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Araber in Israel

  • Ersteller Ersteller Gaius
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G

Gaius

Guest
Zur Situation:
Leben in der zionistischen Hölle
von Claudio Casula

Zugegeben: Ich möchte nicht unbedingt Araber in Israel sein. Okay, sehr viel lieber zwar als ein Kopte in Ägypten, ein Wahutu in Burundi oder ein Eritreer in Äthiopien, ein Papua in Indonesien oder ein Bengale in Ostpakistan, ein Biafraner in Nigeria oder ein Südsudanese im Sudan etc.. Lieber auch als ein Angolaner in den neuen Bundesländern. Aber, nein: Ich möchte kein Araber in Israel sein – wegen der schwierigen Identität, wegen möglicher beruflicher Benachteiligungen, wegen des Misstrauens, das einem Araber von einem Großteil der jüdischen Israelis entgegengebracht wird.

So oder ähnlich werden auch die Araber in Israel empfinden. Aber was sie noch viel weniger sein wollen: Araber in Palästina.

Wer einen Israelkritiker binnen zehn Minuten älter aussehen lassen will als den Stones-Gitarristen Keith Richards, muss ihn nur mit ein paar interessanten Fakten konfrontieren.

In Israel leben heute knapp 1,4 Millionen Araber. Sie stellen ziemlich genau 20 Prozent der Bevölkerung. Drei Viertel sind Muslime, 17 % Christen und 8 % Drusen. Diese leisten aber, anders als die „richtigen“ Araber, auf die sie einen Rochus haben, ihren Wehrdienst ab und unterscheiden sich auch in mancherlei anderer Hinsicht von jenen.

Verständlicherweise können sich die israelischen Araber nur leidlich mit den Symbolen des Staates identifizieren. Der Davidstern in der Flagge, die Menora im Staatswappen, die Nationalhymne Hatikva – alles Zeichen für die vorwiegend jüdische Identität Israels. Aber sie können ganz gut damit leben. Jedenfalls hat sich ihre Zahl seit der Staatsgründung 1948 verachtfacht. Sie haben alle vollen bürgerlichen Rechte, Arabisch ist zweite Amtssprache, und arabische Parteien stellen Vertreter in der Knesset (von denen allerdings wenig Ruhmreiches zu berichten ist).

Der Wehrdienst bleibt den arabischen Bürgern Israels erspart, offiziell, um im Kriegsfall ein moralisches Dilemma auszuschließen, mutmaßlich aber auch, weil viele Israelis die als Fünfte Kolonne der Palästinenser verdächtige Minderheit nur ungern mit Waffen ausgestattet sehen wollen. Angesichts der Unruhen im Herbst 2000, als sich militante Araber aus Israel mit den „Al-Aqsa-Intifada“-Aktivisten solidarisierten, eine nicht ganz von der Hand zu weisende Haltung.

Ansonsten leben die Araber Israels in relativem Wohlstand, mit sehr guter medizinischer Versorgung und allen demokratischen Rechten besser als die meisten ihrer Brüder in den arabischen Ländern. Sie besuchen die acht Universitäten des Landes, arbeiten als Hilfskräfte, Farmer und Bauarbeiter, aber auch als Anwälte, Lehrer, Ärzte, Gewerkschafter Abgeordnete etc.

Mehr als Hälfte der arabischen Staatsbürger Israels lebt in 103 Dörfern, der Rest in sieben Städten mit gemischter Bevölkerung. Vier davon, im Südwesten Galiläas, sind rein arabisch. Von Nord nach Süd: Um el-Fachem, Baqa- El-Garbye, Tira, Taibe. Diese Gegend ist bekannt unter der Bezeichnung El Mutallat, das Dreieck.

Dieses Dreieck mit einer Fläche von 250 qkm wurde nach dem Rhodos-Abkommen 1949 von Jordanien an Israel übergeben. Über den Streifen von 52 km Länge und 3-6 km Breite verteilen sich 17 Gemeinden. Etwa 43 % der Bewohner leben in den Städten Taibe und Um el-Fachem. Insgesamt stellen die Araber im „el Mutallat“ ein Fünftel der arabischen Bevölkerung Israels.

