Ist ja schon gut. Früher hattest du hier gemeinsam mit anderen das Reizwort Klimahysterie sofort zur Hand und heute muss die Ideologie herhalten, weil du weißt, dass ich allergisch gegen Ideologien bin.
Für dich mag das Wort ein Reizwort sein (warum eigentlich?), ich verwende es nur, wenn es inhaltlich zutreffend ist.
Ideologie ist per se ja auch nichts Schlechtes. Schlecht aber ist, seine Ideologie als Wissenschaft verkaufen zu wollen, um ihr inhaltliche Unanfechtbarkeit zu verleihen.
Mit alter Technologie meinte ich die Technologie mit der die fünf Energiegiganten den gesamten Energiemarkt in Deutschland beherrschten und allein sie bestimmten, ob sie mit Kohle, Atomkraft, Gas oder Wasserkraft.
Du schriebst nicht "alt", sondern "veraltet". Das ist ein immenser Unterschied, und das weißt du auch.
Die neue Technologie ist dezentral und ausschließlich klimaneutral.
Beide mal nein. "Die neue Technologie", und ich denke, du meinst da hauptsächlich Photovoltaik, kann zentral wie auch dezentral umgesetzt werden und "ausschließlich klimaneutral" ist auch Humbug, denn auch jene Anlagen müssen erbaut und erhalten werden, und greifen daher auf "alle" Ressourcen" zurück.
Auch auf Straßen, die asphaltiert sind, und woher kommt der Asphalt?
Aber die enthusiastischen Ideologen picken sich aus der Realität nur das heraus, was ihrem Narrativ nützlich erscheint.
Falls du ausnahmsweise meinen Link beachtet hast, dort steht, dass die Energieministerin sich von einem dieser fünf Energieriesen Ratschläge eingeholt hat, wie sie den Bau der Gaskraftwerke schmackhafter machen soll und die Batteriespeicherung unattraktiver, denn EnBW stellt solche Gaskraftwerke her und betreibt sie auch natürlich.
Dort steht das womöglich, aber war das auch so? Zweitens, wäre das ja auch eine legitime Frage analog der Frage bei einem Bewerbungsgespräch "Warum sollen wir sie nehmen und nicht Kandidat B?"
Würdest du ebenso reagieren, wenn sie Batteriespeicherer fragte, wie man Batteriespeicherung schmackhafter machen soll und Alternativkonzepte unattraktiver?
Wohl kaum, aber weniger, weil jene Frage weniger Berechtigung hätte, sondern weil sie eher deiner Ideologie nützlicher erscheinen mag.
Wie dem auch sei, wir diskutieren hier über Deutschland und wie die Österreicher darüber denken, das ist für mich nebensächlich.
Nein. Wir diskutieren deine Angriffe gegen Katherina Reiche.
Wir haben hier eine geheime Koalition in Sachen Klimaschutz, bestehend aus CDU, CSU und AfD. CDU und CSU setzen sich traditionell für die Interessen der Konzerne ein und dazu gehören auch diese Energieriesen, aber auch die Stahlindustrie, Maschinenbau, Autoindustrie etc. und der Klimaschutz passt ihnen nicht recht, weil er ihr Geschäftsmodell durchkreuzt.
Du hast noch nicht verstanden, dass eine Regierung dem GANZEN Land dient. Eine Regierung ist keine Vertretung der Konsumenten gegenüber Produzenten.
Somit ist eine Energieministerin auch für den gesamten Energiesektor zuständig und hat die Interessen ALLER Rechnung zu tragen, nicht nur Konsumenten und nicht nur ideologischen "Umweltschützern".
Der Ruf nach "grünem Strom" und "neuen Technologien" ist so opportun wie er Ruf nach "Reformen", "Verwaltungsverschlankung", "Steuersenkung" und dergleichen.
Mit wenig Ahnung, ob bzw wie sich die Forderungen tatsächlich auch umsetzten lassen würden und ohne Willen, irgendeinen signifikanten Preis dafür zu zahlen.
Auf der anderen Seite ist die AfD, die sich immer gegen alles stellt, was die Mehrheit will und die Mehrheit ist nun mal für mehr Klimaschutz in Deutschland, während die Wählerschaft der AfD zu beschränkt, ungebildet und desinformiert dafür ist. Dort diktiert also die Ideologie.
AUCH dort.
Und wie gesagt, Ideologien sind per se nicht schlecht. Wohl aber die Darstellung einer Ideologie als Wissenschaft, um ihr inhaltliche Unantastbarkeit zu verleihen.
So war auch die Ideologie des Kommunismus an sich nicht schlecht. Wohl aber das Beharren auf ihrer Umsetzung, auch gegen die faktische Tatsache, dass sie sich nicht mit dem Willen der Bevölkerung verträgt. Auch wenn jeder Gemeinsinn und Altruismus für gut hält.
In Österreich herrscht ohnehin ein anderes Klima als in Deutschland, sowohl meteorologisch als auch politisch und diese Diskussion führt zu nichts.
So viel Unterschied sehe ich nicht zwischen Österreich und Deutschland.
Karl Kraus wird zugeschrieben gemeint zu haben „Der größte Unterschied zwischen Deutschen und Österreichern ist die gemeinsame Sprache“.
Lass mich also mich mit unserer Energieministerin herumärgern und kümmern wir uns getrennt ums Klima oder nicht.
Ich lasse dich gerne alleine herumärgern, womit du dich auch immer herumärgern willst.
Was du hier aber veröffentlichst, werde ich aufgreifen, wann immer ich es möchte.