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Es gibt nur Bewusstsein

Hier zählst du das Unbewusste zu deinem 'Ich' hinzu. Freuds 'Ich' ist da enger gefasst und meint nur jenen Teil, den man (zumindest anscheinend) kontrolliert. Und letztendlich kann man ja nur eine Entscheidung über etwas treffen, über das man auch Kontrolle hat. So kann ich entscheiden, ob ich ein Schnitzel bestelle oder nicht, aber nicht darüber, ob ich Appetit auf eines habe oder nicht.
Die ineressante Frage hier ist nun, ob die Entscheidung der Bestellung angesichts des nicht mittels Entscheidung gegebenen Appetits überhaupt noch eine Entscheidung ist. Empfunden wird sie als solche, aber ob diese Empfindung nicht mehr als eine Illusion ist, lässt sich nicht direkt experimentell überprüfen, während die Indizien durchaus in Richtung Illusion weisen.
Es gibt eben diese zwei Stufen bei der Entscheidungsfindung: die unbewusste und die bewusste Stufe. Die Einflussfaktoren die im Unterbewusstsein versteckt sind, können in unserer Kindheit zurückliegen und sie sind uns deshalb nicht mehr bewusst. Es kann sein, dass es einmal oder öfter Schnitzel zu essen gab, aber ich wollte - aus welchen Gründen auch immer - nicht oder etwas Anderes essen. Es hieß jedoch: Es wird gegessen, was auf dem Tisch steht. Bewusst ist mir diese Erfahrung nicht mehr, aber sie beeinflusst meine Entscheidung einen Schnitzel zu bestellen oder nicht.
Es gibt auch Einflussfaktoren bei unseren Entscheidungen, die unser Organismus in unser Unterbewusstsein speichert. Am Beispiel vom Schnitzel kann es beispielsweise sein, dass es gewisse Stoffe im Schnitzel gibt, die unserem Organismus nicht gutbekommen - oder umgekehrt wertvoll sind - und deshalb fällt unsere Entscheidung entsprechend aus.
Ich versuche mir alles möglichst rational zu erklären, ohne irgendwelche undefinierbaren Begriffe wie Seele und sonstiges heranzuziehen.
Eine Entscheidung existiert nur unter der Prämisse, dass es Möglichkeiten bzw Alternativen gibt. Die Gegebenheit dieser Prämisse lässt sich aber nicht verifizieren.
Eine Entscheidung setz aus meiner Sicht voraus, dass es Alternativen gibt, sonst ist die Entscheidung überflüssig. Um vorwärts zu kommen, muss ich einen Fuß vor den Andren stellen. Eine Entscheidung ist erst dann fällig, wenn ein Hindernis vor mir liegt, denn ich muss entscheiden, ob ich das Hindernis umgehen soll oder darüber springen.
Dazu müsste man nämlich die Situation, in der die in Frage gestellte Entscheidung getroffen worden ist, hinreichend genau replizieren können, und das kann man eben nicht. Genauso, wie man die Bedingungen bei der Lottoziehung niemans so genau replizieren kann, sodass immer die gleichen Zahlen gezogen würden - was der Fall sein müsste, das sich die physikalischen Gesetze, die die Bewegungen der Kugel bestimmen, ja nicht ändern. (Achtung, selbst das ist eine letztendlich unbewiesene Prämisse!)
Zur Willensfreiheit gehört aus meiner Sicht auch, falsche Entscheidungen zu treffen. Das nennt man dann Spontanität oder Bauchgefühl. Inwiefern dann das Bewusstsein - oder menschliche Logik - daran beteiligt war, das ist eine andere Frage.
Das wirft dann eine weitere Frage auf: Wo ist logisches Handeln zu verorten? Welche Anteile sind dem Bewusstsein zu verdanken und welche dem Unterbewusstsein? Denn bei rational denkenden Menschen kann Logik in Fleisch und Blut übergehen, wie man so schön sagt.;)
Wie oben geschrieben, hätte die Akzeptanz dessen fundamentale Auswirkungen auf die philosophische Sichtweise auf den Menschen. Aber darüber hinaus? Welche praktische Auswirkung hätte es, den Verurteilten von seiner Schuld freizusprechen, wenn man gleichzeitig den Richter von der Schuld des ungerechtfertigten Schuldspruches und das Volk von der Schuld der ungerechtfertigten Zustimmung zum Schuldspruch freisprechen müsste? Am Ende säße der Verurteilte genauso hinter Gittern, dem Opfer wäre dennoch dasselbe widerfahren, lediglich niemand wäre schuld....