Nun regt die unmittelbare Grenznähe des Dreiecks seit geraumer Zeit die Phantasie der Politiker an. Spätestens seit die Barak-Regierung ernsthaft sogenannte „land swaps“ erwog, also einen reinen Austausch der Souveränität über Gebiete ohne Umsiedlung der Bevölkerung, wird offen darüber diskutiert, ob man nicht im Zuge der Annexion größerer Siedlungsblöcke in der Westbank arabische Orte westlich und nördlich der Green Line (Waffenstillstandslinie) der palästinensischen Autonomiebehörde überlassen könnte.

Unabhängig von rechtlichen Problemen, die ein solcher Schritt wohl mit sich brächte, liegt diese Überlegung natürlich nahe: Im Bestreben, eine ebenso satte wie dauerhafte jüdische Bevölkerungsmehrheit zu erhalten, würden nicht wenige Israelis das Dreieck lieber jenseits des Sicherheitszaunes sehen, ebenso wie arabische Vororte Jerusalems. So kämen mit einem Schlag 450.000 israelische Araber in den Genuss, offiziell Palästinenser zu werden, ohne umziehen zu müssen.

Aber mögen Vertreter der arabischen Minderheit Israels auch in jedes hingehaltene CNN-Mikrophon jammern, mag das Parlamentsmitglied Ahmad Tibi gegen die „Mauer“ protestieren oder sein noch berüchtigterer Kollege Azmi Bishara zu Arafat und Assad pilgern und im Libanon den „rassistischen Staat“ Israel geißeln: Nach Umfragen würden sich 70–90% der arabischen Staatsbürger – je nachdem, wie ehrlich die Befragten sein können – mit Händen und Füßen dagegen wehren, den israelischen Personalausweis gegen einen palästinensischen einzutauschen. (Dies deckt sich, nebenbei, mit den persönlichen Erfahrungen, die ich im Lauf der Jahre machen durfte.) Als Ehud Barak im Sommer 2000 Arafat die Souveränität über den größten Teil Ostjerusalems anbot, brach unter den arabischen Bewohnern der Hauptstadt gar eine veritable Panik aus: Viele, die bis dahin noch nicht die israelische Staatsbürgerschaft beantragt hatten, versuchten nun eilig, das Versäumte nachzuholen.

2004 ließ Ministerpräsident Ariel Sharon einen Versuchsballon in die gleiche Richtung starten: Der Rechtsausleger Avigdor Lieberman propagierte den „weichen Transfer“ des Dreiecks mit seinen 250.000 Bewohnern – und löste damit einen Sturm der Entrüstung aus. Sogar der Bürgermeister Um el-Fachems und Führer der islamistischen Bewegung, die schon seit etlichen Jahren die Stadt regiert, war entsetzt und führte als Grund für das Bedürfnis, Israeli zu bleiben, u.a. an, dass es um Demokratie und Justiz in Israel weit besser bestellt sei als in allen arabischen / islamischen Ländern.

Hinzu kommen wirtschaftliche Aspekte und die Möglichkeit, sich in „jüdischen“ Krankenhäusern behandeln zu lassen. Neun von zehn Menschen im Dreieck sind in der Kupat-Cholim, der staatlichen Krankenversicherung, und können im Fall schwerer Erkrankungen die Kliniken von Afula und Hadera bzw. im Süden die von Petach-Tikva und Kfar-Sava aufsuchen.

Im Wadi Ara kann nicht einmal der Bau des Sicherheitszaunes die Araber zu Demonstrationen mobilisieren. Denn die Sperranlage hat alle Versuche der jenseitigen Palästinenser vereitelt, illegal nach Israel einzudringen, und die erkleckliche Anzahl der Diebstahlfälle auf Null gebracht, was man diesseits mit Befriedigung zur Kenntnis nimmt. Die Wahrheit ist: Israels Araber blicken mit einiger Verachtung auf die bucklige Verwandtschaft im Westjordanland herab.

