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Das Böse in unserer Welt

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AW: Das Böse in unserer Welt

Kannst du mir ein Ideal von dir nennen?

lg,
fussel
 
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AW: Das Böse in unserer Welt

Hi knurrhahn,

Das Ideal einer praktisch vollzogenen Achtung vor allem Leben mag unerreichtbar sein, aber ohne dieses Ideal werden wir weit weniger erreichen, als diesbezüglich erreichbar ist.
DU hast schon diesen Satz gelesen, oder?

lg,
fussel
 
AW: Das Böse in unserer Welt

Hi knurrhahn,

DU hast schon diesen Satz gelesen, oder?

Ja, ich habe den Satz gelesen. Aber das Ideal, das du oben zitierst, ist sozusagen "fundamental widersinnig". Denk mal daran, dass Leben sich grundsätzlich gegenseitig vernichtet (z.B. vernichtet unser Immunsystem Bakterien, welche auch Lebewesen sind). Man könnte sagen: Leben IST Leben vernichten - aus Prinzip. Ein "Ideal", welches das ändern will, ist für mich keins.

Du fragst, was ich für Ideale habe.
Meine liegen grundsätzlich im Verhalten meiner unmittelabren Umgebung gegenüber. Dort möchte ich es am liebsten immer schaffen, nach dem einfachen Motto zu leben:
"Was du nicht willst, dass man dir tu, das füge auch nicht andern zu."
Das ist schwer genug.

Die großen, hehren, weltumspannenden Ideale sind mir verdächtig, nach solchen strebe ich nicht. Ich fühle mich nicht berufen, die Welt zu verbessern, ja nicht einmal, es zu versuchen. Meiner Meinung nach ist es völlig ausreichend, seine Kinder liebevoll großzuziehen, ein "anständiger Mensch" im klassischen bürgerlichen Sinne zu sein, seine Nächsten mit Liebe und Achtung zu behandeln. Punkt.

Grüße, k

PS: Ach ja, bezogen auf die Thread-Thematik würde ich meinen, dass "das Böse" (jedenfalls das Mensch-gemachte) verschwände, würden sich alle an meine kleinen, bescheidenen Ideale halten. Hingegen wurden/werden immer dann Unmengen Böses erzeugt, wenn es um die Verwirklichung jener "Großideale" ging/geht, die ich ablehne.
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Das Böse in unserer Welt

Zitat Knurrhahn:
PS: Ach ja, bezogen auf die Thread-Thematik würde ich meinen, dass "das Böse" (jedenfalls das Mensch-gemachte) verschwände, würden sich alle an meine kleinen, bescheidenen Ideale halten. Hingegen wurden/werden immer dann Unmengen Böses erzeugt, wenn es um die Verwirklichung jener "Großideale" ging/geht, die ich ablehne.
Das trifft den Nagel mMn auf den Kopf.
Durch die Herausbildung von Idealen und dem Versuch, sich an ihnen zu orientieren, ist die Kluft zwischen Anspruch und tatsächlicher Lebenspraxis immer größer geworden, der Mensch entfremdet sich von sich selbst und verstrickt sich immer mehr in einem Netz aus Selbstveleugnung, -überforderung und -verachtung.

Mit einer wie oben beschriebenen angemessenen Anforderung an sich selbst wäre weitaus mehr Menschen gedient, denn jeder hat und ist ja irgendwem der "Nächste", und vor allem bräuchte man die Sündenböcke nicht mehr, auf deren Rücken der Frust über das eigene Scheitern ausgetragen wird.

Kaawi
 
AW: Das Böse in unserer Welt

Zitat Knurrhahn:

Das trifft den Nagel mMn auf den Kopf.
Durch die Herausbildung von Idealen und dem Versuch, sich an ihnen zu orientieren, ist die Kluft zwischen Anspruch und tatsächlicher Lebenspraxis immer größer geworden, der Mensch entfremdet sich von sich selbst und verstrickt sich immer mehr in einem Netz aus Selbstveleugnung, -überforderung und -verachtung.
....
Kaawi

Aber was ist denn von einem Idealis-mus auch Anderes zu erwarten :dontknow: Und was sind seine unbewussten Quellen/Ursachen :dontknow:
moebius
 
AW: Das Böse in unserer Welt

Aber was ist denn von einem Idealis-mus auch Anderes zu erwarten :dontknow: Und was sind seine unbewussten Quellen/Ursachen :dontknow:
moebius

Die Quelle ist mMn das Gefühl des Menschen nicht gewollt, nicht richtig und nicht genug zu sein.

Kaawi
 
AW: Das Böse in unserer Welt

Für dieses Gefühl kann er nichts ...es ist in der Beziehung zu den frühen Bezugspersonen (z.B. Eltern) seiner Kindheit entstanden ...
Solche (negativen) Gefühle müssen aber nicht "das letzte Wort" in der Entwicklung eines Menschen sein ...
vermutet moebius :blume2:
 
AW: Das Böse in unserer Welt

Für dieses Gefühl kann er nichts ...es ist in der Beziehung zu den frühen Bezugspersonen (z.B. Eltern) seiner Kindheit entstanden ...
Solche (negativen) Gefühle müssen aber nicht "das letzte Wort" in der Entwicklung eines Menschen sein ...
vermutet moebius :blume2:

Nein, natürlich nicht!!!!

Weiß Kaawi :koenig::kuesse::regen::blume2:
 
AW: Das Böse in unserer Welt

Zu der Quelle von Idealen bzw. dem Streben des Menschen nach Idealen:

Ich stelle mir vor, dass das Bilden von bzw. das Streben nach Idealen immer einer Unzufriedenheit mit einem Ist-Zustand entspringt.
Möglicherweise dient das Einreten für und das Streben nach Idealen auch nur der Kompensation von Schwächen, derer man sich bewusst ist und die man als groben Mangel oder Fehler empfindet.
Wobei die Definition von Schwächen wiederum von den Normen der Gesellschaft abhängt, in der sich ein menschliches Individuum befindet.
 
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AW: Das Böse in unserer Welt

Zum Thema Achtung und Ehrfurcht vor dem Leben:

"Aus der angewandten Ethik ist ein Grundlagenstreit über die Frage entstanden, ob den Rahmen eine anthropozentrische, eine pathozentrische, oder aber eine biozentrische Ethik bilden solle. Nach der ersten Ansicht zählt letzlich nur der Mensch (griech. anthropos), nach der zweiten jedes des Leidens (pathos) fähige Wesen, nach der dritten alles Leben (bios). Die Biozentrik hat nur Recht, wenn sie allem Leben einen hohen Wert beimisst. Spricht sie deshalb von der 'Heiligkeit des Lebens' (Albert Schweitzer), so übersieht sie aber, dass in der Natur alles Leben von anderem Leben lebt. Die Pathozentrik fordert zu Recht, die Leidensfähigkeit von Tieren zu berücksichtigen. Und die Anthropozentrik muss keineswegs den ihr vorgeworfenen Gattungsegoismus beinhalten. Ihr ist vielmehr darin zuzustimmen, dass nur der Mensch sich sowohl gegen Art- als auch Nichtartgenossen moralisch verhalten kann, ferner darin, dass bei Fragen von Leben und Tod das Leben eines Menschen absoluten Vorrang verdient."

Quelle:
Otfried Höffe, Kleine Geschichte der Philosophie, ISBN 3-406-51104-X,
Seite 361, zweiter Absatz.
 
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