Mit Philosophie kann ich leider nicht dienen. Seit der Antike hat es immer wieder Menschen gegeben, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, über das Leben und die Menschen zu philosophieren. Mir hat es genügt, mein eigenes Leben in den Griff zu bekommen und die Menschen so hinzunehmen, wie sie sind. Das hat mich trotzdem nicht daran gehindert, sie in ihre Schranken zu weisen, wenn sie ihre Freiheit dazu missbraucht haben, um meine Freiheit zu beschneiden.
Meine persönliche Philosophie lautet: Leben und leben lassen, aber sobald welche dieses Motto missachten und meinen, das Leben anderer schwerzumachen, weil sie jemanden brauchen, um nach unten zu treten, dann bin ich zur Stelle und mache ihnen klar, dass nicht jeder Mensch die gleichen Chancen hatte, sein Leben frei zu gestalten.
Ein Beispiel dazu: Wenn ich von meinem Vater 240 Mio. $ geerbt hätte, dann hätte ich mit Sicherheit etwas Anderes aus meinem Leben gemacht als heute. Trump hatte dieses Glück.
Ich hätte allerdings auch das Pech haben können, beispielsweise in Syrien geboren worden zu sein und dann hätte ich mir nicht einmal mein heutiges Motto leisten können.
 
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Es gibt eben diese zwei Stufen bei der Entscheidungsfindung: die unbewusste und die bewusste Stufe.
Gefühlt, ja. Reale Anzeichen dieser Stufen zeichnen sich aber bei objektiver Betrachtung nicht ab.
Die Einflussfaktoren die im Unterbewusstsein versteckt sind, können in unserer Kindheit zurückliegen und sie sind uns deshalb nicht mehr bewusst. Es kann sein, dass es einmal oder öfter Schnitzel zu essen gab, aber ich wollte - aus welchen Gründen auch immer - nicht oder etwas Anderes essen. Es hieß jedoch: Es wird gegessen, was auf dem Tisch steht. Bewusst ist mir diese Erfahrung nicht mehr, aber sie beeinflusst meine Entscheidung einen Schnitzel zu bestellen oder nicht.
Es gibt auch Einflussfaktoren bei unseren Entscheidungen, die unser Organismus in unser Unterbewusstsein speichert. Am Beispiel vom Schnitzel kann es beispielsweise sein, dass es gewisse Stoffe im Schnitzel gibt, die unserem Organismus nicht gutbekommen - oder umgekehrt wertvoll sind - und deshalb fällt unsere Entscheidung entsprechend aus.
Ich versuche mir alles möglichst rational zu erklären, ohne irgendwelche undefinierbaren Begriffe wie Seele und sonstiges heranzuziehen.
Ja, vieles beeinflusst eine Entscheidung und es lässt sich kein rationales Gegenargument gegen die Behauptung, ALLES innerhalb des Ereignishorizontes würde JEDE Entscheidung beeinflussen, finden. Welche konkreten Auswirkungen etwas hat, lässt sich in der Regel aber nicht messen.
Eine Entscheidung setz aus meiner Sicht voraus, dass es Alternativen gibt, sonst ist die Entscheidung überflüssig.
Zweifelsohne und nicht nur aus DEINER Sicht. Der Begriff der Entscheidung selbst setzt verschiedene Möglichkeiten bzw Alternativen voraus.
Um vorwärts zu kommen, muss ich einen Fuß vor den Andren stellen. Eine Entscheidung ist erst dann fällig, wenn ein Hindernis vor mir liegt, denn ich muss entscheiden, ob ich das Hindernis umgehen soll oder darüber springen.
Das ist deine persönliche Herangehensweise. Andere mögen anders handeln, beides fug und recht. Geht jetzt aber an der fundamentalen Hinterfragung des menschlichen Entscheidungsprozesses vorbei.
