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Das Leiden mit buddhistischer Philosophie gesehen

AW: Das Leiden mit buddhistischer Philosophie gesehen

"... Ursache des Leidens ist der Durst ...,
die Aufhebung des Leidens geschieht
durch das Sichbefreien von Durst ..."

Quelle: Helmuth von Glasenapp :sekt:,
Die fünf Weltreligionen (Sonderausgabe 1996),
Seite 82.

Ich darf zum besseren Verständnis vollständiger zitieren:

In der Predigt von Benares führte der Erhabene [Buddha] aus, dass nicht die Hingabe an die Sinnengenüsse, noch auch eine übertriebene Selbstpeinigung, sondern der mittlere Weg einer maßvollen Weltentsagung zum Heil führt. Dieser hat aber zur Voraussetzung die Kenntnis der vier edlen Wahrheiten über das Leiden, die Entstehung des Leidens, die Aufhebung des Leidens und den zur Aufhebung des Leidens führenden Pfad. Leidvoll ist alles, was durch den Lebenshang bedingt ist, die Ursache des Leidens ist der Durst, die Gier, die Aufhebung des Leidens geschieht durch das Sichbefreien von Durst, der praktische Weg dazu ist der edle achtfache Pfad: rechte Anschauung, rechte Gesinnung, rechtes Reden, rechtes Handeln, rechtes Leben, rechtes Streben, rechtes Überdenken, rechtes Sichversenken.
 
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AW: Das Leiden mit buddhistischer Philosophie gesehen

Und ich darf zum besseren Verständnis an die alte Zen-Weisheit erinnern:
"Wenn dir Buddha begegnet, töte ihn!"
Helau:clown2:
 
AW: Das Leiden mit buddhistischer Philosophie gesehen

Hallo rotegraefin!

Was soll das eigentlich bedeuten

:liebe: :schaukel: :schaf: rg

Ergibt für mich einfach keinen Sin

Ich hoffe auf eine baldige Antwort das läst mir einfach keine Ruhe

Es hat einfach die Bedeutung, die Du ihr gibst.
Das kannste halten wie ein Dachdecker
bloß nicht zu hoch,
sonst fällst Du runter.

Spruch meiner Ma​

Wenn Du mit dem Cursor darauf gehst erscheinen sogar Worte wie Liebe, Schaukel und Schaf. Ich finde diese Smileys nett und mir machen sie Spaß meistens ergibt alles was Spaß macht nicht für jeden einen logischen intellektuellen Sinn. Es ist einfach wie das Leben manchmal nur ein bisschen verrückt. So etwas löst dann für Momente alles Leiden auf.

:liebe: :schaukel: :schaf: rg​
 
AW: Das Leiden mit buddhistischer Philosophie gesehen

Und ich darf zum besseren Verständnis an die alte Zen-Weisheit erinnern:
"Wenn dir Buddha begegnet, töte ihn!"
Helau:clown2:

Damit die Religionen nicht zur Ursache von Gewalt werden, müssen sie erkennen, dass alle ihre Wahrheiten nur relative Wahrheiten sind, nie absolute. Die eigentliche, endgültige, höchste Wahrheit, um die es ihnen geht, befindet sich immer jenseits von allem fassbaren. Wäre es nicht so, gäbe es ja noch ein dahinter, ginge es also gar nicht um die letzte Wahrheit. Darum, weil sie nicht greifbar ist, ist es nicht möglich, für die höchste Wahrheit, für Gott, Jesus, Allah oder Buddha zu kämpfen. Wer dies dennoch tut, der tötet die Wahrheit.

Der Zen-Buddhismus hat das in dem radikal paradoxen Satz ausgedrückt: "Wenn dir Buddha begegnet, töte ihn." Das klingt zunächst sehr nach Gewalt, ist aber gerade das Gegenteil davon, denn es meint zum einen: ein Buddha, den man töten kann, ist kein echter Buddha, ist nicht der Buddha, um den es geht. Denn der geht über Leben und Tod hinaus. Der Buddha kann nicht getötet werden (genauso wie Gott, Christus oder Allah). Und es meint zum andern: gib dein Festhalten an deinem Buddha auf; gib deinen hartnäckigen, vielleicht sogar fanatischen und sektiererischen Wunsch auf, unbedingt Buddha und nur ihm begegnen zu wollen und begegne wirklich dem, der dir begegnet. Wirf Deinen Buddha-Götzen weg und begegne dem Wahren. Anders gesagt: lasse los von dem, was du finden oder haben willst, nimm an, was dir geschenkt wird.

Auszug aus
http://www.buddhanetz.org/texte/gewalt.htm
 
AW: Das Leiden mit buddhistischer Philosophie gesehen

"... Ursache des Leidens ist der Durst ...,
die Aufhebung des Leidens geschieht
durch das Sichbefreien von Durst ..."

Quelle: Helmuth von Glasenapp :sekt:,
Die fünf Weltreligionen (Sonderausgabe 1996),
Seite 82.

Ja den Glasenapp mag ich neben anderen vergleichenden Religionswissenschaftern besonders! Habe in schon mehrmals gelesen.
Er hat aus meiner Sicht ohne klischee und vorurteilhaftem Denken, relativ einfach auch die Vor und Nachteile der Weltreligionen, meisterlich beschrieben.

