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ist die Religion wirklich was gutes?

admira10

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18. März 2006
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Ich fragte mich ob es etwas gut sein kann das mehr trennt als es verbindet.
Jede Religion hat seine Angehörigen (Gemeinschaft), und umso mehr Gemeinschaften es gibt desto stärker werden Menschen von einander getrennt.
 
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ist religion wirklich was gutes

admira10 schrieb:
Ich fragte mich ob es etwas gut sein kann das mehr trennt als es verbindet.
Jede Religion hat seine Angehörigen (Gemeinschaft), und umso mehr Gemeinschaften es gibt desto stärker werden Menschen von einander getrennt.

Jede Religion hat ihre eigenen Vorstellungen, von denen sie behauptet die einzig richtigen zu sein.

Da gibt es kein Verhandeln um einen Kompromiss. Religionen sind starre Einrichtungen. Leider.

Ein intelligenter Mensch muss seinen eigenen Weg finden. Meine Einstellung ist christlich, doch ich gehöre keiner Glaubensgemeinschaft an. Gott möchte ich trotzdem nicht aus meinem Leben verbannen. Ich versuche die 10 Gebote ernst zu nehmen. In diesen steckt nämlich sehr viel Lebensweisheit.
Auch die Ethik oder Moral sind wichtige Richtlinien im Leben eines Menschen. Jeder Mensch braucht Orientierung. Gott ist die beste.

lg suche
 
Religion ist die Philosophie für Leute, die nicht nachdenken mögen.
Religionen sind Weltbilder, die aus einer Zeit kommen, als die Wissenschaft noch ein Keimling war.
Religionen sind Märchen, die sich die Menschen erzählten, als die Menschheit noch in einem geistigen Laufstall steckte.
Aus Islam, Judentum und Christentum steigt das Gift des Hasses, das für die Entwicklung der Menschheit immer mehr zu einem Klotz am Bein wird.

Gysi
 
Die Religion hat einen nicht zu verkennenden positiven aspekt:

sie bringt die Menschen in „Gemeinden“ zusammen, in denen alltägliche Probleme und gegenseitige Hilfe dominieren, der religiöse Firlefanz dann eigentlich nur der zusammenhaltende Kitt ist und die Moralvorstellungen vorgibt.

Einen solchen Zusammenhalt brauchen die meisten Menschen. Er ist auch erfolgreich beim Niederhalten der Kriminalität, zur psychologischen Betreuung in persönlichen Krisensituationen .....

Man hat auch in der DDR (und anderen Ostblockstaaten?) versucht, diese Gemeinschaften auf der Grundlage atheistischer und marxistischer Weltanschauung zusammenzubringen,
als „sozialistische Arbeits- und Wohngemeinschaftskollektive“, die die 10 Gebote des sozialistischen menschen zu befolgen hatten (sehr begrüßenswerte Regeln, die sollten wir heute mal alle beherzigen!, man kann ja antiquierte Begriffe wie „Volkseigentum“ durch „öffentliche einrichtungen“ usw. ersetzen)

Ich habe auch über die Geschichte der israelischen Kibutzim gelesen, sehr erfolgreiche einrichtungen, die geradezu kommunistisch anmuten, mit der Vernachlässigung der religiösen Bräuche und dem Vormarsch der Konsumideologie bei der Jugend geht diese Ära jetzt zu Ende.

Also, ich denke, das Volk braucht dieses Opium „Religion“, es kann auch eine gottlose Weltanschauung sein, wenn sie nur wie eine religion zelebriert wird

meint Claus
 
Das Licht leuchtet in der Finsternis, aber die Finsternis, hat es nicht ergriffen.

Gysi schrieb:
Religion ist die Philosophie für Leute, die nicht nachdenken mögen.
Aus Islam, Judentum und Christentum steigt das Gift des Hasses, das für die Entwicklung der Menschheit immer mehr zu einem Klotz am Bein wird.
Gysi

Guten Tag Gysi,

vordergründig gesehen hast Du natürlich Recht, aber mit Hilfe der Religion wird ein sinnvolles Zusammenleben der Menschen erst möglich.
Gleichzeitig ist durch die Religionen viel Unheil in die Welt getragen worden, deshalb ist es allmählich an der Zeit, dass die Fundamentalisten zu einer liberaleren Religiosität finden indem sie von ihrer Ideologie – nur sie seien im Besitz der EINZIGEN Wahrheit ablassen und im Sinne wahrer Menschlichkeit, den Mitmenschen achten und ehren.

Leider zeigen all die Religionen, mit denen ich mich bisher befasst habe, Defizite auf.
Ein guter Ansatz ist „Das Weltethos“ von Hans Küng.

Da Religion keine Wissenschaft ist, kann uns die Wissenschaft hier nicht weiter helfen.

