AW: Nietzsche - Gott is tot
Ich ergaenze meinen vorigen Beitrag,
um ein allgemeines (Verstaendnis)Problem zu beschreiben,
welches auch fuer Nietzsche natuerlich bestanden hat.
Deshalb vielleicht die Uebertreibung seiner Aussagen
- nach dem Motto -
'Wie man mit dem Hammer philosophiert' (Goetzendaemmerung).
/
Wir erhalten Informationen, die durch
unsere Sinne aufgenommen werden.
Diese Informationen sind physikalische Codes,
verschluesselte Botschaften,
die durch die Funktionalitaet unserer Gehirn-Areale
in Urteile oder Beurteilungen quasi uebersetzt werden muessen.
Dazu muessen wir aber vorher die Entschluesselungs-Routinen
der Codes kennengelernt haben,
sonst kommen wir nicht zu Ergebnissen.
Beispiel:
Das Nicht-Verstehen einer Fremdsprache,
weil wir ihre Codes nicht erlernt haben und deuten koennen.
Aehnlich ist das mit dem Gedankendeuten -
Der Leser kann unseren (philosophischen) Denkprozessen nicht folgen,
weil wir zuviel voraussetzt und in der Darstellung weggelassen haben.
Die Ausage mag fuer ihn unscharf gewesen sein
/
Die Problematik besteht darin, dass die empfangenen
oder die von uns abgegebenen Informationen
oberflaechlich oder unvollkommen sind,
so dass sie vom Rezipienten gedanklich ergaenzt werden.
Da wir offensichtlich ein Gefuehl dafuer entwickelt haben zu empfinden,
wie unvollkommen unsere sprachlichen Botschaften sein koennen,
gestikulieren wir gelegentlich im Gespraech zusaetzlich
oder wir erklaeren in Texten durch mehrere Saetze den selben Sachverhalt
auf verschiedene Art und Weise,
um unsere Informationen zu unterstuetzen,
- damit sie dem Empfaenger verstaendlicher werden und
damit er sich nicht unbeabsichtigte Ergaenzungen macht.
In Texten verwenden wir auch bekannte Gleichnisse oder
wir uebertreiben die Darstellung der Sachverhalte.
/
Wir koennen uns also nie sicher sein, ob das Gesprochene,
Geschriebene oder Gelesene auch richtig verstanden worden ist.
Diese Inkompatibilitaeten in der Kommunikation haben
auch fuer Nietzsche bestanden.
MfGdmz.