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Die Ehe - Zeugnis der Lieblosigkeit

AW: Die Ehe - Zeugnis der Lieblosigkeit

Ich würde niemanden vorschreiben, wie er sein Liebesleben zu leben hat. Wer ein Leben lang beisammen sein will, der soll es bitte tun. Aber hört doch auf euch und der Welt einzureden, dass das die natürliche Form von Beziehung ist. Angesichts unserer inneren Veranlagung bin ich sogar der Meinung, dass sie eine Ausnahme darstellt.

Wo sie vorkommt, ereignet sie sich einfach.
Die Vorstellung,
Menschen bräuchten institutionalisierten Vertrag,
um zu erkennen,
ob sie lebenslang zusammen sein wollen,
finde ich irgendwie blamabel.
Entweder ist es so oder eben nicht -
Durststrecken ändern daran nichts;
und Eheverträge nichts an Durststrecken.
Denke ich. :)
 
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AW: Die Ehe - Zeugnis der Lieblosigkeit

Für mich bedeutet Verantwortung zu übernehmen die Erkenntnis darüber daß das Werden der Welt gestaltet werden kann sowie der Wille sich hierdran zu beteiligen.
 
AW: Die Ehe - Zeugnis der Lieblosigkeit

Für mich bedeutet Verantwortung, mir und meiner Welt treu zu bleiben.

Für mich bedeutet Verantwortung, auf dem Boden dieser Treue MEINE Mittel zu entwickeln, in den Austausch mit anderen "Welten" zu treten bzw. dies zu verhindern, Scheitern eingeschlossen:

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich, das ist das LEBEN!
(Charlie Chaplin)

http://myzitate.de/zitate.php?q=Charlie+Chaplin
 
AW: Die Ehe - Zeugnis der Lieblosigkeit

Für mich bedeutet Verantwortung, mir und meiner Welt treu zu bleiben.

Wer bist Du und wofür stehst Du (dass Du dir selbst treu bleiben kannst)?

Ich kann für mich nur sagen, dass ich hier bin und unter Verantwortung verstehe ich, dass ich nicht vor mir selbst davonlaufen kann. Möglicherweise kann ich mich umbringen, um von dieser Welt zu fliehen, aber fliehe ich dann auch von mir und meiner Geschichte?
 
AW: Die Ehe - Zeugnis der Lieblosigkeit

Für mich bedeutet Verantwortung, auf dem Boden dieser Treue MEINE Mittel zu entwickeln, in den Austausch mit anderen "Welten" zu treten bzw. dies zu verhindern, Scheitern eingeschlossen:

Und wie weit bist Du schon in Austausch mit den Subjekten der Geschichte getreten?

Die Subjekte der Geschichte sind die Armen, denn Gott ist vornehmlich in ihrer Nähe bzw in ihnen. Von ihnen hängt Dein Heil ab.
 
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AW: Die Ehe - Zeugnis der Lieblosigkeit

Es gibt bei uns Gott sei Dank all diese Möglichkeiten. In Hinblick auf unsere Geschichte und ihm Vergleich dazu können wir unsere Bedürfnisse relativ frei leben.

Aber nichtsdestotrotz gibt es sehr viele sogenannte Rosenkriege. Und wenn ich den einfachen Menschen zuhöre, wie sie mit oder über ihre Ehepartner reden, dann empfinde ich das sehr oft als lieblos. Nicht von ungefähr gibt es so viele Witze über Ehemänner und Ehefrauen. Im Humor finden wir viele Wahrheiten, die wir anders nicht auszusprechen wagen.

Hast du auch genau hingesehen?
Ich kann zumindest aus meiner Erfahrung und Beobachtung sagen, dass vielleicht relativ viele Ehen funktionieren, im Sinne von, dass sie nach außen so wirken. Aber selbst die so wirken, haben nicht mehr viel mit Liebe zu tun, wenig Zärtlichkeit, kaum Sex. In ihren Ehebetten liegen sie meist getrennt von einander, kuscheln kommt sehr selten vor, und viele schlafen überhaupt in getrennte Räume. Weil der andere so viel schnarcht, sagen sie. Aber das ist nicht der wahre Grund. Der wahre Grund ist, dass sie sich nicht lieben. Sie schätzen einander, und kommen gut aus, aber Liebe?

Das ist leider das vorherrschende Bild, das sich mir zeigt. Und ich habe - sagen wir es so - relativ guten Einblick in relativ viele Ehen.

Vielleicht gibt es hier jemanden, der mich eines besseren belehrt?

Jemand, der 10, 20 Jahre verheiratet ist und trotzdem noch kuschelt, noch zumindest 1 mal die Woche Sex hat, der liebevoll miteinander spricht, der beim Spazierengehen einmal anhält, einfach um den anderen zu umarmen, der ohne Anlass Rosen kauft, oder sie geschenkt bekommt, der Händchen hält, und Küsschen wirft beim Abschied. Diese ganzen kleinen, süßen Sachen, die Liebe ausmacht.

Sagt nicht, dass das mit dem Alter aufhört. Ich habe Menschen gesehen, die machen das mit über 60, Menschen die wild schmusen - weit über 60 - die Händchen hielten und sich Kosenamen gaben. Und es war schön das anzusehen. Aber: Sie waren nicht verheiratet.

Wo sind die Ehepaare, die das machen? Die Lang-Verheirateten? Haben sie alle Liebe gegen Bequemlichkeit getauscht?

Da wäre ich vorsichtiger mit meinen Schlüssen. Auch aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das, was du hier beschreibst, sicher zeitweise in jeder Ehe stattfindet, oder zumindest in fast jeder. Die Liebe ist großen Schwankungen unterworfen, sie ist nie gleich. Gerade unsere heutige Standard-Situation, jeder ist mit seiner Erwerbstätigkeit aus- bis überlastet, Dauerstress und Existenzängste, lässt wenig Raum für Beziehungspflege. Jeder denkt beim Anblick des Betts nur an Ausruhen und Schlafen - und sonst an nichts. Dann ist die Liebe auch regelrecht unterdrückt, aber sie ist noch vorhanden.

Vor vielen Jahren hat mein damaliger Chef einmal angedeutet, dass bei ihm das Kapitel längst erledigt sei. "Armer Kerl" habe ich gedacht und an die blöden Sprüche, wie " Die Ehe ist die teuerste Art, umsonst zu vögeln". Jahre später war ich selbst verheiratet und wenige Jahre später war es auch bei uns erledigt - es war einfach kein Raum dafür mehr da in unserem Turboleben. Es war einfach vorbei und niemand hat es vermisst.

Dennoch sind wir immer für einander da, sind auch zärtlich. Das Paar möchte ich sehen, das mit enormen gesundheitlichen Beschwerden, Schmerzen hier und Schmerzen dort, im Zustand dauerhafter Verspannungen, Lust auf Sex hat. Und so sieht es fast überall aus auf der Alltagsrally zwischen Arbeitsplatz und Arztpraxen. Es ist kein Zufall, dass die meisten Kinder in Haushalten geboren werden, wo keiner Erwerbsarbeit nachgegangen wird.
 
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