Es gibt viele Menschen, die bestrebt sind, die Gräben zwischen den Religionen einzuebnen, was leider von Seiten der Fundamentalisten immer wieder verhindert wird.
Ein schönes Bild beschreibt Williges Jäger, indem er es so ausdrückt:
„Religion ist mit dem Mond zu vergleichen, der die Erde beleuchtet, aber seine Kraft von der Sonne bekommt. Er hat aus sich heraus keine Kraft. Sein Leuchten ist nur der Widerschein der Sonne.
Wenn der Mond sich zwischen Sonne und Erde schiebt, gibt es eine Sonnenfinsternis, und es wird dunkel auf der Erde.
Das Göttliche ist mit der Sonne zu vergleichen. Es strahlt die Religion an, damit sie dem Menschen leuchtet und ihn im Dunkel seines Suchens begleitet. Wenn die Religion sich aber zu wichtig nimmt und sich zwischen Gott und Mensch schiebt, verdunkelt sie Gott. Es gibt eine Gottesfinsternis. Das gilt für alle Religionen.“


Vor sieben Jahren habe ich meine Gedanken hierzu in einem Freundeskreis unter dem Thema: „Die Religion in der alle Menschen übereinstimmen, oder die Suche nach dem Gemeinsamen in den Religionen.“, vorgetragen.

Es kam mir darauf an herauszustellen, dass die Suche in den Religionen für mich ein Weg ist den ich vor vielen Jahren begann und in dem ich immer versucht habe zu erfahren, was andere lehren. Auch hier mußte ich feststellen, je weiter der Fortschritt, desto umfassender die Sicht und um so klarer die Erkenntnis, daß eine Quelle alle Religionen speist. Nur die Ausformungen der einzelnen Lehren sind verschieden, trotzdem kann man sagen: Religion heißt Einheit in Ungleichheit.

Die Wahrheit findet sich in allen heiligen Schriften der bestehenden Religionen bestätigt. Wir sehen dort, daß alles religiöse Streben sowie das Licht, das den Wahrheitssuchenden leitet, ein und dasselbe für alle Religionen ist. Ob wir Hindus, Buddhisten, Juden, Christen, Mohammedaner oder Anhänger irgendeiner anderen Religionsgemeinschaft sind, wir sind alle Pilger auf dem gleichen Pfade, ja, mehr noch, wir müssen alle gewisse Entwicklungsstadien des Bewußtseins durchschreiten, welchem Glauben wir auch angehören mögen.
Nicht nur das Ziel – Gott – sondern auch der Weg – die Wallfahrt zu Gott – stimmen in allen religiösen Lehren überein.

Dieser Klotz am Bein, wie Du lieber Gysi schreibst, wird m. E. der Menschheit auch weiterhin erhalten bleiben. Zeigt uns doch gerade das Blühen vieler esoterischer Gemeinschaften als Religionsersatz, dass der Mensch von Natur aus auf Religiosität angelegt ist.
In unserer abendländischen Kultur hat leider das Christentum als Leitkultur versagt, indem deren Führer allen voran der "Stellvertreter Gottes auf Erden", IHR/SEIN Reich in dieser Welt sahen/sehen, während der Wanderrabbi Joshua sagte: Mein Reich ist nicht von dieser Welt.
Hier ist die Diskrepanz zu sehen, wodurch die Amtskirche ihren Imageverlust begründet sehen kann.

Mit nachdenklichen Grüßen
Jan Amos
 
Ich habe eine Vision:

Durch intensiven naturwissenschaftlichen Unterricht schon seit frühester Kindheit erkennen die Menschen, daß Götterglaube ein überflüssiger Ballast ist, zumal es die Götter bisher auch an glaubwürdigen Bewweisen ihrer Existenz haben fehlen lassen.

Die Kirchen und Tempel werden umgewidmet in Konzerthallen und Bibliotheken.
(Konzerte zu verstehen als Aufführungen großer Musik von Händel bis Mahler,
nicht als Bühne für Singe–und –hopse-Gruppen),

ein Dom als Bibliothek –
dort wo jetzt noch der Altar ist: ein Modell des Sonnensystems
in den Seitenschiffen die Regale der Handbibliothek
anstelle der Kniebänke für die Betenden – Schreibtische für Studierende der Naturwissenschaften

Andacht und Remineszenz den großen Denkern und Fackelträgern der Menschheit,
den Entdeckern der Naturgesetze und den Erbauern der herrlichen gotischen Dome.....

aber leider:
die Anzahl der Koranschulen nimmt sprunghaft zu,
Astrologen und Scharlatane machen bessere Geschäfte als jemals zuvor,
von Rußland bis Ägypten verfallen verarmte Bevölkerungsschichten der trostspendenden Religiösität.....

Immanuel Kant hätte das nie für möglich gehalten. Er hatte auch eine Vision...