Fazit: Bei allen großen und kleinen Ungerechtigkeiten, die der arabischen Minderheit in Israel widerfahren mögen, kann sich nach allen Umfragen nur eine winzige Minderheit vorstellen, als Palästinenser in Palästina zu leben. Wohlgemerkt: nicht einmal, wenn dafür kein Umzug notwendig würde. Und das, obwohl sie schon seit 1948 unter israelischer „Besatzung“ lebt. In den kleinen arabischen Ortschaften in der Nähe der Siedlung Alfej Menashe war die Verzweiflung groß, nachdem im vergangenen Sommer ein Imam beim Obersten Gerichtshof in Jerusalem erfolgreich gegen den Verlauf des Sicherheitszaunes geklagt hatte. Dem Geistlichen war die „nationale Ehre“ wichtiger als das Wohlergehen der Menschen, die nun außerhalb des Zauns werden leben müssen.

Wann immer also einer daherkommt und von der „unterdrückten arabischen Minderheit“ schwadroniert, sollte man ihn nur eines fragen: warum diese lieber in der zionistischen Hölle als im Paradies der palästinensischen Befreiungsbewegungen leben möchte. Weiß er darauf keine Antwort, so möge er die unsterbliche Empfehlung Dieter Nuhrs beherzigen: „Wenn man keine Ahnung hat: einfach mal Fresse halten.“
http://www.achgut.de/dadgd/view_article.php?aid=2446&ref=8

Freundliche Grüße, Gaius
 
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Wenn man keine Ahnung hat: einfach mal Fresse halten

auch ich habe zuwenig Sachkenntnis

dennoch zwei Sachen

1) es ist wünschenswert,
daß die verschiedenen Bevölkerungsgruppen friedlich neben- und miteinander leben
(vielleicht wäre es sinnvoll,
wenn die israelischen Palästinenser und die palästinensischen Juden
eine politische Partei gründen würden,
die dann von der Weltgemeinschaft vorbehaltlos unterstützt werden könnte)

2) die Mauer ist scheiße
 
scilla schrieb:
auch ich habe zuwenig Sachkenntnis

dennoch zwei Sachen

1) es ist wünschenswert,
daß die verschiedenen Bevölkerungsgruppen friedlich neben- und miteinander leben
(vielleicht wäre es sinnvoll,
wenn die israelischen Palästinenser und die palästinensischen Juden
eine politische Partei gründen würden,
die dann von der Weltgemeinschaft vorbehaltlos unterstützt werden könnte)

2) die Mauer ist scheiße

3) dass man den Palästinensern schlechtes Wasser und überhaupt viel zuwenig davon gibt ist auch nicht in Ordnung

4) dass die Palästinenser keine Baubewilligungen bekommen, also nur die Israelis, ist auch schrecklich

5) dass die Palästinenser in ihre angstammten Gebiete nicht zurückkönnen und in Flüchtlingslagern schon lange dahinvegetieren, ist auch unmenschlich.

6) dass man Hab und Gut von palästinensischen Familien zerstört, wenn es einen Selbstmörder gegeben hat.

7) Und die unselige Gründung des israelischen Staates insgesamt, weil man die dort ansässigen Menschen, die immer dort waren, nur Ungerechtigkeiten zukommen hat lassen. Es drängt sich die Assoziation mit der Kolonialisierung von Amerika auf, die die Indianer ausrotteten, damit sie in Ruhe ihr Land in Besitz nehmen können.

8) Die Juden brauchen auch ein Land hat es geheißen. Bei allem Verständnis für diese Notlage, kann man schwer einsehen, wenn jemand auf der Not des anderen sein Glück aufbauen will.

Falls ich im Unrecht bin, bitte mir das zu verzeihen, doch aus vielen Quellen, die mir zur Verfügung gestanden sind, habe ich das herauslesen müssen.
Doch eine Diskussion ist dazu da, auf eine objektive und wahrheitsgetreue
Sachlage aufmerksam zu machen und dadurch zu korrigieren. Ich möchte wirklich nicht andauernd angepöbelt werden. Wenn ich etwas will, dann ist es das, die Dinge ins rechte Licht zu rücken.