Zur Willensfreiheit gehört aus meiner Sicht auch, falsche Entscheidungen zu treffen. Das nennt man dann Spontanität oder Bauchgefühl. Inwiefern dann das Bewusstsein - oder menschliche Logik - daran beteiligt war, das ist eine andere Frage.
Da gibt es aber einen entschiedenen Einspruch von mir. Die Spontanität einer Entscheidung ist doch nicht direkt mit einer eventuellen Falschheit verknüpft.
Für eine überlegte bzw rationale Entscheidung benötigt man rationale Argumente bzw rational erfassbare Rahmenbedingungen. Die stehen aber nicht bei jeder Entscheidung und manchmal stünden sie zwar zur Verfügung, es fehlt aber die Zeit für eine ausreichende rationale Analyse. Ist dann dennoch eine Entscheidung zu treffen, bleibt dann nur mehr das Bauchgefühl. Und ja, der weit überwiegende Großteil unserer täglichen Entscheidungen werden vom Bewusstsein unbemerkt nach Bauchgefühl getroffen. Und selbst die meisten "rationalen Überlegungen" (scheinbar) vor der Entscheidung sind in Wahrheit nur rationale Versuche, die längst schon per Bauchgefühl getroffene Entscheidung a posteriori zu rechtfertigen.
Das wirft dann eine weitere Frage auf: Wo ist logisches Handeln zu verorten? Welche Anteile sind dem Bewusstsein zu verdanken und welche dem Unterbewusstsein? Denn bei rational denkenden Menschen kann Logik in Fleisch und Blut übergehen, wie man so schön sagt.;)
Für logische Reaktionen braucht es weder Bewusstsein noch den Menschen. Gehe ich mit eingeschaltetem Flammenwerfer auf einen Hund zu, wird er "logischer Weise" davonlaufen. Auch Maus und Spinne werden "logisch" die Flucht antreten.
Die Logik ist dann nicht in den Lebewesen zu verorten, sondern im System der biologischen Evolution. Es ist LOGISCH, dass nur Arten, die vor Flammenwerfern und dergleichen fliehen, sich evolutionär durchsetzen können. Es ist durchaus MÖGLICH, dass sich ein Verhalten entwickelt, das Individuen dazu bringt, sich in die Flammen zu begeben. Diese löschen sich mit ihrem Verhalten aber selbst aus, wodurch es LOGISCH ist, dass wir sie in unserer Welt nicht beobachten können.
Mit Philosophie kann ich leider nicht dienen.
Musst du auch nicht. Der Punkt war hierbei lediglich, dass, obwohl die Frage das Fundament unserer Selbstsicht hinterfrägt und erschüttern kann, ihre Beantwortung keinerlei praktische Auswirkungen haben muss.
Seit der Antike hat es immer wieder Menschen gegeben, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, über das Leben und die Menschen zu philosophieren. Mir hat es genügt, mein eigenes Leben in den Griff zu bekommen und die Menschen so hinzunehmen, wie sie sind. Das hat mich trotzdem nicht daran gehindert, sie in ihre Schranken zu weisen, wenn sie ihre Freiheit dazu missbraucht haben, um meine Freiheit zu beschneiden.
Meine persönliche Philosophie lautet: Leben und leben lassen, aber sobald welche dieses Motto missachten und meinen, das Leben anderer schwerzumachen, weil sie jemanden brauchen, um nach unten zu treten, dann bin ich zur Stelle und mache ihnen klar, dass nicht jeder Mensch die gleichen Chancen hatte, sein Leben frei zu gestalten.
Ein Beispiel dazu: Wenn ich von meinem Vater 240 Mio. $ geerbt hätte, dann hätte ich mit Sicherheit etwas Anderes aus meinem Leben gemacht als heute. Trump hatte dieses Glück.
Ich hätte allerdings auch das Pech haben können, beispielsweise in Syrien geboren worden zu sein und dann hätte ich mir nicht einmal mein heutiges Motto leisten können.
Das ist DEINE Entscheidung. Oder auch genau NICHT. Hahahahaha. :D :lachen:
 
Das war keine Klage.:)
Ich möchte mit niemandem tauschen. Ich fühle mich wohl in meiner Haut.
 
Schon wieder so viel Arbeit...
