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Kölner Aufruf gegen Gewaltspiele

AW: Kölner Aufruf gegen Gewaltspiele

Wie ein anderer Teilnehmer schon sagte, wird die Rolle der Gewaltspiele immer noch verkannt und verharmlost; wie das Rauchen, das Alkoholtrinken, das Rasen, Fast-Food und Religiösität!

Hör dir doch mal an, was Michael Wallies, gewesener Autoshooter, dazu sagt.


Und falls es an Anschaungsmaterial für den heutigen Schulalltag fehlen sollte:
http://www.arte.tv/de/2454610.html

Gruß Fritz
 
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AW: Kölner Aufruf gegen Gewaltspiele

1. Ich begrüße jede Maßnahme, die den Vetrieb und die Verbreitung dieser genannten Spiele wirksam bekämpft. (...)


Auch bevor es Videospiele gab, wurden Menschen von durchgeknallten Persönlichkeiten ermordet und zu allen Zeiten lebten unter den Menschen solche Verrückte, die aus irgendwelchen Wahnideen wild um sich schossen
( ... mindestens seit dem es Schusswaffen gab ... davor waren es wohl Schwerter oder das Hackebeil ... ) Ein Verbot von Videospielen wäre nichts anderes als blinder Aktionismus aus reiner Hilflosigkeit.

Schlussendlich streift man mit solchem Aktionismus nicht einmal die Ursache .... man macht es sich nur leicht mit diesem Ansinnen, dass die Schuld an den Vorfällen immer die Anderen tragen.

Servus umananda
 
AW: Kölner Aufruf gegen Gewaltspiele

Ein Verbot von Videospielen wäre nichts anderes als blinder Aktionismus aus reiner Hilflosigkeit.

Ob aber derartige Unbelehrbarkeit und solcher Igorantismus der Sache besser dient, wage ich zu bezweifeln.

Auch hier empfehle ich, in die von mir genannte Sendung reinzuhören.

FritzR
 
AW: Kölner Aufruf gegen Gewaltspiele

Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass bei jedem der neueren Amokläufe Gewaltvideos vorher im Spiel waren; ich behaupte nicht, dass es DER Grund dafür ist, aber es senkt offensichtlich die Hemmschwelle für Gewaltanwendung.
 
AW: Kölner Aufruf gegen Gewaltspiele

Zitat von Fritz:
Wenn da welche hergehen und einen Anfang machen wollen mit dem Kampf gegen erkannte Missstände, dann wir das hiet erst einmal sicherheitshalber angegriffen, zerpflückt und niedergemacht.

Wenn jemand mit Vorschlägen an die Öffentlichkeit geht muss er damit rechnen, dass man auch auf seine Argumentation eingeht. Was hier getan wurde.

Und dann muss es der Öffentlichkeit auch erlaubt sein, zu äußern, dass die gemachten Vorschläge nicht effektiv sind, weil sie an den wesentlichen Problemen vorbeigehen. Was hier getan wurde.

Zitat von Fritz R.
Das enthebt einen des eigenen Aktivwerdens.

Und dazu wird weiter gewabert und gelabert.

Was hat so ein Vorschlag mit Aktiv werden zu tun?
Als in diesem Pamphlet irgendetwas neues vorgeschlagen wird.
Und komischerweise kommen Leute immer erst dann damit an die Öffentlichkeit, wenn irgendetwas passiert ist.

Das ist purer Aktionismus- aus einer verständlichen Verzweiflung. "Man muss doch etwas tun, damit so etwas nie wieder geschieht". Fakt ist aber leider, dass so etwas nicht 100%ig verhindert werden kann.

Wenn wir aber so tun, als müsse man nur die "Killerspiele" verbieten, damit wir in Zukunft eine friedliche, gewaltfreie Gesellschaft haben, dann verarschen wir uns alle.

Jeder 7. deutsche Jugendliche ist sehr ausländerfeindlich, die deutsche Jugend ist sexuell desorientiert ("oversexed but unfucked"), unter Einwandererkindern gibt es einen fruchtbaren Boden für Antisemitismus und Homophobie. Alles die "Killerspiele" schuld, ja?

Mir geht diese deutsche Mentalität auf den Keks, man müsse das Böse nur verbieten, dann kommt alles in Ordnung. Das Böse muss man bekämpfen, indem man das Gute fördert.

Du willst aktiv werden und nicht labern? Dann geh an eine Hauptschule und veranstalte eine AG, statt hier zu schreiben. Hier wirst du nicht mehr können als Labern. Das ist ein Internet-Forum, nicht das Parlament.

Und dieses Geschreibsel aus Köln, das ist Gelaber hoch drei.
Besonders an der Stelle mit der Verhinderung des Krieges wird deutlich, wie hilflos dieses Gerede ist. Hier verlassen die Verfasser endgültig den Boden der Realität.