Mit aufrichtige Grüßen

suche :blume1:
 
von Gaius

Leben in der zionistischen Hölle
von Claudio Casula

Zugegeben: Ich möchte nicht unbedingt Araber in Israel sein. Okay, sehr viel lieber zwar als ein Kopte in Ägypten, ein Wahutu in Burundi oder ein Eritreer in Äthiopien, ein Papua in Indonesien oder ein Bengale in Ostpakistan, ein Biafraner in Nigeria oder ein Südsudanese im Sudan etc.. Lieber auch als ein Angolaner in den neuen Bundesländern. Aber, nein: Ich möchte kein Araber in Israel sein – wegen der schwierigen Identität, wegen möglicher beruflicher Benachteiligungen, wegen des Misstrauens, das einem Araber von einem Großteil der jüdischen Israelis entgegengebracht wird.

So oder ähnlich werden auch die Araber in Israel empfinden.

Nur wie ich dieses, natürlich verkürzt, angeführt habe, wurde ich in diesem Forum, auch von Gaius, niedergemacht.


In Israel leben heute knapp 1,4 Millionen Araber. Sie stellen ziemlich genau 20 Prozent der Bevölkerung. Drei Viertel sind Muslime, 17 % Christen und 8 % Drusen. Diese leisten aber, anders als die „richtigen“ Araber, auf die sie einen Rochus haben, ihren Wehrdienst ab und unterscheiden sich auch in mancherlei anderer Hinsicht von jenen.

Hier herrscht Uneinigkeit unter den Arabern, was aber auch verständlich ist.

Verständlicherweise können sich die israelischen Araber nur leidlich mit den Symbolen des Staates identifizieren. Der Davidstern in der Flagge, die Menora im Staatswappen, die Nationalhymne Hatikva – alles Zeichen für die vorwiegend jüdische Identität Israels. Aber sie können ganz gut damit leben. Jedenfalls hat sich ihre Zahl seit der Staatsgründung 1948 verachtfacht. Sie haben alle vollen bürgerlichen Rechte, Arabisch ist zweite Amtssprache, und arabische Parteien stellen Vertreter in der Knesset (von denen allerdings wenig Ruhmreiches zu berichten ist).

Ich verstehe das, gewisse Araber stehen vielleicht gar nicht so schlecht da, doch sie müssen die israelische Oberhoheit ertragen, obwohl sie so wie jede andere englische Kolonie darauf hofften, die Geschicke ihres eigenen Landes selbst in die Hand zu nehmen. England hat jedoch diese Kolonie den Zionisten in die Hände gespielt und die UNO hat eingewilligt, dass es zur Gründung des israelischen Staates kommt. Und jetzt haben wir den Salat.




Ansonsten leben die Araber Israels in relativem Wohlstand, mit sehr guter medizinischer Versorgung und allen demokratischen Rechten besser als die meisten ihrer Brüder in den arabischen Ländern. Sie besuchen die acht Universitäten des Landes, arbeiten als Hilfskräfte, Farmer und Bauarbeiter, aber auch als Anwälte, Lehrer, Ärzte, Gewerkschafter Abgeordnete etc.

Alles recht gut und schön, doch ihr Land wurde den Arabern nicht zurückgegeben sondern den Zionisten von den Engländern geschenkt. Daher der Hass, dass man nun unter israelischer Oberhoheit leben muss. Ihnen ist es unmöglich, Israel anzuerkennen.

Mehr als Hälfte der arabischen Staatsbürger Israels lebt in 103 Dörfern, der Rest in sieben Städten mit gemischter Bevölkerung. Vier davon, im Südwesten Galiläas, sind rein arabisch. Von Nord nach Süd: Um el-Fachem, Baqa- El-Garbye, Tira, Taibe. Diese Gegend ist bekannt unter der Bezeichnung El Mutallat, das Dreieck.

Da kann ich wirklich nichts dazu sagen.


Aber mögen Vertreter der arabischen Minderheit Israels auch in jedes hingehaltene CNN-Mikrophon jammern, mag das Parlamentsmitglied Ahmad Tibi gegen die „Mauer“ protestieren oder sein noch berüchtigterer Kollege Azmi Bishara zu Arafat und Assad pilgern und im Libanon den „rassistischen Staat“ Israel geißeln: Nach Umfragen würden sich 70–90% der arabischen Staatsbürger – je nachdem, wie ehrlich die Befragten sein können – mit Händen und Füßen dagegen wehren, den israelischen Personalausweis gegen einen palästinensischen einzutauschen. (Dies deckt sich, nebenbei, mit den persönlichen Erfahrungen, die ich im Lauf der Jahre machen durfte.) Als Ehud Barak im Sommer 2000 Arafat die Souveränität über den größten Teil Ostjerusalems anbot, brach unter den arabischen Bewohnern der Hauptstadt gar eine veritable Panik aus: Viele, die bis dahin noch nicht die israelische Staatsbürgerschaft beantragt hatten, versuchten nun eilig, das Versäumte nachzuholen.