Gefühlt, ja. Reale Anzeichen dieser Stufen zeichnen sich aber bei objektiver Betrachtung nicht ab.
Der Blick ins eigene Innere kann nicht objektiv sein...
Manchmal ist es ein Geruch oder ein Musikstück und plötzlich werden Situationen meines Lebens wieder bewusst. Bei manchem Musikstück erinnere ich mich plötzlich, mit welchem Mädchen ich es schon mal getanzt habe.
Ja, vieles beeinflusst eine Entscheidung und es lässt sich kein rationales Gegenargument gegen die Behauptung, ALLES innerhalb des Ereignishorizontes würde JEDE Entscheidung beeinflussen, finden. Welche konkreten Auswirkungen etwas hat, lässt sich in der Regel aber nicht messen.
Welche konkreten Auswirkungen etwas aus dem Unterbewusstsein hat, das kann man selbstverständlich nicht messen, denn das müsste erst bewusst werden, um es messen zu können. Die Beteiligung des Unterbewusstseins kann man trotzdem nicht leugnen, denn das gibt es nun mal.
Zweifelsohne und nicht nur aus DEINER Sicht. Der Begriff der Entscheidung selbst setzt verschiedene Möglichkeiten bzw Alternativen voraus.
Ich war mir nicht sicher, ob es auch aus deiner Sicht so ist.;)
Das ist deine persönliche Herangehensweise. Andere mögen anders handeln, beides fug und recht. Geht jetzt aber an der fundamentalen Hinterfragung des menschlichen Entscheidungsprozesses vorbei.
Heutzutage gibt es auch Entscheidungstabellen für komplexere Fälle...
Ich weiß nicht, worauf du hinauswillst.
Da gibt es aber einen entschiedenen Einspruch von mir. Die Spontanität einer Entscheidung ist doch nicht direkt mit einer eventuellen Falschheit verknüpft.
Das hatte ich auch nicht behauptet. Der zweite Satz war unabhängig vom Ersten.
Spontane Entscheidungen sind dennoch fehleranfälliger, weil sie nicht genug durchdacht sind.
Für eine überlegte bzw rationale Entscheidung benötigt man rationale Argumente bzw rational erfassbare Rahmenbedingungen. Die stehen aber nicht bei jeder Entscheidung und manchmal stünden sie zwar zur Verfügung, es fehlt aber die Zeit für eine ausreichende rationale Analyse. Ist dann dennoch eine Entscheidung zu treffen, bleibt dann nur mehr das Bauchgefühl. Und ja, der weit überwiegende Großteil unserer täglichen Entscheidungen werden vom Bewusstsein unbemerkt nach Bauchgefühl getroffen. Und selbst die meisten "rationalen Überlegungen" (scheinbar) vor der Entscheidung sind in Wahrheit nur rationale Versuche, die längst schon per Bauchgefühl getroffene Entscheidung a posteriori zu rechtfertigen.
Jetzt sind wir wieder beisammen. Ob eine Entscheidung richtig oder falsch war, das weiß man leider erst im nachhinein - gleichgültig wie die Entscheidung zustande gekommen ist.
Für logische Reaktionen braucht es weder Bewusstsein noch den Menschen. Gehe ich mit eingeschaltetem Flammenwerfer auf einen Hund zu, wird er "logischer Weise" davonlaufen. Auch Maus und Spinne werden "logisch" die Flucht antreten.
Die Logik ist dann nicht in den Lebewesen zu verorten, sondern im System der biologischen Evolution. Es ist LOGISCH, dass nur Arten, die vor Flammenwerfern und dergleichen fliehen, sich evolutionär durchsetzen können. Es ist durchaus MÖGLICH, dass sich ein Verhalten entwickelt, das Individuen dazu bringt, sich in die Flammen zu begeben. Diese löschen sich mit ihrem Verhalten aber selbst aus, wodurch es LOGISCH ist, dass wir sie in unserer Welt nicht beobachten können.
Die Nachtfalter verbrennen sich trotzdem zuhauf, weil sie vom Licht angezogen werden, aber Nachtfalter gibt es trotzdem noch genug.
Bei Tieren handelt es sich eher um Reflexe - ausgelöst vom Überlebenstrieb - und lediglich wir glauben eine Logik darin zu erkennen, weil wir vieles vermenschlichen.