Friede-Freude-Eierkuchen, ja klar!

Dieses Papier ist in Köln verfasst worden. In der Nachbarschaft von Köln, hier in Bonn, fand vor einiger Zeit eine Konferenz der deutschen Bildungsminister statt.
Ein Vorschlag zur Verbesserung der Pisa-Ergebnisse lautete wie folgt: Man solle Hauptschulen doch in Zukunft von solchen Bildungstests fernhalten. (Was daraus wurde weiß ich ehrlich gesagt gar nicht.)

So werden in Deutschland gesellschaftspolitische Probleme
gelöst- mit der Zewa-Methode: "Wisch und weg!"

Und in dieser Tradition sehe ich auch dieses Kölner Papier.

Auch schön: An der sexuellen Desorientierung ist der Gangster-Rap schuld.

Wer aus dem Kölner Aufruf irgendeine Lösung erkennt applaudiert Leuten die, zusammengefasst, sagen, an der Verwahrlosung der Jugend ist die Jugendkultur schuld.

Aber ihr seid nicht in der Lage, die relevanten Fragen zu beantworten:
WARUM kaufen so viele junge Leute Ballerspiele? Woher kommt die Faszination?
Woher kommt die Faszination für Gangster-Rap?
Wie kommt die Jugendkultur zustande?

Und dann:
Warum sprechen Eltern und Pädagogen von der Jugend immer so, als sei es eine wilde Hunnenhorde, die unerwartet aus den Steppen Asiens über sie hereinbricht?
Diese Jugend sitzt Tag für Tag in ihren Kinder- und Klassenzimmern.

Ich habe meine Punkte sicher etwas polemisch formuliert, aber das mit den Erziehungsversagern meine ich durchaus ernst, wenn auch das Wort Versager eine Spur zu hart sein mag.
Aber Eltern denen ihr Kind entgleitet täten gut daran, sich zu überlegen, was sie selbst falsch gemacht haben, anstatt auf die "Killerspiele" zu zeigen.

Zitat von oktoberwind:
Alle, die so tun, als seien sie so harmlos, verkennen die Realität (und Jugendliche als gefestigt zu bezeichnen, spricht den Tatsachen Hohn).

Ich bleibe dabei. "Killerspiele" an sich sind harmlos. Pixel töten nicht. Ebenso wenig wie Worte.
Und die Realität ist, dass der überwiegende Teil der Jugendlichen in unseren Ländern Zugang zu "Killerspielen" hat und diese auch mehr oder weniger häufig spielt. Die meisten, ohne Amok zu laufen.

Die Frage ist nur, auf welchen Boden diese Bilder und Worte fallen.
Dann sollte man sich aber daran machen und den Boden verbessern.

Und falls du mich mit der Klammer meintest, ich sprach von PSYCHISCH gefestigten Jugendlichen. Psychische Krankheiten sind nicht der Normalzustand unserer Jugend.

Zitat von umanda:
Auch bevor es Videospiele gab, wurden Menschen von durchgeknallten Persönlichkeiten ermordet und zu allen Zeiten lebten unter den Menschen solche Verrückte, die aus irgendwelchen Wahnideen wild um sich schossen
( ... mindestens seit dem es Schusswaffen gab ... davor waren es wohl Schwerter oder das Hackebeil ... )

Hätte es zu Hitlers Jugendzeiten schon "Killerspiele" gegeben, wären wahrscheinlich auch Ermittler nach dem zweiten Weltkrieg in sein Haus marschiert, und hätten seine Festplatte auf solche untersucht. Und hätten sie welche gefunden, wären statt der Nazi-Größen in Nürnberg wahrscheinlich die Verantwortlichen von Rockstar-Games und Co. zu Tode verurteilt worden. Und die deutsche Gesellschaft hätte sich ihre Hände in Unschuld gewaschen und wäre weiter von Holocaust zu Holocaust gestolpert.

Bereits 1964 gab es in der Nähe von Köln einen Amoklauf.
Damals waren "Killerspiele" noch weit und breit nicht in Sicht

MfG,
Sunnyboy

A propos Gangster-Rap:

 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Kölner Aufruf gegen Gewaltspiele

Zitat von oktoberwind:
Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass bei jedem der neueren Amokläufe Gewaltvideos vorher im Spiel waren; ich behaupte nicht, dass es DER Grund dafür ist, aber es senkt offensichtlich die Hemmschwelle für Gewaltanwendung.

Das bestreitet ja keiner. Nur dann müsstest du auch den Alkohol verbieten- bei wievielen Gewalttaten wurde DER schon kurz vorher konsumiert.

Ist deswegen jeder Alkoholtrinker eine Gefahr für Leib und Leben seiner Mitmenschen?
 