Das besagt hauptsächlich, dass sich die Araber uneinig sind und das hat ihnen wahrscheinlich auch das Land gekostet. Eine naheliegende Annahme.

2004 ließ Ministerpräsident Ariel Sharon einen Versuchsballon in die gleiche Richtung starten: Der Rechtsausleger Avigdor Lieberman propagierte den „weichen Transfer“ des Dreiecks mit seinen 250.000 Bewohnern – und löste damit einen Sturm der Entrüstung aus. Sogar der Bürgermeister Um el-Fachems und Führer der islamistischen Bewegung, die schon seit etlichen Jahren die Stadt regiert, war entsetzt und führte als Grund für das Bedürfnis, Israeli zu bleiben, u.a. an, dass es um Demokratie und Justiz in Israel weit besser bestellt sei als in allen arabischen / islamischen Ländern.

Hinzu kommen wirtschaftliche Aspekte und die Möglichkeit, sich in „jüdischen“ Krankenhäusern behandeln zu lassen. Neun von zehn Menschen im Dreieck sind in der Kupat-Cholim, der staatlichen Krankenversicherung, und können im Fall schwerer Erkrankungen die Kliniken von Afula und Hadera bzw. im Süden die von Petach-Tikva und Kfar-Sava aufsuchen.

Im Wadi Ara kann nicht einmal der Bau des Sicherheitszaunes die Araber zu Demonstrationen mobilisieren. Denn die Sperranlage hat alle Versuche der jenseitigen Palästinenser vereitelt, illegal nach Israel einzudringen, und die erkleckliche Anzahl der Diebstahlfälle auf Null gebracht, was man diesseits mit Befriedigung zur Kenntnis nimmt. Die Wahrheit ist: Israels Araber blicken mit einiger Verachtung auf die bucklige Verwandtschaft im Westjordanland herab.

Fazit: Bei allen großen und kleinen Ungerechtigkeiten, die der arabischen Minderheit in Israel widerfahren mögen, kann sich nach allen Umfragen nur eine winzige Minderheit vorstellen, als Palästinenser in Palästina zu leben. Wohlgemerkt: nicht einmal, wenn dafür kein Umzug notwendig würde. Und das, obwohl sie schon seit 1948 unter israelischer „Besatzung“ lebt. In den kleinen arabischen Ortschaften in der Nähe der Siedlung Alfej Menashe war die Verzweiflung groß, nachdem im vergangenen Sommer ein Imam beim Obersten Gerichtshof in Jerusalem erfolgreich gegen den Verlauf des Sicherheitszaunes geklagt hatte. Dem Geistlichen war die „nationale Ehre“ wichtiger als das Wohlergehen der Menschen, die nun außerhalb des Zauns werden leben müssen.

Wann immer also einer daherkommt und von der „unterdrückten arabischen Minderheit“ schwadroniert, sollte man ihn nur eines fragen: warum diese lieber in der zionistischen Hölle als im Paradies der palästinensischen Befreiungsbewegungen leben möchte. Weiß er darauf keine Antwort, so möge er die unsterbliche Empfehlung Dieter Nuhrs beherzigen: „Wenn man keine Ahnung hat: einfach mal Fresse halten.“

Der langen Rede kurzer Sinn ist, dass sich viele Araber unter dem Regime der Israelis bereits etabliert haben. Die Palästinenser allerdings stehen noch immer im Regen, also in bitterster Armut unter einer fremden Herrschaft.

