AW: Bisse
... Gewissensbisse.
... anerzogen?
... vererbt?
... bei Jedem vorhanden?
Die Kreuzritter zB, kannten die sowas?
Oder waren die so gehirngewaschen, dass sowas wie Gewissensbisse gar keinen Platz mehr hatte darin?
Ich denke, der Begriff "Gewissen" lenkt von den eigentlichen Ursachen unserer Handlungen/Unterlassungen ab. Wenn man etwas "richtig" macht, dann hat man ein gutes Gewissen. Macht man es aber darum richtig, um danach ein gutes Gewissen zu haben, oder unterliegt das Handeln ganz anderen (auch unbewussten) Zielrichtungen? Macht man etwas "falsch", hat man ein schlechtes Gewissen. Stimmt das überhaupt? Wenn eine Handlung als "schlecht" erkannt wird, dann kann man ja anders handeln. War anderes Handeln nicht möglich, dann trifft einen keine Schuld, und das Gewissen sollte ungetrübt sein.
Wenn das schöne Gefühl beim Sex als Motivation zur Fortpflanzung verstanden wird, dann kann ein gutes Gewissen als Motivation zu sinnvollem Verhalten verstanden werden. Welche Handlungen/Unterlassungen im Einzelfall "richtig oder falsch" sind, hängt ab von den Rahmenbedingungen.
Ich habe vielleicht ein "gutes Gewissen", weil ich den Mauren nicht erschlage. Der Kreuzritter hatte vielleicht ein "gutes Gewissen", weil er ihn erschlug. Bin ich gehirngewaschen, oder ist es der Kreuzritter? Jedenfalls ist unsere Bewertung von "Gut und Böse" wenigstens in diesem Beispiel nicht vererbt, sondern anerzogen.
Ich denke auch, dass es diese als Gewissen bezeichneten Verhaltens-Motivatoren auch bei Tieren gibt. Ein Hund beispielsweise kann genau wissen, dass er eine Wurst nicht fressen darf. Fühlt er sich unbeobachtet, frisst er sie meist dennoch. Kommt dann das Herrchen heim, verrät sich der Hund meist schon durch sein Verhalten. Er weicht dem Blick aus, liegt auffällig artig und scheinheilig in seinem Körbchen und so weiter. Er hat augenscheinlich ein schlechtes Gewissen. Oder hat er nur Angst vor Maßregelung. Haben wir ein schlechtes Gewissen, oder nur Angst vor sozialer Maßregelung? Ist schlechtes Gewissen immer scheinheilig?