AW: Kölner Aufruf gegen Gewaltspiele

Dein Geschreibsel ist unerträglich.

Darum nur dazu:

Du willst aktiv werden und nicht labern? Dann geh an eine Hauptschule und veranstalte eine AG, statt hier zu schreiben.

Ich arbeite mit verhaltensauffälligen Jugendlichen zusammen und spreche regelmäßig mit diesen über ihre Probleme; auch über Gewalt und Gewaltspiele. Schon vor dem Amoklauf.

Ich habe dann dafür gesorgt, dass über den Fall in Winnenden Informationen an unserer Schüler kamen und diese darüber sprachen. Wenn du hier genau mitlesen tätest, wüsstest du das.

Wir haben nicht nur die Schweigeminute eingehalten, sondern ein qualifizierter Kollege hat auch einige passende Worte gefunden.

Und ich werde auch den Aufruf thematisieren.

Jetzt lass mal deine Aktivitäten hören!
 
AW: Kölner Aufruf gegen Gewaltspiele

Hallo FritzR.

Meinst du denn, dass man es wirklich schafft, dass es keine dieser Spiele mehr geben wird?

Dazu wird doch neben dem Verbot der Spiele die Überwachung des Internets, der Schulhöfe, von Jugendclubs, Kontrollen in Schultaschen und Kinderzimmern und das Androhen und Verhängen von Strafen nötig sein.

Wir verwenden diese Methoden doch schon so lange. Und welche Welt haben wir damit erschaffen? Die heutige?
Und nun wollen wir einfach wieder die Dosis erhöhen, und dann schließen wir diese unberechenbaren Fälle aus?

Aber eine Welt aus Verboten, Zwang, Strafen, Überwachung und Kontrolle, ist das die Welt, in der es sich irgendwann überhaupt noch lohnt, nicht erschossen zu werden? Möchtest du denn in soeiner Welt leben? Und was, wenn es dann dennoch irgendwann, auch nach den drastischsten Maßnahmen einen nicht im Raster ermittelbaren Täter gibt? Was wenn das Paradies dann immernoch nicht erschaffen ist.

Wollen wir dann eine Blumenwiese einbetonieren, damit ihr kein Stein auf den Kopf fällt? Deinen Gedanken finde ich ok, aber du merkst doch bestimmt, was ich meine, wir reagieren immer gleich, bis wir auch ohne bösen Terroristen oder Amokläufer nicht mehr atmen können.

Ich finde es traurig, dass solche Geschehnisse uns in Zukunft m.E. zu psychologischen Typisierungen bringen werden, wo schon kleine Menschen mit psychologischen Denkmustern abgeglichen, eingeordnet und selektiert werden.
(gefährlich-ungefährlich, begabt-förderfähig-unbegabt...)
Bei der Typisierung von Menschen für Zwecke der Bewerberauswahl oder bei der Risikoabschätzung von Krankenkassenkassen hat man sich bereits dran gewöhnt. Die Zukunft eines Menschen (Lebendigkeit) durch ein Gutachten, was auf Wissen (starren Denkmustern) beruht entscheiden. Ich finde das traurig. Aber m.E. kann man das bei allem gutgemeinten Aktivismus nicht sehen.
Bernd
 
AW: Kölner Aufruf gegen Gewaltspiele

Meinst du denn, dass man es wirklich schafft, dass es keine dieser Spiele mehr geben wird?

Nun sieh, Bernd, wir haben es hierzulande geschafft, die Prügelstrafe zu verbieten.
Die Kinderarbeit wurde hierzulande abgeschafft.
Die Frauen verdienen "bloß" noch 23% weniger als die Männer.
Das Rauchen in der Öffentlichkeit wurde reduziert.
Umweltschonende Fahrzeuge werden gebaut.
Geschindigkeitbeschränkungen eingeführt.

Alles Sachen, an die man vor fünfzig Jahren nicht geglaubt hätte.

Wenn erst das Wissen und die Überzeugung sich durchsetzt, dass eine Sache schädlich, unrecht und falsch ist, wird man was dagegen tun.

Wenn natürlich weiterhin diese Schädlichkeit kleingeredet wird - so a la: Mein Großvater hat sein Leben lang geraucht und ist 87 Jahre alt geworden; eine Tracht Prügel zur rechten Zeit hat noch keinen geschadet; wozu sollten Frauen mehr Geld verdienen? Sie saufen nicht, sie rauchen nicht und Weiber sind sie selber; zum gemütlichen Beisammensein gehört eine Kiste Bier; freie Fahrt dem freien Bürger etc. - , dann wird eine solche Gesinnungsänderung natürlich verzögert und wird noch lange dauern.

Aber ich predige Wänden!

Gruß Fritz
 
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