Aber suchen wir nach der Ursache dieses fürchterlichen Dilemmas, dann müssen wir nolens volens auf die dem natürlichen Rechtsempfinden entgegengesetzte Gründung des Staates Israel zurückkommen. Um diesen Staat zu gründen, musste man den "Ureinwohnern" das Land wegnehmen. Herzl, der jüdische Einwanderer schon vor dem ersten Weltkrieg illegal nach Palästina einschleppte, musste sich vielleicht gesagt haben: Diesen blossfüßigen Nomaden von ungebildeten Arabern wird dies gar nicht auffallen und die Juden haben dann endlich ein eigenes Land. Für die Juden eine glorreiche Idee, doch für die arabische Bevölkerung, die auch einen gewissen Stolz hat, ein Disaster.

Bei uns gibt es ein Sprichwort das heißt: Unrecht Gut gedeihet nicht.

Jeder kann selbst darüber nachdenken, was das bedeutet.

Doch sehe ich leider kein Licht am Horizont, um zu einem dauerhaften Frieden zu kommen.

Aber vielleicht doch, wenn man sich den Palästinensern gegenüber mehr als großzügig erweist!?? Die Hoffnung stirbt zuletzt.

aufallesgefasste Grüße

suche :blume1:
 
Der Zionismus hatte ursprünglich religiöse Beweggründe. Hätte es unter den Juden nicht die Sehnsucht nach der Rückkehr ins heilige Land gegeben würde es das Judentum heute nicht mehr geben.
Später bekam der Zionismus ein neues Gewand. Er sollte dazu dienen, dass Juden frei leben können. Egal ob sie säkuläör sind oder nicht. Oft wird auch behauptet, dass durch die Gründung Jisraels den Palästinensern ihr Staat weggenommen wurde. Dies ist aber falsch. Denn das heutige israelische Staatsgebiet war britisches Mandatsgebiet und stand später unter internationaler Verwaltung.....Das sollte erstmal ein briss zur Situation sein.

Das im israelischen Staatswappen eine Menora zu sehen ist, ist doch nicht schlimm. Viele Städte in Europa tragen ja schließlich auch ein Kreuz in ihrem Wappen.

ich halte es auch für problematisch, dass die medien immer nur von Negativschlagzeilen berichten. "Moslem sprengt sich in die Luft-Israelis bombadieren Westjordanland" etc etc.
Dabei gibt es auch positive Beispiele für ein friedliches Zusammenleben von Moslems und Juden in Jisrael. Ich habe eine Tante in Jisrael. Sie wohnt in Tel Aviv und hat muslimische Nachbarn. Und was ist? Beste Freunde!:sekt:

Die medien sollten also auch mal positive Schlagzeilen zum Thema Nahost bringen!

mit versöhnlichen Grüßen
Katzav
 
Katzav schrieb:
Der Zionismus hatte ursprünglich religiöse Beweggründe. Hätte es unter den Juden nicht die Sehnsucht nach der Rückkehr ins heilige Land gegeben würde es das Judentum heute nicht mehr geben.

???ja? ich dachte die juden sind verpflichtet ihre zeit in der diaspora zu verbringen bis der letzte messias kommt?
die juden gäbe es heute nicht?

Katzav schrieb:
Später bekam der Zionismus ein neues Gewand. Er sollte dazu dienen, dass Juden frei leben können. Egal ob sie säkuläör sind oder nicht. Oft wird auch behauptet, dass durch die Gründung Jisraels den Palästinensern ihr Staat weggenommen wurde. Dies ist aber falsch. Denn das heutige israelische Staatsgebiet war britisches Mandatsgebiet und stand später unter internationaler Verwaltung.....Das sollte erstmal ein briss zur Situation sein.

seltsame vorrstellung. dort haben die palestinänser seit jahrhunderten gelebt, und weggenommen ist weggenommen, oder?

Katzav schrieb:
Das im israelischen Staatswappen eine Menora zu sehen ist, ist doch nicht schlimm. Viele Städte in Europa tragen ja schließlich auch ein Kreuz in ihrem Wappen.

das macht mit dem kreuz nichts , weil die kreuzzüge lange her sind.
zudem gibt es hier ja keine religiösen differenzen, so fühlt sich niemand beleidigt. in israel schon.


