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Philosophie ohne Religion - unmöglich?

AW: Philosophie ohne Religion - unmöglich?

Unsere Erziehung basiert auf christlichen Werten, vergiss das nicht. Und diese haben ihre Verbreitung nun einmal durch den unerschütterlichen Glauben der Apostel Jesu gefunden. Durch die Religion.

Auch wenn man es noch so oft wiederholt, das stimmt einfach nicht. Würden wir noch unter der Fuchtel des Christentums leben, gäbe es noch Inquisition und Hexenverbrennung, Bekehrung mit dem Schwert und alle Wissenschaften wären verboten.

Unsere Werte sind erst durch die Aufklärung und die damit verbundene Emanzipation von religiösen Bindungen entstanden.
 
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AW: Philosophie ohne Religion - unmöglich?

Hi oktoberwind,

Was sind für dich christliche Werte und was Werte der Aufklärung?

Ich frage nur, weil die Werte, die ich als christlich bezeichne nichts mit der Fuchtel des Christentums zu tun haben. Das sind für mich zwei paar Schuhe.

lg,
fussel
 
AW: Philosophie ohne Religion - unmöglich?

Dann frage ich dich: Woher kommt der gesunde Menschenverstand?

Das weiss doch jeder, den gibts im Lidl zu 1.99 je Kilo günstig zu kaufen :)

Mal im Ernst: die Frage verstehe ich nicht und die Frage stellt sich nicht.

In Afrika gibt es Kindersoldaten: Bedauernswerte Kinder, die auf das Töten von Feinden gedrillt wurden, was sie auch tun. Sollten sie nicht auch durch ihren gesunden Menschenverstand wissen, dass das unsinnig ist?

Wir Menschen sind das, was unsere Erziehung aus uns gemacht hat. Wenn wir von Kindesbeinen an dazu erzogen werden, zu Töten, dann werden wir zu Killern. Aus Sicht des gesunden Menschenverstandes der betroffenen Kinder ist das was sie da tun, absolut logisch und völlig natürlich.

Unsere Erziehung basiert auf christlichen Werten, vergiss das nicht.

DEINE Erziehung vielleicht. Aber nicht die ALLER. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Im übrigen darf ich dieser Behauptung einen gewissen Rassismus unterstellen. Was hälst Du dann von Menschen im Iran, in Indien oder in Israel? Haben die Deiner Meinung nach, weil ohne "christliche Werte" erzogen keinen gesunden Menschenverstand? Sind diese Anderen Deiner Meinung nach daher etwa weniger "wert" als wir? Ich hoffe inständig, dass das NICHT Dein Gedankengang ist!

Aus oben angeführten Gründen ist ein Verhaltenskodex bzw. Verhaltensrichtlinien nun einmal notwendig.

Es ist richtig, dass ein solcher Codex nötig ist, aber dieser Codex ergibt sich aus uns selbst, niemand muss uns das sagen. Das sind ganz primitive Verhaltensweisen, z.b. dass man sich in einer Gruppe, die zusammenlebt, solidarisch gegenüber den Seinen verhält, das ist ein Automatismus, den wir in uns haben. Oder dass Eltern für ihre Kinder sorgen, auch das ist ein natürlicher Vorgang.

Wie verschiedene Gruppen sich dann gegenseitig behandeln steht aber auf einem ganz anderen Blatt. Da geht es um gesellschaftliche Zusammenhänge, die sich mit einem Verhaltenscodex für einen Einzelnen kaum regeln lassen.

Im übrigen sind die "christlichen Werte", die Du ansprichst, kein Verhaltenscodex, auch wenn sie ursprünglich vielleicht so gemeint gewesen sind, sondern eine Moralvorstellung. Du kannst die Kindersoldaten in Afrika mit Deiner MORAL nicht vereinbaren. Mit Verhalten hat das aber gar nichts zu tun.



lg, xcrypto
 
AW: Philosophie ohne Religion - unmöglich?

wenn der philosoph der denker ist, der fragende, der die ursprünge des seins erfassen will, wird er sich wohl mit religion befassen.
ich bin sicher, dass jeder mensch ,der intensiver nachfragt in bezug auf das dasein zumindest spirituellen hintergrund hat, denn sonst wäre es ja wissenschaft!

lg westwind
 
AW: Philosophie ohne Religion - unmöglich?

wenn der philosoph der denker ist, der fragende, der die ursprünge des seins erfassen will, wird er sich wohl mit religion befassen.

