ukraine!
Die UNO mit ihren völkerrechtlichen Vereinbarungen wurde nach dem 2. Weltkrieg mit über 50 Millionen Toten und der Zerstörung halb Europas mit dem zentralen Ziel gegründet, willkürliche Eroberungskriege wegen ihrer Gefahr der grenzenlosen Zerstörung für die Zukunft zu verhindern. Wir müssen hier nicht weiter auf die problematische Konstruktion dieser Organisation, insbesondere des Sicherheitsrates eingehen, die schon lange vor dem Ukraine-Konflikt für jedermann offen zu Tage gelegen hat - auch nicht darauf, dass alle(!) Mitglieder dieses Sicherheitsrates dessen Autorität und Funktion von Anfang an wegen eigener Interessen reichlich durchlöchert haben.
Wenn aber jetzt ein eindeutiger imperialer Eroberungskrieg hingenommen wird, indem dem Eroberer auch nur irgendetwas von seinen "Eroberungs-Ansprüchen" in den Rachen geworfen wird, dann werden die Pforten der Hölle aufgestoßen und diese Welt wieder ins 19. Jahrundert zurück katapultiert, als wo sich jeder Stärkere vom Schwächeren auf kriegerische Weise nach Belieben nehmen konnte, was er eben wollte.
(Und die unvermeidliche Begleitmusik des wohlfeilen Sofa-Pazifismus wird dann sein, dass vor allem die Verteidiger einer Eroberungsaggession und deren Untersützer Schuld an Tod und Leid hätten, weil sie sich nicht schnellstens ergeben...)
Den Glauben, dass durch die Abtretung völkerrechtswidrig eroberter Gebiete der Ukraine an Russland "Frieden" und "Sicherheit" wiederhergestellt würden und das Töten aufhörte, kann ich nur als eine Naivität bezeichnen, deren ungeheure Monstrosität kaum in Worte zu fassen ist.