Für mich sind die quintessenzlichen Erkenntnise vom heiteren Buddha ganz einfach gesehen:
Die drei Grundübel allen Lebens, nämlich: Gier, Hass, und Verblendung(falsches Denken - das heimtückischste Übel)!
Und selbstverständlich der schon erwähnte leidbefreiende achtgliedrige Pfad!

MfG rupert
 
AW: Das Leiden mit buddhistischer Philosophie gesehen

Und ich darf zum besseren Verständnis an die alte Zen-Weisheit erinnern:
"Wenn dir Buddha begegnet, töte ihn!"
Helau:clown2:

Ich greife deine "Anregung" gerne auf und möchte dazu nochmals aus dem Buch: "Die fünf Weltreligionen" von Helmuth von Glasenapp zitieren.
Der nachfolgende Textauszug ist für mich die Grundlage meiner Interpretation der von dir angeführten Zen-Weisheit.

Als Buddha um 480 v. Chr. in das Nirvana einging, da hinterließ er einen ihm treu ergebenen Orden von Mönchen und Nonnen und einen weiten Kreis von Laienanhängern. Einen Nachfolger, der an seiner Statt die junge Gemeinde führen sollte, hatte er nicht ernannt. So wie er zu seinen Lebzeiten gesagt hatte (Samyutta-Nikaya 22,87): "Wer die Lehre sieht, sieht mich", so sollte auch nach seinem Tod die von ihm verkündete Lehre und Disziplin seine Stelle vertreten (Digha-Nikaya 16,6,1).
Quelle:
Die fünf Weltreligionen; Helmuth von Glasenapp, S. 96.

Die Lehre des Buddha kann kein Mensch "töten" (Zumindest ist dies bis dato noch keiner menschlichen Macht gelungen). Folglich kann auch kein Mensch den Buddha "töten". Die Zen-Weisheit drückt für mich daher die Unmöglichkeit dieser Aufforderung aus.
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Das Leiden mit buddhistischer Philosophie gesehen

1. Damit die Religionen nicht zur Ursache von Gewalt werden, müssen sie erkennen, dass alle ihre Wahrheiten nur relative Wahrheiten sind, nie absolute.
2. Die eigentliche, endgültige, höchste Wahrheit, um die es ihnen geht, befindet sich immer jenseits von allem fassbaren. Wäre es nicht so, gäbe es ja noch ein dahinter, ginge es also gar nicht um die letzte Wahrheit. Darum, weil sie nicht greifbar ist, ist es nicht möglich, für die höchste Wahrheit, für Gott, Jesus, Allah oder Buddha zu kämpfen. Wer dies dennoch tut, der tötet die Wahrheit.

3. Der Zen-Buddhismus hat das in dem radikal paradoxen Satz ausgedrückt: "Wenn dir Buddha begegnet, töte ihn." Das klingt zunächst sehr nach Gewalt, ist aber gerade das Gegenteil davon, denn es meint zum einen: ein Buddha, den man töten kann, ist kein echter Buddha, ist nicht der Buddha, um den es geht. Denn der geht über Leben und Tod hinaus. Der Buddha kann nicht getötet werden (genauso wie Gott, Christus oder Allah). Und es meint zum andern: gib dein Festhalten an deinem Buddha auf; gib deinen hartnäckigen, vielleicht sogar fanatischen und sektiererischen Wunsch auf, unbedingt Buddha und nur ihm begegnen zu wollen und begegne wirklich dem, der dir begegnet. Wirf Deinen Buddha-Götzen weg und begegne dem Wahren. Anders gesagt: lasse los von dem, was du finden oder haben willst, nimm an, was dir geschenkt wird.

Auszug aus
http://www.buddhanetz.org/texte/gewalt.htm

Zu 1.:
Sind die Religionen denn Subjekte des Erkennens ? Oder nicht vielmehr diejenigen Menschen, die "gläubig" mit einer Religion identifiziert sind...?
Zu 2.:
Ja!
Zu 3.:
Ich verstehe diese zen-buddhistische Paradoxie (ein Koan ?) auch so ...
Gruß, moebius
 
AW: Das Leiden mit buddhistischer Philosophie gesehen

Zu 1.:
Sind die Religionen denn Subjekte des Erkennens ? Oder nicht vielmehr diejenigen Menschen, die "gläubig" mit einer Religion identifiziert sind...?
Ich würde sagen, nicht so sehr die Religionen sind Subjekte des Erkennens, sondern, wie z.B. bei Buddha - seine Erkenntnisse - seine Lehre, die neben weltanschaulichen Dingen eine vortreffliche philosophische Sittenlehre ist, die von späteren Philosophen niemals übertroffen wurde! Sie konnten höchstens nur mehr Gleichwertiges hinzufügen.

Zur Religion wurde es erst später. Buddhas Ratschläge(achtgliedriger Pfad usw.) widerspricht sich auch nicht mit den moralisch mosaischen Geboten, Jesus Bergpredigt, oder mit der Sittenlehre des Konfuzius. Diese Denker hatten nur einen anderen geistigen Werdegang und Hintergrund.

Wenn sich Menschen gläubig mit Religionen identifizieren, sehe ich für diejenigen eher als Vorteil, weil es leichter ist. Es muß aber nicht unbedingt für Nichtgläubige(z.B. Atheisten) ein Nachteil sein, wenn ihnen Ethik und Moral, die sich mit obigen Erkenntnissen nicht widersprechen, in ihren alltäglichen Leben, also in der Praxis - etwas Wert ist.

MfG rupert
 
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