Der klassische Stellvertreterkrieg:
Auch schon vor dem Beginn des Raub- und Eroberungskrieges Russlands gegen die Ukraine (der, wie immer wieder betont werden muss,
2014 mit der völkerrechtswidrigen militärischen Besetzung der Krim begann), hat Russland, das die westlichen liberalen Demokratien als existenzielle Gefahr für den eigenen Autokratismus betrachtet, gedungene Propaganda-Büttel auf die westliche Öffentlichkeit losgelassen.
Seit Kriegsbeginn wurden derartige Bemühungen des Kremls auf allen zugänglichen Ebenen natürlich auf's Äußerte verstärkt. Deshalb kann man mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass auch in den meisten öffentlichen Diskussionsforen, in denen es um Russland i.A. und diesen Konflikt i.B. geht, entsprechende Abgesandte aktiv sind.
Wenn man sich nun überlegt, wie diese dabei am besten vorgehen sollten, dann sicherlich nicht so wie etwa der User
"Kultus Maximus", der dem Herrn Putin schon so weit im Hintern steckt, dass nur noch die Zehenspitzen zu sehen sind.
Nein, das muss man natürlich viel geschickter machen. Am besten wählt man sich ein allgemein-ethisches Thema, einen Knopf also, den man mit ganz sicherer, emotionaler Wirkung drücken und dabei den Anschein völliger Unparteilichkeit wahren kann. Wie z.B:
"Krieg und das Leid, Tod, Zerstörung, die er hervorbringt, ist etwas ganz Furchtbares, das verhindert oder aber schnellstens beendet werden muss."
Nicht nur, dass wohl kaum jemand einer solchen Aussage ernsthaft widersprechen würde, vor allem die unmittelbare emotionale Zustimmung dürfte hier nahe 100% liegen - und damit lässt sich dann sehr gut arbeiten. Unter ständigem Betätigen dieses Knopfes, also regelmäßiger Verdammung von Krieg und dessen Folgen, müsste nun nur noch ebenso permanent die alleinige und ausschließliche Verantwortung für das Ende des Krieges der angegriffenen Ukraine und ihren Unterstützern zugeschoben werden: Selenski, die NATO, die USA, der Westen usw. - alle die sind die eigentlichen bösewichtigen Kriegstreiber, und sämtliche Forderungen werden ausschließlich gegen sie gerichtet.
Und um nicht durch umfangreichere eigene Argumentationen aufzufliegen, die nämlich meist unweigerlich das tatsächliche Denken und die tatsächlichen Absichten des Autors erkennen lassen, wird es ratsam sein, im Wesentlichen mit passend zugeschnittenen Zitaten anderer Leute zu arbeiten und diese durch ein paar Satzfragmente zu verbinden.
Um den Unparteilichkeitsschein zu wahren, sollte zwar notgedrungen ab und zu mal der Name Putin fallen. Aber irgendwelche Forderungen gegenüber Russland, die denjenigen gegenüber der Ukraine oder ihren Unterstützern irgendwie vergleichbar wären, müssen natürlich vermieden werden, allem voran die naheliegendste aller Forderung zur Beendigung des Krieges, nämlich die des Rückzuges der russischen Truppen hinter die völkerrechtlichen verbindlich garantierten Grenzen der Ukraine - womit der Krieg nämlich sofort(!) beendet wäre. Dies darf der Kreml-Propagandist niemals auch nur andeutungsweise erwähnen!
Statt dessen wird er die Forderungen Russlands als elementar, gering, berechtigt und geradezu selbstverständlich darzustellen haben. Weil diese Forderungen in ihrer Reinform jedoch alles andere als das sind, werden sie zu diesem Propaganda-Zwecke gekürzt und geschönt und am Ende so präsentiert, als ob es die Ukraine, "den Westen" bzw. die ganze Welt so gut wie nichts kosten würde, diesen furchtbaren Krieg schnell zu beenden (...Knopfdruck...).
So, und jetzt komme ich noch mal auf dein liebstes Mantra zurück:
Der klassische Stellvertreterkrieg:
Das ist angesichts aller aktuellen und historischen Tatsachen kompletter Unsinn und nichts anderes als die gedankenlose Kolportage jener Kriegs-Rechtfertigungs-Propaganda, mit der Putin von Anbeginn an sein Eroberungsverbrechen zu rechtfertigen versucht.
Als ob "der Westen", die USA oder die NATO jemals irgendein Interesse an einer militärischen Auseinandersetzung mit Russland gehabt hätten. Das ist doch einfach nur Schwachsinn. Die USA haben schon seit fast zwei Jahrzehnten völlig andere Prioritäten als Europa. Es war ja schon so weit gekommen, dass Putin die Geringschätzung Russlands durch Obama ("Mittelmacht") heftg verärgert hatte. Die Eropäer hingegen waren froh, dass der Kalte Krieg vorbei war, man die Armeen und die Verteidungungsausgaben runterfahren und statt dessen super Geschäfte mit Russland machen konnte. Nach der Eskalation des Krieges durch Russland 2022 sind doch in Europa alle vom Enstetzen gepackt worden, weil sie gemerkt haben, dass sie - trotz NATO - gegen Agressoren wie Russland gar nicht mehr wirklich gewappnet sind.
Es war die Mehrheit der Bürger der Ukraine, die nicht mehr wie selbstvertändlich der Hinterhof eines immer autokratischer und imperialer auftretenden Russlands sein wollte und sich deshalb der EU zugewandt hat. Das wollte der Zar nicht hinnehmen, da er die Ukraine als russisches Hoheitsgebiet ansieht. Und nachdem die Ukrainer den letzten Strohmann-Satthalter Russlands davon gejagt hatten (weil er sich weisungsgemäß der Annäherung an die EU widersetzt hatte), ist Russland einfach einmarschiert.
Durch die Charta der UN ist es gedeckt, einem von einem Aggressor mit einem Eroberungskrieg überzogenen Land wirtschaftliche und militärische Hifel zukommen zu lassen. Dies als einen "Stellvertreterkrieg" zu denunzieren ist nichts anderes als reine Kriegs-Propaganda des Aggressors.
Für mich jedensfalls ist deine Funktion und Aufgabe hier im Forum mittlerweile so klar wie Kloßbrühe!