Es ging mir darum, ob die Logik ausschließlich im Bewusstsein zu verorten ist, oder ob sie auch im Unterbewusstsein waltet, denn manche spontane Entscheidung erweist sich als goldrichtig.
Musst du auch nicht. Der Punkt war hierbei lediglich, dass, obwohl die Frage das Fundament unserer Selbstsicht hinterfrägt und erschüttern kann, ihre Beantwortung keinerlei praktische Auswirkungen haben muss.
Es ging um die philosophische Sichtweise auf den Menschen und da musste ich passen.
Das ist DEINE Entscheidung. Oder auch genau NICHT. Hahahahaha.
Das war eine ganze Reihe von Entscheidungen - von mir und von Tausenden von Menschen, die dafür gesorgt haben, dass ich geboren wurde.;)
 
Schon wieder so viel Arbeit...
Ja, gut dass Sonntag ist! :)
Der Blick ins eigene Innere kann nicht objektiv sein...
Richtig, daher ist er auch kein schlagendes Argument bei einer objektiven Erörterung einer Sache.
Manchmal ist es ein Geruch oder ein Musikstück und plötzlich werden Situationen meines Lebens wieder bewusst. Bei manchem Musikstück erinnere ich mich plötzlich, mit welchem Mädchen ich es schon mal getanzt habe.
Ja, der Geruchssinn ist der ursprünglichste der menschlichen Sinne, sagt man. :)
Welche konkreten Auswirkungen etwas aus dem Unterbewusstsein hat, das kann man selbstverständlich nicht messen, denn das müsste erst bewusst werden, um es messen zu können. Die Beteiligung des Unterbewusstseins kann man trotzdem nicht leugnen, denn das gibt es nun mal.
Ja, genau was ich sagte, nur in anderen Worten.
Ich war mir nicht sicher, ob es auch aus deiner Sicht so ist.;)
Oha, ich dachte, dass ich mich mit
Eine Entscheidung existiert nur unter der Prämisse, dass es Möglichkeiten bzw Alternativen gibt.
klar ausdrückte. :(
Heutzutage gibt es auch Entscheidungstabellen für komplexere Fälle...
Ich weiß nicht, worauf du hinauswillst.
Solche Tabellen sind Entscheidungshilfen, basierend aus der Erfahrung Dritter und allgemeiner Überlegungen.
Ähnlich Straßenkarten, die man bei Fahrten in inbekannter Umgebung heranzieht. Spart einen Teil des Hirnschmalzes, das
man ansonsten selbst reinstecken müsste. ;)
Ich wollte darauf hinaus, dass deine Ausführungen WIE DU DEINE Entscheidungen bewusst triffst voraussetzen, dass du das auch tatsächlich tust.
OB du (oder ich oder sonster) das aber auch tust ist die Frage, die ich behandle. Deine Ausführungen setzen ein bestimmtes Ergebnis der Erörterung jener Frage voraus und basieren darauf.
Das hatte ich auch nicht behauptet. Der zweite Satz war unabhängig vom Ersten.
Spontane Entscheidungen sind dennoch fehleranfälliger, weil sie nicht genug durchdacht sind.
Ok. Spontane Entscheidungen sind in der Tat fehleranfälliger, wenn man den rationalen Entscheidungsfindungsprozess als Maßstab nimmt (wenig überraschend). Dass sie aber tatsächlich generell die schlechteren Entscheidungen wären, habe ich auch schon von Fachleuten negiert gesehen.
Jetzt sind wir wieder beisammen. Ob eine Entscheidung richtig oder falsch war, das weiß man leider erst im nachhinein - gleichgültig wie die Entscheidung zustande gekommen ist.
Ich unterscheide ich hier gerne zwischen der Entscheidungsfindung und ihrer Auswirkung. Falsche Entscheidungen sind demnach nur Entscheidungen, bei deren Findung vermeidbare Fehler begangen worden sind. Salopp gesagt, wenn man es "hätte besser wissen müssen".
Setze ich im Casino auf Rot und es kommt Schwarz, war nicht die Entscheidung falsch, sondern hatte auf Grund unkontrollierbarer Ereignisse ein unerwünschtes Ergebnis.