Katzav schrieb:
ich halte es auch für problematisch, dass die medien immer nur von Negativschlagzeilen berichten. "Moslem sprengt sich in die Luft-Israelis bombadieren Westjordanland" etc etc.
Dabei gibt es auch positive Beispiele für ein friedliches Zusammenleben von Moslems und Juden in Jisrael. Ich habe eine Tante in Jisrael. Sie wohnt in Tel Aviv und hat muslimische Nachbarn. Und was ist? Beste Freunde!:sekt:

schön, trotzdem bleibt die gewalt. deine tante macht keine politik.
die gewalt schon.



solange Israel in der besetzung bleibt.
solange israel seine faktischen staatsbürger, das sind die palestinänser nun einmal, seine eigenen gesetze zuwider behandelt , sind die bemühungen israels nicht ernstzunehmen.


ich verstehe dich nicht, du beschwerst dich über suche, bist selbst kein deut besser (in diese hinsicht aber nur).

na ich hoffe das ihr beide euch vom orient fernhaltet.

choda
 
Katzav]Der Zionismus hatte ursprünglich religiöse Beweggründe. Hätte es unter den Juden nicht die Sehnsucht nach der Rückkehr ins heilige Land gegeben würde es das Judentum heute nicht mehr geben.
Später bekam der Zionismus ein neues Gewand. Er sollte dazu dienen, dass Juden frei leben können. Egal ob sie säkuläör sind oder nicht. Oft wird auch behauptet, dass durch die Gründung Jisraels den Palästinensern ihr Staat weggenommen wurde. Dies ist aber falsch. Denn das heutige israelische Staatsgebiet war britisches Mandatsgebiet und stand später unter internationaler Verwaltung.....Das sollte erstmal ein briss zur Situation sein.

Religiöse Beweggründe alles recht gut und schön, doch es wurden vom Herzl Juden illegal ins Land geschleust, in ein Land, das sie einmal wollten, aber nicht ihnen gehörte. Sind das edle Beweggründe? Von mir aus gesehen nicht.

Auch wenn es später britisches Mandatsgebiet (hier bedarf es einer genaueren Erklärung, was darunter verstanden wird. Ich denke es war so etwas wie eine Kolonie) und anschließend unter internationaler Verwaltung stand (auch schon mit Hinblick, dass es ISRAEL werden solle, also ein zwangloser Übergang geschaffen werden sollte) war es immer die Heimat von Arabern und Palästinensern. Hat man sie eigentlich gefragt, ob sie das wollen? Nein, man ist wahrscheinlich wie es ja häufig geschieht, wenn raffinierte Mächte am Werk sind, über sie drübergefahren. Von mir aus gesehen war das ein eklatanter Fehler der Briten und der dahinterstehenden Juden.

Gesetzlich ist alles in Ordnung, aber ist es das auch in ethischer und moralischer Hinsicht? Wahrscheinlich habe ich mit einem christlichen Fundament eine andere moralische Auffassung als die Juden. Juden dürfen ja nach ihrer moralischen Auffassung, wenn es leicht geht, den sogenannten Ungläubigen alles wegnehmen, was nach christlicher Auffassung nicht möglich ist, auch nicht in weltlich-rechtlicher Hinsicht.

Wenn es viele derartige Auffassungen gibt und die gibt es, kann ich mir schon vorstellen, dass Juden angefeindet werden und sie abermals in so etwas wie eine Opferrolle, an der sie nach allgemeiner Auffassung nicht unschuldig sind, gedrängt werden.

Meine Schuld, deine Schuld?

Doch indem man uns Österreichern oder Deutschen einen Maulkorb umhängen will und dies auch tut, wird das Problem nicht gelöst werden.


Dabei gibt es auch positive Beispiele für ein friedliches Zusammenleben von Moslems und Juden in Jisrael. Ich habe eine Tante in Jisrael. Sie wohnt in Tel Aviv und hat muslimische Nachbarn. Und was ist? Beste Freunde!

Die medien sollten also auch mal positive Schlagzeilen zum Thema Nahost bringen!

In diesem Fall mag es schon stimmen, aber allgemein?

