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Unterschiedliche Religionen als Friedensbrecher, statt Friedensstifter?

Peter Simon

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20. Januar 2003
Beiträge
12
Nach langem Hin und Her habe ich mich entschieden!
Wenn die unterschiedlichsten Religionen nicht mehr einstimmig den Tod vom Leben trennten und ihn abweisend behandelten, - da minderwertig - ,
könnte der Himmel auf Erden eher gefunden werden. Ich behaupte, dass das Prädigen des ewigen Lebens (Seins), sei es im Himmel, in Nirwana, auf der Erde, im Orbit, auf dem Mars, in Syrius… oder sonnst wo, wie ein Dauerlutschel funktioniert. Ewig will man daran lecken? Warum daran?
Was ist, wenn der Tod auch, wie das Leben begehrenswert ist? Woher will man das wissen? Wenn ich lebe, ziehe ich dem Tod das Leben vor? Ist in Ordnung. Ich liebe das Leben. Woher möchte ich aber wissen, ob ich nicht den Tod höher priese, wenn ich nicht lebte?
Kinder haben oft Angst vor dem Schlaf. Wenn sie gut schlafen, wollen sie aber auch oft, nicht mehr geweckt werden. Der Erwachsene weiß schon, dass der Schlaf uns von der Welt der Wachen nicht wirklich trennt. Es ist nur Ruhen. Warum weiss der Erwachsene aber nicht, dass auch der Tod der Selbe Wesen ist, wie das Leben?
Was ist hochwertiger? Das Huhn oder sein Ei? Das Ei, oder sein Huhn?
Ist das nicht ein und das selbe Wesen?
Ist die Raupe und der Schmetterling nicht das Selbe (Buddha)?
Ich meine, wenn die Priester der Welt, statt ewiges Leben zu verkünden, mit gutem Beispiel vorgingen, und zeigten, wie man den Tod mit Würde und Respekt begegnet, - auch dann, wenn es soweit ist - , und würden damit dem Leben mehr Haltung und mehr Aufmerksamkeit schenken, hätten wir weniger Misstände, die auf unterschiedliche Deutungen eines erdachten himmlischen Lebens basieren.

Péter
 
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Gysi

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Beiträge
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Auf jeden Fall gebe ich dir Recht, dass man sich mit dem Thema "Tod und Leben" beschäftigen - und sich nicht mit dem Religions"wissen" zufrieden geben sollte. Dann sitzt der Neugierige nämlich in der Falle: Nachdenken heißt schließlich, herrschende Meinungen zu kritisieren, und sowas mögen die Gralshüter des Heiligen nicht. Über alles, was den Menschen interessiert, macht er sich Gedanken, forscht er und bildet Theorien. Wenn's gut läuft: bis zum Beweis. Nur mit dem Tod, einem der interessierendsten Themen der Geschichte, verfährt der Mensch (immer noch) anders: Er verlässt sich auf die Religion und steckt den Kopf in den Sand. Weil er befürchtet, dass die Realität in aus seinen himmlischen Träumen reißt, an die er sich wie an einen letzten Strohalm krallt. Ganz schön blöde. Die Realität (die durch wissenschaftliche Techniken erforscht wird) bietet viel schönere Ergebnisse, als der Mensch meint, der sich hinter dem "Glauben" verschanzt. Was im Grunde nur beweist, dass er nicht an eine positive Erkenntnisgewinnung glaubt... Der Himmel liegt auf Erden! Sehe ich auch so. Nicht im Beten, in der Tat.

Gysi
 
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Konfuzi

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14. Dezember 2002
Beiträge
348
Peter Simon schrieb:
Warum weiss der Erwachsene aber nicht, dass auch der Tod der Selbe Wesen ist, wie das Leben?......Ist die Raupe und der Schmetterling nicht das Selbe (Buddha)?
Ich meine, wenn die Priester der Welt, statt ewiges Leben zu verkünden, ....
Wir können nicht wissen, nur glauben. Wenn du empirisch wissen willst, wie sich der Tod anfühlt, müsstest du wiedergeboren werden auf einer hohen Bewusstseinsstufe, um dich an das Totsein erinnern zu können. Das setzt zunächst einmal den Glauben an die Wiedergeburt voraus. Wenn man davon ausgeht, dass ein Teil seines Bewusstseins ewig weiterlebt, dann ist vielleicht auch eine partielle Erinnerung an die Zwischenstufe zwischen 2 Leben oder ein voriges Leben möglich.

Wenn man davon ausgeht, dass mit dem Tod alles endet, so endet zwangsweise auch das Bewusstsein und man kann das Tot-SEIN nicht bewusst erleben. So gesehen kann es aber auch nicht die gleiche Qualität haben wie das Leben, das man ja in einiger Bewusstheit absolviert. Wenn es nichts dahinter gibt, alles also nur materiell ist, ist das Ende des Lebens nur der Zerfall von Materie - der Tod somit kein Wesen.

Wenn du voraussetzt, dass der Tod dasselbe Wesen wie das Leben ist, setzt du doch schon einen höheren Sinn, eine (wie auch immer geartete) Existenz nach dem "Mit-dem-Leben-aufhören" voraus.

Konfuzi
 
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