AW: Das Böse in unserer Welt
Hab ich da jetzt was falsch verstanden?
Ich habe nie daran gezweifelt, dass es in unserer Welt Dualismen gibt!
Wenn man nur einen Teil betrachtet, bedeutet das ja nicht gleich automatisch die Gesamtheit zu leugnen.
Zu Feuer, Sonne und Wasser: Kommt immer auf das Maß an, oder nicht?
Ein wenig = "gut", zu viel = "bös".
Hallo Harald,
genau das meinte ich auch.
Es kommt immer auf die Perspektive der Betrachtung an und auf das Maß.
Aber dies ist doch immer so.
Nichts ist NUR GUT und umgekehrt kann nichts NUR BÖSE sein.
Was in aller Welt soll denn nun DAS BÖSE sein?
A) Eine zeitweilig gerichtete Bewertung und Beurteilung aus unserer beschränkten Wahrnehmung heraus?
B) Eine dauerhafte Deklaration mit sichtbaren Kennzeichnung >>ACHTUNG - BÖSE<<?
C) Eine mittelalterliche, dogmatisch verkrustete Eigenschaft, die es zu verteufeln gilt?
Im Schelling-Idealismus wird das Gute und Böse im Absoluten zusammengeführt. Bei Hegel bringt jede endende, gerichtete Aussage, ob nun gut, böse, schnell, langsam, hoch, tief, alt, jung usw... das Gegenteilige selbst hervor. Wenn also etwas für das Böse gehalten wird, dann ist das Gute darin bereits enthalten. Das nötigt das Bewusstsein dazu im Denken nicht zu verweilen und zu erstarren, sondern eine Denkbewegung weiter zu denken - ob auf einer anderen Begriffsebene oder aber die selbige noch einmal.
Selbst beim Schopenhauer ist der Wille nicht nur BÖSE, sondern es erscheint auch eine lichte Seite, die in der Fülle auch über das Böse siegen kann.
Auch bei Sokrates heißt es: "Niemand tut freiwillig Böses."
Das bedeutet, dass man entweder einem Zwang folgend oder aber aus Unwissenheit und Unverständnis heraus BÖSES tut.
Bei Platon, den Optimisten und Idealisten gibt es kein negatives Denken. Die einzige Bemerkung zum Böses, weil er ja so viel zum Guten gesagt hatte, ist, dass das BÖSE nur im Sinne eines natürlichen Übels (malum physicum) oder des sittlich Schlechten (malum morale) vorkommt.
Ich behaupte, jene Menschen, die andere Menschen als DAS BÖSE verurteilen, haben die Wahrnehmungs- und Erkenntnislücke nicht bedacht, sie haben die Zusammenhängen nicht erkannt und man bedient sich einer primitiven Vor_Ver_Urteilung, um sich nicht weiter mit dieser Sache beschäftigen zu müssen. Denken ist ja anstrengend.
Lieben Gruß
Axl