Dieser Meinung bin ich auch. Deswegen ist Philosophie ohne Religion nicht möglich. Aber trotzdem ist diese Antwort ohne eine sehr genaue Definition von "Religion" nicht zwingend möglich.
 
AW: Philosophie ohne Religion - unmöglich?

Das ist ein Denkfehler, ein netter und verführerischer zwar aber trotzdem ein Denkfehler. Die Philosophie will nicht die Ursprünge des Seins erforschen sondern herausfinden, wie es funktioniert. Dies klappt schon seit langem wunderbar ohne Religion. Man sollte bei dieser Frage auch mal auf die tatsächliche Philosophie schauen und nicht einfach hierzu seine persönliche Meinung sagen. Und dann wird man erkennen, dass es eine Tatsache ist, dass Philisophen aller Grössenordnungen prima ohne Religion ausgekommen sind, und zwar unabhängig davon, wie man "Religion" nun definieren mag.


lg, xcrypto
 
AW: Philosophie ohne Religion - unmöglich?

vielleicht brauch ich mal kurz hilfe bei der definition der philosphie!?
für mich waren es bisher gedanken zum verständnis der welt, entwürfe...zugegeben ...ich habe mich noch nicht intensiver mit den großen philosophen beschäftigt, aber ich versuche auch das leben zu verstehen..

lg
 
AW: Philosophie ohne Religion - unmöglich?

Hi xcrypto,

Wie definierst du für dich "Religion"?


lg,
fussel
 
AW: Philosophie ohne Religion - unmöglich?

Es mag sein, dass philosophieren ohne Religion möglich ist, aber ist doch richtiges philosophieren erst möglich wenn man die Begriffe über die man spricht auch definiert.

Die Philosophie hat keinen begrenzten Gegenstandsbereich. Sie hat mehrere Disziplinen (u.a. Religionsphilosophie, etc.) und kann nicht einfach definiert werden. Jeder Versuch, den Begriff „Philosophie“ zu definieren ist bereits Gegenstand der Philosophie selbst.
Philosophieren beginnt damit, dass man Gedanken über die Welt hinterfragt, seien es die eigenen oder die von anderen. In der Philosophie gibt es "Bedeutungsfragen" und es gibt "Begründungsfragen"...
Der wichtigste Grund zum Philosophieren ist die Klärung der Gedanken.

Ich schrieb nicht, dass die Philosophie die Ursprünge des Seins erforschen will - also, dass sie sich lediglich darauf beschränkt; ich bezog mich eher auf den Beitrag von "westwind".

Soviel zur Klärung. :-)
 
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AW: Philosophie ohne Religion - unmöglich?

Lieber Fussel :)

Wie definierst du für dich "Religion"?

Ich denke zwar nicht, dass das hier nun was zur Sache tut, zumal das wohl jeder verschieden definiert, insbesondere wird ein Gläubiger es sicher etwas anders definieren als ein Atheist :)

Ich für meinen Teil betrachte Religion als eine Art Wahnvorstellung, den Glauben an Übernatürliches und die Verweigerung, natürliche Ursachen hinter scheinbar Unerklärlichem zu suchen.

Ja ich weiss, klingt nicht sehr nett, meine bessere Hälfte wird mich sicher dafür tadeln :)

Der Vollständigkeit halber, da ich das Argument schon kommen sehe, betrachte ich das Sinnen über den Sinn der Existenz, Moral, Ethik oder die Fragen "Wo komme ich her?", "Wer bin ich?", "Was bin ich?", "Was soll das alles?" NICHT als Religion, sondern als Weltanschauung oder Philosophie. In diesem Sinne ist der Buddhismus, um ein Beispiel zu nennen, weitestgehend eher Philosophie als Religion.


Hallo Westwind,

vielleicht brauch ich mal kurz hilfe bei der definition der philosphie!? für mich waren es bisher gedanken zum verständnis der welt, entwürfe.

Meiner Meinung nach ist es genau das. Es ist aber nicht die Suche nach den Ursachen, bzw. wie das alles entstanden ist. Ich mag da aber auch daneben liegen, soooo lang beschäftige ich mich noch nicht mit Philisophie :)


lg, xcrypto
 
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