Falsch wäre beispielsweise die Entscheidung überhaupt zu setzen, falls man sich den eventuellen Verlust nicht leisten könnte. Die Entscheidung wäre auch dann noch falsch, wenn man durch Glück gewonnen hätte.
Die Nachtfalter verbrennen sich trotzdem zuhauf, weil sie vom Licht angezogen werden, aber Nachtfalter gibt es trotzdem noch genug.
Auch Nachtfalter fliehen vor der Flamme, sobald sie ihre ungesunde Wärme spüren. Dass sich Nachtfalter an (üblichen) Lichtern verbrennen, wäre mir neu. Sie nähern sich Lichtquellen zwar an, aber halten bei Flammen doch gebührenden Abstand.
Bei Tieren handelt es sich eher um Reflexe - ausgelöst vom Überlebenstrieb - und lediglich wir glauben eine Logik darin zu erkennen, weil wir vieles vermenschlichen.
Damit hast du sicher recht, wenn man Logik die Bedeutung ihres Wortlautes ('Kunst des Denkens', 'Kunst des Argumentierens') zumisst.
So unterstelle ich dem vor dem Flammenwerfer fliehenden Hund einen wie auch immer gearteten Überlebenswillen, bei dem, um gemäß dieses Willens zu reagieren, eine Flucht "logisch" erscheint. Mit Denken oder gar mit Argumentieren muss das natürlich überhaupt nichts zu tun haben.
Es ging mir darum, ob die Logik ausschließlich im Bewusstsein zu verorten ist, oder ob sie auch im Unterbewusstsein waltet, denn manche spontane Entscheidung erweist sich als goldrichtig.
Ich fürchte, da geht es eher darum, wie man Begriffe definiert. Ist ein Denken an Bewusstsein gebunden?
"Logische" Reaktionen, und dazu gehören auch schnelle Reflexe (man beachte die Anführungszeichen da vorne!) gehen nicht über das Gehirn, sondern lediglich über das Rückenmark. Wobei Reflexe natürlich keine ENTSCHEIDUNGEN sind.
Im Unterbewusstsein steckt sicherlich eine gewisse Intelligenz mit einem gewissen Ziel und oft haben wir im Zuge einer Entscheidungsfindung ein gewisses Gefühl, das wir weder genau definieren und noch weniger erklären können, und aber auch unsere bewusst Erfahrung gelehrt hat, dass wir das besser nicht unreflektiert ignorieren sollten.
Es ging um die philosophische Sichtweise auf den Menschen und da musste ich passen.
Es ging darum, dass die Erörterung jener Frage eine enorme philosophische Tiefenwirkung hat. Egal, ob man sich dessen bewusst ist oder nicht. :D
Das war eine ganze Reihe von Entscheidungen - von mir und von Tausenden von Menschen, die dafür gesorgt haben, dass ich geboren wurde.;)
Vorausgesetzt es hätte Alternativen zur manifestierten Realität gegeben, ja. Und nicht nur von Menschen, sondern von ALLEM. Jeder Schmetterlingsflügelschlag, jeder Quantenübergang wäre hierfür essenziell. Wäre auch nur ein einziges Ereignis innerhalb des Wirkungshorizontes anders gewesen, würdest du niemals existiert haben.

Das anschauliche chaostheoretische Beispiel des Schmetterlingsflügelschlages, der einen Wirbelsturm auslösen kann, wird leider nur teilweise richtig verstanden. Es ist nicht so, dass der Flügelschlag eine Wirkung (die Auslösung des angesprochenen Wirbelsturms) haben kann oder auch nicht, sondern dass er IN JEDEM FALL eine Wirkung hat. Nur zu welchen konkreten Ereignissen diese Wirkung führt, ist höchst ungewiss. Demnach es richtig ist, dass er einen Wirbelsturm auslösen kann oder auch nicht, das aber nur ein winziger Aspekt der insgesamt sicheren Wirkung ist.
So ist auch mit Sicherheit zu sagen, hätte es auch nur einen der Aberbillionen Flügelschläge der Abermilliarden Schmetterlinge in Indonesien des 19. Jahrhunderts nicht gegeben, würde es heute weder dich noch mich hier geben.