Claus
 
Claus schrieb:
sie bringt die Menschen in „Gemeinden“ zusammen, in denen alltägliche Probleme und gegenseitige Hilfe dominieren, der religiöse Firlefanz dann eigentlich nur der zusammenhaltende Kitt ist und die Moralvorstellungen vorgibt.
Na, jetzt haste dich aber vertappt, Claus... Die Religionsfritzen kümmern sich ja gerade um das Soziale, die kollektiven Bindungen, um die Brüder und Schwestern an die Angel zu kriegen. Da wird noch die Religions-Tablette zwischen dem saftigen Kollektiv-Braten geschoben - und schupps! - sind die Schäflein schon drauf! Was die Menschen brauchen, ist kollektive Einbindung! Und ein ethischer Wert, der durch das Kollektiv vermittelt werden sollte, ist die AUFRICHTIGKEIT! Dazu können wir die Religionslehre nicht gebrauchen!


Gysi
 
Jan Amos schrieb:
Zeigt uns doch gerade das Blühen vieler esoterischer Gemeinschaften als Religionsersatz, dass der Mensch von Natur aus auf Religiosität angelegt ist.
Ich muss dir leider widersprechen, Amos. Ich kann nicht verstehen, wie du z.B. in dem AT und dem Koran Heilsbotschaften erkennst. Das sind keine religiösen, von Gott geschriebenen Bücher, das sind Schriften von eitlen, egomanischen Kriegsführern, die ihre Niederlagen nicht verknusen. Die scheinen uns so heilig, weil die mit 3000-Jähriger Patina überzogen sind. Der Hang zur Religiösität ist der Hang zu Gruppenerleben und einer spiritistischen Sicherheit, die uns die Angst vor dem Tod nimmt! Lasst uns erkennen, dass das sogenannte "ewige Leben" - wenn wir es denn so nennen sollen - jedem als ein Naturgesetz bereit steht! Und nicht als ein Geschenk aus Gottes Füllhorn für Willfährigkeit! Wie kann man sowas heute noch als Glaubensangebot auf unsere armen Kinder loslassen? Wir brauchen nicht nur die Wahrnehmung als Einzelne, sondern auch als Gemeinschaft, die uns eherne Werte vermittelt. Und eine dieser Werte ist die AUFRICHTIGKEIT! Da können wir festgefahrene Religionen, die es verpasst haben, den ZWEIFEL als mindestens genauso hohe Kardinaltugend wie den Glauben zu lehren, nicht (mehr) gebrauchen.

Gysi
 
Gysi schrieb:
Ich muss dir leider widersprechen, Amos. Ich kann nicht verstehen, wie du z.B. in dem AT und dem Koran Heilsbotschaften erkennst. Das sind keine religiösen, von Gott geschriebenen Bücher, das sind Schriften von eitlen, egomanischen Kriegsführern, die ihre Niederlagen nicht verknusen. Die scheinen uns so heilig, weil die mit 3000-Jähriger Patina überzogen sind.
Gysi

Hallo Gysi,

Deinen Widerspruch nehme ich gerne an, denn was wäre eine Diskussion, wenn es keinen Widerspruch gäbe.

Zu Deinem Unverständnis eine Anmerkung. Auch das neue Testament ist nicht von Gott geschrieben, sondern von Menschen. Für mich sind allerdings auch die Glaubensbücher anderer Religionen heilige Schriften, selbst wenn ich keinen Zugang dazu finde, weil sie anderen Menschen heilig sind.

Zur 3.000 jährigen Patina empfehle ich Dir, dich einmal mit dem Prinzip der Ma’at aus dem alten Ägypten zu befassen. Alles was unter diesem Begriff verstanden wurde ist heute so aktuell wie damals. Leider wurde vieles verwässert, wie man auch im Laufe der Jahrhunderte erfolgreich, die 10 Gebote austrickste, indem 40.000 Gesetze geschaffen wurden um diese erfolgreich umgehen zu können. Ein Heer von Advokaten verdient sich, durch die Kenntnis der zur Manipulation geschaffenen Schlupflöchern, eine goldene Nase.

Ma’at bedeutet eigentlich „Basis“ und ist die Schutzgöttin des Gerichtswesen und die Personifikation der Weltordnung, die auf Wahrheit, Recht und Gesetz beruht und als Norm für alle gilt. Jeder muß sie beachten, da im Jenseitsgericht sein Herz gegen die Ma’at auf der Gerichtswaage abgewogen wird.


Deshalb verweise ich nochmals auf das Weltethos, dem für mein dafürhalten viel zu wenig Beachtung geschenkt wird.

Jan Amos
 
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Jan Amos schrieb:
Zur 3.000 jährigen Patina empfehle ich Dir, dich einmal mit dem Prinzip der Ma’at aus dem alten Ägypten zu befassen.
Ist ja alles gut und schön und gewiss hochinteressant - auch lehrreich! - was damals so an Gesetzeswerken und ethischen Grundlinien geschaffen wurde. Vielleicht mag einen auch ein "heiliger Schauer" ergreifen, wenn man sowas liest. Aber es ist die Faszination der (Vor)Geschichte, die und berührt und ganz gewiss nicht der Odem des HErrn... :rolleyes:

Gysi
 
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