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Ist das der Wesenskern?

sibel schrieb:
Ich hatte nie Angst und beschloß im zarten Alter von 14 Jahren,mit 18 aus der Kirche auszutreten...gesagt-getan!
Das heißt aber noch lange nicht,daß ich kein religiöser Mensch wäre....nur weigere ich mich,an einen rachsüchtigen,freud-und spaßlosen Gott zu glauben,der je nach Laune sein Spiel mit den Menschen treibt....
Die gängige Religionspraxis, nach dem wir den freud- und liebevollen Gott gerne anbeten und als real ansehen, den Blut- und Rachegott aber schnell als nichtexistent in das Nirwana schießen, zeigt mir, dass nicht Gott uns gemacht hat, sondern wir ihn... :zunge 5:

Gysi
 
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Hallo sibel,

das war schon ein bisschen provozierend, zu sehr zusammengefasst und nicht ganz so ernst gemeint, wie du es gerade zurückgibst, sorry. Nimms bitte nicht so tragisch, ein klein bisschen wollte ich damit nur anschneiden, wo ich eines der Probleme sehe, um wieder zum Ausgangspunkt zurückzukommen. Es ist halt so, dass es Themen gibt, bei denen die Menschen nicht bereit sind, eigene Fehler einzugestehen. (Es gibt sie, aber) Ich kenne keine Mutter und keinen Vater, der wirklich ernsthaft bereit wäre dort ein wenig nachzudenken. Man setzt Fehler in diesem bereich mit „versagen“ gleich. Ähnlich, wie, wenn man das Thema „Mutterliebe“ bespricht, gibt es hier bestimmte Schwellen, über die man nicht treten darf. Das, was Eltern ernsthaft in diesen Situationen einräumen, ist, ob sie nicht „doch zu nachsichtig“ waren und dadurch erst die Schwierigkeiten wie zum Beispiel 2 Monate Auszeit entstanden sind. Ich weiß nicht, was richtig und was falsch ist, aber die, mit denen ich über dieses Thema sprach und spreche, wissen es eigentlich immer. Leider hab ich täglich mit den Konsequenzen dieser Denkweisen zutun.

Viele Grüße
Bernd
 
hallo,
das ist ja echt eine interessante diskussion. wenn es gott gibt, wie stelle ich mir vor, dass er sein soll? wünsche ich mir alles von ihm, was ich als kind nötig gehabt hätte, oder fürchte ich mich, dass er mich dafür straft, weil ich es nicht schaffe, "richtig" und "gut" zu sein?
da wird es wohl mehrere möglichkeiten geben.

ich bin ja ziemlich streng katholisch erzogen worden, bin mit 19 aus der kirche ausgetreten und habe viele jahre gebraucht, bis ich meine angst, deswegen vielleicht in die hölle zu kommen, überwunden hatte.

wenn ein kind von geburt an immer wieder geschichten serviert kriegt über einen gott, der darüber richtet, ob etwas richtig oder falsch ist - er muss ja nicht einmal strafen, er darf auch milde lächeln dazu oder auch verzeihen, dann kriegt es meiner meinung nach jedenfalls ein bild von einer übergeordneten instanz mit, die noch dazu irgendwo abgehoben und unsichtbar waltet, ohne dass ein direkter kontakt möglich ist.
das beeinträchtigt wahrscheinlich das vertrauen in sein "richtig sein".

soweit meine persönliche erfahrung.

meine tochter hat da andere vorstellungen. sie trat mit 14 in die kirche ein, ließ später auch ihre kinder katholisch taufen und meint, sie will eben irgendwo dazugehören.

vielleicht ist das einfach die pendelbewegung, die wir ja auch von anderen bereichen unseres lebens kennen. :schaukel: was die eltern als gut ansehen, müssen die kinder erst mal ablehnen, so lang, bis sie durch ihre eigenen erfahrungen zu einer individuellen weltsicht kommen.

ich bin schon neugierig, was da noch alles kommt.

liebe grüße
lilith51
 
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lilith51 schrieb:
vielleicht ist das einfach die pendelbewegung, die wir ja auch von anderen bereichen unseres lebens kennen. :schaukel: was die eltern als gut ansehen, müssen die kinder erst mal ablehnen, so lang, bis sie durch ihre eigenen erfahrungen zu einer individuellen weltsicht kommen.

Hallo lilith,
das ist eigentlich ein interessantes Thema, das eigentlich einen eigenen Thread verdient...es betrifft unserer Vortstellungen von Erziehung aber auch die vom freien Willen; denn wie frei sind wir, wenn wir erstmal gegen etwas sein müssen, um dann über lange Wege zum Eigenen zu kommen? Hochinteressant.
 
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