Warum? Weil unsere konkrete Existenz darauf basiert, dass ALLES in der Vergangenheit GENAUSO abgelaufen ist, wie es eben abgelaufen ist.
Schon alleine eine Millisekunde Verspätung oder Verfrühung bei der Befruchtung hätte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich irgendein anderes Spermium zum Zuge kommen lassen, was folglich zu anderen Individuen als uns (oder aber auch zu Fehlgeburten) geführt hätte.
Und das ist nur ein einziges Beispiel der elendslangen und schied unendlich verzweigten Ereigniskette seit dem Urknall, die letztendlich zu unserer Existenz geführt hat.

Das sollte man sich auch immer vor Augen halten, wenn man sich fragt "was wäre, wenn...?".
Es wäre alles im Detail völlig anders, was aber nicht heißt, dass jenes Alternativszenario auf anderen Ebenen überhaupt davon unterscheidbar sein müsse. Wären andere Spermien zum Zuge gekommen, hätte es statt uns sehr wahrscheinlich andere Individuen gegeben, und die Welt in großer Sicht wäre die gleiche geblieben.
So auch beim anschaulichen Schmetterlingsschlag. Verhindert jener Schlag zufällig genau einen konkreten Wirbelsturm heißt das nicht, dass es im gleichen Zug einen anderen oder gar zwei andere auslöst. In Summe wird ein einzelner Schmetterling die Wirbelsturmhäufigkeit auf der Erde nicht MASSGEBLICH bzw nicht irgendwie messbar verändern. Er kann aber durchaus die genauen konkreten Zeitpunkte einzelner Wirbelstürme verschieben.
 
Das hineingeleiten in der Thematik des freien Willens ist mit vielen Meinungen "geölt". Aus seriöser neurobiologischer Sicht lässt sich dieser Wille nicht bestimmen im Bewusstsein. Es ist nachweisbar und messbar die Bewusstseinsprozesse ihren Ursprung im Unterbewusstsein haben. Was uns bewusst wird, stieg aus dem Bewusstsein an diese Stelle. Der freie Wille ist ein soziales Phänomen, die Beobachtung der anderen in meinem Verhalten und mündet in der bekannten juristischen Fiktion, um das Individuum ans Schlawittchen zu nehmen und durch die Gerichte zu schleifen, wenn es sich nicht so verhält wie vorgeschrieben.
 
Das hineingeleiten in der Thematik des freien Willens ist mit vielen Meinungen "geölt". Aus seriöser neurobiologischer Sicht lässt sich dieser Wille nicht bestimmen im Bewusstsein. Es ist nachweisbar und messbar die Bewusstseinsprozesse ihren Ursprung im Unterbewusstsein haben. Was uns bewusst wird, stieg aus dem Bewusstsein an diese Stelle. Der freie Wille ist ein soziales Phänomen, die Beobachtung der anderen in meinem Verhalten und mündet in der bekannten juristischen Fiktion, um das Individuum ans Schlawittchen zu nehmen und durch die Gerichte zu schleifen, wenn es sich nicht so verhält wie vorgeschrieben.

Dann seien wir doch froh, dass wir über nicht genau definierte Begriffe diskutieren, denn weder das Bewusstsein, noch der freie Wille sind genau definiert.
Wenn das nicht so wäre, dann wären wir schon fertig, sobald der Eine die Definition des Bewusstseins gepostet hätte und der Andere die Definition des freien Willens.
 
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Das hineingeleiten in der Thematik des freien Willens ist mit vielen Meinungen "geölt". Aus seriöser neurobiologischer Sicht lässt sich dieser Wille nicht bestimmen im Bewusstsein. Es ist nachweisbar und messbar die Bewusstseinsprozesse ihren Ursprung im Unterbewusstsein haben. Was uns bewusst wird, stieg aus dem Bewusstsein an diese Stelle.
Ähnlich einem Eisberg, dessen größter Teil unter Wasser ist. Vom Schiff aus sieht man nur den herausragenden Teil, aber den weit größeren Teil nicht. Aber vom Eisberg aus gesehen sind beide Teile eins, und der obere Trile könnte sich ohne den unteren Teil nicht über Wasser halten. Und, die Wasserlinie ist nicht völlig statisch. So können dieselben Teile man über, mal unter der Wasserlinie sein.
 
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