Erkenntnisse von Experten werden benötigt, wenn einem das Fachwissen fehlt, um selbst zu der richtigen Erkenntnis zu gelangen. Es mag keine eigene Erkenntnis sein, was ich von einem Experten erfahre, aber ich habe auch mein Fachwissen aus Büchern, die andere Fachkundige geschrieben haben. Zu meiner eigenen Erkenntnis ist dieses Fachwissen dann gelangt, nachdem ich es richtig zuordnen und logisch nachvollziehen konnte. Alternativ hätte ich das Rad neu erfinden müssen.
Richtig, einerseits präsentierte Fakten, die wir glauben oder anzweifeln können, andererseits Erkenntnisse von Dritten, deren Erlangung man nachvollziehen kann oder auch nicht. Manche wiederholen aber lediglich Erkenntnisse Dritter, ohne sich die Mühe zu machen, sie nachzuvollziehen.
Was Quaschning sagte, war nicht schwer nachzuvollziehen, denn es waren nachprüfbare Fakten.
War die Behauptung, dass die von dir erwähnten kleinen Kernkraftwerke 8000 Stunden pro Jahr ihre Nennleistung liefern müssten, um rentabel betrieben werden zu können, darunter? Das wäre nämlich KEIN Faktum gewesen.
Ich habe lediglich etwas dagegen, dass man Fachleute aus dem Kontext gerissen zitiert. In diesem Fall war es ein Interview und diese Gefahr bestand nicht.
Ja, es gibt vielerlei Fehler im Umgang mit wissenschaftlichen Aussagen, einer davon ist jener, den du hier beschreibst. Manche zitieren Fachleute gezielt aus dem Kontext gerissen, um ein unwahrhaftiges Narrativ damit zu stützen. Bei dir sehe ich diesen Fehler nicht, wohl aber verorte ich den Fehler der Falsch- bzw Überinterpretation wissenschaftlicher Aussagen.
Das Beispiel, wie ich es schon einmal brachte:
Die Klimatologie besagt, dass der CO2-Gehalt der Erdatmosphäre den Treibhauseffekt beeinflusst und legt auch nahe, dass der anthropogene CO2-Ausstoß signifikant an der aktuell beobachteten Erderwärmung beteiligt ist. Folglich brächte eine Verringerung der CO2-Immissionen eine Abschwächung des Treibhauseffektes. So weit so richtig und klimatologisch-wissenschaftlich fundiert.
Daraus abzuleiten, dass man national appellieren müsse, den CO2-Ausstoß zu verringern, UM die Erderwärmung einzuschränken ist aber eine Über- bzw Missinterpretation obiger wissenschaftlicher Aussagen.
Ebenso die Ableitung, dass die Nutzung des Fahrrades anstatt des Autos durch Herrn P. zum Einkaufen die Erderwärmung -wenn auch nur gering- reduzieren würde.
Denn, jene Aussagen mögen in einem vereinfachten Modell zutreffen, aber die reale Welt entspricht nicht jenem vereinfachten Modell und muss daher ganz und gar nicht so reagieren, wie es jenes klimatologische Modell täte.
Aus demselben Grund haben zur Coronazeit Politiker und nicht Epidemiologen die politischen Entscheidungen getroffen.
Aus epidemiologischer Sicht wäre es angebracht gewesen, die ganze Weltbevölkerung 2 Woche in Quarantäne zu versetzen, und vorbei wäre es mit Corona gewesen. Nach einem vereinfachten epidemiologischen Modell. Die reale Welt hätte auf jene globale Entscheidung aber ganz anders reagiert, nämlich mit Aufständen und ganz anderen Folgen als im Modell.
Zweites Beispiel:
100 Patienten mit einer bestimmten potenziell tödlichen Krankheit, 2 Möglichkeiten.
Therapie A, die mit einer 30%igen Überlebensschance einhergeht
Therapie B, die mit einer 20%igen Überlebensschance einhergeht
Welche soll man den Patienten verschreiben?
In einem vereinfachten Modell, natürlich Therapie A. In jenem Fall würden (statistisch) 30 überleben, bei Therapie B nur 20.
Aber die Realität? Es kann durchaus sein, dass Therapie A eine höhere Überlebensschance bietet, FALLS SIE DURCHGEFÜHRT WIRD!
Aber Therapie A kann so unangenehm sein, dass die Hälfte sie einfach ablehnt oder nicht bis zu Ende durchmacht. Folglich kann
die REALE Überlebensschance dadurch unter die 20% sinken, die Therapie B hätte.
Aber, solche Fragen finden außerhalb des einfachen Modells statt. Analog wie viele Fragen zur Erderwärmung außerhalb der Klimatologie
statt finden. Und darauf gehen die üblichen Klimaaktivisten nun einmal nicht ein. Sie bleiben wir ihren Parolen "wir müssen dies und das!",
auch wenn die Realität, also DIE FAKTEN zeigen, dass ihre Appelle die Erderwärmung nicht signifikant verringern.