AW: Warum ... ?
Ellemaus :
Für mich existiert das Sein, weil ich eigene Erfahrungen gemacht habe.
Vermittler :
Heißt es nicht, man kann etwas nicht durch sich selbst erklären (oder wie war das?)?
Weil deine Erfahrungen SIND, existiert das SEIN?
Müsste nicht erst geklärt werden, OB etwas ist?
Ellemaus :
Ja das dachte ich auch am Anfang meiner Psychose so. Mein Studium mit Nietzsche legte mein Denken lahm.
...
Das Sein existiert, weil ich nur einen Bruchteil erfahren habe, als eine gewaltige Ur-Kraft.
...
Letzte Frage kommt für mich also niemals mehr in Betracht.
Außer es würde sich ein Mensch finden, der mir diese Kraft erklärt.
Vermittler :
Dürfte dann nicht, konsequent, gar keine Frage in Betracht kommen? Kann doch, letztendlich, kein Mensch irgendeine Kraft erklären?
Ellemaus :
Warum soll kein Mensch diese Kraft einmal erklären können?
moebius :
Weil keine Erklärung zugleich ihre eigene Selbst-Erklärung enthalten kann ....
Ellemaus :
Eine tiefe Erfahrung kann einiges neu erklären und neue Wege zeigen. Eine Selbst-Erklärung durch eigene Erfahrungen im Inneren (Gehirn) wäre ja eine Erklärung.
@Ellemaus :
welche -letzte frage- meinst du hier ?
@Vermittler :
"Müsste nicht erst geklärt werden, OB etwas ist?"
1. WER sollte dies tun, da verstehen vom verstehenden nicht trennbar ist sofern mir bekannt
2. also ist die konstellation deiner bedingung überhaupt realistisch, also irgendwo durchführbar ?
oder hältst du eine idee innerhalb deines denkens aufrecht aufgrund eines unverständnisses deinerseits
in bezug zu der art & weise was sein ausmacht & was sein vernichtet/verhindert
schlichter & bekannter ausgedrückt :
ist ein baum zu hören & hörbar überhaupt, welcher umfällt
wenn niemand da ist, welcher ihn hört ?
"letztendlich"
das was du hier machst ist eine positionierung auf der kapitulations seite
dass du dich dorthin stellst beweist noch gar nichts
würden menschen, ach was sag ich, würde überhaupt irgendetwas,
noch weiter zurück, würde das nichts, würde tao sich dort/so auch positioniert haben,
gäb's diesen thread hier gar nicht, da es nicht einmal das nichts "gäbe"
@moebius :
"Weil keine Erklärung zugleich ihre eigene Selbst-Erklärung enthalten kann ...."
diese antwort ist bisher korrekt innerhalb der mathematischen realität,
die funktionale realität, die materielle gar, geht allerdings dann doch darüber hinaus & schert sich nicht um die grenzen der mathematischen logik
dinge funktionieren, resultate können erzielt werden trotzdem, dass sie NUR tautologisch zustande kommen, zustande gebracht werden
mit hilfe eines handelnden & nicht nur mit hilfe eines, der sich auf die handlung des passiven, unbeteiligten & unbeeinflussenden erkennens beschränken möchte
(hierbei verweise ich auf das Heinz Foerster'sche guckloch)
oder anders augedrückt
ich mache mich also bin ich, auch wenn ich nicht ganz genau weiss, wie ich das mache & wieso & ob überhaupt
ich bin, weil das was ich als sein definiere ich empfinde als das was ich als sein definiere
ich empfinde, auch wenn ich nicht weiss, wie, warum & ob ich es überhaupt mache
weil das was ich als empfinden definiere ich empfinde als das was ich als empfinden definiere
ja, dies ist strikt tautologisch, selbstbezüglich
hierbei bin ich komplett voreingenommen mir selbst gegenüber
wer dies nicht tut, der wird nach meiner erfahrung bald nicht mehr sein als staub
die problematik hierbei liegt allerdings ganz woanders
nicht im SEIN sondern in dem BEWEISEN
ich persönlich ziehe das sein dem beweisen vor
abgesehen davon, dass dies nur allzu logisch ist
gäb's das sein nicht, gäb's das beweisen nicht
wer das sein (die grössere menge) mit dem beweisen (die kleine menge) darstellen möchte
muss logischerweise scheitern oder er begnügt sich mit häpchenweisem erfassen
[going to pieces without falling apart]
dies zumindest ist so innerhalb der realität, in der wir uns befinden & gerne befinden möchten,
die gross genug ist dann auch die mathematische realität zu enthalten obwohl diese, soweit mir bekannt, ihr widerspricht,
kann ja auch sein, dass sich die mathematische realität irrt, aber ich will mich sicher darum hier nicht streiten,
habe zu wenig ahnung um diesen speziellen umstand
& ausserdem
das bedürfnis nach beweisen resultiert aus dem bedürfnis nach sicherheit
& dieses hat mit problematiken des seins nichts zu tun
@Ellemaus :
die formulierung
"eine tiefe Erfahrung"
sagt leider nichts weiter als
dass du dem, welches du romantischerweise als TIEF bezeichnest
eher bereit bist GLAUBEN zu schenken als anscheinend anderem