Lass Dich nicht täuschen Katzav, der Hass der Araber gegen die Juden sitzt tief. Ohne dass man ihnen das, worauf sie glauben einen Anspruch zu haben, zurückgibt, wird es keinen Frieden geben, selbst wenn wir (du und ich) uns wegen der unseligen Politik nicht anfeinden wollen. Wir können wirklich nichts dafür. Das einzige, was wir tun können, ein echtes moralisches Empfinden entwickeln und die Dinge wenigstens so zu sehen wie sie wirklich sind.

suche
 
choda schrieb:
???ja? ich dachte die juden sind verpflichtet ihre zeit in der diaspora zu verbringen bis der letzte messias kommt?
die juden gäbe es heute nicht?



seltsame vorrstellung. dort haben die palestinänser seit jahrhunderten gelebt, und weggenommen ist weggenommen, oder?



das macht mit dem kreuz nichts , weil die kreuzzüge lange her sind.
zudem gibt es hier ja keine religiösen differenzen, so fühlt sich niemand beleidigt. in israel schon.




schön, trotzdem bleibt die gewalt. deine tante macht keine politik.
die gewalt schon.



solange Israel in der besetzung bleibt.
solange israel seine faktischen staatsbürger, das sind die palestinänser nun einmal, seine eigenen gesetze zuwider behandelt , sind die bemühungen israels nicht ernstzunehmen.


ich verstehe dich nicht, du beschwerst dich über suche, bist selbst kein deut besser (in diese hinsicht aber nur).

na ich hoffe das ihr beide euch vom orient fernhaltet.

choda

Be- und verurteile nicht, auch keine unnötigen Ratschläge. Das steht Dir, choda, nicht zu!! Es sind persönliche Angriffe, die wieder welche nach sich ziehen könnten, doch der Webmaster liebt das nicht. Mit Recht.

suche
 
choda schrieb:
schön, trotzdem bleibt die gewalt. deine tante macht keine politik.
die gewalt schon.

Seine Tante macht keine Politik, die Medien aber schon - von Gewalt und Exzessen wird gerne berichtet, von den Bereichen wo das Zusammenleben funktioniert, natürlich viel weniger.
 
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„ISRAEL – ein Name der verpflichtet“

Interessant in diesem Zusammenhang ist ein Auszug aus einem Artikel, der 1988 in Jerusalem, zum 40. Jahrestag der Gründung des Staates Israel, in einer Schrift: "40 Jahre Staat Israel 1948/1988" zur Namensgebung dieses Staates, erschienen war.

Für unseren jugendlichen Freund Katzav, ins Poesiealbum!

Zitat:
„Mit einer schönen Namenswahl ist es nicht getan. Jisra’el ist ein Name, der verpflichtet. Wer sich zu Israel zählt, darf sich nicht auf echten oder vermeintlichen Lorbeeren ausruhen und sich im Glanz einer ereignisreichen Vergangenheit sonnen. Israel ist der Ruf, immer zu neuen Ufern aufzubrechen, für Gott zu streiten, und das meint, für die Werte einer echten Menschlichkeit, einer bedingungslosen Ethik einzutreten. Die Lehre dieses Israel, die Tora („Weisung“ Gottes, fünf Bücher Mose im engeren Sinn), fordern von Israel, jeden Menschen als Menschen ernst zu nehmen, keinen zu diskriminieren und zu verachten. Das umfassende Gebot der Nächstenliebe (3. Mose 19,18) besagt: „Sei lieb zu deinem Nächsten, denn er ist wie du“, ein Mensch mit denselben rechten und Ansprüchen, wie du selbst sie erhebst. Dass Israel seiner Aufgabe sehr oft nicht gerecht geworden ist, betont die Bibel an vielen Stellen.
Dass es seiner Aufgabe gerecht werden und sein Leben in den Dienst eines „Gottesstreiters“ stellen muss, ist ihm immer klar gewesen. Niemand behauptet dabei, es sei leicht, ein Israel angehörender Mensch zu sein. Leicht ist es wahrlich nicht, doch es ist eine Aufgabe, der sich kein Angehöriger dieses Volkes entziehen darf.“
(Zitatende)
Verfasser: Rabbi Roland Gradwohl, Jerusalem


Anspruch und Wirklichkeit klaffen weit auseinander, wenn ich die Politik der letzten Jahre in diesem Landes betrachte.

MfG J.A.
 
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